E-Book, Deutsch, Band 2405, 144 Seiten
Reihe: Julia
Hewitt Skandalöses Angebot unter griechischer Sonne
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1244-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2405, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1244-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Ich möchte, dass Sie mich heiraten.' Milly ist schockiert. Seit einem halben Jahr arbeitet sie als Haushälterin in der Villa von Alexandro Santos. Aber noch nie hat sie ihn gesehen. Jetzt macht ihr der geheimnisvolle Milliardär im Dämmerlicht des Salons dieses skandalöse Angebot: Er braucht eine Ehefrau und möglichst schnell einen Erben. Milly versteht überhaupt nicht, warum er nicht eine Frau aus seiner Gesellschaftsschicht nimmt! Doch dann wendet Alexandro sich ihr zu - und ihr wird klar, warum er sich ein halbes Jahr vor ihr versteckt hat ...
Aufgewachsen in Pennsylvania, ging Kate nach ihrem Abschluss nach New York, um ihre bereits im College angefangene Karriere als Schauspielerin weiter zu verfolgen. Doch ihre Pläne änderten sich, als sie ihrer großen Liebe über den Weg lief. Bereits zehn Tage nach ihrer Hochzeit zog das verheiratete Paar nach England, wo Kate unter anderem als Schauspiellehrerin, Redaktionsassistentin und Sekretärin jobbte, bis bald darauf ihr erstes Kind auf die Welt kam. Kate, die mit 13 Jahren zum ersten Mal einen Liebesroman von Mills & Boon gelesen hatte und seither jede Romance begeistert verschlang, die sie in die Hände bekam, übte sich nun während ihrer Zeit als Mutter selbst an der Schriftstellerei. Als ihre Tochter ein Jahr alt war, der erste Erfolg: Sie verkaufte ihre erste Kurzgeschichte an das britisches Magazin 'The People's Friend' Für sie gehören Eifer und Ausdauer genauso zum Schreiben wie Fantasie und Leidenschaft: 'Schreibe jeden Tag', rät sie allen Hobbyautoren, 'und wenn es nur 10 bis 15 Minuten sind!' Neben dem Schreiben liebt sie zu lesen, reisen und zu stricken. Unheimlich gerne würde sie auch ein Musikinstrument erlernen. Sollte es in ihrer Schreibkarriere einmal schlechter laufen, könnte sie sich auch einen Job als Kinderbibliothekarin vorstellen. Kate lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern im lieblichen Cotswolds in England und genießt das Landleben in vollen Zügen. Das Familienleben mit all seinen kleinen Gewohnheiten hat bei ihr dabei oberste Priorität. 'Es ist so einfach, in Eile und beschäftigt zu sein - besonders mit fünf Kindern! - darum ist es umso wichtiger, sich so oft wie möglich zusammenzusetzen und über alle möglichen Dinge zu reden, die nichts mit dem Job oder unseren To-Do-Listen zu tun haben. Diese Augenblicke mit meinem Mann sind der Ausgleich, den ich brauche - und die uns das Gefühl geben, noch immer genauso jung und verliebt zu sein wie damals.'
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1. KAPITEL
„Bleiben Sie.“
Milly James erstarrte bei diesen Worten, die von dem Mann kamen, den sie noch nie persönlich gesehen hatte. Ihrem Arbeitgeber.
„Entschuldigung …?“ Blinzelnd sah sie sich in dem dämmrigen, holzgetäfelten Arbeitszimmer um. Die Vorhänge waren zugezogen, um das helle Licht des azurblauen Himmels der Ägäis auszusperren. Nur ein winziger Streifen Sonnenlicht drang durch einen Spalt zwischen dem schweren Stoff. Es war ein wunderschöner Sommertag, doch bei dem Dämmerlicht hätte es ebenso gut eine dunkle Winternacht sein können, zumal die dicken Steinwände der Villa die brütende Hitze abhielten.
„Bleiben Sie.“
Es war eindeutig ein Befehl, das verriet der autoritäre Ton. Langsam schloss sie die Tür, und das Klicken hallte in dem Raum wider.
Als sie das Zimmer betreten hatte, um hier wie üblich Staub zu wischen, hatte sie nicht einmal gemerkt, dass er da war.
Alexandro Santos’ Anweisungen waren deutlich gewesen – er wollte nicht gestört werden. Niemals. Und nun hatte sie es unabsichtlich doch getan, weil sie geglaubt hatte, ihn wegfahren zu hören. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, während sie ihn in der Dämmerung auszumachen versuchte. War er wütend? Wie hatte sie nur so unvorsichtig sein können? „Es tut mir leid, Kyrie Santos. Mir war nicht bewusst, dass Sie hier sind. Brauchen Sie etwas?“, fragte sie und versuchte, ihrer Stimme Festigkeit zu geben.
In den beinahe sechs Monaten, die sie als Haushälterin für Alexandro Santos arbeitete, hatte sie noch nie mit ihm gesprochen, außer dem kurzen Telefonat zu Anfang, als er ihr die Stelle angeboten hatte. Und jetzt war er zum ersten Mal, seit sie für ihn arbeitete, hier in seiner Villa auf der griechischen Insel Naxos. Während der letzten zwei Tage war sie auf Zehenspitzen durch die Villa geschlichen und hatte versucht, ihm aus dem Weg zu gehen, nachdem er mehr als deutlich gemacht hatte, dass er nicht belästigt werden wollte. Und nun hatte sie vielleicht alles vermasselt.
„Es tut mir sehr leid“, sagte sie noch einmal. „Ich werde Sie nicht wieder stören …“
Er tat ihre Worte mit einem Fingerschnippen ab, wobei sie die Bewegung eher spürte als sah. „Sie haben gefragt, ob ich etwas brauche, Miss James.“
Sie blinzelte und versuchte, mehr zu sehen.
Als hätte er ihren forschenden Blick gespürt, stand er von seinem Schreibtisch auf und ging zum Fenster, während er ihr den Rücken zuwandte. Der Streifen Sonnenlicht tauchte seine große, muskulöse Gestalt in goldenes Licht.
„Ja“, antwortete er. „Ich brauche etwas.“
„Und wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte Milly, froh darum, dass sie vielleicht etwas tun könnte. „Möchten Sie etwas zu essen … oder soll ich das Zimmer saubermachen …?“ Ihre Stimme verlor sich, weil sie plötzlich das unerklärliche Gefühl hatte, dass er nichts von beidem wollte.
Alexandro Santos gab ihr keine Antwort. Er rührte sich nicht, sodass sie sein Gesicht immer noch nicht sehen konnte. Von ihren Nachforschungen im Internet zu Anfang ihrer Anstellung wusste sie, wie er aussah: dunkle Haare, hohe Wangenknochen, kühle blaue Augen, ein Körper von gezähmter und doch gefährlicher Kraft.
„Seit wann arbeiten Sie für mich, Miss James?“, fragte er nach einem weiteren endlosen Moment.
„Seit fast sechs Monaten.“ Milly versuchte, nicht unruhig zu werden. Er hatte doch sicher keinen Grund, sie zu feuern? Oder sich zu beschweren. Die letzten fünfeinhalb Monate hatte sie das Anwesen in Schuss gehalten, im Garten mitgeholfen und alle Rechnungen bezahlt, die für den Haushalt angefallen waren. Sie wusste, dass sie einen einfachen Job hatte, weil das Haus fast ständig leer stand. Doch sie liebte die Villa und Naxos und war sehr froh um die Arbeit – und die Bezahlung.
Auch wenn manche ihr Leben vielleicht einsam finden mochten, war es für Milly perfekt. Nachdem sie zu viele Jahre Zaungast gewesen war bei dem chaotischen Leben ihrer Eltern mit all den ausschweifenden Partys und von einem Internat zum anderen wechseln musste, hatte sie sich auf ein wenig Einsamkeit gefreut – und auf das sehr großzügige Gehalt, das Alexandro ihr zahlte. Er durfte ihr all das nicht nehmen, nachdem sie schon einiges an Geld gespart hatte, damit Anna für immer ein sicheres und glückliches Leben führen konnte.
„Sechs Monate.“ Alexandro drehte sich ein wenig, sodass sie sein Profil ausmachen konnte – die kurzen dunklen Haare, die gerade Nase, die hohen Wangenknochen und vollen Lippen. Er sah wie eine Statue aus – ein dunkler, gefährlicher und wunderschöner Marmorblock, vollkommen und doch so kalt. Selbst in dem dämmrigen Raum spürte sie, wie distanziert er war. „Sind Sie glücklich hier?“
„Glücklich?“ Seine Frage verblüffte sie. Warum sollte er sich Gedanken darum machen, ob sie glücklich war? „Ja. Sehr.“
„Aber es muss doch ziemlich einsam sein.“
„Ich habe nichts dagegen, allein zu sein.“ Sie entspannte sich ein wenig, weil er sich anscheinend nur um ihr Wohlergehen Sorgen machte. Trotzdem schien das ihrem Arbeitgeber überhaupt nicht ähnlich zu sehen, der, zumindest laut Internet, ein kühler, ehrgeiziger Workaholic war, dem eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegenüber seinen Konkurrenten bescheinigt wurde. Es gab Fotos von ihm bei verschiedenen gesellschaftlichen Anlässen, auf denen er hart aussah und kein Lächeln zeigte. Hin und wieder hing eine elegante Frau an seinem Arm, der er jedoch kaum Aufmerksamkeit schenkte. Zumindest wirkte es auf den Fotos und Videos so, die sie sich angesehen hatte.
„Aber Sie sind noch recht jung.“ Er hielt inne. „Wie alt …“
„Vierundzwanzig.“
„Und Sie waren auf der Universität …“
„Ja, in England.“ Vier Jahre lang hatte sie neuere Fremdsprachen studiert und sprach neben Englisch fließend Italienisch und Französisch und inzwischen auch ein bisschen Griechisch. Doch Alexandro Santos sollte all das aus ihrem Lebenslauf wissen.
„Haben Sie dann nicht andere Ziele?“, fragte er. „Als nur Zimmer sauberzumachen …?“
„Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich habe, Kyrie Santos.“
„Bitte nennen Sie mich Alex.“ Als sie schwieg, fuhr er fort: „Und Sie haben noch nicht daran gedacht, nach Paris zurückzugehen? Ich glaube, Sie haben als Übersetzerin gearbeitet, bevor sie hierherkamen.“
„Ja.“ Und ein mageres Gehalt bekommen im Vergleich zu dem jetzigen. Sie dachte an ihre Zeit in dem tristen Büro, in dem sie langweilige Geschäftsbriefe übersetzt hatte. Dann dachte sie an Philippe, mit seinen hellen Haaren, dem strahlenden Lächeln und seinen ach so süßen Worten, und ein Schauer erfasste sie. „Ich habe nicht den Wunsch, nach Paris zurückzugehen, Kyrie …“
„Alex.“
Verunsichert schwieg sie und fragte sich, wohin diese verstörenden Fragen führen sollten.
„Und wie sieht es mit einer Liebesbeziehung aus?“, fragte er abrupt. „Ehemann, Kinder …? Wollen Sie so etwas irgendwann?“
Milly zögerte, weil sie nicht wusste, was sie dazu sagen sollte. Solch eine Frage von einem Arbeitgeber war doch sicher nicht angebracht. Trotzdem konnte sie ihm eine Antwort wohl kaum verweigern.
„Ich frage deshalb, weil ich Kontinuität bevorzuge“, fuhr Alex fort, als hätte er ihre Gedanken gelesen. „Sollten Sie nach einem Jahr wegen eines Mannes gehen …“
„Ich werde nicht wegen irgendeines Mannes gehen“, entgegnete Milly steif. Es hatte einmal eine Zeit gegeben, da wäre sie Philippe überall hin gefolgt, bis sie die Wahrheit herausgefunden hatte. Selbst jetzt noch erinnerte sie sich an das spöttische Funkeln in seinen Augen, seinen Mund, der sich zu einem grausamen Lächeln verzogen hatte. Sie zwang sich, das Bild zu verdrängen und konzentrierte sich auf Alex Santos, obwohl sie sein Gesicht kaum erkennen konnte.
Alex blickte weiter durch den Spalt zwischen den Vorhängen. Es war unmöglich zu sagen, was er dachte. Sie fühlte sich wie eine Requisite in einem Theaterstück, und trotzdem stellte er ihr solch persönliche Fragen. Warum?
„Und was ist mit Kindern?“, wollte er schließlich wissen.
Milly schluckte. „Ich habe noch nicht darüber nachgedacht“, sagte sie schließlich. „Im Moment kommt das für mich nicht infrage.“
„Nur im Moment? Oder überhaupt nicht?“
Hilflos zuckte Milly die Schultern. „Jetzt jedenfalls ganz sicher nicht. Vielleicht auch nie oder nicht so bald.“ Sie wusste, wie zerrüttet Familien sein konnten. Auch wenn sie wie die meisten Frauen einen Mutterinstinkt besaß, hatte sie nicht den Wunsch, ihn anzufeuern. Anna galt ihre oberste Sorge.
„Also möchten Sie keine Kinder?“
Milly spürte, dass sie rot wurde. Warum versuchte er, sie in diesem Punkt festzunageln? „Vielleicht eines Tages“, murmelte sie „So weit habe ich noch nicht gedacht. Aber ich verstehe wirklich nicht, warum Sie sich darum Gedanken machen sollten.“
„Vielleicht werden Sie es doch verstehen.“
„Entschuldigung …?“ Als er nicht antwortete, stieß sie die Luft aus, die sie angehalten hatte. „Ist das alles, Kyrie … Alex? Wenn ja, werde ich jetzt gehen …“
„Nein, das ist nicht alles“, antwortete er brüsk. „Ich möchte Ihnen ein Angebot machen.“
„Ein Angebot?“ Das Wort gefiel ihr nicht, weil es zweideutig schien. „Ich weiß nicht, ob …“
„Ein sehr anständiges. Soweit das in diesem Fall möglich ist.“...




