Hess / Darlton / Voltz | Atlan 28: Die Eisige Sphäre (Blauband) | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 28, 400 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

Hess / Darlton / Voltz Atlan 28: Die Eisige Sphäre (Blauband)

Der Kristallprinz: Die Varganen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3327-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Kristallprinz: Die Varganen

E-Book, Deutsch, Band 28, 400 Seiten

Reihe: Atlan-Blauband

ISBN: 978-3-8453-3327-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



8000 Jahre vor Beginn der irdischen Zeitrechnung: Atlan, Kristallprinz und offizieller Thronfolger des riesigen Arkon-Imperiums, wurde seines Thrones beraubt. Seit der Ermordung seines Vaters regiert Imperator Orbanaschol III. über Tausende von Sonnensystemen. Orbanaschols Ziel ist, den geflüchteten Atlan zu beseitigen. Im Kampf gegen den falschen Imperator und dessen Häscher wird der junge Kristallprinz mit den Hinterlassenschaften der geheimnisvollen Varganen konfrontiert. Diese uralten Wesen haben auf vielen Welten ihre Spuren hinterlassen, zu denen auch der Unsterblichkeit bescherende 'Stein der Weisen' gehören soll. Atlan hat im Mikrokosmos die arkonidische Prinzessin Crysalgira gefunden, die ebenfalls vom Molekularverdichter der Maahks verkleinert wurde. Gemeinsam versuchen sie, einen Rückweg ins Standarduniversum zu finden - und erfahren bei ihren Abenteuern, dass die geheimnisvolle Eisige Sphäre der Varganen eine Schlüsselrolle spielt ... Enthaltene ATLAN-Heftromane Heft 198: 'Planet der Zombies' von Dirk Hess Heft 199: 'Kreuzzug nach Yarden' von Clark Darlton Heft 200: 'Herrscher im Mikrokosmos' von William Voltz Heft 202: 'Ingenieure der Vernichtung' von H.G. Ewers Heft 203: 'Planet im Feuersturm' von H.G. Ewers Heft 205: 'Ein Mond ohne Namen' von Hans Kneifel

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1.


Aus: Die privaten Gedanken des Forschers Vruumys während seiner Reise durch den bekannten Leerraum, Sternenschiff-Logbuch

… sind mit dem Planeten Somor viele Rätsel und Geheimnisse verbunden, die deutlich über das direkt Offensichtliche hinausgehen. Einst eine blühende Welt, ein Treffpunkt für viele Völker des bekannten Leerraums, sind bereits die Umstände der Katastrophe, von der sie heimgesucht wurde, mit vielen Fragen verbunden. Es heißt, sie sei von einem »kosmischen Sturm« eingehüllt worden, dessen Ausläufer Somor bis in die Gegenwart im Griff halten und einen Teil der Nordhemisphäre vom Sonnen- und Sternenlicht abschneiden. Dass es diese Strahlungswolken gibt, ist eine Tatsache – sogar für mich ist es gefährlich, sie zu durchdringen, um auf dem Planeten zu landen; völlig unklar ist dagegen, um was genau es sich handelt, warum sich dieses Phänomen so lange hält und – vielleicht noch wichtiger! – ob es eine natürliche oder künstliche Ursache hatte.

Vielen Bewohnern der Welt gelang vor der Katastrophe die Flucht, andere blieben zurück und degenerierten in einem zum Teil erschreckenden Maß. Auf diese Weise geriet nicht nur die Legende von den Unsterblichen in Vergessenheit, sondern auch die Städte, die tejonthischen Forschungsstationen und was es damals sonst alles auf Somor gab. Dass es überhaupt eine Flucht gab, zeigt wiederum, dass es vorab Warnzeichen gegeben haben muss, eine auf einen Höhepunkt zusteuernde Entwicklung. Doch genau dazu gibt es nur vage Berichte. Nicht einmal der exakte Zeitpunkt ließ sich rekonstruieren, sondern nur auf den Zeitraum vor »etwa zehn Generationen« eingrenzen – wobei ein Somorjahr im Sinne eines »wiederkehrenden Zyklus« 450 planetare Tage beansprucht, während 35 solcher Zyklen oder Jahre als »eine Generation« angesehen werden. Auffällig hierbei ist allerdings, dass diese rund 350 Somorjahre mit der Zeit des letzten Kreuzzugs nach Yarden korrelieren, einem ebenfalls zyklischen Ereignis, dessen regelmäßige Wiederkehr bis in die kaum noch bekannte Vorzeit zurückreicht und bei dem jeweils mindestens zehntausend tejonthische Großraumer teilnehmen.

Damit nicht genug: Es gibt für mich keinen Zweifel daran, dass Somor einst zu dem Netzwerk der rätselhaften Gefühlsbasen gehört haben muss, errichtet in fernster Vergangenheit von den geheimnisvollen Leerraumkontrolleuren. Mir ist bewusst, dass ich damit ein heikles Thema anschneide: Gefühlsbasen wie auch die Tropoyther betreffen Dinge, denen man sich nicht mit zu viel Neugier zuwenden darf; jeder Versuch, daran zu rühren, hat schreckliche Folgen. Möglicherweise sogar solche wie die Katastrophe, die Somor heimgesucht hat. Letzteres ist zwar nur meine persönliche Vermutung, doch ich glaube inzwischen ausreichend Indizien entdeckt zu haben, um sie als gesichert ansehen zu können. Im Normalfall ist von den Gefühlsbasen nichts zu bemerken; häufig ist nicht einmal bekannt, ob ein Planet, Mond oder Planetoid der Standort einer solchen ist oder nicht. Nur in wenigen Ausnahmefällen sowie im Verlauf des Kreuzzugs nach Yarden offenbart sich ihre Existenz, dann zeigt sich auch die Macht der Leerraumkontrolleure.

Eine dieser Ausnahmen war Somor – und irgendwann hatten Raumfahrer verschiedener Völker beim Gefühlsbasen-Standort am östlichen Fuß der Blauen Berge damit begonnen, sie freizulegen. Noch heute zeugt der riesige Krater von den Bemühungen, zu ihr vor- und in sie einzudringen. Ich weiß nicht, ob es deshalb eine Abwehrreaktion gab, eine Fehlfunktion oder einen Unfall, aber genau in jener Zeit kam es zur Katastrophe, die das alte Somor auslöschte. Es bleibt leider unklar, was Ursache und was Wirkung war – es ist durchaus möglich, dass der schon erwähnte »kosmische Sturm« die Gefühlsbasis »beeinträchtigte«, sie könnte diesen allerdings auch erzeugt haben und wäre demnach für die Katastrophe verantwortlich. Wie auch immer – seither ist dieser Planet einer derjenigen, die gemieden werden. Und das, obwohl oder gerade weil sich hier ohne jeden Zweifel der Schlüssel zum ewigen Leben befindet …

Somor: Im Jahr des Kreuzzugs nach Yarden

Huitz-Karamant senkte den leuchtenden Stab. Der Fetisch glühte kurz auf, das Gerippe eines Geopferten zerfiel zu Staub. Aus der Tiefe des nahen Kraters stiegen schweflige Dämpfe. Ein dumpfes Grollen erschütterte die Hänge in unregelmäßigen Abständen. Es klang wie das Klopfen einer Schar Berggeister, die ein gefangenes Bergriolett zur Arbeit antrieben. Ein Blitz tauchte den Krater kurz in gleißendes Licht, das zu einem goldenen Schimmern abdunkelte. Die Schar der andächtig versammelten Bergbewohner brach in einen Entsetzensschrei aus. Einige Aramacs warfen sich auf den Boden, trommelten mit den Fäusten auf die Felsen, um so das Klopfen aus der Tiefe zu übertönen. Sie hatten erbärmliche Angst. Einige gerieten in Ekstase. Die schwefligen Dämpfe trieben zwischen ihnen und wirkten betäubend auf diejenigen, die sie einatmeten. Es sah erschreckend aus, wie sich die blauhäutigen Männer am Boden wälzten. In wenigen Augenblicken waren sie über und über mit Staub bedeckt.

»Wir verehren dich, mächtiger Huitz-Karamant. Du bist unser Schutzherr. Du bewahrst uns vor den Dämonen der Tiefe und bescherst uns ein Leben in Freiheit und Gesundheit.«

Über den spitzgiebeligen Türmen des Tempels stand die Sonne, deren Strahlen wie Flammenspeere durch die Schwefelwolken drangen. Ab und zu kreischte ein schwarzer Vogel. Von den Dämpfen betäubt, stürzte eine flatternde Vogelschar in den Krater. Huitz-Karamant hob seinen strahlenden Fetisch erneut und streckte ihn weit von sich. Seine eindrucksvolle Gestalt war mit bunten Vogelfedern geschmückt. Auf dem Kopf trug er eine goldene Krone, die aus dem Schädel eines Geopferten gefertigt war; glitzernde Bergkristalle verzierten das Würdezeichen des Hohepriesters. »Die Auserwählte soll die Wut der Dämonen besänftigen. Wir opfern sie im Glauben an die Allmacht des Blutes. Nur so werden unsere Hütten verschont bleiben. Blut für Blut und Leben für Leben!«

Andächtig murmelnd wiederholte die Menge die Worte des Priesters. Zwei stämmige Krieger führten eine nackte Frau heran. Nur eine Kette aus Tierzähnen bedeckte ihre Brust, ein Tuchstreifen ihre Scham. Die Unglückliche hielt den Kopf gesenkt. Die Gehilfen des Priesters hatten ihr die Augenlider, die Nasenflügel und die Wangenknochen mit weißer Farbe eingerieben. Obgleich sie vor Angst schwitzte, war die Farbe auf der Haut geblieben. Die junge Frau wusste genau, dass sie sterben würde. Während der kultische Singsang lauter wurde, wiegten sich lange Reihen von Bergbewohnern im Takt der Trommeln.

»Bringt sie zum Altar der Dämonen.« Die Krieger schoben die teilnahmslos wirkende Frau weiter, auf die zehn Altäre mit Opfermulden zu, die aus dem gleichen Material wie die Tempeltürme bestanden. Auf ihren Seitenflächen befanden sich Bildreliefs, der Stein war dunkelblau, fast schwarz. Aus der Ferne betrachtet, wirkte er wie moosüberzogener Basalt. »Legt sie in die Höhlung des Todes.«

Die Krieger packten die junge Frau grob an den Armen, wollten sie in die knietiefe Mulde legen, doch als sie die Blutrinne erblickte, deren Abfluss dunkelrot verkrustet war, stieß sie einen gellenden Schrei aus. Die Krieger verharrten unschlüssig. In die Reihen der andächtig niederknienden Bergbewohner kam Unruhe. Ein Opfer durfte sich nicht wehren, das verstieß gegen die heiligen Regeln von Huitz-Karamant. Der Zorn der Dämonen durfte nicht unnötig herausgefordert werden. Ein junger Bursche sprang auf und zitterte vor Erregung, als er einen spitzen Dolch aus seinem Lederschurz zog.

»Papan«, kam es aus dem Mund des Opfers.

»Du darfst nicht sterben, Ilistrik!«

Der Priester verließ die breite Stufe vor dem Opferaltar, seine Augen flammten zornig auf. Er deutete mit dem strahlenden Fetisch auf den jungen Mann. »Unseliger! Wie kannst du es wagen, den heiligen Ritus zu stören. Knie nieder, sonst trifft dich mein Bannstrahl.«

Papan zitterte am ganzen Leib. Noch vor wenigen Augenblicken wäre ihm jeglicher Widerstand gegen das heilige Reglement des Opferzeremoniells absurd erschienen. Aber er liebte Ilistrik, wollte sie nicht verlieren. »Ihr … ihr dürft sie nicht opfern. Ich flehe euch an.«

Die beiden Krieger hielten Ilistrik im eisernen Griff ihrer Fäuste. Ihre blauen Brustkörbe hoben und senkten sich wie Blasebälge. Huitz-Karamant machte eine eindeutige Bewegung. »Ich will ihr Blut in die Tiefen der Dämonenzitadelle rinnen sehen. Opfert sie!«

Der Priester hielt den Jungen anscheinend für so verängstigt, dass er ihm keine weitere Beachtung schenkte. Das war sein Fehler. Papan sprang zwischen den Andächtigen durch, stieß alle beiseite, die ihn festhalten wollten. Ein ekstatisch Tanzender versperrte Papan den Weg, der mit dem Dolch zustieß. Der Mann brach zusammen, zwischen seinen verkrampften Händen quoll ein dunkler Blutstrom hervor. Papan war über sich selbst entsetzt, hätte es nie für möglich gehalten, dass er gegen ein Mitglied seines Volkes die Waffe erheben würde. Er wusste, dass ihn die Dämonen dafür schwer bestrafen würden, aber er konnte nicht mehr zurück.

»Opfert sie!« Der Schrei des Priesters ging in der Raserei der Menge unter. Die Arme der Aramacs reckten sich in die Luft. Es war ein einziges Chaos, die Gesänge und Schreie der Dämonenanhänger wurden vom Pochen aus der Tiefe des Kraters überlagert. »Opfert...



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