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aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
Hilderbrand Der letzte Sommer auf Nantucket
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-455-02127-1
Verlag: Atlantik Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-455-02127-1
Verlag: Atlantik Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Elin Hilderbrand studierte Kreatives Schreiben an der Johns Hopkins Universität. Nach einer kurzen Tätigkeit im Verlagswesen und als Lehrerin in New York City zog sie 1994 endgültig nach Nantucket. Sie nahm am Autorenworkshop der University of Iowa teil, erwarb 1998 ihren MFA und veröffentlichte im Sommer ihren ersten Roman, Das Strandhotel, dem 29 weitere Romane folgten, von denen zahlreiche auf der New York Times-Bestsellerliste landeten. Ihr Roman Der beste Sommer aller Zeiten aus dem Jahr 2019 war ihr erster Roman, der es auf Platz 1 schaffte. Sie ist Mutter von drei Kindern und begeisterte Pelotonfahrerin, Hobbyköchin und passionierte Strandgängerin.
Weitere Infos & Material
Cover
Titelseite
Widmung
Prolog
1. Kopfsteinpflastergeflüster I
2. »Sherry's Living in Paradise«
3. Ebene 4
4. Meet-Cute I
5. Die Schiffbrüchigen
6. Kopfsteinpflastergeflüster II
7. Auf die Plätze, fertig, los!
8. Donnerstag, 22. August, 8.45 Uhr
9. Meet-Cute II
10. Field and Oar
11. Donnerstag, 22. August, 21 Uhr
12. 888
13. Speziallieferung
14. Party Animal
15. Donnerstag, 22. August, 21.15 Uhr
16. Frühstücksgebäck
17. Amalfi-Zitronen
18. Whale Island
19. Kitchen I
20. Donnerstag, 22. August 21.30 Uhr
21. Feuerwerk
22. Sommertag
23. Donnerstag, 22. August, 21.35 Uhr
24. Veränderung
25. Single Ladies
26. Donnerstag, 22. August, 21.45 Uhr
27. Daydrinking in Denpasar
28. Donnerstag, 22. August, 22.05 Uhr
29. Kitchen II
30. Diva
31. Die dritte Acht
32. Donnerstag, 22. August, 23 Uhr
33. Kill your darlings
34. Abserviert
35. Cruel Summer
36. Freitag, 23. August, 1 Uhr
37. Bis dass der Tod uns scheidet
38. Donnerstag, 22. August, 20.00 Uhr
39. Es gibt keine Geschichte hier
40. Freitag, 23. August, 6.15 Uhr
41. Kopfsteinpflastergeflüster III
42. Dein wildes, kostbares Leben
Dank
Über Elin Hilderbrand
Impressum
Prolog
Donnerstag, 22. August, 18 Uhr
Gerüchte über den bevorstehenden Ruhestand von Polizeichef Ed Kapenash machten schon seit zwei Jahren die Runde. Direkt darauf angesprochen, kommentierte er diese wie folgt: »Ich bin viel zu beschäftigt, um mir darüber Gedanken zu machen.« Drei Tage nach dem großen Schreck im Februar sagte Ed jedoch seiner Frau Andrea (von seinem Krankenhausbett im Massachusetts General Hospital aus): »Das war’s für mich. Ich bleibe nur noch den Sommer über, bis wir einen Ersatz gefunden haben.«
»Noch einen ganzen , Ed?«, rief Andrea entsetzt. Sie war ziemlich aufgewühlt – und das nicht ohne Grund.
Ed hatte einen Vortrag über Sicherheit in der Turnhalle der Grundschule von Nantucket gehalten, als er plötzlich ein Kribbeln im linken Arm verspürte. Er bekam schlecht Luft, konnte nicht mehr richtig sehen, und als nächstes erinnerte er sich erst wieder daran, wie er auf eine Trage geladen und zum Krankenhaus geflogen worden war, um sich einer Bypassoperation zu unterziehen.
»Sie hatten die Art Herzinfarkt, die wir Witwenmacher nennen«, sagte Dr. Superwichtig. »Ein kompletter Verschluss der RIVA. Sie können wirklich von Glück sagen, dass die Sanitäter so schnell zur Stelle waren. Das hätte sonst auch ins Auge gehen können.«
Der Feuerwehrchef – Stu Vick – und ein paar seiner Einsatzkräfte waren auch in der Turnhalle gewesen, um einen Vortrag zu halten, als Ed zu Boden ging.
Während Dr. Superschlau nun einen Vortrag über Sport, Ernährung und insbesondere über hielt, beobachtete Ed Andreas Reaktion auf das Wort .
Gar nicht gut.
»Du solltest dich zur Ruhe setzen«, sagte Andrea. »Noch einen Sommer wirst du vielleicht nicht überleben.« Sie sah zu Dr. Allmächtig hinüber, da sie wollte, dass er die ganze Geschichte hörte. »Ed ist in den letzten zwei Jahren schon dreimal wegen Brustschmerzen ins Krankenhaus gekommen. Sie wollten ihn für weitere Tests hierher überweisen, aber er hat .«
Ed seufzte. Er hatte ein Klatschmaul geheiratet. Gleichzeitig fühlte er sich schuldig. Hatte er seine Gesundheit etwa nicht ernst genug genommen? So sah es tatsächlich aus. Aber sollte er wirklich einfach kündigen und die Sicherheit der Insel dem Zufall überlassen? Ganz bestimmt nicht.
Er würde im Herbst in den Ruhestand gehen.
Jetzt ist es so weit: Der Kalender zeigt den 22. August und Polizeichef Ed Kapenash feiert schon. Am Montag, den 26. August, ist sein letzter offizieller Arbeitstag. Seine Nachfolgerin Zara Washington war bisher stellvertretende Polizeichefin in Oak Bluffs auf Martha’s Vineyard, weshalb sie das Inselleben genauso gut versteht wie Ed. Die letzten zwei Wochen hat sie ihn auf Schritt und Tritt begleitet und nun kann sie es kaum erwarten zu übernehmen. Andrea hat in ein paar Wochen eine große Party zu Eds Renteneintritt im Oystercatcher geplant, und da soll es auch einen offiziellen Teil geben, der von Governor Healey organisiert wird.
Aber gerade genießt der Chief erst einmal einen Abend im Restaurant mit seinen Lieblingsmenschen: seiner Frau Andrea, seinem Sohn Eric und Erics Freundin Avalon, außerdem seinen besten Freunden Addison und Phoebe Wheeler und Jeffrey und Delilah Drake, sowie seiner Tochter Kacy. Letztere ist Krankenschwester auf einer Neugeborenen-Intensivstation und erst im Sommer aus Kalifornien zurück nach Nantucket gezogen.
Kacy wollte eigentlich ihre Freundin Coco als Begleitung mitbringen, aber …
Coco arbeitet als »persönliche Concierge« bei den Richardsons, einem Paar, das Ed und Andrea (sowie die Wheelers und die Drakes) diesen Sommer näher kennengelernt haben. Als die Richardsons von Eds Entscheidung, sie nicht zu dem heutigen Dinner einzuladen, Wind bekamen, drehten sie den Spieß einfach um und veranstalteten einen Sunset Sail auf ihrer Jacht – deshalb muss Coco arbeiten.
»Klingt, als hätten sich alle von den Richardsons abgewandt«, sagte Kacy. »Coco kannte jedenfalls nicht viele von den Namen auf der Gästeliste – fast alles Fremde.«
, dachte Ed. Diesen Sommer waren wirklich seltsame Dinge geschehen.
Noch im Juni waren die Richardsons ziemlich angesagt gewesen, fast wären sie sogar Teil der »Schiffbrüchigen« geworden – so nannten die Kapenashs, Wheelers und Drakes ihre Freundesgruppe (weil sie alle vor Jahrzehnten auf Nantucket »angespült« worden waren). Nicht zuletzt ihr Alter machte die Richardsons für die Schiffbrüchigen attraktiv, sie waren schließlich erst in ihren Vierzigern und hatten noch nicht so mit dem Älterwerden zu kämpfen – das besonders Ed zu schaffen machte.
Für das heutige Abendessen hat Ed das Ventuno ausgesucht, das Restaurant befindet sich in einem der historischen Gebäude der Stadt, und Andrea hat die gesamte obere Etage nur für sie reserviert.
Sie steigen die enge Holztreppe hinauf und entdecken ihren Tisch mit der weißen Tischdecke und den brennenden Kerzen. Dieser ist direkt unterhalb der Fenster für sie eingedeckt, die den Blick auf die bezaubernden gepflasterten Gehwege der Federal Street freigeben. Die Gäste sind bereits vollzählig versammelt.
Ed setzt sich an den ovalen Tisch und nimmt sich fest vor, all die Dinge wertzuschätzen, von denen Andrea ihm immer vorwirft, er würde sie nicht einmal bemerken: die Kristallgläser für den Wein, den prachtvollen Blumenschmuck aus Dahlien und Rosen sowie die Tatsache, dass Eric ganz von allein eine Krawatte trägt. Es riecht nach Knoblauch und Gewürzen, Tony Bennett singt im Hintergrund. Genau so einen Abend hat Ed sich gewünscht – trotzdem kommt er nicht umhin, melancholisch zu werden. Der Sommer geht auf sein Ende zu, genau wie seine Karriere.
Nachdem Addison die Weinliste durchgegangen ist – schon seit Langem übernimmt er für seine Freunde die Rolle des Sommeliers –, bemerkt er, wie Ed ihm über seine Speisekarte hinweg einen Blick zuwirft.
»Keine Zeit für Nostalgie, Ed«, sagt er. »Ein vollmundiger, aber feiner Barolo steht bereit.«
Der Wein, das muss Ed neidlos anerkennen, schmeckt selbst für seinen nicht besonders anspruchsvollen Gaumen göttlich (wenn er ganz frei entscheiden kann, wählt er immer Bier), und dennoch wird er es bei einem halben Glas belassen. Heute geht es ihm ums Essen. Andrea sitzt neben ihm, aber sie tuschelt gerade mit Phoebe und Delilah über die Richardsons.
Der Chief wird die Obsession seiner Frau für die Richardsons zu seinem Vorteil nutzen. Er bestellt etwas für den gesamten Tisch – zweimal Fritto Misto, Farfalle mit Krebsfleisch und Mais (der Mais stammt von Jeffrey und Delilahs Hof), Strozzapreti mit Wurst und Rübstiel, Ricotta-Crostini und die gefüllten Venusmuscheln.
»Ed«, mahnt Andrea, die nun streng wie eine Polizeichefin über ihn wacht, zumindest was seine Ernährung angeht.
Ed bestellt noch schnell eingelegtes Gemüse und einen Caesar-Salat. Er wartet, bis Andrea sich umdreht und sagt dann zum Kellner: »Als Hauptspeise bitte die Fiorentina.« Das ist das beste Steak der Insel, Ed träumt davon wie manch andere Männer von der Schauspielerin Margot Robbie. Ein 1000 Gramm Porterhouse-Steak serviert mit gebackenen Rosmarinkartoffeln. Ed schiebt die Gedanken an den Salz- und Fettgehalt sowie an sein Herz beiseite. Zu Hause gab es im letzten halben Jahr ausschließlich Hühnchen, Fisch und Gemüse.
Als das brutzelnde Steak serviert wird – der Duft reicht schon aus, um Ed schwach werden zu lassen –, nimmt sich Ed zwei schöne rosa Stücke. Vielleicht wird es ihn umbringen, aber das ist es ihm wert.
Andrea bemerkt die frittierten Meerestiere, die Nudelportionen und das Steak, aber sie sagt kein Wort. Sie ist stolz auf Ed: Er hat fünfunddreißig Pfund abgenommen, geht jetzt dreimal die Woche morgens joggen, ist auf koffeinfreien Kaffee umgestiegen und gönnt sich nicht mehr viermal pro Woche ein Mittagessen bei Nickel (das Shrimp Po’Boy-Sandwich ist sein Kryptonit). Außerdem tut er ihr zuliebe zumindest so, als würde er zehn Minuten täglich meditieren. Andrea ist froh, es ohne größere Vorfälle bis zum Ende des Sommers geschafft zu haben. Was nicht heißt, der Sommer sei langweilig gewesen – ganz im Gegenteil! Von dem Augenblick an, in dem Phoebe sie Addisons neuen Klienten, den Richardsons, vorgestellt hatte, war der Sommer zu einem Reigen aus Mittagessen im Field and Oar Club, Pickleball-Partien, Segeltörns und unzähligen Partys geworden. Andrea hat, seit ihre Kinder geboren wurden, noch keinen Sommer wie diesen erlebt. Den Großteil des Sommers über kamen ihnen die Richardsons wie ein Geschenk des Himmels vor, das sie daran erinnerte, noch nicht zu alt zu sein, um Spaß zu haben.
Aber wenn Andrea jetzt an die Richardsons denkt, dann … nein, sie will sich nicht den Kopf über sie zerbrechen. Sondern sich einfach nur daran erfreuen, dass Ed sein Steak genießt.
Addison spricht einen Toast aus: »Auf unseren furchtlosen Anführer!« Alle heben die Gläser. Ed ist sichtlich gerührt, aber auch ein wenig beschämt. Er trinkt einen Schluck Rotwein – hat Addison sein Glas nachgefüllt, ohne dass es ihm aufgefallen ist? – und wird plötzlich ganz nachdenklich.
Vor fünfunddreißig Jahren, als die Stelle als Chef der hiesigen Polizei frei wurde, ist er von...




