Herren | Perry Rhodan 2669: Wettstreit der Konstrukteure | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2669, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Herren Perry Rhodan 2669: Wettstreit der Konstrukteure

Perry Rhodan-Zyklus "Neuroversum"
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8453-2668-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Neuroversum"

E-Book, Deutsch, Band 2669, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2668-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er ist ein Poet und Kriegsversehrter - seine Bestimmung macht ihn zum überragenden Konstrukteur In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1470 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ) - das entspricht dem Jahr 5057 christlicher Zeitrechnung. Das heimatliche Solsystem ist vor mehr als drei Monaten spurlos von seinem angestammten Platz im Orionarm der Milchstraße verschwunden. Damit die Liga Freier Terraner nicht ins Chaos sinkt, werden eine neue Regierung und ein neuer Zentralplanet gewählt. Neuer Erster Terraner wird Arun Joschannan - und er muss sich gegen die Infiltrationen durch die Truppen der negativen Superintelligenz QIN SHI zur Wehr setzen. In der weit entfernten Galaxis Escalian, dem 'Reich der Harmonie', ist QIN SHI ebenfalls am Werk und versucht dort eine Invasion. TANEDRAR, die in Escalian heimische Superintelligenz, hat die Gefahr erkannt. Sie beauftragt den Terraner Alaska Saedelaere damit, ihr zu helfen. Gemeinsam mit dem Zwergandroiden Eroin Blitzer begibt sich Alaska auf die Suche nach dem geheimnisvollen Konstrukteur Sholoubwa. Als er ihn endlich erreicht, wird er davongeschleudert - aber Blitzer kann noch die Lebensdaten Sholoubwas extrahieren. Am Anfang seiner Geschichte steht ein WETTSTREIT DER KONSTRUKTEURE ...

Als Mekka der Science Fiction ist die Schweiz nicht unbedingt bekannt. Das könnte sich bald ändern: Mit seinem Roman 'Das Fanal' stieg der in Bern geborene Schriftsteller Marc A. Herren zu Beginn des Jahres 2010 ins Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie ein. Als Sohn eines Bäckerehepaars lernte Marc A. Herren nach eigenen Worten 'schon früh die Symbiose von Handwerk und Kreativität kennen'. Der am 21. März 1976 geborene Schweizer half seinen Eltern in der Bäckerei, entwickelte aber unterschiedliche Interessen, die sich alle um das Geschichtenerzählen drehen: Lesen, Schreiben, Filme und Theater. Bereits als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN. An den Weltraum-Abenteuern interessieren ihn bis heute vor allem 'die kosmische Dimension und die faszinierenden Charaktere'. Herren besuchte die Wirtschaftsmittelschule, später die Höhere Fachschule für Wirtschaft; seitdem ist er diplomierter 'Betriebswirtschafter HF'. Zwischendurch leistete er seinen Militärdienst ab. Jahrelang arbeitete Herren für eine große Schweizer Bank, bei der er in der Funktion eines Teamleiters im Bereich E-Banking tätig war. Seine 'kreativen Gelüste' entführten ihn im Sommer 2000 nach Hollywood an die New York Film Academy. Die gewonnene Greencard schlug er allerdings aus und kehrte zurück in 'die gute alte Schweiz', wo er an seiner 'bürgerlichen Karriere' arbeitete. Parallel dazu verfasste der junge Autor eigene Kurzgeschichten und nahm an Schreibwerkstätten teil, bei denen er Kontakte knüpfte. In der Folge schrieb er Romane für die Amateur-Serie 'Thydery', die moderne Science-Fiction-Ideen mit einer groß angelegten Hintergrund-Geschichte verbindet. Dadurch wurde die PERRY RHODAN-Redaktion auf ihn aufmerksam. Da man für die neue Reihe PERRY RHODAN-Action, die im Frühjahr 2008 startete, auch auf 'neue Köpfe' setzen wollte, wurde Marc A. Herren angesprochen. 'Ich war völlig überrascht', erinnert sich der Autor, 'dass ich an der Serie mitwirken durfte, die mich ein Leben lang geprägt hat.' Auf sein Engagement bei PERRY RHODAN-Action, für das er von Fans wie Kritikern sehr gelobt wurde, folgten ein ATLAN-Taschenbuch sowie ein Roman für die Reihe PERRY RHODAN-Extra. Danach war für die Redaktion der größten Science-Fiction-Serie der Welt klar: Marc A. Herren muss ins Team - im Januar 2010 wurde er offiziell in die Riege der Teamautoren aufgenommen. Der Autor, der fließend Englisch, Französisch und Schwedisch und 'leidlich' Spanisch und Italienisch spricht, ist darüber hinaus in vielen anderen Bereichen tätig. So wirkte er als Pressechef eines erfolgreichen Damenvolleyball-Teams und arbeitete in den Ferien immer wieder für eine schwedische Tauchbasis auf Gran Canaria. Im Sommer 2009 entschied er sich endgültig dazu, seinem Traum zu folgen: Für ein Jahr siedelte er von der Schweiz nach Gran Canaria über, um dort tagsüber als Tauchlehrer tätig zu sein und abends schreiben zu können. Im Herbst 2010 folgt der nächste Schritt in Herrens schriftstellerischem Werdegang: Bei der Taschenbuchserie ATLAN-X ist er erstmals für die Ausarbeitung der Exposés verantwortlich. Damit geht für Marc A. Herren, der einst über ein ATLAN-Zeitabenteuer zu PERRY RHODAN gestoßen war, ein weiterer Kindheitstraum in Erfüllung.
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1.


Blut und Chrom

4235 NRG

Der Anblick hatte etwas Absurdes.

Cholaquin Port'aldonar blickte auf das breiige Rot, das einmal sein Bauch gewesen war.

Bei seinen vielen Studiengängen und Schulungen hatte er die Themen Medizin und Biologie stets gemieden. So wusste er nun nicht, welche Organe er gerade betrachtete, obwohl ihm das Benennen sinnvoll vorgekommen wäre.

Cholaquin schluckte mühsam, brachte es nicht fertig, den Blick von seinem Bauch zu nehmen. Die Eingeweide zuckten und ringelten sich, als wären sie eklige Lebewesen, die zuvor unter seiner Bauchdecke gehaust hatten und sich nun dampfend in den kühlen Morgen reckten.

Wie seltsam.

Genauso seltsam wie dieser im Grunde seiner Existenz unsinnige Krieg und diese Schlacht um einen strategisch unbedeutenden Planeten.

Nunngar würde in den Annalen der Mowener höchstens am Rande erwähnt werden, wenn ihn nicht beide Imperien als nationales Heiligtum beanspruchen würden. Sechs Standardjahre dauerte der Kampf um Nunngar bereits, der längst in einen erbarmungslosen Grabenkampf zerfallen war. Millionen junger Mowener und Orfenar hatten ihr Leben für eine Sache gegeben, die sie höchstwahrscheinlich nicht einmal im Ansatz begriffen.

Seltsam war auch der Zeitpunkt, an dem er sich darüber Gedanken machte: während er ebenso bemüht wie ungeschickt versuchte, mit schmutzstarrenden Fingern seine Eingeweide zusammenzuhalten.

Er kam aus gutem Hause, das Letzte, was er benötigt hatte, war der schmale Sold eines Reichskämpfers gewesen. Aber nein, der patriotische Rausch hatte ihn beseelt. Der entrüstete Widerstand des Vaters gegen seine Pläne hatte Cholaquin dazu bewogen, sich bei den Bodentruppen zu melden anstelle bei den Technikeinheiten, die ein nachgesagtes Junggenie wie ihn nur allzu gut hätten gebrauchen können.

Aber nein, er hatte sich und der Welt etwas beweisen müssen. Und nun lag er da und starrte auf seinen Bauch.

Der Irrsinn hatte drei Tage und Nächte gedauert. Das war zwei Tage und drei Nächte länger, als der überforderte Suhabwe-Kommandant vorausgeplant hatte.

Der Fehler war – wie Cholaquin rasch festgestellt hatte – durch einen simplen Kommunikationsfehler zwischen der Aufklärungs- und der Nachrichteneinheit zustande gekommen. Nicht knapp einhundert, sondern mehr als zehntausend Kämpfer der Orfenar hatten sie in der Stellung 87.456 überrascht. Denn bei diesem Kampfplatz hatte es sich mitnichten um ein Waffenlager gehandelt. Die Stellung 87.456 war nichts anderes gewesen als das geheime Haupt-Truppenlager der Orfenar auf Nunngar.

Mit ihrem Kommandounternehmen hatten Cholaquin und seine Kameraden buchstäblich in ein Karr-Nest gestochen. Aber das hatten sie erst bemerkt, als sie die Wachen überrumpelt hatten und mitten in der unterirdischen Anlage standen.

Als Ersten hatte es ausgerechnet ihren Suhabwe-Kommandanten erwischt. Der Mann hatte unter den Rangabzeichen den Intellekt einer Zimmerpflanze verborgen gehalten, sodass Cholaquin sich nie die Zeit genommen hatte, auch nur seinen Namen zu memorieren.

Als er von einem blitzartig reagierenden Orfenar mit einer Explosivwaffe getötet wurde, zerfiel die Suhabwe mit ihren exakt 144 Kämpfern in die Einzelteile.

Die einen hatten sich sofort in die Kämpfe gestürzt und innerhalb weniger Dutzend Atemzüge ein Viertel ihrer Munition verschwendet. Die einzelnen Zugführer hatten daraufhin versucht, einen gemeinsamen Plan zu entwickeln, aber die Dynamik der sich ausweitenden Schlacht hatte ihre Pläne schneller zunichtegemacht, als dass sie Befehle an ihre Untergebenen hatten weitergeben können.

In den chaotischen Szenen hatte niemand bemerkt, wie Cholaquin ihren Zugführer mit einem gezielten Schuss aus dem Elektroschocker handlungsunfähig machte. Er übernahm das Kommando über seinen Zug und befahl ein Rückzugsgefecht. Sobald sie den nächstgelegenen Ausstieg erreichten, forderte er Luftunterstützung an. Es dauerte nicht lange, bis die Kriegsbarken eintrafen und die ebenfalls in Stellung gefahrenen Bodenpanzer der Orfenar mit Brandteppichen zudeckten.

Ab diesem Zeitpunkt zersplitterten Cholaquins Erinnerungen zu unzähligen Fragmenten. Jedes für sich gestochen scharf, aber ungeordnet und chaotisch wie die sich ständig verändernden Muster in einem Kaleidoskop.

Er sah Hunderte, nein, Tausende von Kriegern, die durch die Ausstiege an die Oberfläche krabbelten wie Käfer bei einem Kontinentalbeben. Mowener, Orfenar, alles wild durcheinander, sich gegenseitig helfend oder erschießend.

Im Untergrund gingen die Bomben hoch, die seine Leute gezündet hatten. Sie rissen kegelförmige Krater in den Boden, verschlangen Kämpfer, die sich erst gerade mühsam gerettet hatten.

Schreie. Blut, das sich über das Chrom der kugelförmigen Kampfdrohnen ergoss.

Und noch mehr Schreie. Tausendfacher Tod.

Die leer geschossene Waffe, die er achtlos fallen ließ. An ihrer Stelle riss er eine Laserlanze aus den Händen eines toten Orfenar.

Das Loch, das er mit seinem Schanzwerkzeug in der ersten Nacht in den Boden trieb, um vor den Wärmebildgeräten der Gegner geschützt zu sein.

Die eisige Kälte, die ihn ergriff, während er in einen unruhigen Halbschlaf fiel. Die Erschütterungen, die ihn immer wieder hochschrecken ließen.

Das furchtbare Gefühl des Eingesperrtseins in absoluter Dunkelheit.

Der Durst, die Angst, der erwachende Hass auf beide Seiten dieses unsinnigen Krieges.

Der zweite Tag. Ein junger Mowener, der ihn aus dem Loch zog, das ihm beinahe zur Todesfalle geworden war, als er seine Beine nicht mehr bewegen konnte.

Chiwa'oko hatte er sich genannt. Oder Scivaolo, es hatte ihn im Grunde nicht interessiert. Der Junge hatte ihm sein Wasser und von seinen Energieriegeln gegeben, bevor er von einem scheinbar gefallenen Orfenar für seine Leichtfertigkeit bestraft wurde und mit zerborstenen Knien und eingeschlagenem Schädel vor Cholaquins Füßen starb.

Wie er den Orfenar getötet hatte, wusste er nicht mehr. Es waren so viele zu töten gewesen in den letzten Tagen. Das Blut der Toten hatte sie in seiner Erinnerung zusammengebacken wie zerstückelte Dwingos in einem Ofentopf.

Dann die zweite Nacht, bei der er sich nicht mehr eingegraben hatte, sondern in einem Schützengraben unter mehreren Leichen Schutz gesucht hatte.

Keine Albträume in der zweiten Nacht. Kein Hochschrecken. Als hätte sich sein Geist komplett abgeschaltet. Er fühlte sich wie tot, als er zu sich kam. Der Tag brachte keine Erholung, keine Ruhe. Das Kampfgebiet hatte sich über das gesamte Planquadrat ausgebreitet.

Manchmal suchte er Schutz vor anfliegenden Luftpanzern der Orfenar, manchmal auch nicht. Einmal winkten ihm drei Mowener – eine Frau und zwei Männer – von einer gelandeten Kriegsbarke aus zu.

Vielleicht war es nur ein Traumbild gewesen, das ihn getäuscht hatte. Auf jeden Fall hatte er sich irgendwann später in der Nacht wiedergefunden. Er suchte keinen Schutz mehr, lag einfach nur da, während in seinem Kopf Verszeile um Verszeile entstand und ihm wieder entglitt.

Irgendwann hatte die Sonne ihren Platz im Himmelszelt zurückerkämpft und er sich mit letzter Kraft auf eine Hügelkuppe geschleppt, als ein dunkles Etwas auf ihn zugeflogen kam.

Wahrscheinlich hatte er die Arme in die Höhe gerissen. Er wusste es nicht mehr. Aber er erinnerte sich an den furchtbaren Schlag und den Knall in den Ohren und den Geruch nach gebratenem Fleisch.

Dann – und erst dann – war der Schleier gerissen, der seine Wirklichkeit überlagert hatte, die Klarheit zurückgekehrt. Die Kaleidoskopsplitter fügten sich zu einem stimmigen Bild zusammen. Er hörte wieder die Schreie der Verwundeten, das Rattern der Artilleriegeschütze, spürte die Druckwellen von Explosionen, roch den unglaublichen Gestank, der sich über das Kampfgebiet gelegt hatte wie ein altes ungewaschenes Handtuch.

Cholaquin Port'aldonar zwang sich, den Blick von seinen dampfenden Eingeweiden zu nehmen und den Kopf zu recken. Nach links, nach rechts.

Wenn er sich nicht täuschte, lag er nicht so weit von der Stelle entfernt, von der aus sie vor drei Tagen den Stützpunkt der Orfenar erstürmt hatten.

Bin ich drei Tage lang nur im Kreis gegangen?, fragte er sich. Habe ich all dies wirklich erlebt, oder waren es nur Fieberphantastereien?

Er erinnerte sich an Verszeilen in der Nacht.

An Worte, die seine gepeinigte Seele gewärmt und den Hass gekühlt hatten. Die sein Leben auf wunderbare Art und Weise verlängert hatten, die zu diesem Zeitpunkt aber nicht ahnen konnten, dass das Schicksal mit seinem Bauch und ihm andere Pläne hatte.

Wenige Schritte neben Cholaquin schlug etwas in den Boden und zerbarst mit ohrenbetäubendem Knall. Steine und Dreck regneten auf ihn mit seinem offenen Bauch herab. Er lachte, weil er kurz überlegt hatte, ob er Gefahr liefe, an einer Blutvergiftung zu sterben.

Es wäre sein einziges, verdammtes Glück, wenn er tatsächlich einmal auch nur in die Nähe einer Blutvergiftung geraten würde. Denn so schnell, wie das Blut gerade aus seinem Körper lief, würde schon bald kein Tropfen mehr davon übrig sein.

»Und wenn ich gehen muss, dann nur ins Licht und nicht in die Dunkelheit«, murmelte er müde. »Denn das Licht ist Wissen, ist Größe, ist Macht. Die Dunkelheit hingegen ist das Vergessen, des Nichtseins ewige Tracht.«

Mit klammen Fingern griff er in seine Uniformjacke und zog das zerfledderte Exemplar von »Liebe in Zeiten des Überflusses« hervor. Vor wenigen Tagen hatte es noch druckfrisch ausgesehen.

Mit der Kraft seiner Worte hatte er den Mädchen der Kampfeinheit reihenweise weiche Knie...



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