Holden | Bright Side - Ein Moment für immer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 601 Seiten

Reihe: Bright Side College Romance

Holden Bright Side - Ein Moment für immer

»You. Must. Read. It. It’s beautiful. Heart-wrenching.« (Colleen Hoover)
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7325-4327-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

»You. Must. Read. It. It’s beautiful. Heart-wrenching.« (Colleen Hoover)

E-Book, Deutsch, Band 1, 601 Seiten

Reihe: Bright Side College Romance

ISBN: 978-3-7325-4327-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Leben von Kate Sedgwicks verlief bisher alles andere als einfach. Doch obwohl sie eine Tragödie nach der anderen verkraften musste, hat sie nie ihre fröhliche Art und ihren Optimismus verloren. Kein Wunder, dass sie von ihrem besten Freund den Spitznamen »Bright Side« verpasst bekommen hat.

Außerdem ist Kate schlagfertig, verspürt eine unendliche Leidenschaft für Musik - und ist immer die Erste, die anderen ein Lächeln schenkt. Und für ihre Freunde würde Kate alles tun. Nur an die wahre Liebe glaubt Kate nicht.

Doch als Kate San Diego verlässt, um in einer Kleinstadt aufs College zu gehen, verliebt sie sich Hals über Kopf in Keller Banks ...

Sie spüren es. Aber sie kämpfen dagegen an. Denn beide haben ein Geheimnis. Und wenn Geheimnisse gelüftet werden, können sie dich heilen - oder für immer zerstören.

Eine inspirierende und lebensverändernde Geschichte über die Kraft der Liebe, den Mut, das Leben zu genießen und nie die Hoffnung zu verlieren.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Holden Bright Side - Ein Moment für immer jetzt bestellen!

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Montag, 22. August


Kate


»Alles klar, Alter?«

»Ach, weißt du, ich bin grad ungefähr dreißig Stunden am Stück durchgefahren, hab seit – wie viel? – zwei, drei Tagen nicht geschlafen und ungefähr zwei Dutzend Red Bull und fünfzig Liter Kaffee intus. Also fit wie immer, schätze ich.«

Er lacht. »Alter, in dir fließt wahrscheinlich ein bisschen Trucker-Blut.«

»Für dich immer noch Mother Trucker.«

Er lacht wieder. »Das ist genial! Ich werd Bright Side in Rente schicken müssen und dich ab sofort nur noch Mother Trucker nennen.«

Bis jetzt läuft die Unterhaltung gut, ungezwungen, wie ich gehofft hatte. Denn so wie Gus und ich vor ein paar Tagen in San Diego auseinandergegangen sind, wusste ich nicht, was ich von seinem Anruf zu erwarten hatte.

Dann folgt das peinliche Schweigen.

Zwischen uns gab es noch nie peinliches Schweigen. Nicht in den gesamten neunzehn Jahren, seit ich ihn kenne.

»Also. Minnesota, hm?«

»Jepp.«

»Dann bist du bei Maddie?«

»Ja.«

»Wie läuft das so?«

»Es läuft.« Gott, das hier wird nicht besser. Er klingt beinahe gelangweilt, aber ich merke, dass er verdammt nervös ist. Ich wundere mich, warum ich noch nicht gehört habe, dass er sich eine Zigarette anzündet. Und genau in diesem Moment höre ich sein Feuerzeug klicken und das vertraute Geräusch dieses ersten langen Zugs. »Du solltest …«

Er fällt mir ins Wort. »Ich sollte besser auflegen, Bright Side. Ich bin grad bei Robbie angekommen, und wie’s aussieht, sind alle schon da für eine Bandprobe, und ich bin wie üblich zu spät dran. Sie warten schon auf mich.«

Ich bin enttäuscht, aber ich weiß, dass das Leben anderer Leute nicht anhalten oder auf Standby geschaltet werden kann, nur weil Kate es so will. Also setze ich mein bestes Lächeln auf und antworte: »Ja. Klar. Bist du morgen Abend erreichbar? Dann rufe ich dich da an.«

»Ich hab vor, morgen nach der Arbeit surfen zu gehen, aber ich bin erreichbar.« Sein Atem hat sich beruhigt, aber ich weiß, das kommt daher, dass er sich so stark auf diese Zigarette konzentriert und die Ruhe zusammen mit dem Rauch und dem Nikotin zurück in seinen Körper saugt.

»Okay. Ich liebe dich, Gus.« Wir sagen einander immer Ich liebe dich. Das haben wir schon immer getan. Er ist damit aufgewachsen, es alle fünf Minuten von seiner Mom zu hören, weil sie es so meinte. Das war ganz natürlich. Ich bin damit aufgewachsen, es von meiner Mutter nie zu hören. Nie, genau so, wie sie es meinte. Ihr war es mit der Gleichgültigkeit ernst. Ich spürte sie jeden Tag. Bis ins Mark. Ich schätze, deshalb habe ich es immer so gern von Gus und seiner Mom Audrey gehört. Es wäre komisch, eine Unterhaltung mit ihnen zu beenden, ohne es zu sagen.

»Liebe dich auch, Bright Side.”

»Bye.«

»Bye.«

Ich wohne bei Maddie. Maddie ist meine Tante, die viel jüngere Halbschwester meiner Mutter, von deren Existenz sie gar nichts wusste, bis sie sich vor drei Jahren bei der Beerdigung meines Großvaters (ihres gemeinsamen Vaters) begegneten. Mein Großvater hatte im Leben meiner Mutter größtenteils durch Abwesenheit geglänzt. Er ging fort, als sie zehn oder so war. Verschwand einfach und hatte anscheinend eine andere Familie und alles, dann kehrte er, ein paar Jahre bevor er starb, wieder in ihr Leben zurück. Ich bin ihm ein paarmal begegnet und mochte ihn. Ich konnte ihn nicht für das verurteilen, was er getan hatte. Ich wusste nicht, wie sein Leben gewesen war. Jedenfalls taucht Maddie auf der Beerdigung auf, und meine Mutter bekommt einen Anfall, als Maddie verkündet, dass sie ihre Halbschwester ist. Ich meine, meine Mutter hat lange darauf gewartet, meine Schwester Grace und mich zu bekommen. Gewartet ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Grace war ein Unfall, und ich war ein schwacher Versuch, einen Mann zu halten, der weder sie noch uns wollte. Sie war neununddreißig, als Grace geboren wurde, und vierzig, als ich kam. Maddie ist jetzt erst siebenundzwanzig, acht Jahre älter als ich, was bedeutet, dass meine Mutter zweiunddreißig Jahre älter war als Maddie. Ja, ihr könnt es euch ausrechnen; mein Grandpa war ein geiler alter Bock. Aber noch mal, es steht mir nicht zu, ihn zu verurteilen.

Also jedenfalls hab ich diese Tante, von der ich nicht wusste, dass es sie gibt, und die ich kaum kenne, bis auf dieses eine Mal, als sie uns eine Woche lang im Haus meiner Mutter in San Diego besucht hat. Das war vor zwei Jahren. Als ich also erfuhr, dass ich von Grant, einem kleinen College in einer winzigen Stadt gleichen Namens direkt außerhalb von Minneapolis angenommen worden war (und ein Stipendium bekommen hatte), rief ich Maddie an und fragte sie, ob ich eine Woche lang bei ihr übernachten könnte, bevor ich ins Studentenwohnheim ziehen und der Unterricht anfangen würde. Sie zögerte, als hätte ich sie um eine verdammte Niere gebeten, aber schließlich war sie einverstanden. Und jetzt bin ich hier in ihrem Gästezimmer, und das erst seit einer Stunde, aber schon komme ich mir vor wie ein Gast, der länger bleibt, als er willkommen ist.

Ich packe meinen Koffer aus und stelle meine Zahnbürste, Zahnpasta, Shampoo, Spülung und Rasierer in das riesige Gästebad. Maddie hat eine wirklich schöne Wohnung. Ich bin nicht sicher, wie hoch die Lebenshaltungskosten hier in Minneapolis sind, aber die Bude sieht teuer aus. Sie ist total schick. Ich weiß, dass manche Leute auf schick stehen – was immer einen glücklich macht –, aber für mich ist schick überbewertet. Schick sorgt dafür, dass ich mich nach einfach sehne. Schick verbirgt viel, während einfach unmissverständlich zeigt, was Sache ist, sodass jeder es sehen kann. Das lässt mich an die Wohnung denken, die ich in San Diego hatte, und daran, wie sehr sie mir fehlt. Es war eine umgebaute Garage, die ich von Mr. Yamashita, dem alten Gärtner meiner Mutter, gemietet hatte. Mr. Yamashita hatte ein kleines Bad eingebaut, damit er den Raum vermieten konnte. Die Küche bestand lediglich aus einem Minikühlschrank, einer Mikrowelle und einer Herdplatte, ohne Spüle. Das Geschirr spülte man im Bad. Die Wohnung war klein und eng und dunkel, außer man hatte das Garagentor auf, aber ich liebte sie. Sie war einfach. Sie war mein Zuhause. Meine Schwester Grace und ich zogen vor etwa einem Jahr ein. Wir waren auf der Suche nach einer Bleibe, und Mr. Yamashita, dieser freundliche alte Mann, machte uns ein Angebot mit so lächerlich billiger Miete, das ich nicht ausschlagen konnte. Grace und ich teilten uns ein Doppelbett und hatten einen kleinen Klapptisch und zwei Stühle, die als Wohnzimmer, Schreibtisch und Spieltisch dienten. Wir hatten nicht wirklich viel Platz, aber es war gemütlich. Die Wohnung lag einen Block vom Meer entfernt, aber an einer Straßenecke, von der aus man einen guten Blick aufs Wasser hatte. Jeden Abend, nachdem wir gegessen hatten und Grace gebadet hatte, machten wir das Garagentor auf und setzten uns auf die Bettkante, um der Sonne dabei zuzusehen, wie sie über dem Meer unterging. Und genau dann, wenn sie ins Wasser zu tauchen begann und sich das Orange am Horizont ausbreitete, nahm Grace jedes Mal meine Hand, hob unsere ineinander verschränkten Finger in die Luft und rief: »Showtime!« Und ich rief zustimmend: »Showtime!« Dann hielt sie meine Hand mit ihren beiden Händen auf ihrem Schoß fest, bis es stockdunkel war. Die Dunkelheit entlockte ihr eine fröhliche Runde Applaus. Und ich fiel mit ein. Dann sagte sie jedes Mal zu mir: »Das war der Beste, findest du nicht?« Ich stimmte ihr zu, und irgendwie meinte ich es immer ernst. Dann machte ich das Tor zu, schwang Grace’ Beine aufs Bett, und sie legte sich hin. Ich deckte sie zu, küsste sie auf die Stirn und sagte zu ihr: »Gute Nacht, Gracie. Ich liebe dich. Schlaf gut und träum süß.« Worauf sie antwortete: »Und lass dich nicht von den Wanzen beißen. Liebe dich auch, Kate.” Und dann küsste sie mich auf die Stirn. Das fehlt mir so sehr.

Nachdem ich alles für meinen sehr kurzfristigen Besuch an seinen Platz geräumt habe, schlendere ich hinaus und versuche mit Maddie zu reden, aber sie telefoniert. Also deute ich auf die Küche, wie um die Erlaubnis zu bekommen, etwas zu essen. Sie nickt abwesend, während sie geziert ins Handy kichert. Da muss ein Typ am anderen Ende sein. Frauen kichern nur so, wenn sie mit jemandem reden, mit dem sie Sex haben. Oder versuchen, Sex zu haben.

Ihre kleine Hündin Princess folgt mir auf Schritt und Tritt. Ich weiß nicht, was für eine Rasse sie ist, aber wenn man blinzelt, übersieht man sie, so winzig ist sie. Sie ist freundlich, und ich mag sie, aber ich muss mich immer wieder daran erinnern, aufzupassen, wo ich hintrete, damit ich sie nicht versehentlich wie eine Ameise zerquetsche.

Ich trotte in die Küche, dabei schlurfen meine Füße über die Fliesen, weil es inzwischen einfach zu verdammt anstrengend wäre, sie zu heben. Ich öffne Maddies Vorratsschrank und erbeute eine Packung Makkaroni mit Käse, die sich lediglich in Begleitung einer Dose Gemüsesuppe und eines Eiweißriegels befindet, der sich so hart anfühlt, dass er sicher schon vor der letzten Jahrhundertwende abgelaufen ist.

Ich finde einen Topf und setze Wasser auf, um die Makkaroni zu kochen, dabei versuche ich, Maddies Unterhaltung im Nebenzimmer auszublenden, indem ich vor mich hinsumme. Ich wünschte, ich hätte meinen iPod hier, aber der ist im Schlafzimmer, das etwa zwanzig Schritte weit weg ist, und ich befürchte, wenn ich diese Anstrengung auf mich nehme, wird der Anblick dieses herrlichen, verlockenden Bettes mich ködern. Und ich muss wirklich was essen. Das letzte Mal, dass ich was gegessen hab, war vor einigen Staaten, in...



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