Hirdt | Perry Rhodan 2999: Genesis | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2999, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Hirdt Perry Rhodan 2999: Genesis

Perry Rhodan-Zyklus "Genesis"
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8453-5099-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Genesis"

E-Book, Deutsch, Band 2999, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-5099-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gut dreitausend Jahre in der Zukunft: Perry Rhodan hat nach wie vor die Vision, die Milchstraße in eine Sterneninsel ohne Kriege zu verwandeln. Der Mann von der Erde, der einst die Menschen zu den Sternen führte, möchte endlich Frieden in der Galaxis haben. Davon ist er in diesen Tagen des Jahres 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung allerdings weit entfernt: In der von der Superintelligenz ES verlassenen Milchstraße wütet der Weltenbrand, der alle intelligenten Lebewesen betrifft und zu einer Hypersensibilität führt, gegen die es kein Mittel gibt. Wird der Weltenbrand nicht gelöscht, dauert es nur Jahrzehnte, bis die Milchstraße unbewohnbar geworden sein wird. Hervorgerufen wurde dieses Phänomen in erster Linie durch den skrupellosen Adam von Aures. Seine Pläne reichen weit, er will letztlich eine Evolution der Maschinen. Mittlerweile gibt es aber einen ersten Hoffnungsschimmer - mit der sogenannten Proto-Eiris ist wohl ein Mittel gefunden worden, das sich womöglich einsetzen lässt. Garantien gibt es aber keine. Fest steht, dass diese Eiris nur wirken kann, wenn sie auf Wanderer selbst aktiviert wird. Doch die Kunstwelt befindet sich unter der Kontrolle Adams - und wenn ihn niemand aufhält, beginnt in Kürze die von ihm gesteuerte GENESIS ...

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1.


Hier spricht Perry Rhodan. Ich wende mich an alle Mannschaftsmitglieder der RAS TSCHUBAI. Auch an die Besatzungen der Beiboote und die positronisch-biologischen Roboter, die uns jahrelang auf vielen heiklen Missionen unterstützt haben. Was ich zu sagen habe, betrifft jedes Lebewesen auf unserem Schiff.

Es wird sich herumgesprochen haben: Wir haben Wanderer eingeholt. Adam von Aures hat zwar die Kontrolle über die Kunstwelt übernehmen und mit ihr aus unserem Heimatsystem fliehen können. Aber dank unserer Piloten Lua Virtanen und Vogel Ziellos haben wir sie erfolgreich durch den Hyperraum verfolgt, gegen jede Wahrscheinlichkeit. Wanderer ist viertausend Lichtjahre oberhalb des Orionarms in den Normalraum zurückgekehrt, etwas mehr als zwölftausend Lichtjahre von unserer Heimat entfernt.

Die RAS TSCHUBAI steht derzeit in zehn Lichtsekunden Entfernung. Wir sind getarnt unter unserem Paros-Schattenschirm. Unser Gegner weiß also wahrscheinlich nicht, dass wir ihm folgen konnten. Bei dem bevorstehenden Vorstoß haben wir – hoffen wir zumindest – das Überraschungsmoment auf unsere Seite. Wir werden Adam überrumpeln. Wir werden die Proto-Eiris zur Maschinenstadt in Wanderers Zentrum bringen und so programmieren, dass sie den Weltenbrand löscht.

Leider müssen wir auf dem Weg zu diesem Ziel ein Hindernis überwinden, welches selbst ich nie zuvor gesehen habe. Das ist der Grund, weshalb ich mich auf diesem ungewöhnlichen Weg an die gesamte Besatzung wende.

Im Solsystem war Wanderer von sechsdimensionalen hyperenergetischen Feldern umgeben, die sich unseren beschränkten wissenschaftlichen Methoden größtenteils entzogen. Was wir mit Sicherheit sagen konnten, ist, dass die Felder sich nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit bewegt haben, unkontrolliert mal in Richtung Vergangenheit und dann wieder in Richtung Zukunft.

Schon da war der Durchflug durch die schmalen und kaum berechenbaren Passagen ein Risiko. Allerdings, das sage ich offen: Ich erwarte von der Mannschaft der RAS TSCHUBAI, dass sie diese Art Risiko auf sich nimmt, wenn die Situation es gebietet.

Ebenso offen sage ich: Bei dem, was uns nun bevorsteht, sehe ich das anders.

Nach Wanderers Flucht hat sich die Situation verändert, in einem kleinen, aber entscheidenden Detail. Die Energiefelder haben ihre Wirkung inzwischen auf den kompletten Raum ausgedehnt, den sie umschließen, und auf alles, was sich darin aufhält. Unsere wissenschaftliche Abteilung bezeichnet das Phänomen als chaotemporales Gezeitenfeld. Wanderer stürzt gewissermaßen in den Abgrund der Zeit, und unsere Aufgabe ist es, hinterherzuspringen.

Für das Schiff selbst ist das keine Gefahr. Zumindest keine größere als zuvor. Lua und Vogel haben bereits bewiesen, dass sie uns durch diese energetischen und temporalen Stromschnellen manövrieren können.

Dennoch ist dies kein Einsatz wie jeder andere.

Aus mehreren Gründen: Zum einen folgen Lua und Vogel einer Art Leitstrahl, den nur sie wahrnehmen können. Er zeigt ihnen den sicheren Weg Richtung Wanderer. Aber für den Rückweg gibt es keine solche Hilfe. Wenn wir das chaotemporale Gezeitenfeld erst einmal durchquert haben, wissen wir also nicht, ob wir jemals zurückkehren können.

Zum anderen: Selbst wenn wir einen Rückweg finden, wissen wir nicht, wann wir den normalen Raum erreichen. Vielleicht retten wir die Milchstraße und sind eine halbe Stunde nach unserem Aufbruch zurück. Ein solches Szenario ist nicht unmöglich.

Genauso denkbar ist es jedoch, dass wir in ferner Vergangenheit zurückkehren. Dieses Szenario muss uns wenig schrecken, so etwas ist unserem stolzen Schiff schon widerfahren. Wir wurden zwanzig Millionen Jahre weit ins Gestern geschleudert. Eine solche Zeitdistanz lässt sich im Dilatationsflug durchaus überbrücken. Alternativ können wir uns in den Suspensionsalkoven entstofflichen und eine beliebig lange Zeit unbewusst und körperlos im Winterschlaf verbringen. Falls es uns also in die Vergangenheit verschlägt, finden wir eine Lösung, um unsere Jetztzeit wieder zu erreichen.

Das Szenario, für das ich keine Lösung bieten kann, liegt in ferner Zukunft. Falls wir das Gezeitenfeld hundert, fünfhundert, tausend oder hunderttausend Jahre später verlassen, haben wir keine Möglichkeit, an den heutigen Tag oder auch nur in dieses Jahr zurückzukehren.

Jeder, der uns auf dieser Mission begleitet, muss deshalb wissen: Selbst wenn wir Erfolg haben und den Weltenbrand löschen können, kann es sein, dass er seine Heimat nicht wiedererkennt. Jedes Lebewesen, das euch etwas bedeutet, ist möglicherweise schon Jahrhunderte tot. Vielleicht verpassen wir Kriege und Revolutionen. Vielleicht wenden wir eine Katastrophe ab, nur damit während unserer Abwesenheit etwas anderes Dramatisches passiert, das das Gesicht der Milchstraße nachhaltig verändert.

Ich kann keine Garantie geben, dass die Welt, in die wir zurückkehren, auch nur im Ansatz der ähnelt, die wir in weniger als einer Stunde verlassen werden. Niemand an Bord hatte Gelegenheit, sich von seinen Nächsten zu verabschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr eure Familien niemals wiedersehen werdet, ist hoch. Selbst wenn wir Erfolg haben, liegt sie bei etwa fünfzig Prozent.

Niemand hat gewusst, dass eine solche Situation auf ihn zukommen würde, als er sich der Ligaflotte angeschlossen hat. Und ich werde niemanden zwingen, unter diesen Umständen in diesen Einsatz zu gehen.

Es steht somit jedem an Bord frei, die RAS TSCHUBAI zu verlassen und die Reise durch das chaotemporale Gezeitenfeld nicht mitzumachen. Die einzige Bedingung: Eure Entscheidung muss schnell fallen. Uns läuft die Zeit davon, wenn wir die Milchstraße retten wollen. Die RAS TSCHUBAI bricht in ... Moment ... siebenundfünfzig Minuten auf. Wer dann noch an Bord ist, ist dabei und bleibt dabei.

Wir stellen sämtliche Mittel bereit, damit diejenigen, die uns verlassen, sicher zu Erde zurückkehren können. Die RAS hat genug Beiboote, und wenn es nötig ist, stellen wir auch die MARS-Kreuzer zur Verfügung.

Einige Jahre vor meiner Geburt gab es ein berühmtes Schiffsunglück. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der gesunkene Ozeanriese von vornherein nicht genug Platz in den Rettungsbooten hatte, um auch nur die Hälfte der Passagiere zu evakuieren. Das ist hier und heute nicht der Fall. Wer gehen möchte, kann gehen.

Ich muss noch eine weitere Warnung loswerden: Es ist keineswegs gesagt, dass dieser vermeintlich einfachere Weg tatsächlich der Bessere ist. In der Milchstraße tobt der Weltenbrand. Jeder von uns hat die Wirkung erlebt, die das veränderte Strahlungsspektrum der Sonnen auf höhere Lebensformen hat. Die bis zum Äußersten überreizten Nerven, die jeden Laut, jede Berührung, jeden Lichtstrahl zur unerträglichen Qual machen.

Seid euch bewusst, dass das die Welt ist, in die ihr zurückkehrt. Mit Pech fristet ihr ein kurzes Leben in vollständiger Finsternis, bis ihr verhungert, weil die Geschmacksreize das Essen unmöglich machen, oder bis all unsere Völker aussterben, weil die zur Fortpflanzung notwendigen Berührungen unaushaltbar werden.

Vielleicht begleitet ihr den Untergang allen Lebens. Vielleicht müsst ihr in andere Galaxien fliehen, um diesem Schicksal zu entrinnen. Ihr werdet dort nicht mit offenen Armen empfangen werden. Ein Leben der Entbehrungen und Kämpfe kann vor euch liegen, und niemand vermag heute zu versprechen, dass es einen Deut besser wird als das, was wir nach der Rückkehr von Wanderer erleben werden.

Denn auch das ist Teil der Möglichkeiten: Selbst wenn unsere Mission Erfolg hat und wir die Proto-Eiris so programmieren können, dass sie den Weltenbrand löscht: Es gibt keine Garantie, dass ihr diesen Ausgang noch erleben werdet. Auch die heilende Eiris muss auf ihrem Weg zu den befallenen Sonnen das chaotemporale Gezeitenfeld durchqueren. Es weiß demnach niemand, wann sie die Milchstraße erreicht. Ein Teil vielleicht in ferner Vergangenheit. Zu früh, um eine Wirkung zu zeigen, weil es das Problem noch gar nicht gibt. Ein Teil wird ins Jetzt sickern – das ist wichtig, um zu verhindern, dass die Sonnen das Stadium erreichen, in dem eine Umkehr des Phänomens nicht mehr möglich ist.

Ein Teil aber wird erst in der Zukunft Wirkung zeigen.

Reicht jener Teil der Eiris, der zwischen dem Ausbruch des Weltenbrands vor vier Monaten und dem heutigen Datum zurückkehrt, aus, um das Phänomen schnell zu beenden? Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, wie viel Eiris dafür benötigt wird. Es kann durchaus sein, dass wir Erfolg haben – dass das furchtbare Hyperlicht aber trotzdem noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte weiterlodert, bevor sich Linderung einstellt.

Wer die RAS TSCHUBAI verlässt, geht also ebenfalls ein Risiko ein. Möglicherweise ein höheres als jene, die bleiben.

Ein Letztes: Wir haben keine Kenntnis, zu welchem Zeitpunkt unser Feind Wanderer erreicht hat. Vielleicht ist er genau die knapp zwei Tage dort, die seit seinem Durchbruch außerhalb des Gezeitenfeldes vergangen sind. Vielleicht ist er aber auch in die Vergangenheit gereist und hat genügend Zeit gehabt, sich auf einen Angriff vorzubereiten, wie wir ihn gerade planen. Im schlimmsten Fall ist es ihm gelungen, sich die immensen Machtmittel von Wanderer zu Diensten zu machen.

Mit Pech erwartet uns also erbitterter Widerstand. Wer dagegen...



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