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Holland | The Norsemen-Saga: Der Thron der Wikinger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 383 Seiten

Reihe: Die Legende von Jorvik

Holland The Norsemen-Saga: Der Thron der Wikinger

Historischer Roman | Die Legende von Jorvik 1: Wer ist der wahre König des Nordens?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-147-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman | Die Legende von Jorvik 1: Wer ist der wahre König des Nordens?

E-Book, Deutsch, Band 1, 383 Seiten

Reihe: Die Legende von Jorvik

ISBN: 978-3-98952-147-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Sprache von Axt und Schwert ... Der historische Roman »Der Thron der Wikinger« von Cecelia Holland jetzt als eBook bei dotbooks. Irland, 10. Jahrhundert: Die Dorfbewohner erzittern vor Angst, als die Langschiffe von Erik Blutaxt wie Geister am Horizont erscheinen. Der berüchtigte Wikinger-König ist gekommen, um Tod und Feuer über das Land zu bringen und die Frauen der Insel zu rauben. Einzig der junge Corban überlebt den Angriff auf sein Dorf, und schwört ewige Rache an dem, der ihm alles genommen hat. Gemeinsam mit dem Handwerker Einar begibt er sich auf die gefährliche Reise in die Wikingerstadt Jorvik, um seine Zwillingsschwester Mav zu retten. Umgeben von Feinden muss Corban sich in einer fremden, mitleidlosen Welt behaupten, in der ein Machtkampf wütet, der das Schicksal der Wikinger für immer verändern soll ... »Ein packendes, sprachgewaltiges Epos, das die Zeit der Wikinger zum Leben erweckt.« New York Times Jetzt als eBook kaufen und genießen: Das Wikinger-Epos »Der Thron der Wikinger« ist der packende Auftakt der Norsemen-Saga von Cecelia Holland, die alle Fans von Bestsellerautor Bernard Cornwell und des Serien-Hits »Vikings« begeistern wird. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Cecelia Holland wurde in Nevada geboren und begann schon mit 12 Jahren, ihre ersten eigenen Geschichten zu verfassen. Später studierte sie Kreatives Schreiben am Connecticut College unter dem preisgekrönten Lyriker William Meredith. Heute ist Cecelia Holland Autorin zahlreicher Romane, in denen sie sich mit der Geschichte verschiedenster Epochen und Länder auseinandersetzt. Die Website der Autorin: thefiredrake.com/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre historischen Romane »Im Tal der Könige«, »Die Königin von Jerusalem«, »Die Ritterin«, »Stonehenge: Die Säulen des Himmels«, »Im Schatten der Borgias«, »California: Der Ruf der Freiheit«, sowie ihre Norsemen-Saga mit den Einzelbänden »Der Thron der Wikinger« und »Der Erbe der Wikinger«.
Holland The Norsemen-Saga: Der Thron der Wikinger jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


»Du bist ein Feigling, Corban! Ein Dummkopf! Ein Taugenichts! Nichts machst du richtig! Du bringst nur Ärger!«

Schweigend, mit zusammengebissenen Zähnen, ließ Corban den Zornesausbruch seines Vaters über sich ergehen. Er spürte aller Blicke auf sich gerichtet – den seiner Mutter, die sich neben der großen, wuchtigen Gestalt seines Vaters winzig ausnahm; den seines Bruders, der sich ängstlich wie eine Maus am Tischende duckte; den seiner kleinen Schwester, die ihn aus großen Augen verschüchtert ansah; und den seiner Großmutter, die an der Feuerstelle saß. Keiner sagte ein Wort oder ergriff Partei für Corban. Alle kuschten, während der Vater vor Zorn tobte.

»Im Namen deiner Familie, geh! Ich befehle es dir! Nimm dein bisschen Mut zusammen und erhebe dein Schwert für den König!«

»Nein«, entgegnete Corban standhaft, hielt den Blick jedoch gesenkt, denn er konnte seinem Vater nicht in die Augen schauen.

»Verdammt sollst du sein! Du bist nicht mein Sohn! Du bist ein jämmerlicher Feigling!«

»Vater, bitte ...«

Fest und klar klang die Stimme durch die Stube. Corban hob den Kopf. Hinter ihm war lautlos seine Schwester Mav durch die Tür getreten. Schnellen Schrittes kam sie in die Stube, ging mit hoch erhobenem Kopf an Corban vorbei, stellte sich neben den Vater und legte ihm eine Hand auf den Arm.

»Sprecht nicht so, Vater. Sagt bitte nichts, das ungesagt bleiben kann.«

Der alte Mann wandte ihr den Blick zu. Wirr stand ihm sein zottiges graues Haar vom Kopf ab. Trotz seiner Wut lächelte er; für Mav hielt er stets ein Lächeln bereit. »Ich wollte, du wärst mein Sohn, Mav, und nicht dieser erbärmliche Versager. Zu dir hätte ich Vertrauen.«

»Vater, ich bitte Euch. Macht Euren Frieden mit Corban. Das hat er nicht verdient.«

Der alte Mann bedachte Corban mit einem flammenden, bezwingenden Blick. Corban senkte erneut den Kopf und starrte zu Boden,– er wollte sich dem Vater auf keinen Fall beugen.

»Ich soll meinen Frieden mit ihm machen?«, rief der alte Mann. »Niemals! Du wirst tun, was ich von dir verlange, Corban, und dem König deine Dienste anbieten, oder du wirst dieses Haus und diese Familie für immer verlassen!« Bei den letzten Worten knallte seine Stimme wie eine Peitsche.

Corban ballte die Hände zu Fäusten. »Ihr lasst mir keine Wahl«, stieß er hervor, wandte sich um und ging zur Tür.

Voller Schmerz schrie seine Mutter auf. Sie rief nicht einmal seinen Namen,– es war eher ein verzweifeltes Jammern, das sich laut und schrill über das erschreckte Gemurmel der anderen erhob.

Corbans letzter Blick, bevor er die Stube verließ, fiel auf seine kleine Schwester, die ihn offenen Mundes anstarrte. Dann trat er durch die Tür hinaus ins Sonnenlicht. Überrascht, wie ruhig und gefasst er war, blieb er für einen Moment stehen und nahm den vertrauten Anblick des Gehöfts in sich auf, betrachtete die steinerne Wand des Kuhstalls, den Haufen gestochenen Torfs, die Leibeigenen, die zur Wiese schlenderten, auf der bereits die Kühe grasten. In einiger Entfernung funkelte das Meer; das gleißende Licht blendete Corban. Er holte tief Luft, dann kehrte er Familie, Haus und Hof den Rücken und stapfte über den langen Pfad, der am Kuhstall, dem Lehmofen und dem Schweinekoben vorbei den Hügel hinaufführte.

Corban blickte sich nicht um, sah nur nach vorn auf den Weg, den er in seinem bisherigen Leben schon oft gegangen war. Als er die Stelle erreichte, wo der Pfad sich den Hügel hinaufwand, holte die vom schnellen Lauf keuchende Mav ihn ein. Corban sagte nichts, warf nur einen kurzen Blick auf seine Schwester. Eine Weile gingen sie nebeneinander, stiegen gemeinsam den grasbewachsenen, baumlosen Hügel hinauf.

Der kühle Wind blies Mav das lange schwarze Haar aus dem Gesicht und färbte ihre Wangen rot. Leise murmelte sie vor sich hin; dann drehte sie sich um und blickte den Weg zurück. Immer noch bewegten sich ihre Lippen. Corban ging ein paar Schritte vor ihr auf die Kuppe des Hügels zu. Wie sein weiterer Weg durch das Leben aussah, wusste er nicht. Er würde einfach fortgehen, nur mit der Kleidung, die er am Leibe trug, und mit der Schleuder bewaffnet, die unter seinem Gürtel steckte. Das Herz wurde ihm schwer.

»Ich bin kein Feigling ...«, begann er mit leiser Stimme, stockte dann aber, als Mav wieder zu ihm aufschloss und neben ihm schritt. Die langen Röcke wogten ihr um die Beine.

Die Augenbrauen gehoben, blickte Mav ihn erwartungsvoll an, als erwartete sie, dass er etwas sagte. Doch er schwieg.

Schließlich wandte sie den Blick von ihm, drehte sich um, sah wieder zurück auf den Weg, den sie gekommen waren, und seufzte tief.

Auch Corban blieb stehen und wandte sich um. Sie waren nun auf der Hügelkuppe angelangt, wo grauer Fels aus der vom Gras grünen Scholle ragte. Die Oberfläche des Steins war von Flächen rauer, schwarzgrüner Flechten bedeckt.

»Was ist, Mav?«

Sie zitterte heftig und senkte den Blick. Ohne ihm eine Antwort zu geben, holte sie einen Laib Brot und einen Krug unter ihrem Mantel hervor und reichte ihm beides.

»Nimm das, Corban.«

»Du hast ein gutes Herz.« Dankbar nahm er Krug und Brot, stellte den Krug auf dem Felsboden ab und legte den Brotlaib daneben.

Mit der freien Hand zog Mav sich den Mantel wieder straff um den Körper. Der Wind zerrte an ihrem Haar, und der Leinensaum ihres Gewandes flatterte. Plötzlich erstarrte sie, begann zu zittern und sagte mit leiser, angespannter Stimme: »Da kommt etwas ... jemand ... auf uns zu ...«

Ihre schlanken Finger schlossen sich um Corbans Hand.

Unwillkürlich blickte er den Pfad zurück auf das elterliche Gehöft. Er wollte Mav nicht glauben, dass jemand in der Nähe war; nur wenige Reisende verirrten sich nach hier draußen. Doch Corban wusste auch, dass seine Schwester eine besondere Gabe besaß: Sie wusste, was geschehen würde, bevor es geschah. Mav spürte Verlorenes auf und konnte sehen, was verborgen lag und wo. Fast jedes Mal, wenn Corban sie so erlebt hatte wie jetzt, war irgendetwas geschehen, und meist waren es schlimme Dinge gewesen. Besonders gut erinnerte er sich daran, wie Mav zwei Tage lang gezittert und gemurmelt hatte, so wie jetzt, bevor ein plötzlicher Sturm ihre Fischerboote zu Wracks zerschmettert und die Hälfte von ihrem Vieh getötet hatte.

Manche sagten, dass Mav es selbst sei, die schlimme Dinge geschehen ließ. Doch Corban, der ihre Hand hielt, wusste genau, dass dem nicht so war. Seine Schwester war ein guter, tugendhafter und aufrichtiger Mensch. Wenigstens was Mav betraf, hatte sein Vater recht.

Corban fragte sich, ob Mav auch seine Verbannung vorhergesehen hatte. »Vater wird mich zurückkehren lassen«, sagte er, obgleich er sich da ganz und gar nicht sicher war. »Vielleicht schon morgen. Du weißt ja, wie er ist.« Die Wut, die in ihm gewütet hatte, war verflogen, und nun wusste Corban nicht mehr, ob er tatsächlich gehen sollte und wohin.

Im Westen stieg das Land an, erhob sich zu niedrigen Hügeln, die sich nun, mit dem nahenden Winter, braun verfärbten. Mit einem Mal schien Corban das heimatliche Feuer der einzige warme Platz auf der Welt zu sein – und seine Familie die einzigen Menschen, die ihn jemals lieben würden.

Mav entzog Corban ihre Hand. Mit beiden Fäusten packte sie den Saum ihres Mantels, den Blick starr auf das ferne Meer gerichtet. »Ich werde dir helfen, Corban. Ich rede mit Vater und lege ein gutes Wort für dich ein.« Sie strich sich das Haar aus der Stirn und umarmte Corban.

»Ja, ich werde ihn dazu bringen, dass er dich heimkehren lässt. Wenn nicht, gehen wir zusammen fort, Corban, du und ich. Wir treffen uns morgen Mittag wieder hier, wenn die Sonne hoch am Himmel steht.« Abrupt löste sie sich von ihm, wandte wieder den Blick ab und schaute aufs Meer.

Corban fand, dass seine Schwester wunderschön aussah mit den im Wind flatternden dunklen Haaren, den rosigen Wangen und den leuchtenden Augen. Und er hoffte, dass sie ihr Heim niemals verlassen würde, um mit ihm auf eine Reise ohne Wiederkehr zu gehen.

»Morgen also«, wiederholte er.

Sie wandte sich ihm wieder zu, lehnte sich an ihn und küsste ihn auf die Wange. Dann sah sie ihm tief in die Augen.

»Ich werde alles versuchen, dich wieder nach Hause zu holen, Corban«, sagte sie. »Doch es wäre besser, du kämst von allein und würdest dafür sorgen, dass Vater dich so nimmt, wie du bist.« Wieder küsste sie ihn, trat dann zurück, runzelte die Stirn und musterte ihn von oben bis unten. Sie machte Anstalten, ihren Mantel abzulegen und ihn Corban zu geben.

Trotz seines Kummers musste er lachen und nahm ihre Hand. »Nein, nein, mir ist warm genug.«

Sie zuckte die Achseln. Ohne ein weiteres Wort wandte sie sich um und ging den Pfad zurück zum elterlichen Gehöft.

Corban blickte ihr nach, und der Anflug von Frohsinn verflog.

Er und Mav waren am selben Tag geboren; die Leute sagten, sie sähen einander ähnlich wie ein Ei dem anderen, und doch sah Corban nichts von sich selbst in seiner Schwester. Mav war immer frei heraus, war mutig und ehrlich und kümmerte sich um alles und jeden. Stets dachte sie gründlich nach, bevor sie etwas tat, und sie kannte keine Angst.

Corban hingegen war weder weise noch tapfer, sondern dümmlich und träge.

Er nahm den Brotlaib aus dem Beutel und aß ein Stück davon, wobei er den Blick über die Hügel und den Eichenwald schweifen ließ.

Nach der kargen Mahlzeit stapfte Corban am Rand des Großen Waldes entlang, wo das Gehen leichter war; er durchquerte ein Stück tückisches Sumpfland und kam an Wiesen vorüber, auf denen Rotwild graste. Im Vorbeigehen pflückte er Nüsse und...



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