E-Book, Deutsch, 340 Seiten
Heugl Seensuchtsorte
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7107-6761-6
Verlag: Michael Wagner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die schönsten Wege zu 101 Seen in Salzburg und Umgebung
E-Book, Deutsch, 340 Seiten
ISBN: 978-3-7107-6761-6
Verlag: Michael Wagner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Christian Heugl als Bergfex zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Egal ob Wanderweg, Almhütte oder Gebirgssee: In Salzburg und im bayrischen Raum kennt er sie alle. Für sein neues Buch hat er seine Bergschuhe wieder geschnürt und die schönsten Wege im Seenland Salzburg zusammengetragen. Die Badehose im Rucksack war dabei ein Muss!
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Abtsdorfer See und Haarmoos
Der Abtsdorfer See mit Blick auf Leobendorf.
Nicht nur die Gletscher der letzten Eiszeit haben der Seen- und Moorlandschaft südlich von Laufen ihren Stempel aufgedrückt. Beteiligt waren auch die bayerischen und die Salzburger Regenten.
DER SEE
Kategorie: Voralpensee
Lage: Gemeinde Saaldorf-Surheim
Seehöhe: 426 m
Fläche: 840.000 m²
Max. Seetiefe: 20 m
Einzugsgebiet: 21 km²
Am Ende der Würmeiszeit vor etwa 10.000 Jahren zogen sich die Salzachgletscher zurück, übrig blieb die sogenannte Abtsdorfer Seenplatte. Der Abtsdorfer See und das umgebende Moos sind letzte Reste davon. Ursprünglich war die Wasserfläche doppelt so groß wie heute. Der Fischerberg, ein eiszeitlicher Moränenhügel, über den auch der Seerundgang verläuft, trennte das Gewässer in den Abtsdorfer See und den Haarsee. Der flache Haarsee verlandete und im Laufe von Jahrtausenden entstand ein Niedermoor. Auf ganz ungewöhnliche Weise wurde das Haarmoos aber wieder in einen See rückverwandelt. Auslöser dieser Aktion waren Streitigkeiten im Jahr 1388 zwischen Salzburg und Bayern um eine Burganlage, die sich auf der einzigen Insel im Abtsdorfer See befand. Reste dieser einstigen Wasserburg sind auf der Insel sogar noch heute zu erkennen. Der Abtsdorfer See wurde durch zwei Schanzen und zwei Dämme aufgestaut, um die Burg zu fluten und dadurch den Besitzer zur Aufgabe zu zwingen. Das gelang auch, allerdings breitete sich gleichzeitig die Wasserfläche über das Haarmoos und das Weidmoos aus. Erst im Jahr 1558 wurden die Abflüsse wieder geöffnet und die Fläche des Haarsees verringerte sich dementsprechend. Die umgebenden Zonen wurden wieder zum Niedermoor.
Zu einem weiteren großen Eingriff kam es 1774 unter dem Salzburger Erzbischof Hieronymus von Colloredo, der die Feuchtgebiete weitgehend trockenlegen ließ. Damit entstanden neue, landwirtschaftlich nutzbare Flächen, die verpachtet oder verkauft wurden.
Heute ist das Haarmoos die letzte große Streuwiesenlandschaft im Berchtesgadener Land und das größte Wiesenbrütergebiet Südostbayerns. Noch um 1980 war geplant, im Haarmoos 100 Hektar – fast die Hälfte des gesamten Bestands – zu entwässern und landwirtschaftlich intensiv zu nut-zen. Im Jahr 1982 wurde das Haarmoos jedoch unter Schutz gestellt. Ein Förderkonzept wurde erarbeitet und brachte ein Ergebnis, mit dem alle Beteiligten, einschließlich der bedrohten Vogelwelt, leben können.
Die dunkle Färbung des Abtsdorfer Sees entsteht durch die Huminsäuren.
DIE WEGE
Ausgangspunkt: Parkplatz Seethal (Ostufer Abtsdorfer See)
Anfahrt: A 1, Abfahrt Salzburg Bergheim oder Salzburg Nord. Auf der B 156 nach Oberndorf und weiter nach Laufen. Oder direkt hierher über die Staatsstraße 20 (A 1, Abfahrt Salzburg Mitte und weiter nach Freilassing). Von Laufen 3,5 km Richtung Waging nach Abtsee. Parkplätze am Ostufer (Ortsschild Seethal).
Haltestelle: Fisching Thannberg, Laufen (RVO Bus 852 ab Bhf. Freilassing)
Schwierigkeit: T 1 (familienfreundlich)
Ges. Dauer Haarmoosroute: 45 Minuten, 20 Höhenmeter, 2 Kilometer
Ges. Dauer Seeumrundung: 1 ½ Stunden, 20 Höhenmeter, 5,5 Kilometer
HAARMOOSROUTE
Ausgangspunkt der beiden Rundwanderungen ist der Parkplatz Seethal am Ostufer des Abtsdorfer Sees. Eine Informationstafel bietet einen ersten Überblick. Zunächst folgt der Gehweg noch einige Meter dem Straßenverlauf Richtung Süden, dann trennen sich die Haarmoosroute und die Runde um den Abtsdorfer See.
Die Haarmoosroute verläuft geradeaus, macht im flachen Moos eine sonnige Extrarunde an einem Beobachtungsstadel vorbei und mündet wieder in den Hauptweg ein. Natürlich kann man nun auch wieder an den Startpunkt zurückkehren (ges. Gehzeit 45 Min.), aber die Seeumrundung bietet noch einige Attraktionen.
Das Vogelschutzgebiet Haarmoos.
SEEUMRUNDUNG
Die direkte Seerunde lässt die Haarmoos-Schleife aus und folgt der schmalen Asphaltstraße gleich nach rechts aufwärts. Auf der linken Seite taucht bald eine Plattform auf, die beste Aussichten auf das Moos und seine Bewohner bietet. Sehr hilfreich dabei ist ein starkes Fernrohr, das den Vogelbeobachtern zur Verfügung steht. Wer keinen der seltenen Vögel entdecken kann, aber deren Stimmen vernimmt, könnte im bald folgenden Info-Stadel zu einer Erklärung gelangen. Dort lassen sich die wichtigsten Vogelstimmen per Knopfdruck abrufen und mit den gehörten Live-Darbietungen vielleicht in Einklang bringen. Nach dem Informationsstadel beim Weiler Haarmoos folgt der weitere Weg einer Allee, die aus prachtvollen, uralten Weiden besteht. Danach geht es rechts abzweigend (S) auf einem abgetrennten Geh- und Radweg entlang der Straße durch den Wald zum großen Freizeitareal. Zum richtigen Zeitpunkt und mit Badesachen im Rucksack bietet sich hier eine gute Gelegenheit, den wärmsten Badesee Bayerns auch schwimmend zu erkunden. Der nette Einkehrstadel macht zusätzlich Appetit zum Bleiben. Nach dem Besuch im frei zugänglichen Badegelände schließt sich die Runde wieder am Parkplatz Seethal.
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Schönramer Filz
Die durch den Torfabbau entstandene Grube hat sich mit Wasser gefüllt.
Das Schönramer Filz gehört zu den größten Hochmooren Südostbayerns. Bis 1995 wurde hier noch großflächig Torf abgebaut, heute ist das stille Paradies unter Schutz gestellt.
DER SEE
Kategorie: Voralpensee (Moorsee, künstlich entstanden)
Lage: Gemeinde Petting
Seehöhe: 435 m
Fläche Hauptsee: 70.000 m² (gesamte Moorfläche ca. 5.000.000 m²)
Max. Seetiefe: 6 m
Vor etwa 10.000 Jahren, nach dem Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher, entstanden große Seen und Sumpflandschaften. Die Becken verlandeten, in den folgenden Jahrtausenden bildeten sich Hochmoore mit meterdicken Torfschichten. Der Schönramer Filz, zwischen Abtsdorfer- und Wagingersee gelegen, könnte viel erzählen. Bis 1850 war es ein intaktes, waldfreies und unberührtes Hochmoor. Dann wurde die Fläche systematisch kultiviert, also entwässert. Die Torfziegel wurden vorerst noch mit einfachen Hilfsmitteln aus dem Boden gestochen, danach die gewonnenen Flächen aufgeforstet. Ab 1920 wurden die Grundeigentümer zur Kultivierung der „nutzlosen“ Moorflächen sogar per Gesetz verpflichtet. Damit verbunden begann der maschinelle Torfabbau. Bis zu 2000 Torfstecher bedienten sich am ausgetrockneten Filz (bayerisch für Moor), anschließend zerstörten die Verheidung und vor allem der aufkommende Wald das bis dahin dynamisch wachsende Moor endgültig. Zwischendurch diente ein kleiner Teil der Fläche in einer ernüchternd konsequenten Abfolge zuerst als Reichsarbeitsdienstlager (1935 bis 1940), dann als Krankenlager für Zwangsarbeiter und schließlich ab 1946 als Flüchtlingslager. In fünf Wohnbaracken fanden 400 Heimatvertriebene einen vorübergehenden Platz. Der Torfabbau ging in all diesen Phasen mit unterschiedlicher Intensität weiter. Nach 1950 verdrängten Kohle, Heizöl und Erdgas den Torf als Brennstoff, trotzdem wurde der maschinelle Abbau noch bis 1995 im geringen Umfang weiter betrieben. Allerdings fand bereits in den 1970er-Jahren ein Umdenken statt und ein erster Heidewanderweg wurde angelegt. Seit 1982 stehen die bayerischen Moorgebiete unter strengem Schutz. Die Entwicklung der Moor- und Heideflächen wird wieder der Natur überlassen und das ausgehungerte Hochmoor kommt allmählich wieder in seine alte Form.
Einen guten Einblick über die seit 1990 erfolgten Renaturierungsmaßnahmen erlaubt der drei Kilometer lange Rundweg um den Moorsee. Dieser war ursprünglich eine riesige Abbaugrube, die sich nach dem Schließen der Entwässerungsgräben mit Wasser füllte.
Nach dem Stechen wurden die Torfziegel zum Trocknen aufgestapelt.
Am Rundweg sind etliche schöne Rastplätze angelegt.
DER WEG
Ausgangspunkt: Parkplatz Heideweg, 1,5 km nördlich von Schönram
Anfahrt: A 1, Abfahrt Salzburg Mitte. Auf der B 155 und der B 304 durch Freilassing (D). Auf der ST 2104 12 km Richtung Waging. In Schönram nach rechts abzweigen, nach 1,5 km links dem Schild „Heidewanderung“ auf den Parkplatz folgen.
Haltestelle: Schönram Heidewanderweg (Bus 9519 ab Laufen)
Schwierigkeit: T...




