E-Book, Deutsch, Band 2599, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Herren Perry Rhodan 2599: Der letzte Tag
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2598-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2599, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2598-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Als Mekka der Science Fiction ist die Schweiz nicht unbedingt bekannt. Das könnte sich bald ändern: Mit seinem Roman 'Das Fanal' stieg der in Bern geborene Schriftsteller Marc A. Herren zu Beginn des Jahres 2010 ins Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie ein. Als Sohn eines Bäckerehepaars lernte Marc A. Herren nach eigenen Worten 'schon früh die Symbiose von Handwerk und Kreativität kennen'. Der am 21. März 1976 geborene Schweizer half seinen Eltern in der Bäckerei, entwickelte aber unterschiedliche Interessen, die sich alle um das Geschichtenerzählen drehen: Lesen, Schreiben, Filme und Theater. Bereits als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN. An den Weltraum-Abenteuern interessieren ihn bis heute vor allem 'die kosmische Dimension und die faszinierenden Charaktere'. Herren besuchte die Wirtschaftsmittelschule, später die Höhere Fachschule für Wirtschaft; seitdem ist er diplomierter 'Betriebswirtschafter HF'. Zwischendurch leistete er seinen Militärdienst ab. Jahrelang arbeitete Herren für eine große Schweizer Bank, bei der er in der Funktion eines Teamleiters im Bereich E-Banking tätig war. Seine 'kreativen Gelüste' entführten ihn im Sommer 2000 nach Hollywood an die New York Film Academy. Die gewonnene Greencard schlug er allerdings aus und kehrte zurück in 'die gute alte Schweiz', wo er an seiner 'bürgerlichen Karriere' arbeitete. Parallel dazu verfasste der junge Autor eigene Kurzgeschichten und nahm an Schreibwerkstätten teil, bei denen er Kontakte knüpfte. In der Folge schrieb er Romane für die Amateur-Serie 'Thydery', die moderne Science-Fiction-Ideen mit einer groß angelegten Hintergrund-Geschichte verbindet. Dadurch wurde die PERRY RHODAN-Redaktion auf ihn aufmerksam. Da man für die neue Reihe PERRY RHODAN-Action, die im Frühjahr 2008 startete, auch auf 'neue Köpfe' setzen wollte, wurde Marc A. Herren angesprochen. 'Ich war völlig überrascht', erinnert sich der Autor, 'dass ich an der Serie mitwirken durfte, die mich ein Leben lang geprägt hat.' Auf sein Engagement bei PERRY RHODAN-Action, für das er von Fans wie Kritikern sehr gelobt wurde, folgten ein ATLAN-Taschenbuch sowie ein Roman für die Reihe PERRY RHODAN-Extra. Danach war für die Redaktion der größten Science-Fiction-Serie der Welt klar: Marc A. Herren muss ins Team - im Januar 2010 wurde er offiziell in die Riege der Teamautoren aufgenommen. Der Autor, der fließend Englisch, Französisch und Schwedisch und 'leidlich' Spanisch und Italienisch spricht, ist darüber hinaus in vielen anderen Bereichen tätig. So wirkte er als Pressechef eines erfolgreichen Damenvolleyball-Teams und arbeitete in den Ferien immer wieder für eine schwedische Tauchbasis auf Gran Canaria. Im Sommer 2009 entschied er sich endgültig dazu, seinem Traum zu folgen: Für ein Jahr siedelte er von der Schweiz nach Gran Canaria über, um dort tagsüber als Tauchlehrer tätig zu sein und abends schreiben zu können. Im Herbst 2010 folgt der nächste Schritt in Herrens schriftstellerischem Werdegang: Bei der Taschenbuchserie ATLAN-X ist er erstmals für die Ausarbeitung der Exposés verantwortlich. Damit geht für Marc A. Herren, der einst über ein ATLAN-Zeitabenteuer zu PERRY RHODAN gestoßen war, ein weiterer Kindheitstraum in Erfüllung.
Autoren/Hrsg.
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2.
Die Schlacht um das PARALOX-ARSENAL
11. Mai, 18.39 Uhr
Als die ersten Jaranoc-Schiffe in der Nähe des PARALOX-ARSENALS materialisierten, nahm ich Kontakt mit Kardo Tarba in der Silberkugel B auf. Wir vereinigten uns zu einer Doppelkugel und informierten die übrigen Silberkugeln, dass sie sich vorerst zurückhalten und als Eingreifreserve fungieren sollten.
Die bloße Anwesenheit unserer kombinierten Silberkugel erzeugte in den Reihen der Kegelstumpfraumer Unruhe: Hastige Formationswechsel, abgebrochene Flugmanöver und unmotiviertes Hochfahren der Schirmfeldstaffeln einiger weniger Schiffe zeugten davon, dass VATROX-VAMUS Krieger die Machtmittel einer Silberkugel durchaus richtig einschätzten.
Dazu kam, dass die Kegelstumpfraumer der Jaranoc aufgrund der Emissionen des PARALOX-ARSENALS gehandicapt waren.
Trotz allem veranschlagte mein Planhirn angesichts des Kräfteverhältnisses unsere Chancen gegen die drückende Übermacht auf unter zwei Prozent – bei gleichzeitigen taktischen Mängeln aufseiten des zentralen Jaranoc-Kommandos.
Da sich die Anzahl der ankommenden Jaranoc-Schiffe rasch vergrößerte, nahm unsere Erfolgswahrscheinlichkeit überproportional rasch ab. Damit stieg die Wahrscheinlichkeit, dass es doch zu Kämpfen kommen würde.
Ortungsalarm.
125 Perlkugelraumer der Elfahder und 150 Stardust-Schiffe materialisierten im Gefolge – oder sollte ich besser sagen: »Windschatten«? – zweier Netzweber. Damit veränderte sich das Kräfteverhältnis angesichts der mehreren Tausend Jaranoc-Kegelstumpfraumer nicht signifikant – dafür wertete ich aber die Anwesenheit der Elfahder als überaus gefährliches Element.
Ich berechnete eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass von den 125 Raumschiffkommandanten einer dabei war, der angesichts der Geplänkel Eigeninitiative ergreifen würde. Und hatte nicht jede Schlacht, jeder Krieg mit dem ersten Schuss begonnen?
Je mehr Minuten ohne Kampfhandlungen verstrichen, desto besser wurden die Wahrscheinlichkeitswerte. Die Psi-Materie-Emissionen beeinträchtigten die Kegelstumpfraumer in ständig höherem Maße, wie die Simulationen des Bordrechners und meines Planhirnes aufzeigten.
Neu materialisierte Jaranoc-Schiffe fanden nur auf Umwegen in ihre Formation oder nahmen völlig sinnlose Stellungen ein.
Über sechstausend Kegelstumpfraumer standen 276 Schiffen gegenüber, aber Kampfhandlungen blieben weiterhin aus. Selbst die Elfahder schienen die Jaranoc angesichts ihrer Probleme als nicht akut gefährlich einzustufen.
Ich ergriff die Gelegenheit und bat Kardo Tarba, Funkkontakt mit den Jaranoc-Verbänden aufzunehmen. Ich verlangte den Geschwaderführer zu sprechen.
135 Sekunden später blickte mich ein Jaranoc an, dessen Gesicht und der Nackenschild von einem Geflecht aus weißen, narbenähnlichen Linien überzogen waren. Eines der chamäleonartigen Augen blickte starr, während das andere mich und meine unmittelbare Umgebung aufmerksam musterte. Einblendungen gaben ihn als Geschwaderkommandanten Turak Efrin aus.
»Mein Name ist Icho Tolot. Ich biete Verhandlungen an.«
»Ich weiß, wer du bist!«, herrschte mich der Jaranoc an. »Deine Bitte ist abgelehnt!«
In diesem Moment erhielt ich die Meldung, dass Betty Toufrys Silberkugel am PARALOX-ARSENAL zerschellte. Ich unterbrach die Verbindung mit dem Geschwaderkommandanten.
*
11. Mai, 18.52 Uhr
Während die Einschnürung am PARALOX-ARSENAL fortschritt und VATROX-VAMU in Form eines Riesenrubins in dessen Nähe trieb, unternahm ich einen weiteren Anlauf, um mit den Jaranoc in Kontakt zu treten.
Diesmal hatte ich Turak Efrin bereits nach zwölf Sekunden in der Sichtwand. Sein mächtiger Schädel zitterte.
Bevor Efrin etwas sagen konnte, schlug ich mir mit den Handlungsarmen vor die Brust. Eine Drohgebärde, die der Jaranoc hoffentlich verstand.
»Sie kennen das Vernichtungspotenzial der Silberkugeln«, begann ich. »Sie wissen, dass eine einzige Kugel es problemlos mit Hunderten Ihrer Schiffe aufnehmen kann. Sie benötigen exakte Flugmanöver von mehreren Tausend Schiffen, falls Sie meine oder eine der anderen Silberkugeln zerstören wollen. Dazu kommt, dass wir in der Lage sind, gezielten Einfluss auf die Raum-Zeit-Struktur zu nehmen. Da diese Eingriffe aber unabsehbare Folgen für Ihre Flotte zeitigen, haben wir bisher auf ihren Einsatz verzichtet – abgesehen von ein paar wenigen Testläufen.«
»Ein Trick!«, stieß Efrin sogleich aus. »Nur ein Trick, mit dem du uns mit dem Schwert der Unsicherheit schlagen willst!«
Wieder hämmerte ich mit meinen Handlungsarmen gegen die Brust. »Haben Sie etwa keine Unregelmäßigkeiten im Raum-Zeit-Gefüge festgestellt?«, brüllte ich. Mein Gesprächspartner zwinkerte mehrmals mit seinem gesunden Auge und nahm den Kopf leicht zurück.
»Diese Unregelmäßigkeiten sind einzig und allein dem Hypersturm geschuldet!«
»Sind sie das?«, fragte ich mit einem beabsichtigten süffisanten Unterton. Selbstverständlich hatte der Jaranoc recht. »Sie wären ein nachlässiger Geschwaderkommandant, wenn Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Sie falsch lägen, nicht in Ihre Überlegungen einschlössen. Hören Sie an, was ich zu sagen habe!«
Turak Efrins Schnabelmund zitterte. Ein Schleimfaden löste sich. Mit einer unwirschen Bewegung der rechten Hand forderte mich der Jaranoc auf, fortzufahren.
»Ich danke Ihnen«, sagte ich feierlich. »Als Erstes spiele ich Ihnen eine Nachricht ab, die Ihnen möglicherweise bereits bekannt ist. Es ist mir aber wichtig, dass Sie sie an dieser Stelle unserer Verhandlung hören!«
Efrin reagierte nicht. Stillschweigend hatte er akzeptiert, dass wir offizielle »Verhandlungen« führten. Damit hatte ich einen ersten wichtigen diplomatischen Sieg errungen.
Ich nahm eine Schaltung vor und spielte die Aufzeichnung jener Botschaft ab, die Kardo Tarba nach dem Zweikampf mit Rekner Lurrio den Jaranoc hatte zukommen lassen.
»Rekner Lurrio ist im Zweikampf unterlegen. Er hat der Ehre genüge getan und einen fairen Kampf geliefert. Dennoch hat sich nun bewiesen, dass meine Botschaft an Sie wichtig und bedeutend ist. Deshalb möchte ich ihr noch etwas hinzufügen. Ich habe VATROX-VAMU aufgesucht, und er hat mich aus seinen Diensten entlassen! Ich bin frei, weil ich einem anderen Herren untertan sein muss und werde. Weil die Ehre es so verlangt. Als erster Jaranoc seit Ewigkeiten bin ich VATROX-VAMU nicht mehr verpflichtet. Dies ist der Beginn einer neuen Zeit. Einer Ära der Freiheit, die uns lange verwehrt wurde. Wir sind fähig, unsere eigenen Pläne zu schmieden – unsere eigenen Entscheidungen zu treffen!«
Währenddessen die Botschaft abgespielt wurde, überprüfte ich wiederholt die Geschehnisse auf der anderen Seite des PARALOX-ARSENALS. VATROX-VAMU griff gerade die Kunstwelt Wanderer an. Mir blieb nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass Perry Rhodan den Angriff abzuwehren verstand – wie er es bisher immer getan hatte.
»Deshalb hört gut zu!«, fuhr Tarba in seiner Botschaft fort. »Mit Rekner Lurrio ist auch die alte Anschauung der Dinge untergegangen. Sein Ende steht nicht für sich allein – es ist ein Symbol dafür, dass das Alte vergangen ist … seht, Neues ist geworden! Ich biete euch an, meinem Beispiel zu folgen! Sagt euch los von VATROX-VAMU, der euch in den Krieg führt! Eine neue Zeit wartet auch auf euch!«
»Was willst du mir damit sagen?«, fragte Efrin.
»Ich will Ihnen damit sagen, dass ich mich bald mit den anderen Silberkugeln zurückziehen werde und unsere Flotte Ihnen ihre Kapitulation vorschlagen wird!«
»Und was hat das mit der Botschaft zu tun?«
»Es bleibt Ihnen und Ihrem Ehrgefühl überlassen, ob Sie die Kapitulation annehmen wollen oder ob Sie eine Schlacht schlagen, die nicht die Ihre ist!«
Ich wusste ganz genau, dass die Entscheidung in Anthuresta nicht von der Schlacht zwischen Verteidigern und Jaranoc-Angreifern abhing, zumal Perry Rhodan mit den Silberkugeln nur das PARALOX-ARSENAL verteidigen wollte.
»Wo befindet sich Ihr Herr, VATROX-VAMU?«, fragte ich geradeheraus. Ich wusste, dass nun der gefährlichste Teil dieses Gesprächs folgte. Aus der chronologischen Abfolge der Dinge wusste ich, dass der Moment der bestgeeignete war.
Der Jaranoc reagierte nicht auf meine Frage.
»VATROX-VAMU lässt Sie seine Kriege führen, kümmert sich dabei aber überhaupt nicht um Sie!«, stieß ich aus. »Er setzt Sie ab am gefährlichsten Punkt des Schlachtfeldes. Sie sind durch die immensen Emissionen beeinträchtigt. Er überlässt Sie dem Schicksal …«
»Es ist nicht an dir zu beurteilen …«, brach es aus dem Jaranoc heraus.
»Damit haben Sie recht, Turak Efrin!«, unterbrach ich ihn brüsk. »Aber fällt Ihnen nicht auf, dass offenbar nicht alle dem Ehrenkodex der Jaranoc folgen? Weder ihr Herr noch die Jaranoc selbst!«
»Was erlaubst du dir?«, schrie Efrin.
»Betrachten wir noch einmal die Situation!«, gab ich zurück, während ich kurz die Gesamtsituation überprüfte. VATROX-VAMU war mit Wanderer beschäftigt. Das war perfekt für mich und meine Ziele. »Derzeit ist die stolze Flotte der Jaranoc nur bedingt manövrierfähig, weil sie von ihrem Herrn sich selbst überlassen wurde. Ein ehrloses Vorgehen – selbst für mich als Nicht-Jaranoc eindeutig zu bestimmen!«
Der Geschwaderkommandant öffnete den Schnabel und schloss ihn sogleich wieder, ohne ein Wort gesagt zu haben.
»Und zur Ehre der Jaranoc selbst: Sobald ich mich mit den anderen Silberkugeln zurückziehe, werden Sie allein durch Ihre...




