E-Book, Deutsch, Band 2729, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Herren Perry Rhodan 2729: In eine neue Ära
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8453-2728-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Das Atopische Tribunal"
E-Book, Deutsch, Band 2729, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2728-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Als Mekka der Science Fiction ist die Schweiz nicht unbedingt bekannt. Das könnte sich bald ändern: Mit seinem Roman 'Das Fanal' stieg der in Bern geborene Schriftsteller Marc A. Herren zu Beginn des Jahres 2010 ins Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie ein. Als Sohn eines Bäckerehepaars lernte Marc A. Herren nach eigenen Worten 'schon früh die Symbiose von Handwerk und Kreativität kennen'. Der am 21. März 1976 geborene Schweizer half seinen Eltern in der Bäckerei, entwickelte aber unterschiedliche Interessen, die sich alle um das Geschichtenerzählen drehen: Lesen, Schreiben, Filme und Theater. Bereits als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN. An den Weltraum-Abenteuern interessieren ihn bis heute vor allem 'die kosmische Dimension und die faszinierenden Charaktere'. Herren besuchte die Wirtschaftsmittelschule, später die Höhere Fachschule für Wirtschaft; seitdem ist er diplomierter 'Betriebswirtschafter HF'. Zwischendurch leistete er seinen Militärdienst ab. Jahrelang arbeitete Herren für eine große Schweizer Bank, bei der er in der Funktion eines Teamleiters im Bereich E-Banking tätig war. Seine 'kreativen Gelüste' entführten ihn im Sommer 2000 nach Hollywood an die New York Film Academy. Die gewonnene Greencard schlug er allerdings aus und kehrte zurück in 'die gute alte Schweiz', wo er an seiner 'bürgerlichen Karriere' arbeitete. Parallel dazu verfasste der junge Autor eigene Kurzgeschichten und nahm an Schreibwerkstätten teil, bei denen er Kontakte knüpfte. In der Folge schrieb er Romane für die Amateur-Serie 'Thydery', die moderne Science-Fiction-Ideen mit einer groß angelegten Hintergrund-Geschichte verbindet. Dadurch wurde die PERRY RHODAN-Redaktion auf ihn aufmerksam. Da man für die neue Reihe PERRY RHODAN-Action, die im Frühjahr 2008 startete, auch auf 'neue Köpfe' setzen wollte, wurde Marc A. Herren angesprochen. 'Ich war völlig überrascht', erinnert sich der Autor, 'dass ich an der Serie mitwirken durfte, die mich ein Leben lang geprägt hat.' Auf sein Engagement bei PERRY RHODAN-Action, für das er von Fans wie Kritikern sehr gelobt wurde, folgten ein ATLAN-Taschenbuch sowie ein Roman für die Reihe PERRY RHODAN-Extra. Danach war für die Redaktion der größten Science-Fiction-Serie der Welt klar: Marc A. Herren muss ins Team - im Januar 2010 wurde er offiziell in die Riege der Teamautoren aufgenommen. Der Autor, der fließend Englisch, Französisch und Schwedisch und 'leidlich' Spanisch und Italienisch spricht, ist darüber hinaus in vielen anderen Bereichen tätig. So wirkte er als Pressechef eines erfolgreichen Damenvolleyball-Teams und arbeitete in den Ferien immer wieder für eine schwedische Tauchbasis auf Gran Canaria. Im Sommer 2009 entschied er sich endgültig dazu, seinem Traum zu folgen: Für ein Jahr siedelte er von der Schweiz nach Gran Canaria über, um dort tagsüber als Tauchlehrer tätig zu sein und abends schreiben zu können. Im Herbst 2010 folgt der nächste Schritt in Herrens schriftstellerischem Werdegang: Bei der Taschenbuchserie ATLAN-X ist er erstmals für die Ausarbeitung der Exposés verantwortlich. Damit geht für Marc A. Herren, der einst über ein ATLAN-Zeitabenteuer zu PERRY RHODAN gestoßen war, ein weiterer Kindheitstraum in Erfüllung.
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Prolog
Du musst aufwachen!, schrie sie sich zu.
Ich träume nicht!, schrie sie zurück. Du hast ihn gleich – konzentrier dich gefälligst!
Die Dampfschwaden verhinderten die direkte Sicht auf den Gegner. Der dicke Terraner bewegte sich mit einer Geschmeidigkeit, als hätte er sich die Fettwülste angefressen, nachdem er jahrelang verschiedene Kampfsportarten trainiert hatte.
Eine Verkleidung? Nur eine Verkleidung?
Die Erkenntnis überfiel sie siedend heiß. In ihrem Kopf heulten sämtliche Alarmglocken auf.
Ein weiterer Celista? Ein Agent des TLD?
Ihr Schutzschirm flackerte, als der Energiestrahl des Dicken sie erneut traf. Die Belastungswerte waren viel zu niedrig, als dass sie sich ernsthafte Sorgen hätte machen müssen. Nicht einmal ein Standortwechsel war notwendig. Aber weshalb hielt sie die Klaue der Panik in ihrem Griff, schüttelte sie, ließ sie nicht los?
Nur ein Traum? Oder etwa doch nicht? Drogen? Der Angriff eines anderen Parabegabten, der meine Gefühle, meine Instinkte lenkt?
Sie fluchte, während sich ihr Gesichtsfeld weiter verengte. Die Energiestrahlen brachten die Luft zum Kochen. Schweiß lief in Strömen über das heiße Gesicht, verschleierte den Blick. Sie blinzelte, aber die Sicht auf ihr eigentliches Ziel wurde dadurch nicht besser. Der Energiestrahl ihrer Waffe verschwand in einer irrlichternden Wolke aus Wasserdampf, in der sie die Konturen des Schutzschirms ihres Zieles nur noch erahnte. Immerhin glühte er nun dunkelrot, er würde bald zusammenbrechen.
Und dann habe ich dich!
Trelast-Pevor nahm den Dicken ins Visier. Ohne besondere Hast richtete er den Strahler auf den am Boden Liegenden, als hätte er alle Zeit der Welt.
Wach endlich auf!, hörte sie ihre eigene Stimme. Das hast du schon alles erlebt!
Sei still – ich habe ihn gleich! Bostich ist mein!
Ihre andere Stimme lachte abschätzig. Was stimmt mit dem Dicken nicht, Toio? Hat er sich dir beim ersten Mal nicht anders präsentiert?
Toio Zindher ließ den Strahler sinken.
Stimmt. Da ist etwas.
Ein Detail, das irgendwie nicht ganz stimmte. Der Dicke ... Der Mann in Berufskleidung, der sich in Relation zu seiner Physis viel zu geschmeidig bewegte. Der Agent, der Celista, Agent ...
Der Schleier, der ihre Parasinne verdeckte, verschwand. Sie sah die vertrauten Gestalten von Trelast-Pevor, Lan Meota und Satafar, irgendwo im Hintergrund die in wilder Hast flüchtenden Besucher des Hamams ...
Und direkt vor ihr zwei wahre Leuchtfeuer an Vitalenergie: Bostich und der Dicke am Boden ...
Ein zweiter Zellaktivatorträger!
»Tekener ist hier!«, sagte sie mit gepresster Stimme zu den anderen.
Trelast-Pevor gab ihr Antwort, ohne dass sie seine Worte verstand. Sie riss den Arm herum, nahm den Unsterblichen ins Visier.
Du verstehst nicht!, schrie ihre andere Stimme ihr zu. Du träumst. Das ist alles bereits geschehen!
Auch Lan Meota, der direkt neben ihr stand, richtete seinen Strahler auf den galaktischen Spieler.
Rasselnd schnappte sie nach Luft. Tekener war gefährlicher als jeder andere, der Bostich zu Hilfe hätte eilen können. Sie mussten ihn vernichten, bevor es zu spät war.
Tekeners Schutzschirm leuchtete auf wie eine Feuerlohe. Obwohl es völlig unmöglich war, meinte Toio ein kaltes Grinsen durch die Dampfschwaden und die Flammen zu sehen.
Ein triumphierendes Grinsen.
Plötzlich stachen von Tekeners Position zwei Strahlbahnen hervor und vereinigten sich an einem Punkt in der Mitte von Trelast-Pevors Schutzschirm. Der Unsterbliche hatte eine zweite Waffe gezogen und versuchte nun, Trelast-Pevors Schutzschirm durch Punktbeschuss zum Zusammenbruch zu bringen.
Das wird dir nichts nützen. Zwei Strahler reichen nicht, um ...
In diesem Augenblick hörte sie Bostichs Stimme, und gleich darauf stach von dessen Position ein dritter Lichtfinger in Richtung Trelast-Pevor.
Eiskalter Schrecken durchzuckte sie. Zeitlupenhaft wandte sie den Kopf, sah die Verwunderung, die sich in Trelast-Pevors Gesicht geschlichen hatte.
Innerhalb von Sekundenbruchteilen zersprang sein Schutzschirm, wurde förmlich auseinandergerissen von den Energien, die sich überschlagartig innerhalb seiner Schutzsphäre ausgebreitet hatten und Trelast-Pevors Kampfanzug zur Explosion brachten.
Einen Lidschlag lang wurde Toio von der versprühenden Vitalenergie ihres Kameraden geblendet. Dann war da nichts mehr.
Trelast-Pevor war tot. Vergangen.
Sie spürte einen harten Griff an ihrem linken Oberarm. Dann wurde sie brutal weggerissen.
*
Toio Zindher schrie auf.
Instinktiv wälzte sie sich auf die linke Seite, wo sie zuvor Lan Meota wahrgenommen hatte. Aber der Paradoxteleporter war nicht mehr da. Stattdessen sah sie weiße Laken und ihre Hand, die mittels eines Bandes mit einem Metallgestell verbunden war, das an ihrem Bett aufragte.
Die Angst hatte sich aus ihrem Albtraum hinübergerettet. Das Herz schlug rasend schnell, sie hörte sich selbst keuchen, fast hecheln, so rasch ging ihr der Atem.
Beruhige dich!, dachte Toio. Sie beobachten dich wahrscheinlich. Gib ihnen nicht den Triumph, dich hilflos zu sehen!
Langsam, widerwillig ebbte die Panik ab. Die Vitaltelepathin dachte an die Ausbildung. Sie hatte immer gewusst, dass es zu Situationen wie dieser kommen konnte.
Sie gehörten zu ihrem Leben, ihrer Aufgabe. Es war nichts, das sie in die Knie zwingen konnte. Nein: in die Knie zwingen durfte.
Toio Zindher atmete langsam durch. Mit jedem Atemzug fühlte sie sich ruhiger und kontrollierter.
Der Raum maß nur wenige Schritte in jede Richtung. Von ihrem Bett aus sah sie auf der rechten Seite zwei fensterartige, verspiegelte Scheiben. Auf der linken Seite waren die Umrisse eines Schotts erkennbar. Geradeaus wölbte sich die Wand einer kleineren Kabine, die höchstwahrscheinlich die Funktion einer Hygienezelle hatte.
Mehrere Zylinder standen an der rechten Wand, die verdächtig nach Mikrokampfrobotern aussahen, wie sie bei beengtem Raum Verwendung fanden.
Links neben ihrem Bett stand ein Geräteturm, der höchstwahrscheinlich ihre Vitalwerte überwachte und sofort Alarm geben würde, wenn sie etwas unternahm, was dem Gusto ihrer Häscher zuwiderlief.
Krankenstation und Arrestzelle in einem ...
Toio Zindher blickte an sich hinunter. Ihr Körper steckte in leichter grauer Kleidung, bestehend aus einem Ober- und Unterteil. Die Füße waren nackt. Jemand hatte den Lack an den Zehennägeln entfernt. Was hatten sie gesucht? Versteckte Miniaturtechnologie?
Die beiden Bänder, die ihre Hände mit dem Metallgestell verbanden, gaben ihr gerade genügend Bewegungsfreiheit, um den Saum des Oberteils mit den Fingerspitzen greifen und eine Handbreit weit nach oben streifen zu können.
Toio betrachtete ihren durchtrainierten Bauch, der von einer dünnen Schicht aus elastischem Medizingel überzogen war. Darunter sah sie die Spuren von Verbrennungen und zugeklebte Operationswunden.
Die Tefroderin schloss die Augen, rekapitulierte die letzten Minuten, die sie bewusst erlebt hatte – bevor all das Schwarze gekommen war, aus dem sie irgendwann in die nie enden wollenden Albträume hinübergeglitten war.
Das Hotel in Istanbul, Bostich sicher verwahrt. Meota war mit Satafar teleportiert, ohne zu wissen, dass kurze Zeit später die Lorrcezz, die Horden der lebenden Toten, über sie hereinbrechen würden.
Plötzlich waren die Vitalimpulse überall gewesen. Und mitten unter ihnen hatte eines der Aktivator-Leuchtfeuer gestrahlt.
Toio hatte alle Register gezogen. Sie hatte ihnen sogar vorgegaukelt, dass sie Bostich exekutieren würde, falls sie durchbrechen sollten. Sie hatte ein energetisches Chaos produziert, aber die verfluchten Terraner hatten alles durchschaut, und ihre Schutzanzüge waren mit der Situation spielend leicht fertig geworden.
Als sie dann endlich direkt in die flimmernde Abstrahlmündung eines Strahlers geblickt hatte, hatte sie ihre letzte Karte ausgespielt. Per Überrangbefehl desaktivierte sie ihren Schutzschirm und empfing das Feuer aus dem Strahler.
Sie erinnerte sich an ihren letzten Gedanken, bevor das Feuer sie getroffen hatte: Lebend bekommt ihr mich nicht.
Welch ein Irrtum.
Wann war das alles gewesen?
Die Vitaltelepathin schielte erneut auf ihre Bauchdecke. Sie hatte keine Erfahrung mit der terranischen Medizin. Seit dem Kampf konnte eine Woche oder ein Monat vergangen sein.
Sie betrachtete die Fingernägel, um deren Länge zu überprüfen, aber auch daran hatte man sich vergangen. Sie waren bis fast ins Fleisch hinein abgeschnitten worden; wahrscheinlich, um Toio an einem blutigen Suizidversuch zu hindern.
Die Tefroderin hob die Hand, tastete mit den Fingerkuppen nach ihrem Haar. Sie bekam eine Strähne zu fassen und zog daran. Toio fluchte stumm. Nicht einmal ihr Haar hatten die verfluchten Terraner in Ruhe lassen können. Mindestens eine Handbreite hatten sie ihr abgeschnitten.
Weshalb?
Toio Zindher wusste es nicht. Mit eigenen Mitteln würde sie nicht herausfinden, wie viel Zeit seit dem Zugriff der Terraner vergangen war.
Sie blinzelte alarmiert. Nicht weit von ihr breitete sich plötzlich ein goldfarbenes Leuchten aus. Die Vitalenergie eines Lebewesens – eines mit einem Zellaktivator versehenen Lebewesens!
Aus den Albträumen der...




