E-Book, Deutsch, 319 Seiten
Hood Clear by Fire - Suchen & vernichten
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-86552-555-0
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
E-Book, Deutsch, 319 Seiten
ISBN: 978-3-86552-555-0
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Die Gerechtigkeit muss siegen
Mason Kane kämpfte als Soldat viele Jahre im Anvil-Geheimprogramm der US-Armee, um unbemerkt von der Öffentlichkeit den Terror zu bekämpfen. Bis sich sein Kommandant auf einen perversen Deal mit dem Feind einlässt. Als der die Tötung einer unschuldigen afghanischen Familie anordnet, verweigert Kane den Befehl und desertiert …
Als Terrorist und Verräter von seinen früheren Kameraden gejagt, deckt er mit Unterstützung seiner Special-Ops-Kollegin Renee Hart eine gewaltige Verschwörung auf, die bis zum amerikanischen Präsidenten führt.
Clear by Fire ist der Auftakt zu einer furiosen Military-Action-Serie.
Dalton Fury: »Sehr stark und mit enormem Insider-Wissen geschrieben. Joshua Hood drückt dem Genre des Military-Thriller seinen Stempel auf.«
Publishers Weekly: »Ein packender Thriller. Man kann sich unmöglich von Mason losreißen, der vor nichts zurückschreckt, um sein Ziel zu erreichen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
3 Nordkalifornien Das Mittelstandsviertel war das reinste Postkartenidyll. Stattliche Bäume und genormte Häuser wachten über die Männer und Frauen, die über den unglaublich schwarzen Asphalt joggten, während Renee Hart zum dritten Mal die Straße entlangfuhr. Träge befeuchteten Rasensprenger das manikürte Gras und die gestutzten Büsche, während die perfekt verteilten Wassertropfen hell in der untergehenden Sonne funkelten. Renee runzelte hinter dem Lenkrad die Stirn und kniff die Augen zusammen gegen die Sonne, die gerade hinter der Sierra Nevada versank. Ein echter Albtraum für sie – eine Elitesoldatin, die sich in der Vorstadt verirrt hatte. Anstelle der üblichen Kampfausrüstung trug sie Jeans und Polohemd. Es kam ihr verkehrt vor. In Zivilistenkleidung fühlte sie sich ungewohnt verwundbar. Mit der linken Hand tastete sie nach dem Hufeisenanhänger am Hals, eine unbewusste Beruhigungsmethode. Ihre Mutter hatte ihr diesen schlichten Talisman geschenkt und das Sterlingsilber war durch die vielen nervösen Berührungen ziemlich abgegriffen. Es erinnerte sie an das Leben, das sie hinter sich gelassen, und an den Schaden, den diese Entscheidung ihrer Familie zugefügt hatte. Es war schwer gewesen, ihrer Mutter den Eintritt in die Army beizubringen. Als ihr die Tränen über die Wangen liefen, hatte sie sich schuldig gefühlt, aber ihr Entschluss stand fest. Danach gab es nichts mehr zu sagen. »Du gibst deine Zukunft auf, um einem Jungen hinterherzulaufen?«, hatte ihre Mutter sie angeschrien. »Das wirst du für den Rest deines Lebens bereuen.« Renee versuchte, ihr zu erklären, wie die Entscheidung in den letzten Monaten gereift war: Sie tat es nicht wegen der Verpflichtung ihres Freundes, sondern weil sie Angst vor dem College hatte. Nach den schrecklichen Jahren als miserable Schülerin, die mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche kämpfte und sich in der Schule wie eine Idiotin fühlte, glaubte sie, dass die Army möglicherweise genau das war, was ihr Selbstbewusstsein brauchte. Aber sie brachte die Worte einfach nicht heraus. Endlich fand sie das Haus und bog in die Einfahrt ab, an der sie bereits dreimal vorbeigefahren war. Die weißen Stuckwände und dunklen Holzleisten unterschieden sich drastisch von den schmutzig braunen Grundstücken im Nahen Osten. Diese Unvertrautheit machte selbst etwas so Simples wie das Zuordnen einer Adresse unglaublich schwierig. Sie klopfte an die schwere Eichentür und einen Augenblick später erschien das Gesicht eines Mannes verzerrt hinter dem Bleiglasfenster. Ihr Kontaktmann Joseph Davis arbeitete für die Defense Intelligence Agency, den Geheimdienst der Armee, und er stand gerade im Begriff, ihr den Tag zu ruinieren. »Hey, ich wusste gar nicht, dass du vorbeikommen wolltest«, begrüßte er sie, während er die Tür öffnete. »Wir haben ein Problem. Ich hab versucht anzurufen, aber du bist nicht rangegangen.« Sie kam direkt zur Sache. »Da muss ich wohl gerade unter der Dusche gewesen sein. Hast du Zeit fürs Abendessen? Annie macht Hackbraten.« Renee sah sich im makellos sauberen Eingangsbereich um und ließ die vielen Dekorationen auf sich wirken, mit denen Leute ihre Häuser füllten, um sich heimisch zu fühlen. Joseph ging durch eine offene Tür und sie folgte ihm, wobei sie darauf achtete, keinen Schmutz auf den sauberen Terrakottafliesen zu hinterlassen. In der Küche empfing sie eine sportliche Brünette am Herd. Die Frau runzelte die Stirn, als sie hereinkam, und sofort lag eine Spannung in der Luft, die fast mit Händen greifbar war. »Annie, das ist Renee. Sie ist aus Afghanistan hergeflogen, um uns im Büro zu helfen.« Renee merkte sofort, dass Annie sie nicht leiden konnte, aber sie war daran gewöhnt, dass Frauen sich in ihrer Gegenwart feindselig verhielten. Am schlimmsten war es bei Ehefrauen. Soldatinnen mit ihrem Aussehen passten nicht ins Bild. Die Tatsache, dass ihre Männer zusammen mit dieser hübschen Blondine Überstunden schoben, wurde umgehend als Bedrohung empfunden. Genau aus diesem Grund zog sie es vor, in Afghanistan zu bleiben. Das Führen von Beziehungen zählte nicht zu ihren Stärken und der Anblick dieses Paars lieferte ihr einen kleinen Einblick in das, was sie zugunsten ihrer Karriere geopfert hatte. Renee hatte immer geplant, eines Tages zu heiraten, und ihr war vage bewusst, dass ihr dafür nicht mehr viel Zeit blieb. Jemand hatte mal zu ihr gesagt, dass ein Mädchen sich ihre Partner nach dem Vorbild ihres Vaters aussuchte. Wenn das stimmte, war es kein Wunder, dass sie Single blieb. Ihr Dad hatte sie nur beachtet, wenn sie sich direkt vor ihn stellte und ihm keine andere Wahl ließ. »Renee meint, sie habe angerufen, aber ich hab nichts gehört. Hat mein Telefon geklingelt, als ich unter der Dusche stand?« »Nee«, erwiderte Annie und richtete den Blick auf den Topf, in dem sie rührte. Sie war eine erbärmlich schlechte Lügnerin. Renee erkannte sofort, dass sie das Klingeln gehört und sie wahrscheinlich aus der Anruferliste gelöscht hatte. »Die Zielperson hat einen Anruf bekommen. Er blieb zehn Sekunden lang in der Leitung, dann hat er aufgelegt und das Telefon deaktiviert«, berichtete Renee, ohne auf Annies finsteren Blick zu achten. »Scheiße. Hast du die anderen schon informiert?« »Hab ich, aber anscheinend wurde die Überwachung eingestellt. Niemand beobachtet ihn.« »Scheiße noch mal, was soll das heißen, sie wurde eingestellt? Wir hatten die Befugnis noch für den Rest des Monats.« »Joseph!«, rief seine Frau, offenbar überrascht von seiner Ausdrucksweise. »Entschuldigung, Baby. Ich muss los.« Er nahm die Pistole vom Küchentisch. »Ich warte im Auto«, sagte Renee. Sie wollte auf keinen Fall in den bevorstehenden Streit verwickelt werden. Sie hörte, wie Annie wütend auf ihren Mann einredete, während sie sich auf den Weg machte. Draußen öffnete sie kopfschüttelnd die Wagentür und stieg ein. Dieser Job erforderte Flexibilität und totale Hingabe, was wenig Zeit für gesunde Beziehungen ließ. Renee hatte Afghanistan vor 48 Stunden verlassen und bereits einen vollen Tag damit verloren, sich hinsichtlich Josephs Teil der Operation auf den aktuellen Stand zu bringen. Ihr Team verließ sich darauf, dass sie verwertbare Informationen lieferte, und es brachte sie nicht weiter, in der Einfahrt ihres neuen Partners herumzusitzen. Dem Bericht zufolge, den Joseph an seine Vorgesetzten übermittelt hatte, war er auf Beweise dafür gestoßen, dass ihre Zielperson kurz vor einem bedeutenden Geschäftsabschluss stand. Sie musste dringend herausfinden, was so wichtig war, dass er sich dafür aus seinem Versteck locken ließ. Vor drei Monaten war sie einem amerikanischen Söldner namens Decklin begegnet, der Al-Qaida-Verbündete im Nahen Osten mit Schusswaffen und Geld versorgte. Gleichzeitig war der Geheimdienst des Verteidigungsministeriums, kurz DIA, einer Geldüberweisung von zwei Millionen Dollar auf der Spur, die aus Saudi-Arabien stammte und deren Empfänger sich in Kalifornien befand. Dieser, ein gewisser Dr. Keating, leitete ein Unternehmen namens BioCore, das eine Handvoll Aufträge für die CIA und das Verteidigungsministerium ausführte. Da man annahm, dass Decklin möglicherweise für Dr. Keating arbeitete, wurde Renee nach Kalifornien geschickt, um die Arbeit der DIA zu unterstützen. Frustriert wartete Renee im Jeep darauf, dass Joseph zu ihr stieß. Es galt, keine Zeit zu verlieren. Sie hatte einen Auftrag zu erledigen. Sollte sich Joseph doch später um das Kitten seiner ehelichen Spannungen kümmern. Jetzt galt es, unverzüglich zu handeln. Sie hatte selbst versucht, eine Balance zwischen Arbeit und Liebesleben zu finden, und war daran auf erbärmliche Weise gescheitert. Während ihrer ersten Einsatzzeit hatte sie ihre Beziehung mit Jonas naiverweise für das einzig Wahre gehalten. Aber die Realität holte sie bald ein. Er erwartete von ihr, dass sie zwei Rollen gleichzeitig erfüllte: tagsüber als gleichberechtigte Partnerin, nachts als unterwürfige Geliebte. Noch bevor sie Kuwait verließen, war ihre Beziehung gescheitert. Kurz nach der Landung im Irak hatte Jonas sich einer anderen Einheit zuweisen lassen. Joseph arbeitete für das Verteidigungsministerium und in seiner Akte stand, dass er innerhalb der letzten zwei Jahre fünfmal seine Versetzung zurück in die Staaten beantragt hatte. Agent zu sein war für das Familienleben nicht unbedingt förderlich, und dafür brachte Renee Verständnis auf – aber er musste trotzdem seinen Pflichten nachkommen. Am meisten ärgerte sie sich darüber, dass es so viel Zeit gekostet hatte, zu seinem Haus zu fahren. Schwierigkeiten im Privatleben brachte der Job zwangsläufig mit sich, aber jetzt musste Joseph andere Prioritäten setzen. »Tut mir leid, dass ich dich vom Hackbraten weghole«, meinte Renee, als er endlich in den Jeep stieg. »Sei einfach still und fahr los.« »Na, na, immer mit der Ruhe. Die nationale Sicherheit geht nun mal vor.« Sie lachte und fuhr rückwärts aus der Einfahrt. »Frauen«, schnaubte er. »Nachdem ich heute Nacht auf der Couch schlafen muss, erzähl mir lieber mal, wie dein Plan aussieht.« »Hilf mir mal auf die Sprünge. Jim Green ist der Stationschef, richtig?« »So nennen wir das nicht. Wir nennen das leitender Agent.« »Okay, gut, wenn er der leitende Agent ist, wieso hat er dann deine Überwachungsaktion abgebrochen? Ich tippe darauf, dass er nicht...




