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Hirdt | Perry Rhodan 3032: Sandschwimmer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3032, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Hirdt Perry Rhodan 3032: Sandschwimmer

Perry Rhodan-Zyklus "Mythos"
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8453-6032-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Mythos"

E-Book, Deutsch, Band 3032, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6032-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mehr als 3000 Jahre in der Zukunft: Längst verstehen sich die Menschen als Terraner, die ihre Erde und das Sonnensystem hinter sich gelassen haben. In der Unendlichkeit des Alls treffen sie auf Außerirdische aller Art. Ihre Nachkommen haben Tausende von Welten besiedelt, zahlreiche Raumschiffe fliegen bis zu den entlegensten Sternen. Perry Rhodan ist der Mensch, der von Anfang an mit den Erdbewohnern ins All vorgestoßen ist. Nun steht er vor seiner vielleicht größten Herausforderung: Die Rückkehr von seiner letzten Mission hat ihn rund 500 Jahre weiter in der Zeit katapultiert. Eine Datensintflut hat fast alle historischen Dokumente entwertet, sodass nur noch die Speicher der RAS TSCHUBAI, seines Raumschiffes, gesichertes Wissen enthalten. Rhodan setzt sich auf die Spur der Cairaner, hinter denen man die Drahtzieher für viele Geschehnisse der vergangenen Jahrhunderte vermutet. Während er mit der RAS TSCHUBAI in das geheimnisvolle Galaxien-Geviert aufbricht, bleibt der unsterbliche Arkonide Atlan in der Milchstraße. Schützenhilfe erhält er von der USO unter Lordadmiral Monkey. Dieser begibt sich unerkannt unter die Cairaner und begegnet dem SANDSCHWIMMER ...

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2.

Hasproner

»Sicherheitsüberprüfung!« Der Markgraf erteilte den Befehl ohne erkennbare Emotion.

Letzteres überraschte mich nicht. Jeder Taschenrechner hatte ein regeres Gefühlsleben als unser oberster Vorgesetzter und aktueller Einsatzleiter.

Entsprechend nüchtern antwortete ich: »Eingeleitet.«

Je weniger Worte man in Gegenwart des Markgrafen verwendete, desto geringer war die Chance, etwas Falsches zu sagen. Meine Finger tanzten über die Bedienelemente der Kleinstpositronik, die mein ständiger Begleiter war.

Die Cairaner hatten uns in ein Beiboot verfrachtet, das uns von der havarierten TELTRAIM fort- und nach Hovcai bringen sollte, dem Stützpunkt der Cairaner weit draußen im Leerraum.

»Bin gespannt, was wir auf dieser sagenumwitterten Welt finden«, murmelte Daan Gudati.

Ich wurde nie recht schlau aus dem Halboxtorner. Offiziell war er Kommandant der RATBER TOSTAN. Doch sobald es irgendwo brenzlig wurde, verließ er sein Schiff und ging an vorderster Front selbst in den Einsatz. Dafür war er als Leiter eines USO-Spezialistenteams zweifellos qualifiziert. In meinen Augen schlossen sich seine beiden Aufgabenbereiche jedoch gegenseitig aus. Gudati schien das nicht so zu sehen, und auch der Markgraf nicht, womit jede öffentliche Äußerung in diese Richtung einiges an Mut oder Leichtsinn verlangt hätte.

Aber wozu sind wir die United Stars Organisation? Mut beginnt bei uns beim Abfassen der Bewerbung – immerhin könnte sie angenommen werden. Und Leichtsinn sagt man uns seit Jahrtausenden nach, meist, wenn uns wieder ein besonders spektakulärer Coup gelungen ist.

Dabei ist es meist gute Vorbereitung und eiserne geistige und körperliche Disziplin, die zu unserem Erfolg führt.

Deshalb dürfen sich nur die Besten der Besten USO-Spezialisten nennen. Die überleben außerdem häufiger mal einen haarigen Einsatz.

Bevor ich jedoch meinen Wagemut mit einer spitzen Bemerkung Ausdruck verleihen konnte, reagierte der Markgraf.

»Geheimnisumwittert«, korrigierte er Gudati. »Gäbe es Sagen in nennenswertem Ausmaß, hätten wir schon vor Jahrhunderten von Hovcai erfahren.«

Ich tauschte einen amüsierten Blick mit Bela Hogam, der Analytikerin unseres Teams. Bela war klein für eine Terranerin, gerade anderthalb Meter groß. In meinen Augen eine angenehme Eigenschaft, denn damit war sie nur einen halben Kopf größer als ein normal gewachsener Hasproner wie ich. Dadurch bekam ich keine Nackenschmerzen, wenn ich im Stehen mit ihr sprach.

Unnötig zu erwähnen, dass die Cairaner uns keine Sitzplätze zugedacht hatten. Wir hielten uns in einem schmucklosen, unmöblierten Stahlquader auf, den man wohlwollend als Frachtraum, realistischer aber wohl als Zelle einschätzen musste. Das Quartier sandte uns eine klare Botschaft: Willkommen waren wir nicht.

»Sicherheitsüberprüfung!«, wiederholte der Markgraf grollend. Es galt wohl jedem USO-Agenten der letzten Jahrhunderte als schlechtes Zeichen, wenn er einen Befehl wiederholte.

»Abgeschlossen!«, schnarrte ich sofort.

Beim Markgrafen musste ich den Kopf weit nach hinten legen, um Meldung zu machen. Selbst ohne seinen Helm war er knapp zwei Meter groß. Dazu war er fast so breit, wie ich hoch war – eine erdrückende Erscheinung.

»Die karge Ausstattung des Raums hat den Vorteil«, ratterte ich los, »dass es nur wenige Möglichkeiten gibt, Abhörtechnik zu verstecken. Vier Kameraaugen sind installiert.« Ich deutete auf die entsprechenden Stellen. »Drei davon sollten wir wohl finden, das vierte nicht. Zudem gibt es einen Akustikfeldprojektor, der vermutlich zum Abhören unserer Konversation umgepolt werden kann. Der Projektor ist nachlässig abgesichert und lässt sich problemlos desaktivieren.«

Das stimmte nicht ganz, eigentlich war die Absicherung sogar sehr gut. Aber eben nicht gut genug für mich.

»Die Wände sind massiv«, fuhr ich fort, »ohne darunter verbaute Technik, abgesehen vom Türöffner. Zudem sind sie so dick und leiten den Schall schlecht, dass wir wahrscheinlich nicht belauscht werden können. Dasselbe gilt für den Boden und die Decke. Das Schiff ist offenkundig nicht für den Transport und das Aushorchen von Gefangenen ausgelegt.«

»Oder«, gab der Markgraf zu bedenken, »die Cairaner sehen uns nicht als Gefangene.«

Wie stets bewegten die Lippen seiner metallenen Maske sich nicht genau synchron mit seinen Worten, was eine seltsam verstörende Wirkung hatte. Ich wusste wenigstens zum Teil, welche hoch entwickelte Technik sich in seiner Masken-Helm-Kombination verbarg, sodass mich diese vermeidbare Unzulänglichkeit umso mehr irritierte. Aber wenn es seinen Verhandlungspartnern ebenso erging, war das wiederum von Vorteil.

Der Markgraf trat an eine der vier Stellen, die ich angezeigt hatte. »Wir benötigen jetzt ein bisschen Privatsphäre«, sagte er ungerührt. »Ich bitte um Verständnis.« Dann zerquetschte er die kaum sichtbare Optik mit einem Daumen, fast so groß wie meine Handfläche, und wiederholte das Prozedere bei den anderen drei Spionsonden.

Ich murkste derweil die Programmierung des Akustikfeldprojektors so gründlich ab, dass es Stunden dauern würde, sie wieder in Gang zu bringen. »Wir sind unter uns«, meldete ich, als die Anlage nur noch ein trauriges Fiepen von sich gab.

Monkey nickte ausdruckslos. Erst zu diesem Zeitpunkt, als wir unter uns waren, gestattete ich mir, seinen wirklichen Namen zu denken – die Identität des Mannes zu benennen, der seit siebenhundert Jahren die Geschicke unserer Organisation lenkte.

Monkey stand kurz davor, ein neues Kapitel in der langen und wechselvollen Geschichte der USO aufzuschlagen. Dafür mussten wir lediglich die Wesen beeindrucken, die vor rund vierhundert Jahren handstreichartig die Macht in der Milchstraße übernommen und seitdem keine Schwachstelle offenbart hatten.

Der USO-Chef verzichtete dabei zurzeit auf taktische Mätzchen. Selbstverständlich hätten wir die cairanischen Spionageeinrichtungen nutzen können, um für uns vorteilhafte Falschinformationen zu übermitteln. Monkey hatte sich stattdessen für ein Zeichen der Stärke entschieden. Die USO war ein starker Partner für den Cairanischen Friedensbund und konnte auf das jahrtausendealte »Wissen sie, dass wir wissen, dass sie wissen«-Spiel verzichten. Diese Botschaft hatten die vier knirschenden Kameralinsen übermittelt.

Monkey trommelte mit allen zehn Fingern einen schnellen Rhythmus an die Wand, der jeden mechanischen Abhörversuch von draußen verhinderte. »Ich sehe gut«, teilte er uns dazu mit. »Sind Sie sicher, dass es den Cairanern nicht ebenso geht?«

Ich musste meine Instrumente kein zweites Mal anwerfen. Ich war gründlich gewesen. »Nach den mir zur Verfügung stehenden Überprüfungsmethoden dringt kein Signal hinaus oder herein.«

Monkey nickte abermals, ohne eine Miene zu verziehen. Sein Ich sehe gut hatte mir deutlich gemacht, dass meine Methoden nicht das Maß aller Dinge waren. Ich war genauso blind wie die Cairaner. Das absolute Nonplusultra, das der USO an Überwachungstechnik zur Verfügung stand, steckte in Monkeys Optikum – jenen unheimlichen Kameraobjektiven, die er anstelle organischer Augen trug. Die hatte er vor Jahrhunderten bei einem Unfall verloren, und sie waren durch Implantate ersetzt worden.

Dabei von einer Behinderung zu sprechen, hätte den Kern der Sache arg verfehlt. Der Ersatz für die Sinnesorgane war im Lauf der Jahrhunderte mehrmals gegen immer leistungsfähigere Modelle ausgetauscht worden, und mit dem letzten Upgrade zum Optikum trug Monkey einen Computer im Kopf, der auf seine Gedankenbefehle reagierte und ein Sensorium bot, von dem ich als gemeiner Positronikspezialist nur träumen konnte.

Die metallene Maske des Markgrafen zerfloss und verschwand im Helm. Sie gab den Blick auf Monkeys olivgrünes Gesicht frei, inklusive der beiden schwarzen, herausragenden Kameragehäuse. Der Chef schaltete seine künstlichen Augen auf Projektorbetrieb um, und gleich darauf schwebte das Abbild eines Planeten im Raum: Hovcai, unser Ziel.

Mein Unbehagen über den unautorisierten Eingriff ins Bordnetz der Cairaner musste irgendwie sichtbar gewesen sein, denn Monkey erläuterte: »Die Bilddaten unterliegen keiner besonderen Sicherheitsstufe. Jedes Besatzungsmitglied kann sie einsehen. Daher fällt nicht auf, wenn ich auf der Datenleitung aufsattele.«

Ich verließ mich darauf – der Chef wusste, was er tat. Einigermaßen beruhigt widmete ich mich dem Holo. Wenn er per Projektion für jedermann sichtbar verriet, dass er die Bordkommunikation überlistet hatte, war er seiner Sache wirklich ausnehmend sicher.

Der Planet unter uns wuchs. Eine Welt, die man traditionell als erdähnlich bezeichnete, obwohl es den Vergleichsplaneten Terra womöglich nie gegeben hatte. Hovcai wirkte allemal freundlicher als der USO-Stützpunkt auf Cavtha im Useilsystem, wo ich zumeist stationiert war. Meere und Landmassen hielten sich etwa die Waage, mit drei Kontinenten auf der Nord- und einem auf der Südhalbkugel. Beide Pole lagen unter mächtigen Eiskappen und schimmerten roséfarben im Licht des Roten Zwergs, den Hovcai langsam auf einer engen Bahn umkreiste.

Der Planet war einigermaßen dicht besiedelt, jedoch nur in den tiefer gelegenen Regionen. Die Bergmassive wirkten, zumindest von unserer momentanen Position aus, unberührt. Auch gab es keinen kontinentüberspannenden Moloch von Stadt wie auf manch anderem Planeten, der von einer raumfahrenden Zivilisation besiedelt und als Brückenkopf ausgebaut worden war. Die Cairaner hielten es stattdessen überschaubar: Ich sah an die sicher vierzig, vielleicht fünfzig separate Ballungsräume,...



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