E-Book, Deutsch, 554 Seiten
Hirsch Some More Movies To Be Murdered By
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-6556-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Alfred Hitchcock Bonus-Tracks Vol. 2
E-Book, Deutsch, 554 Seiten
ISBN: 978-3-7693-6556-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Markus Hirsch, geboren 1977 in Graz. Studium der Germanistik & Philosophie/Psychologie. Publikationen zum Themengebiet Film seit 2018. Lebt mit seiner Frau in Graz.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
VERDACHT (1941)
(OT: SUSPICION)
„[…] I entered nothing and nothing entered me /
`Til you came with the key /
And you did your best but /
As I live and breathe /
You have killed me /
You have killed me /
Yes I walk around somehow /
But you have killed me“
(aus dem Song „You Have Killed Me“ von Morrissey, der Teil seines Albums „Ringleader of the Tormentors“ (2006) war; in Verdacht hat Alfred Hitchcock das „Experiment“ gewagt, den „Publikumsliebling“ Cary Grant, der zum damaligen Zeitpunkt bereits in Klassikern wie Howard Hawks‘ Leoparden küsst man nicht oder George Cukor’s Die Nacht vor der Hochzeit zu sehen gewesen war, zu einem „Husband“ zu machen, dessen „Wife“ Joan Fontaine irgendwann das Gefühl hat, dass er sie ermorden möchte, dass er „her would-be killer“ ist)
„Oh, Verzeihung, war das Ihr Bein? Oh, ich wusste nicht, dass jetzt ein Tunnel kommen würde. Ich dachte, das Abteil wäre gar nicht besetzt. Also nochmals…entschuldigen Sie, ich hoffe, ich habe Ihnen nicht weh getan. […]“
(aus: Verdacht; „double entendre“ à la Hitchcock in Reinkultur: Worte, die „der Playboy mit Hangover Johnny Aysgarth“ Cary Grant ganz zu Beginn des Films an die „spröde und etwas `altjüngferlich` wirkende Lina McLaidlaw“ Joan Fontaine in einem Zugabteil richtet, wobei am Anfang des Dialogs, der daraufhin zwischen Grant & Fontaine folgt, noch ein „black screen“ zu sehen ist, der erst „erhellt“ wird, als der Zug wieder aus dem Tunnel fährt)
„Im Fall von `Suspicion` müssen Sie bedenken, dass es mein zweiter englischer Hollywoodfilm war: englische Schauspieler, englisches Milieu, englischer Roman. Ich habe mit einem ehemaligen Theaterautor gearbeitet, Samson Raphaelson, der an beinahe allen Tonfilmen von Lubitsch mitgearbeitet hat“
„Und neben ihm der Familien-Braintrust. Alma Reville und Joan Harrison“
„Ganz richtig. Der Roman hieß `Before the Fact` und der Autor Francis Iles hieß in Wirklichkeit A. B. Cox. Er hat außerdem unter dem Namen Anthony Berkeley geschrieben. Ich hatte mir immer gewünscht, sein erstes Buch, `Malice Aforethought`, zu verfilmen. Es begann mit dem Satz: `Erst einige Wochen, nachdem er sich entschlossen hatte, seine Frau zu töten, schickte sich Dr. Bickley an, zur Tat zu schreiten.` Aber ich habe immer gezögert, weil es sich dabei um einen reifen Mann handelt und es sehr schwierig ist, die richtige Besetzung für so eine Rolle zu finden. Vielleicht Alec Guinness“
(Dialog zwischen Alfred Hitchcock & François Truffaut über die Tatsache, dass Verdacht bereits der zweite US-Film von Hitchcock nach Rebecca war, der „ziemlich englisch“ geraten ist, wobei Truffaut auch einwirft, dass das Drehbuch zu Verdacht nicht nur von Samson Raphaelson (z. B. Co-Autor des Ernst-Lubitsch-Klassikers Rendezvous nach Ladenschluss von 1940 mit James Stewart) verfasst wurde, sondern auch von Hitchcock’s Frau Alma sowie von „Hitch’s“ langjähriger Sekretärin/Assistentin Joan Harrison (1907 – 1994), die ab den 1950er-Jahren dann auch die TV-Formate „Alfred Hitchcock Presents“ und „The Alfred Hitchcock Hour“ als Produzentin betreute; Francis Iles‘ „Before the Fact“ erschien 1932, „Malice Aforethought“ („böswillige Absicht“) ein Jahr vorher, 1931, wobei Hitchcock, wenn er an eine adäquate Besetzung für die Rolle des „Dr. Bickley“ aus „Malice Aforethought“ dachte, offenbar die spätere Star-Wars-Legende Alec Guinness vor Augen hatte, also „Obi-Wan Kenobi“ persönlich – „Help me, Obi-Wan Kenobi, you’re my only hope“ [Copyright: „Prinzessin Leia“ Carrie Fisher])
„Was glauben Sie denn, was ich eben vorhatte? Einen Mord? Andernfalls brauchten Sie sich ja nicht so krampfhaft zur Wehr zu setzen. Ist ja toll“
„Lassen Sie mich los!“
„Na, jetzt wird mir alles klar. Sie haben wohl gedacht, ich will Sie küssen, was?“
„Na etwa nicht?“
„Ich hab‘ doch nur den Arm um Sie gelegt, weil ich Ihr Haar ordnen wollte“
&
„Das ist ja einfach nicht zu fassen. Das soll dieselbe Frau sein?“
&
„Sind Sie schon mal im Auto von einem Mann geküsst worden?“
„Oh, Johnny“
„Sie sollen antworten“
„Sie dürfen nicht so mit mir reden. Ich bin zu ernst für solche Scherze, ich kann auch nicht flirten“
„Ich habe nicht gescherzt. Ich mein‘ es ernst. Sind Sie schon mal im Auto geküsst worden?“
„Nein, bisher nicht“
„Sie möchten doch aber gern, hm?“
„Ja“
(aus: Verdacht; ZITAT 1: Ausschnitt aus einem Dialog nach einer Art „combat on the hilltop“ zwischen den Spaziergängern „Johnny Aysgarth“ Cary Grant & „Lina McLaidlaw“ Joan Fontaine, bei dem die Kamera die beiden zunächst mittels einer Totalen auf einem Hügel eingefangen hat und die „filmviewers“ den Eindruck hatten, als wäre Grant gerade dabei, Fontaine neben einigen „Bäumen mit kahlen Ästen“ zu erwürgen; // ZITAT 2: Reaktion von Cary Grant, der gerade in Begleitung zweier anderer Frauen ist, auf Joan Fontaine, die plötzlich auf ihrem Pferd, auf dem er sie da im Rahmen einer „Freiluftveranstaltung“ sieht, nicht mehr so „spröde“ wirkt wie noch im Zugabteil, sondern irgendwie „glamourös“, „mutig“ und absolut „in control of the animal“; // ZITAT 3: Dialog in einem Auto zwischen dem „Fahrer“ Grant & der „Beifahrerin“ Fontaine, die er gerade spontan von einem Ball „entführt“ hat und die sich als „willing victim for a first kiss“ entpuppt)
„Nothing less than murder could justify such violent selfdefense!“ (Cary Grant zu Joan Fontaine in der „Trying to fix her hair“-Szene auf dem Hügel) – das Hitchcock’sche Werk, der gesamte Hitchcock-Kanon, ist im Grunde eine „Variation von Romanzen“, und diese „variations on romances“ bilden sowohl die „Tücken“ als auch die „Launen“ von „Passion & Love“, von „Bedürfnis“ und „(romantischer) Obsession“ ab.
„Suspicion“, so wie der Originaltitel von Hitchcock’s viertem Hollywood-Film lautet, ist da keine Ausnahme, im Gegenteil, denn Verdacht ist eine wahrlich interessante „Ehe-Geschichte“ über eine scheue, anfänglich etwas „steife“ „privileged daughter“ wohlhabender Eltern, die glaubt, mit Cary Grant, schon allein „optisch“, einen „echten Fang“ gemacht zu haben, bevor sich, unmittelbar „after the honeymoon“, einige nicht so angenehme Wahrheiten bezüglich ihres „Johnny“ zeigen, von dem sie in der Folge glaubt, dass er „Anschläge auf ihr Leben“ plant.
Verdacht, den ich durchaus, neben Das Fenster zum Hof, Über den Dächern von Nizza, Vertigo – Aus dem Reich der Toten, Der unsichtbare Dritte und Marnie, zu meinen „Lieblings-Hitchcocks“ zähle, war vielleicht der erste wirklich gute US-Film des Suspense-Meisters, denn Rebecca (1940) litt ein wenig an einem Mangel an „Suspense“, „Foreign Correspondent“ (OT; 1940) war visuell beeindruckend aufgrund der „set pieces“ und sicherlich „entertaining“, hatte aber keine wirklich „attractive cast“ zu bieten, während die völlig Hitchcock-untypische Screwball-Comedy „Mr. and Mrs. Smith“ (OT; 1941) eher eine Enttäuschung für „echte Hitchcock-Fans“ war und in gewisser Weise nur durch Carole Lombard’s Leistung als „offended wife“ gerettet wurde, da Lombard, die ganz gut in den Kosmos der sogenannten „Hitchcock-Blondinen“ passte, das Ganze eben vor „tödlicher Langeweile“ bewahrt hat.
Der Inhalt von Verdacht:
[„ROGER O. THORNHILL“ CARY GRANT: „Finden Sie nicht auch, dass es an der Zeit ist, uns bekannt zu machen?“ / „EVE KENDALL“ EVA MARIE SAINT: „Mein Name ist Eve Kendall. Ich bin 26 Jahre und unverheiratet. Jetzt wissen Sie alles über mich“ / ROGER O. THORNHILL: „Verraten Sie mir, was haben Sie...




