E-Book, Deutsch, 345 Seiten
Reihe: Medicine (German Language)
Herrmann / Banaschak / Thyen Kindesmisshandlung
2. Auflage 2010
ISBN: 978-3-642-10206-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Medizinische Diagnostik, Intervention und rechtliche Grundlagen
E-Book, Deutsch, 345 Seiten
Reihe: Medicine (German Language)
ISBN: 978-3-642-10206-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Nicht nur für Ärzte ist die Konfrontation mit Gewalt ein belastendes und mit Unsicherheiten behaftetes Thema. Das Handbuch liefert geeignete Strategien für den Umgang mit Verdachtsfällen, fundierte Grundlagen für die Diagnose gemäß den aktuellen Leitlinien der pädiatrischen Fachgesellschaften, Antworten auf gesellschaftliche und rechtliche Fragen sowie umsichtige Konzepte für die Intervention und Prävention. Es dient als Ratgeber für Fachleute im Kinderschutz und enthält viele Abbildungen und Tabellen, Merkblätter, Checklisten und Praxistipps.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Title Page;3
2;Copyright Page;4
3;Geleitwort des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ);5
4;Geleitwort des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM);6
5;Vorwort zur 2. Auflage;8
6;Vorwort zur 1. Auflage;9
7;Die Autoren;11
8;Table of Contents;13
9;1 Einleitung;18
9.1;1.1 Die Rolle der Ärzte im Kinderschutz;19
9.2;1.2 Epidemiologie und Gesellschaft;21
9.3;1.3 Gewalt gegen Kinder in der Geschichte und die Rolle der Medizin im Kinderschutz;21
9.4;1.4 Entwicklung des allgemeinen Kinderschutzes;23
9.5;1.5 Entwicklung des medizinischen Kinderschutzes;26
9.6;Literatur;32
10;A Körperliche Kindesmisshandlung;33
11;2 Diagnostik bei körperlicher Kindesmisshandlung und Vernachlässigung;34
11.1;2.1 Einführung – Diagnostische Hinweise;34
11.2;2.2 Anamnese bei Verdacht auf Kindesmisshandlung;36
11.2.1;2.2.1 Vorgeschichte und Umstände der Verletzungen;36
11.2.2;2.2.2 Medizinische Anamnese;36
11.2.3;2.2.3 Inspektion des Geschehens- bzw. Tatortes;37
11.3;2.3 Klinische Untersuchung und Diagnostik;38
11.3.1;2.3.1 Klinische körperliche Untersuchung des Kindes;38
11.3.2;2.3.2 Apparative und Laboruntersuchungen;40
11.4;2.4 Aussagekraft (»Spezifität«) von Verletzungen;44
11.5;2.4.1 Aussagekraft nicht-akzidenteller Verletzungen (ohne Frakturen);44
11.6;Literatur;45
12;3 Nichtakzidentelle Kopfverletzungen und Schütteltrauma-Syndrom;46
12.1;3.1 Nicht durch Schütteltrauma verursachte ZNS-Verletzungen;47
12.2;3.2 Schütteltrauma-Syndrom (Shaken-Baby-Syndrom);47
12.2.1;3.2.1 Epidemiologie;48
12.2.2;3.2.2 Historische Entwicklung;48
12.2.3;3.2.3 Diagnose, Definition, neurologische Präsentationen;49
12.2.4;3.2.4 Charakterisierung und Intensität des Schüttelns;50
12.2.5;3.2.5 Prädisposition;51
12.2.6;3.2.6 Ursachen, Anamnese, Täter;52
12.2.7;3.2.7 Klinische Symptomatik;52
12.3;3.3 Pathogenese, Pathophysiologie, zeitliche Abläufe (»Timing«) beim Schütteltrauma;52
12.3.1;3.3.1 Pathogenese;52
12.3.2;3.3.2 Pathophysiologie;54
12.3.3;3.3.3 Retinale Blutungen;55
12.4;3.4 Klinische und radiologische Diagnostik;55
12.5;3.5 Differenzialdiagnose retinaler Blutungen und subduraler Hämatome;57
12.5.1;3.5.1 Retinale Blutungen;57
12.5.2;3.5.2 Subdurale Hämatome;57
12.6;3.6 Prognose der Hirnschädigung beim Schütteltrauma;58
12.7;3.7 Kontroversen, Pseudokontroversen, offene Fragen;59
12.7.1;3.7.1 Wie gesichert ist das Konzept des Schütteltrauma-Syndroms?;59
12.7.2;3.7.2 Widerlegt die »Unified Hypothesis« von Geddes das Schütteltrauma- Syndrom?;59
12.7.3;3.7.3 Kann die Diagnose eines Schütteltraumas überhaupt gestellt werden?;60
12.7.4;3.7.4 Gibt es ein symptomfreies Intervall nach einem signifikanten Schütteltrauma?;60
12.7.5;3.7.5 Führen Stürze aus geringer Höhe zu tödlichen Kopfverletzungen?;60
12.7.6;3.7.6 Wissen Erwachsene, was sie tun, wenn sie ein Baby schütteln?;60
12.7.7;3.7.7 Können Re-Blutungen eine nichtakzidentelle Kopfverletzung imitieren?;61
12.7.8;3.7.8 Ist ein Aufprall/Anprall (»Impact«) des Schädels immer erforderlich, um die Konstellation eines Schütteltrauma-Syndroms zu erzeugen?;61
12.7.9;3.7.9 Beweisen retinale Blutungen ein Schütteltrauma-Syndrom?;61
12.7.10;3.7.10 Ausblick;61
12.8;3.8 Therapie, Intervention, Prävention;62
12.9;Literatur;63
13;4 Hautbefunde;65
13.1;4.1 Hämatome;66
13.1.1;4.1.1 Epidemiologie;66
13.1.2;4.1.2 Heilungsverlauf, Mehrzeitigkeit;66
13.1.3;4.1.3 Lokalisation, Verteilung, Größe und Häufung;68
13.1.4;4.1.4 Art: Muster, Formung, Größe;70
13.1.5;4.1.5 Assoziierte innere Verletzungen;73
13.1.6;4.1.6 Begleitverletzungen;73
13.1.7;4.1.7 Differenzialdiagnosen Hämatome;73
13.2;4.2 Thermische Verletzungen: Verbrühungen, Verbrennungen;76
13.2.1;4.2.1 Verbrühungen;78
13.2.2;4.2.2 Trockene Verbrennungen;81
13.2.3;4.2.3 Differenzialdiagnosen;84
13.3;Literatur;85
14;5 Knochenverletzungen;86
14.1;5.1 Überblick und Epidemiologie;86
14.2;5.2 Allgemeine Kennzeichen, klinische Konstellationen;87
14.3;5.3 Typische Anamnesen und Schutzbehauptungen;88
14.4;5.4 Skelettuntersuchungen in Verdachtsfällen;89
14.5;5.5 Frakturdatierung;90
14.6;5.6 Frakturarten;92
14.6.1;5.6.1 Metaphysäre und epiphysäre Frakturen;92
14.6.2;5.6.2 Periostale Reaktionen;94
14.6.3;5.6.3 Diaphysäre Frakturen;95
14.6.4;5.6.4 Spiralfrakturen;95
14.7;5.7 Frakturlokalisation;96
14.7.1;5.7.1 Schädelfrakturen;96
14.7.2;5.7.2 Rippenfrakturen;97
14.7.3;5.7.3 Weitere Frakturen;97
14.8;5.8 Differenzialdiagnose;99
14.8.1;5.8.1 Frakturen durch Unfälle;99
14.9;Literatur;100
15;6 Thorakale, abdominelle und HNO-Verletzungen sowie seltene Formen der Kindesmisshandlung;102
15.1;6.1 Verletzungen der Hals-, Nasen und Ohrenregion sowie der Zähne und der Mundhöhle;102
15.2;6.2 Thorakale und abdominelle Verletzungen;105
15.2.1;6.2.1 Thorakale Verletzungen;106
15.2.2;6.2.2 Intraabdominelle Verletzungen;106
15.3;6.3 Spezielle, seltene und ungewöhnliche Formen der Kindesmisshandlung;108
15.3.1;6.3.1 Seltene und ungewöhnliche Manifestationen (Übersicht);108
15.3.2;6.3.2 Ungewöhnliche Manifestationen körperlicher Misshandlung;109
15.3.3;6.3.3 Ungewöhnliche Manifestationen sexueller Misshandlung;110
15.4;6.4 Münchhausen-Syndrom-by-Proxy (MSbP);110
15.4.1;6.4.1 Epidemiologie und Prognose;110
15.4.2;6.4.2 Kennzeichen;110
15.4.3;6.4.3 Symptome und Warnhinweise;111
15.4.4;6.4.4 Intervention beim MSbP;113
15.4.5;6.4.5 Verdeckte Videobeobachtung– Covert Video Surveillance (CVS) – beim Münchhausen-Syndrom by-Proxy;114
15.5;6.5 Absichtlich beigebrachte Intoxikationen;114
15.5.1;6.5.1 Überblick und Kennzeichen;114
15.5.2;6.5.2 Weitere häufiger verwendete Toxine;115
15.5.3;6.5.3 Sog. K.-o.-Tropfen bei sexuellem Missbrauch von Jugendlichen;117
15.6;6.6 Genitalverstümmelung, Female Genital Mutilation (FGM);117
15.6.1;6.6.1 Begründungen bzw. Erklärungen und Arten;118
15.6.2;6.6.2 Komplikationen der Genitalverstümmelung;119
15.6.3;6.6.3 Rechtslage;121
15.6.4;6.6.4 Geforderte Präventionsmaßnahmen;122
15.7;Literatur;122
16;B Sexueller Kindesmissbrauch;124
17;7 Grundlagen;125
17.1;7.1 Einleitung;125
17.2;7.2 Definition, Umstände, Folgen;126
17.3;7.3 Medizinische Aspekte;127
17.4;7.4 Möglichkeiten und Grenzen des medizinischen Ansatzes;129
17.5;Literatur;131
18;8 Anamnese und Untersuchung bei sexuellem Missbrauch eines Kindes;132
18.1;8.1 Anamneseerhebung;132
18.2;8.2 Medizinische Untersuchung;134
18.2.1;8.2.1 Ablauf der anogenitalen Untersuchung, Positionen und Techniken;137
18.2.2;8.2.2 Labor- und weitere Diagnostik;140
18.3;Literatur;140
19;9 Befunde und Klassifikation;142
19.1;9.1 Anogenitale Befunde;142
19.1.1;9.1.1 Grundlagen, Anatomie und Terminologie;142
19.1.2;9.1.2 Hymen – Anatomie und Variationen;144
19.1.3;9.1.3 Klassifizierung von Befunden;148
19.2;9.2 Normale und medizinisch anderweitig erklärbare Befunde (Befunde der Klasse Adams I);149
19.2.1;9.2.1 Genitale Befunde;149
19.2.2;9.2.2 Anale Normalbefunde;152
19.2.3;9.2.3 Weitere medizinisch erklärbare Normalbefunde (Klasse Adams I);153
19.3;9.3 Befunde bei sexuellem Kindesmissbrauch;155
19.3.1;9.3.1 Grundlagen, Entstehung und Heilung von Befunden;155
19.3.2;9.3.2 Genitalbefunde bei Mädchen;155
19.3.3;9.3.3 Genitalbefunde bei Jungen;159
19.3.4;9.3.4 Anale Befunde;159
19.3.5;9.3.5 Aktuelle Studienlage: anogenitale Befunde nach sexuellem Missbrauch;161
19.3.6;9.3.6 Extragenitale Zeichen von sexuellem Missbrauch;162
19.3.7;9.3.7 Befunde unklarer Signifikanz, verdächtig auf sexuellen Kindesmissbrauch (Adams II);162
19.3.8;9.3.8 Diagnostische Befunde bei sexuellem Missbrauch – Adams III;163
19.4;Literatur;165
20;10 Sexuell übertragbare Erkrankunge nund prophylaktische Maßnahmen;167
20.1;10.1 Diagnostik sexuell übertragbarer Erkrankungen;169
20.1.1;10.1.1 Abstrichentnahme bzw. Probengewinnung beim STD-Screening;169
20.1.2;10.1.2 Nachweismethoden;169
20.2;10.2 Infektionen im Einzelnen;170
20.3;10.3 Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach sexuellen Übergriffen;176
20.4;10.4 Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtige sexuell übertragbare Krankheiten;177
20.5;Literatur;177
21;11 Differenzialdiagnosen bei Befunden nach sexuellem Missbrauch eines Kindes;179
21.1;11.1 Akzidentelle genitale Verletzungen;179
21.2;11.2 Infektiöse Erkrankungen;182
21.2.1;11.2.1 Infektionen mit ?-hämolysierenden Streptokokken;183
21.2.2;11.2.2 Weitere Infektionen oder Infestationen;183
21.3;11.3 Hauterkrankungen;183
21.4;11.4 Systemische Erkrankungen;184
21.5;11.5 Blutungen im Anogenitalbereich;184
21.6;11.6 Kongenitale und erworbene strukturelle Veränderungen;185
21.7;11.7 Differenzialdiagnose analer Befunde;186
21.8;Literatur;186
22;C Vernachlässigung und emotionale Misshandlung;187
23;12 Vernachlässigung von Kindern;188
23.1;12.1 Hintergrund und Begriffsbestimmung;188
23.2;12.2 Mangelnde Fürsorge und Aufsicht;191
23.3;12.3 Mangelnde Ernährung und nichtorganische Gedeihstörung;192
23.4;Literatur;197
24;13 Risikofaktoren, emotionale Misshandlung und psychische Folgen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung;198
24.1;13.1 Hintergrund;199
24.2;13.2 Entwicklungsbedürfnisse von Kindern;199
24.3;13.3 Eltern-Kind-Interaktion und -Bindung;200
24.3.1;13.3.1 Erforderliche Fähigkeiten der Eltern;200
24.3.2;13.3.2 Bindungstheorie;201
24.4;13.4 Risikofaktoren;201
24.4.1;13.4.1 Problemlagen von Familien;202
24.4.2;13.4.2 »Schwierige Kinder« mit Regulations- und Interaktionsstörungen;203
24.4.3;13.4.3 Elterliche Risikofaktoren;204
24.4.4;13.4.4 Partnergewalt/häusliche Gewalt;206
24.5;13.5 Emotionale Misshandlung und emotionale Vernachlässigung;207
24.6;13.6 Psychische Folgen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung;209
24.6.1;13.6.1 Neurobiologische Forschungsergebnisse;210
24.6.2;13.6.2 Sozial-emotionale Entwicklungsstörungen in verschiedenen Altersgruppen;210
24.6.3;13.6.3 Folgen körperlicher Vernachlässigung;212
24.6.4;13.6.4 Seelische Folgen sexueller Misshandlung;212
24.7;Literatur;214
25;D Kindstötung;215
26;14 Grundlagen;216
26.1;14.1 Körperliche Vernachlässigung mit Todesfoge;218
26.2;14.2 Suizide im Kindesalter;219
26.3;Literatur;219
27;15 Tötung von Neugeborenen und Säuglingen;220
27.1;15.1 Tötung unter und unmittelbar nach der Geburt (Neugeborenentötung);220
27.1.1;15.1.1 Untersuchung der Kindesmutter;221
27.1.2;15.1.2 Untersuchung des Neugeborenen;222
27.1.3;15.1.3 Rechtslage bei Neugeborenentötung;225
27.1.4;15.1.4 Anonyme Geburt und Babyklappen;225
27.2;15.2 Tötung von Säuglingen;227
27.2.1;15.2.1 Heimtücke als Mordmerkmal bei der Tötung von Säuglingen;227
27.3;Literatur;228
28;16 Tötung von Kindern;229
28.1;Literatur zu Kap. 14–16;230
29;E Beweissicherung und gerichtliche Verfahren;232
30;17 Beweissicherung ohne polizeiliche Hilfe;233
30.1;17.1 Befunderhebung (Beschreibung, Entnahme von Abstrichen etc.);234
30.2;17.2 Dokumentation und Asservierung;235
30.3;17.3 Grenzen der ärztlichen Schweigepflicht;236
30.3.1;17.3.1 Innovative Ansätze;240
30.4;Literatur;240
31;18 Beweissicherung mit polizeilicher Hilfe;241
31.1;18.1 Rechtsgrundlagen;241
31.1.1;18.1.1 Ärztliche Untersuchung des Opfers bzw. Kindes;241
31.1.2;18.1.2 Ärztliche Untersuchung eines Beschuldigten;242
31.2;18.2 Mitteilung von Befunden mittels Attesten/Gutachten;243
31.3;18.3 Übergabe der ärztlichen Dokumentation;243
31.4;Literatur;243
32;19 Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch im Strafgesetzbuch;244
32.1;19.1 Körperverletzungsdelikte;244
32.2;19.2 Sexualstrafrecht zum Schutz von Minderjährigen;245
32.3;19.3 Beihilfe zum sexuellen Missbrauch durch Verschreibung der »Pille«?;254
32.3.1;19.3.1 Minderjährige Patientinne nunter 14 Jahre;254
32.3.2;19.3.2 Minderjährige Patientinnen ab dem 14. Lebensjahr;255
32.4;19.4 Tötungsdelikte;256
32.5;Literatur;257
33;20 Gesetzlicher Opferschutz;258
33.1;20.1 Zivilrechtliche Schutzmaßnahmen durch die Familiengerichte (Entzug des Sorgerechts, Unterbringung, Auflagen etc.);262
33.2;20.2 Regelungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) – SGB VIII;265
33.3;20.3 Bestimmungen in der Strafprozessordnung und zum Opferschutz in Strafverfahren;268
33.3.1;20.3.1 Anhörung des Arztes als sachverständiger Zeuge;276
33.3.2;20.3.2 Benennung und Anhörung eines medizinischen Sachverständigen;276
33.3.3;20.3.3 Prozessrechtliche Optionen: Vertretung des Opfers als Nebenkläger, Verlesen von Aussagen, Videoübertragung etc.;276
33.4;20.4 Verfahren in Kindschaftssachen gem. FamFG;278
33.5;20.5 Schutzmaßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG);279
33.6;20.6 Hilfe nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG);280
33.7;20.7 Regelungen zum Täter-Opfer- Ausgleich (TOA);281
33.8;20.8 Hilfe für Opfer durch den Weißen Ring;281
33.9;Literatur zu Kap. 17–20;281
34;F Intervention und Prophylaxe;283
35;21 Intervention und Prävention bei Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung;284
35.1;21.1 Einleitung;284
35.2;21.2 Kindeswohl und Elterninteresse;285
35.3;21.3 Berufsethik;285
35.4;21.4 Elternrecht und Kinderrechte;286
35.5;Literatur;287
36;22 Ärztlicher Umgang mit dem Verdacht auf Misshandlung und Vernachlässigung;288
36.1;22.1 Erster Kontakt;288
36.2;22.2 Anamneseerhebung;289
36.3;22.3 Untersuchung des Kindes;291
36.4;22.4 Eröffnung der Diagnose und erste Vorschläge zur Intervention;292
36.5;22.5 Intervention im somatischstationären Bereich;294
36.6;22.6 Rechtsmedizinische Untersuchungen;296
36.7;22.7 Kooperation;296
36.8;22.8 Psychosoziale Diagnostik und Intervention;298
36.9;Literatur;299
37;23 Spezielle Einrichtungen des Kinderschutzes;300
37.1;23.1 Hilfen für Familien und Kinder;300
37.2;23.2 Kinderschutz-Zentren, Kinderschutzgruppen und Beratungsstellen;301
37.3;Literatur;303
38;24 Prävention, Frühwarnsysteme, lokale Netzwerke;304
38.1;24.1 Primäre Prävention;305
38.2;24.2 Sekundäre Prävention und vorbeugende Beratung;308
38.3;24.3 Tertiäre Prävention, Therapie, Rehabilitation;309
38.4;Literatur zu Kap. 21–24;310
39;Anhang;312
40;I Terminologie und Übersetzungen;313
41;II Tabellen und Übersichten;315
42;III Literatur und Leitlinien;320
42.1;Bücher;320
42.2;Andere Medien;320
42.3;Internationale Leitlinien;321
42.4;Deutsche Leitlinien;322
43;IV Wichtige Links;323
43.1;Fachgesellschaften;323
43.2;Internationale Links;323
43.3;Allgemeine Links;324
43.4;Medizinische Informationen;325
43.5;Rechtliche und kriminalistische Informationen;325
43.6;Kinderpornografie im Internet;325
43.7;Polizeiliche Meldemöglichkeiten;325
43.8;Weitere Ressourcen;325
44;V Dokumentationsbögen1;326
45;Stichwortverzeichnis;339
"Diagnostik bei körperlicher Kindesmisshandlung und Vernachlässigung (S. 19-20)
Körperliche Befunde sind zumeist der Ausgangspunkt des Verdachtes auf eine körperliche Kindesmisshandlung. Bei der Diagnosefindung sind sie einer der »härtesten« und im sozio-legalen System best angesehenen Parameter. Die fachgerechte und wissenschaftlich abgesicherte Befunderhebung, Interpretation, Diagnose und Differenzialdiagnose sind elementare Voraussetzungen, um aus einem körperlichen Befund die Diagnose einer Kindesmisshandlung abzuleiten. Diese Diagnose kann weitreichende Folgen haben, wie z.B. die Einbeziehung des Jugendamtes, familienrechtliche Eingriffe (einschließlich der Einschränkung der elterlichen Sorge oder andere Kindesschutzmaßnahmen) oder strafrechtliche Konsequenzen.
2.1 Einführung – Diagnostische Hinweise
Der ärztliche Beitrag und die ärztliche Verantwortung für die Diagnose sowie für das Gelingen einer adäquaten Intervention haben bei der körperlichen Misshandlung von Kindern einen wichtigen Stellenwert im multiprofessionellen Hilfesystem des Umgangs mit Fällen von Kindesmisshandlung. Dies erfordert die Aneignung spezieller Kenntnisse über die biomechanischen und physiologischen Grundlagen nichtakzidenteller Verletzungen und ihrer Abgrenzung von echten Unfällen und weiteren Differenzialdiagnosen.
Terminologie Der für die Kindesmisshandlung häufig synonym verwendete Begriff »Battered child« (Kempe 1962) sollte zugunsten von nichtakzidentelle Verletzung (»Non accidental injury, NAI«) oder Misshandlungsverletzung (»Abusive injury« oder »Inflicted injury«) verlassen werden. Der Begriff »Battered child« skizziert begrifflich nur eine umschriebene Befundkonstellation, die dem heute anerkannten, weiten Spektrum misshandlungsbedingter Befunde nicht mehr gerecht wird.
! Plausibilität des Verletzungsgeschehens Bei der Bewertung einer möglichen Misshandlung ist kritisch die Plausibilität zu prüfen, mit der ein angegebener Mechanismus kausal für die Verletzung oder Verletzungskonstellation sein könnte. Die Diskrepanz zwischen angegebenem Vorfall und dem vorliegenden klinischen Verletzungsbefund ist der Kardinalhinweis auf eine Kindesmisshandlung.
Anamnestische Hinweise
Bei echten Unfällen gibt es nahezu immer eine nachvollziehbare Erklärung des Unfallgeschehens. Bei Misshandlungen von Kindern fehlt sie in etwa 40% der Fälle. Unpassende, unpräzise, vage oder fehlende Erklärungen sind zunächst generell verdächtig. Dies gilt auch für im Verlauf wiederholter Befragungen oder, bei Befragungen durch unterschiedliche Personen, wechselnde Erklärungen, ebenso wenn verschiedene Betreuer sich widersprechende Erklärungen abgeben."




