Hof | Sommernachtsküsse auf Fehmarn | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Hof Sommernachtsküsse auf Fehmarn


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-4690-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-4690-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ostseewind und Herzgeflüster

Marie liebt ihr unaufgeregtes Leben auf der schönen Ostseeinsel Fehmarn: Sie arbeitet im Immobilienbüro ihres Onkels, wohnt mit ihrer besten Freundin in einer WG und leitet die Theatergruppe. Nur die beginnende Beziehung zu Tierarzt Jörn könnte für Maries Geschmack mehr Pep vertragen.

Hätte sie das mal nicht zu laut gedacht.

Denn Aufregung tritt schon bald in Form von Ben auf: Schauspieler, sehr attraktiv und zu Besuch auf der Insel, um das Haus seiner verstorbenen Oma zu verkaufen. Marie soll sich um die Abwicklung kümmern, und dann bietet Ben auch noch an, die vakante Stelle in der Theatergruppe zu besetzen. Er bringt mit seiner charmanten Art Maries Gefühlswelt gehörig durcheinander und als wäre das nicht genug, kommt heraus, dass die beiden ein schicksalhaftes Ereignis aus der Vergangenheit verbindet ...

Warm wie ein Sommerabend, prickelnd wie Sonnenstrahlen und erfrischend wie ein Kaltgetränk - das ist die neue Ostsee-Liebesroman-Reihe von Kira Hof.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Kira Hof kam im Sommer 1981 zur Welt. Seit ihrer Geburt wohnt sie in einem wunderschönen Dorf in Nordhessen. Da ihr Mann ebenfalls von dort stammt, bestand ihr erster und einziger Umzug darin, von einem Dorfende an das andere zu ziehen. Zu ihrer Familie gehören außerdem die beiden Töchter und aktuell 3 Katzen und 2 Kaninchen.

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Kapitel 2


Grummelnd wehrte ich mich gegen das Wachwerden. Mit angezogenen Beinen kuschelte ich mich tief in meine Decke und vergrub die Finger fest im Stoff, als könnte ich den Schlaf auf diese Weise festhalten. Die Nacht war kurz gewesen. Franzi und ich hatten lange gequatscht. Und die zwei Gläser Rotwein verursachten ein leichtes Ziehen hinter meiner rechten Schläfe.

Mit geschlossenen Augen fischte ich auf dem Nachtspint neben mir nach meinem Handy und schielte mit einem Auge auf das Display. Neun Uhr achtunddreißig. Für einen Samstagmorgen eigentlich eine Uhrzeit mit der Option liegenzubleiben, vor allem, wenn man das Gefühl hatte, Backsteine statt Wimpern zu besitzen. Dumm nur, dass heute eine Probe auf dem Plan stand, ich mich vorher mit Ina wegen des Bühnenbildes treffen wollte und Franzi versprochen hatte, den Einkauf zu erledigen. Schwimmen gehen wollte ich auch, das schob ich schon seit Wochen vor mir her. Ich musste mich also spurten. Das kalte Wasser würde mir bestimmt guttun, obwohl ich im Moment wenig Lust verspürte. Nein, keine Ausreden, Marie. Mit einem tiefen Seufzer schälte ich mich aus der Decke und stand auf.

Ich schnappte mir eine Banane für unterwegs und trank am offenen Kühlschrank einen Schluck Milch direkt aus der Verpackung. Schnell und leise, damit Franzi mich nicht dabei erwischte. Dann griff ich nach Einkaufszettel, Portemonnaie, Schlüssel und ein bisschen widerwillig nach meinem Rucksack mit Handtuch und Wechselsachen und verließ die Wohnung. Dank Franzis schwarzem Smart brauchte ich keine zehn Minuten zum Südstrand. Der Parkplatz war um diese Uhrzeit noch recht leer. Das würde sich allerdings schnell ändern. Das Wetter war herrlich und lud zu einem perfekten Strandtag ein.

Den Badeanzug hatte ich zu Hause schon druntergezogen. Ich zog mich also aus, stopfte Shorts und Shirt in den Rucksack, den ich in Sichtweite in den Sand stellte und watete durch die leichten Brandungswellen Schritt für Schritt tiefer in die Ostsee. Schnell war ich bis zu den Schultern nass und tauchte ins sechzehn oder siebzehn Grad kalte Wasser ein. Nach einigen kräftigen Schwimmzügen gewöhnte sich mein Körper an die Temperatur, und ich genoss die morgendliche Erfrischung. Normalerweise gönnte ich mir im Anschluss einen Augenblick Ruhe. Manchmal hatte man den Strand fast für sich allein. Man konnte die Gedanken schweifen lassen oder sich genau diesen intensiv widmen. Heute war weder für das eine noch das andere Zeit. Ich beeilte mich mit Umziehen und lief zurück zum Auto.

Als ich mit vollbepackten Tüten vom Einkauf wiederkam, stieß ich im Hausflur fast mit Franzi zusammen. Wie angewurzelt stand sie da.

»Mit wem redet Hilde denn so lautstark? Klingt wie ein Streit, aber ich höre sonst niemanden.« Franzis Stirn war in Falten gelegt.

Ich stellte die Einkaufstasche ab und lauschte nun ebenfalls. Viel verstand ich von hier draußen nicht, doch das Wenige kam mir bekannt vor. Lachend schaute ich meine beste Freundin an.

»Sie übt.«

Franzi klatschte sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. »Klar, ich Dussel, da hätte ich selbst drauf kommen können. Wie süß.«

»Hilde hatte gestern einen Texthänger, das hat sie geärgert.«

»Verstehe. Ich gehe laufen. Sehen wir uns später?«

Auf der Mitte der Treppe drehte ich mich zu ihr um. »Um eins treffe ich mich mit Ina, im Anschluss ist Probe. Aber danach dachte ich an Pizza und Wein auf der Couch, vor dem Fernseher.«

»Ich bin dabei. Bis dann.«

»Tschüss.«

Zurück in der Wohnung verstaute ich die Lebensmittel in den Schränken. Im Bad stylte ich meine inzwischen getrockneten Haare und legte etwas Make-up auf. Mit einem Glas O-Saft und einer Banane gönnte ich mir eine kurze Pause und surfte ein wenig durchs Internet. Dann war es auch schon Zeit für mein Treffen mit Ina. Im Hausflur hörte ich Hildes energische Stimme. Zwar freute ich mich, wie ernst sie ihre Rolle nahm und fest entschlossen schien, einen erneuten Texthänger zu vermeiden, aber hauptsächlich sollte es uns allen Spaß machen.

Nach einem kurzen Blick auf die Uhr, entschied ich mich zu klopfen. Hinter der Tür wurde es still, gefolgt von einem Ruf.

»Einen Moment.«

Kurz darauf erschien Hilde. Sie wirkte tatsächlich erschöpft. »Marie, wie schön. Komm doch rein.« Sie führte mich ins Wohnzimmer, in dem mich jedes Mal das Gefühl überkam, in der Zeit zurückgereist zu sein. Farben, Muster, Ornamente. Alles im Stil der 60er Jahre. Hinter der dunklen Teakholzwohnwand prangte eine senfgelbe Tapete mit Rautenmuster. Gegenüberliegend stand mittig ein Sofa, sowie seitlich je ein Schalensitz in flaschengrün. Einzig der Flachbildfernseher auf dem zur Wohnwand passenden Sideboard erinnerte daran, im 21. Jahrhundert zu leben.

Mein Blick fiel auf das auf dem Tisch liegende Skript. Als ich wieder aufschaute, seufzte Hilde.

»Es ist immer dieselbe gottverdammte Stelle«, fluchte sie und brachte mich damit zum Schmunzeln.

»Mach dich nicht verrückt. Vier Wochen sind eine lange Zeit. Wir schaffen das.« Ich strich ihr aufmunternd über den Arm. »Dafür sind die Proben da.«

»Ich bin bloß immer so nervös auf der Bühne.«

Für ihre neunundsiebzig hatte Hilde das Augenrollen noch ziemlich gut drauf. Aus meinem Grinsen wurde ein Lachen. »Wenn du magst, gehen wir den Text hier zu Hause zusätzlich durch.«

»Das würdest du tun, Liebes?«

»Natürlich. Wenn es dir hilft, bin ich für dich da.«

Hilde kam auf mich zu, sie war einen ganzen Kopf kleiner als ich, und rahmte mein Gesicht mit ihren Händen ein. »Du bist ein Engel, Marie. Deine Eltern können stolz sein, eine so wunderbare Tochter zu haben. Das ist gut, sie mussten in ihrem Leben schon genug Leid erfahren.«

Dank jahrelanger Übung gelang es mir, den Kloß im Hals hinunterzuschlucken. »Ich gebe mein Bestes. Deshalb muss ich auch los. Ich treffe mich mit Ina wegen des Bühnenbildes.«

»Oh, wie aufregend. Dann husch, husch. Und für die privaten Probestunden lasse ich mir etwas einfallen.«

»Schon gut, wir sehen uns nachher.« Ich winkte kurz und schloss die Tür hinter mir.

»Hallo, Ina, ich bin spät dran, sorry.«

Im Gemeindesaal stand Ina mit einem Zollstock bewaffnet auf der Bühne.

»Kein Ding. Habe grad erst angefangen. Zuerst musste ich eine Diskussion mit meinem Kind ausfechten.«

»Wer hat gewonnen?«

»Ich, aber es war ein harter Kampf.«

Ina war Kunstlehrerin an der hiesigen Grundschule. Sie war einundvierzig und alleinerziehende Mutter eines dreizehnjährigen Sohnes.

»In dem Alter glauben sie tatsächlich, sich nur über irgendwelche teuren Marken identifizieren zu können. Zweihundert Euro für Turnschuhe, die, wenn wir Glück haben, ein halbes Jahr passen. Und davon am besten gleich zwei Paar. Tsss.«

»Das ist wirklich viel Geld.«

»Stimmt, trotzdem bin ich die doofe Mama, die nichts erlaubt.« Ina zuckte mit den Schultern und grinste. »Zumindest kann ich nicht abstreiten, dass er das Fluchen von mir gelernt hat.«

»Ach, komm.« Ich legte den Kopf schräg.

»Noch habe ich Zeit fürs Bühnenbild. Die panische Ina lauert aber schon.«

»Dann lass uns dafür sorgen, dass die andere Ina keinen Grund hat, ihr Nickerchen zu beenden. Wie ist denn der aktuelle Stand?«

Bis die Ersten zur Probe eintrudelten, hatten Ina und ich weitere Details besprochen und waren guter Dinge, das Theaterstück perfekt in Szene setzen zu können. Gut gelaunt und voller Tatendrang verabschiedete sie sich. Fast pünktlich waren alle anderen da, und wir konnten starten. Hilde wirkte nervös, daher entschied ich, nicht gleich mit dem für sie schwierigen Teil zu beginnen.

»Martin, Wiebke, lasst uns mit der Szene starten, nachdem Christoph dank Jolanta zu Boden gegangen ist.«

»Wollen wir die Szene vom letzten Mal nicht wiederholen? Die war noch ziemlich chaotisch«, mischte sich Holger ein.

»Ich würde das Stück gern einmal komplett durchgehen, damit wir sehen können, wo wir stehen und wo es eventuell hakt.«

Lächelnd hielt ich Holgers grimmigem Blick stand. Er war bisher bei jedem Theaterstück dabei gewesen. Wir brauchten ihn, er kümmerte sich um die Technik. Allerdings war er ein ziemlicher Querulant und konnte einen mit seinen Ansichten und unzähligen Diskussionen in den Wahnsinn treiben.

»Wie du willst«, bekam ich zu hören. Holger verschwand hinter der Bühne und alle atmeten einmal durch.

»Also gut, Leute. Packen wir es an.«

Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, waren zwei Stunden vergangen. Erschöpft klatschte ich in die Hände, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

»Schluss für heute. Das war echt super. Ihr habt euch das Wochenende jetzt redlich verdient. Wir sehen uns am Mittwoch. Neunzehn Uhr.«

Gemeinsam mit Hilde machte ich mich auf den Weg nach Hause. Die Müdigkeit, die ich seit dem Morgen tapfer verdrängt hatte, kroch in meine Glieder und ließ mich herzhaft...


Hof, Kira
Kira Hof kam im Sommer 1981 zur Welt. Seit ihrer Geburt wohnt sie in einem wunderschönen Dorf in Nordhessen. Da ihr Mann ebenfalls von dort stammt, bestand ihr erster und einziger Umzug darin, von einem Dorfende an das andere zu ziehen. Zu ihrer Familie gehören außerdem die beiden Töchter und aktuell 3 Katzen und 2 Kaninchen.



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