Hoheisel | Sinnlose Selbstdarstellung im Lebensraum des Äquators | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 700 Seiten

Hoheisel Sinnlose Selbstdarstellung im Lebensraum des Äquators

Naturwissenschaftliche Überlegungen zu R. Müllers Roman "Tropen"
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-0776-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Naturwissenschaftliche Überlegungen zu R. Müllers Roman "Tropen"

E-Book, Deutsch, 700 Seiten

ISBN: 978-3-7448-0776-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
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Das Buch beschreibt unter anderem die Art des Lebens Deutscher und Österreicher im Lebensraum des Äquators.

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2.2 Das Vorwort

Wie der Tropen-Roman selbst ist auch das Vorwort in der Ich-Form formuliert. Da aber in letzterem klar wird, daß der Herausgeber des Romans schreibt, sollte der eigentliche Verfasser vieles gemeinsam haben mit diesem Berichterstatter.

Tatsächlich ist über Müller bekannt, daß er im Jahre 1907 eine Art „Weltreise“ unternahm, die ihn zumindest in die USA führte. Die genauen Reiseziele Müllers sind aber bis heute nicht feststellbar19. Ob er während seiner Reise auch in den Tropen, also beispielsweise in Mexico oder sogar in Manaus (unmittelbare Äquatornähe) war, läßt sich nicht mehr herausfinden20.

Es dürfte aber keinen Zweifel daran geben, daß zu jener Zeit und früher Kolonisationspläne für Südamerika von US-Amerikanern und Europäern überlegt und ausgearbeitet wurden, wie der Berichterstatter schreibt.

In der „Vorrede“ eines Arztes zu seiner Schrift über Tropenkrankheiten 1854 kann man z.B. folgendes lesen:

Dieser für die jetzige Zeit ziemlich fremdartig erscheinende Text macht plausibel, warum es in dem zu betrachtenden Roman ausgerechnet ein Deutscher sein mußte, der die Kolonisationspläne für Südamerika ausgearbeitet und vorbereitende Erkundungen ausgeführt hatte. Der Berichterstatter schreibt:

(S. 8)22

Es wird im Vorwort weiterhin berichtet, daß Hans Brandlberger wie auch seine Expeditionskameraden in südamerikanischen Gebieten durch Einheimische ums Leben kamen. Auf Grund ausführlicher Berichte der Zeitungen über diese Vorfälle in den Tropen Südamerikas sei der Berichterstatter schließlich auf das Manuskript Brandlbergers gestoßen, welches ihm vor geraumer Zeit von dem Deutschen zur Veröffentlichung übergeben worden sei. Da es damals wegen genereller Bedenken der Zeitschrift nicht zur Veröffentlichung kam, habe er nun den Entschluß gefaßt, selbst das Manuskript als Buch herauszugeben. Zu den „Aufzeichnungen“ Brandlbergers äußert er sich allerdings sehr vorsichtig. Zitat:

(der Herausgabe des Skripts)23 (S. 9-10)

Während aber die im Vorwort gewählte Sprache ein recht hohes Niveau aufweist und durchaus auch als künstlerisch bezeichnet werden darf, entschuldigt sich der „Herausgeber“ hier schon im voraus für die mangelnde Form des nachfolgenden Romantextes. Dies erscheint mehr als angebracht, denn - wie später noch zu zeigen sein wird - grenzen die im Roman gewählten Ausdruckformen in vielen Fällen tatsächlich an Kitsch oder wenigstens an niveaulosen, z.T. leeren umgangssprachlichen Text. Nicht einmal die im Vorwort erwähnten „scharfen und umfangreichen Beschreibungen“ lassen sich im Romantext wiederfinden. Warum Müller, der ja im Grunde der Urheber beider Texte ist, diesen Niveauunterschied zugelassen oder gar beabsichtigt hat, ist rätselhaft.

Weder der Hinweis des Herausgebers auf den (nur) naturwissenschaftlichen Bildungsstand Brandlbergers noch der Begriff „Expressionismus“ kann als Erklärung für diesen eklatanten Abfall des sprachlichen Niveaus in den „Aufzeichnungen“ dienen. Im späteren Verlauf der vorliegenden Arbeit soll jedoch hierauf noch mehrfach aufmerksam gemacht werden.

Der Autor des Vorworts wendet sich dann den Charakteren und Eigenschaften der drei Protagonisten des Romans zu, wobei aber dem Holländer Van den Dusen nur eine kurze Erwähnung zukommt. Von Brandlberger heißt es, er sei ein Grübler, sehr gründlich und analytisch. Der Amerikaner Slim habe eine Vorliebe für das deutsche Volk, sei ein „theoretischer Mensch“, obwohl er eher den Eindruck eines „sachlichen, lebhaften und waghalsigen“ Menschen mache.

Von Slim behauptet der Berichterstatter schließlich, er sei das Opfer der Eifersucht unter den drei männlichen Akteuren der Expedition und der begleitenden Indianerpriesterin Zana geworden. Das „Vorwort“ wird mit einer paradoxen Bemerkung zum Roman, welche hier aus guten Gründen unkommentiert bleiben soll, beendet. Es heißt dort:

(S. 15)

19 Pal Dereky Hungarian Studies 17/1 (2003) Akademiai Kiado (Budapest)

20 Barbara...



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