E-Book, Deutsch, 184 Seiten
Herrmann Die Gedanken sind FREI?
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-9715-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 184 Seiten
ISBN: 978-3-6957-9715-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jürgen Herrmann, Geb. 25-06-1961, Musiklehrer an Grundschulen. Inhaber Tonstudio ME-MUSIC. Dipl. Toningenieur Veröffentlichung: DIE KLANG-WALD KINDER 1-4 Ein Fantasie-Abendteuer-Erlebnins mit begleiteten Audiofiles für den Musikunterricht, oder auch zur Unterhaltung.
Autoren/Hrsg.
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Die Erfindung
„ Nein, nein und nochmals nein. Das kann ich nicht tun“, verkündet Daniel einigermaßen laut in den Raum, wo er zusammen mit seinem Freund und Nachbar Arne sitzt.
Arne starrt Daniel an. Sie sitzen sich gegenüber in hohen bequemen Sesseln, die in einer prunkvollen Bibliothek stehen. Die zwei Fenster, die in dem Raum etwas Licht bringen, sind durch Gardinen etwas abgedunkelt. Da es schon spät am Tag ist, kommt nur noch wenig Licht in den Raum. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt.
„Aber überlege doch mal. Wir könnten steinreich werden mit dieser Erfindung“, erwidert Arne.
Daniel: „Das ist völlig unmoralisch und könnte eine totale Katastrophe nach sich ziehen.“
Arne: „OK. Vorschlag: Wir bauen einen Prototyp und machen Versuche. Vielleicht kann ja das eine oder andere eingeschränkt werden.“
Daniel bleibt ruhig und runzelt die Stirn. Dann steht er auf und füllt erneut sein Glas mit Mineralwasser.
„Wir müssen doch sowieso Versuche machen, ob diese Erfindung erfolgreich ist und wirklich funktioniert“, gibt Arne von sich.
Daniel: „Gut, Ok. Aber selbst wenn alles klappt, werden wir dieses Projekt nicht verkaufen.“
Arne: „Denkst du mal an die Herstellungskosten? Wie sollen wir das stemmen? Wir brauchen Sponsoren.“
Tatsächlich haben, die beiden jungen Männer ihr ganzes erspartes Geld in diese Erfindung gesteckt.
Plötzlich geht die Tür in der Bibliothek auf und eine Frau betritt den Raum. Es ist Daniels Frau Elena. Sie ist in dem schummerigen Licht nicht gut zu erkennen. Ihre schöne fraulich schmale Figur ist aber gut zu sehen.
„Hey ihr zwei, wir wollen essen. Kommt ihr bitte?“
„Ja, Schatz, natürlich.“
„Bitte nehmt eure Gläser mit.“
Arne und Daniel erheben sich mit ihren Gläsern und folgen Elena ins Wohnzimmer.
Arnes Frau Marlene, sitzt am Tisch und schaut die beiden an.
„Sagt mal, habt ihr an Silvester nichts anderes zu tun, als ständig über eure Erfindung zu diskutieren?“
Arne: „Marlene, es ist nun mal sehr wichtig.“
„Das Jahresende zu viert feiern ist auch wichtig“, erwidert Marlene schon mit einem unangenehmen Unterton, so dass von den beiden Herren keine Antwort mehr kommt.
Alle vier sitzen nun um den brodelnden Fondue Topf und bedienen sich mit den Leckereien, die sich auf dem Tisch befinden. Sie erzählen sich Witze und kleine lustige Geschichten. Die Stimmung ist locker und lenkt die beiden von ihrem Problem erst mal ab. Doch dann kommt Elena auf die Idee, die beiden zu fragen, was es mit ihrer Erfindung auf sich hat.
„Ihr arbeitet nun fast drei Jahre an dieser Erfindung,
aber was genau das ist, habt ihr noch nicht erzählt. Ich denke es wird mal Zeit, dass ihr eure Frauen mit einbezieht.“
Daniel und Arne schauen sich an und nicken zustimmend.
Daniel: „Wir haben uns damit beschäftigt, herauszubekommen, ob und wie man Gedanken lesen kann.“
Arne: „Daniel hat ein Gerät entwickelt, das bioelektrische Gehirnströme wahrnehmen kann.“
„ Ja, und Arne entwickelte eine Software, um diese Impulse zu lesen und zu steuern“, ergänzt Daniel.
Marlene schaut die zwei an, und als sie an ihrem Glas genippt hat, fragt sie: „Verstehe nur Bahnhof. Wie wollt ihr denn damit Gedanken lesen?“
Daniel holt tief Luft, ordnet seine Gedanken und.....
„Ihr müsst euch das wie Bluetooth vorstellen. Das Hirn sendet elektrische Impulse, die mein Gerät empfangen kann und durch die Software von Arne wird übersetzt, was diese Impulse bedeuten.“
Marlene spießt eine Riesengarnele auf und stellt den Spieß in den Fondue Topf. „Ja, gut. Aber wie?“
Arne merkt, dass es nicht so einfach ist, die Erfindung zu erklären.
„Mal anders. Stellt euch vor, es gibt ein Hörgerät, das ihr einsetzen könnt und hört von eurem Gegenüber die
Wahrheit, die er oder sie wirklich denkt.“
Daniel: „Ja. Zum Beispiel: Ihr habt ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job.
Das Gegenüber sagt euch: „Danke für das nette Gespräch, wir werden uns bei Ihnen melden. “Dann aber hört ihr, was die Gedanken eures Gegenübers sind. „Oh, ne. Auf keinen Fall. Ist ja gar nicht zu gebrauchen.“ Und schon wisst ihr, woran ihr wirklich seid.“
Elena ist sichtlich erstaunt und stellt ihr Glas ab.
„Wow. Das wäre ja revolutionär.“
Und Marlene: „Aber auch sehr gefährlich. Wenn das in die falschen Hände gerät.“
„Ja, Marlene. Genau das ist mein Gedanke bei dieser Sache,“ kommt von Daniel.
„Stellt euch mal vor, dass Kriminelle das nutzen könnten, um Codes oder Verstecke zu erfahren. Auch als militärische Waffe wäre das eine Möglichkeit. Wie denkt der Gegner?
Eine Überwachung oder Kontrolle wäre auch denkbar. Du betrittst einen Raum, und dann sind nicht nur die Kameras auf dich gerichtet, nein, deine Gedanken werden auch gelesen.“
Arne: „Na ja, es gäbe auch gute Zwecke. Denkt doch mal an den medizinischen Bereich. Patientinnen, die nicht mehr sprechen können, im Koma sind etc., und man würde mal erfahren, was Politiker wirklich denken, somit endlich mal die Wahrheit erfahren. Hahaha.“
„Habt ihr denn schon so ein Hördings?“, möchte Elena wissen.
Marlene dreht die Heizplatte des Fondue Topfs auf minimal, weil im Moment niemand mehr essen möchte und packt die empfindlichen Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, zusammen. Elena bringt die Sachen zum Kühlschrank.
Daniel: „Nein. Arne hat zwar die Software so weit entwickelt, dass die Impulse angezeigt werden können, und mein Gerät funktioniert auch sehr gut, aber das sind nur theoretische Versuche und Erfolge.“
„Nun ja, wie ihr wisst, ist das gesparte Geld hierfür drauf gegangen, und Daniel möchte mit dieser Erfindung kein Geld machen. Das fehlt uns nun, um einen Prototyp zu bauen.“
Daniel: „Na, so stimmt das auch nicht. Ich möchte es nur nicht an die große Glocke hängen, damit das, was Marlene schon vermutet, nicht passieren kann.“
Elena streicht sich über die Haare. „Wie viel braucht ihr denn für so ein Protodings?“
Arne richtet seinen Blick nach unten auf die Tischplatte.
„Es wird wahrscheinlich ein sechsstelliger Betrag sein.“
Elena macht dicke Backen und greift ihr Glas. Dann schaut sie Marlene an, die ganz ruhig bleibt.
„Marlene, alles klar? Hast du das eben verstanden?“
Marlene: „Ja, ja. Ich überlege ja schon, ob es eine Möglichkeit gibt, das Geld zu besorgen.“
Elena: „Marlene, das kann nicht dein Ernst sein. Die beiden haben bereits unser Erspartes für diese Erfindung geopfert.
Was denn noch?“
Marlene steht auf und geht ein paar Schritte in diesem schön eingerichteten großen Wohnzimmer. Etwa drei Meter von der Essecke steht eine schöne große Sitzlandschaft, mit allem, was für ein gemütliches Zusammensein dazugehört.
Sie wirkt nachdenklich.
Dann setzt sich wieder an den Tisch.
„ Warte mal Elena. Mein lieber Daniel. Du müsstet dich von der Idee verabschieden, kein Geld damit machen zu wollen.
Im Gegenteil. Vielleicht gelingt es ja, diese Erfindung gezielt an bestimmte Personen zu verkaufen.“
Daniel: „Aber, wie soll das denn gehen? Sobald so etwas funktioniert und zu haben ist, kannst du doch nicht sagen:
Du ja und du nicht.“
Marlene: „Ja, Daniel ich weiß. Ich überlege ja noch, wie das gehen könnte. Aber es kann nicht sein, dass ihr unser komplettes Geld aufgebraucht habt und wir haben dann nichts mehr.“
Arne schaut seine Frau an. „Hey, Schatz. An was denkst du denn?“
Marlene: „Arne. Mein Vater, verfügt über ein großes Vermögen, wie du weißt. Wenn wir ihn von eurem Projekt überzeugen können, wäre das vielleicht eine Möglichkeit der Finanzierung für den Prototyp.“
Arne schaut Marlene ernsthaft an.
„Ne. Ausgeschlossen. Dein Vater und ich verstehen sich nicht so gut. Wie soll ich ihm das erklären?“
Marlene: „Schatz. Lass mich das mal machen. Macht mal eine Aufstellung der Kosten, und dann sehen wir weiter.“
Daniel sitzt regungslos am Tisch und hört gespannt zu. Man merkt ihm an, dass es in seinem Kopf arbeitet.
Elena nimmt einen großen Schluck aus ihrem Glas und lehnt sich zurück. Draußen auf der Straße hört man schon einige
Böller knallen, die offensichtlich von Leuten stammen, die es nicht abwarten können, bis es endlich 12 Uhr ist. Allerdings ist es am Tisch um den Fondue-Topf mucksmäuschenstill.
Die Stille wird von Elena unterbrochen.
„Was macht euren Prototyp denn so teuer?“
Daniel antwortet: „Das ganze muss in ein Hörgerät passen, wie es auf dem Markt üblich ist. Also kaum zu sehen.“
Arne:...




