E-Book, Deutsch, 300 Seiten
Hopf DRIVER 8
überarbeitete Ausgabe
ISBN: 978-3-95835-585-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Endzeit-Thriller
E-Book, Deutsch, 300 Seiten
ISBN: 978-3-95835-585-9
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
G. Michael Hopf hat die Bestseller-Reihe 'The End' geschrieben. Er verlebte zwei abenteuerliche Jahrzehnte, bevor er irgendwann ruhiger wurde und sich hauptsächlich Romanen widmete. Zuvor diente er beim Korps der US Marines und arbeitete als Sicherheitsfachmann. Heute wohnt er mit seiner Familie in San Diego, Kalifornien.
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Prolog
»So, Kinder. Trinken ist äußerst wichtig, wenn man draußen in der Wildnis ist. Trinkt also etwas, bevor wir unsere Wanderung beginnen, und nehmt genug Wasser mit auf den Weg«, sagte Kyle Grant zu der kleinen Kindergruppe im Alter von acht bis zwölf. Heute wollten die kleinen Bewohner des Ferienlagers ihre bisher längste Wanderung unternehmen und Kyle wollte nicht riskieren, dass jemand vor Erschöpfung zusammenklappt. »Eine letzte Sache noch, denkt immer an die Dreierregeln. Drei Wochen ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser und drei Minuten ohne Luft. So lange dauert es, bis man … was?«
Ein junges Mädchen, ungefähr zehn Jahre alt, hob seine Hand.
»Ja, Melody«, sagte Kyle und zeigte auf sie.
»Bis man stirbt. Aber sind das wirklich drei Tage ohne Wasser?«
»Im Durchschnitt schon«, erklärte er. »So, dann geht mal etwas trinken und packt eure Sachen zusammen. Wir treffen uns in fünfzehn Minuten am Anfang des Wanderweges«, sagte Kyle.
Die Gruppe, bestehend aus dreiundzwanzig Kindern und zwei erwachsenen Betreuern, erhob sich und verließ die Hütte.
»Du kannst wirklich gut mit den Kindern umgehen«, sagte Tiffany Powell, die Leiterin des Ferienlagers, breit lächelnd. Sie ging hinüber zu dem Tisch, auf dem Kyle den Rucksack, den er zu Vorführzwecken ausgebreitet hatte, zusammenpackte.
»Ich habe meinen Spaß daran. Ich kann mir keine bessere Art vorstellen, meine zwei Wochen Urlaub zu verbringen«, sagte Kyle, auf dessen markantem und wettergegerbtem Gesicht ein breites Lächeln entstand.
»Wir haben nicht viele Freiwillige und die, die wir haben, reisen normalerweise nicht tausend Meilen auf eigene Kosten an«, sagte sie.
»Wie gesagt, es macht mir Spaß. Im Urlaub am Strand zu sitzen und Cocktails zu trinken, ist ja schön und gut, aber ich finde das hier sehr viel befriedigender.«
»Ich hätte nichts gegen Cocktails am Strand einzuwenden.« Sie lachte und verschränkte ihre Arme. »Die Kinder haben dich sehr gern hier. Ich glaube, sie mögen vor allem die Polizeigeschichten, die du am Lagerfeuer erzählst.«
»Du weißt, die dienen hauptsächlich der Abschreckung«, scherzte er. »Aber sind es wirklich nur die Kinder, die mich gern hier haben?«, sagte er augenzwinkernd.
»Wir wollen nicht unprofessionell werden«, erwiderte sie. »Weißt du was, ich glaube, mit dir hier fühlen sie sich einfach sicher. Es geht doch nichts über einen richtigen Polizeibeamten als Betreuer.«
»Aushilfsbetreuer. Bei besserer Bezahlung wäre ich die ganze Zeit hier, glaub mir«, scherzte er.
»Der Job wäre dir jedenfalls sicher«, flirtete sie.
Die Tür ging auf und ein Mann Ende zwanzig steckte seinen Kopf hindurch. Seinem Gesichtsausdruck nach war er verängstigt.
»Josh, alles okay? Du siehst aus, als wäre gerade jemand von einem Bären gefressen worden«, witzelte Tiffany.
»Tiffany, komm schnell, an der Ostküste ist was passiert. Was Schlimmes.«
Sie setzte sich sofort in Bewegung und fragte: »Was ist denn los?«
»Ein Terroranschlag oder so was, beeil dich«, sagte Josh und verschwand.
Tiffany und Kyle folgten ihm zum Hauptgebäude der Einrichtung. Als sie eintraten, fanden sie eine Gruppe von Leuten vor, die sich vor dem Fernseher versammelt hatten, bestehend aus Joselyn, Andy, George, Gwen, Josh und Vivian. Tiffany schob sich durch die Leute hindurch, bis sie den Bildschirm sehen konnte.
Kyle hatte es da leichter, mit seinen ein Meter neunzig Körpergröße konnte er einfach über die anderen hinwegsehen.
Auf dem Fernsehschirm war eine große Explosion zu sehen, gefolgt von einer Pilzwolke, die in den Himmel stieg.
»Was ist das? Was geht da vor?«, fragte Tiffany.
»Das war Boston«, sagte Joselyn, die Schwimmlehrerin des Lagers.
»Ist das dein Ernst?«, fragte Tiffany.
»Ja, laut den Nachrichten sind Städte entlang der gesamten Ostküste betroffen«, antwortete George, der Naturkundler der Gruppe.
»Mach mal lauter, ich kann nichts verstehen«, sagte Kyle.
»«, sprach der Reporter.
Die Sendung schaltete zu einem verwackelten Video von Los Angeles in weiter Entfernung. Ein plötzlicher heller Lichtblitz und danach eine gewaltige Pilzwolke, die die gesamte Stadt überrollte.
»Oh mein Gott«, rief Vivian, die Kunstlehrerin, mit Tränen in den Augen.
Plötzlich redeten alle durcheinander.
Kyle stand nur fassungslos da und sah der Wiederholung des Videos zu. Eben war seine Stadt noch dagewesen und im nächsten Moment war sie dahin. Von einem Augenblick zum anderen zerstört von einem Atomsprengkörper.
»Denver. Hat irgendjemand mitbekommen, ob Denver getroffen wurde?«, fragte Joselyn. »Meine Eltern leben dort.«
»Mein Bruder wohnt auch da«, sagte Andy, der Bogen-Experte.
»«, berichtete der Reporter.
»Was sollen wir nur machen?«, fragte Josh.
Alle Augen waren nun auf Tiffany gerichtet.
Tiffany dachte einen Moment lang nach und sagte: »Wir warten ab. Wir unternehmen nichts Drastisches, bis wir genau wissen, was los ist.«
»Aber da draußen herrscht Krieg. Städte werden zerstört«, jammerte Vivian.
»Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um in Panik zu geraten. Unser oberstes Ziel ist es, uns um diese Kinder zu kümmern. Habt ihr das alle verstanden?«, fragte Tiffany.
»Tiffany hat recht. Ich kann in Denver jemanden anrufen, der vielleicht mehr weiß«, sagte Kyle und holte sein Handy hervor. Er wählte eine Nummer und hielt das Gerät an sein Ohr.
Nach einem Klicken bekam er eine Sprachmitteilung zu hören. ».«
Kyle versuchte es noch einmal und erhielt wieder die gleiche Nachricht. Er sah zu Tiffany und sagte: »Ich komme nicht durch. Kann es noch jemand versuchen?«
»Ich kriege nur die Mitteilung, dass alle Leitungen belegt sind«, sagte Joselyn.
»Ich auch«, fügte Jacob hinzu.
Auch Tiffany nahm ihr Handy und wählte eine Nummer. »Hier das Gleiche.«
»Versucht mal die Festnetzleitung, vielleicht geht die«, schlug Joselyn vor.
Kyle wählte die Nummer, die er mit seinem Handy zu erreichen versucht hatte, auf dem Hausapparat. Einen Moment später legte er den Hörer wieder auf und sagte: »Leitungen sind belegt.«
»Oh nein. Was bedeutet das?«, fragte Vivian, deren Hände zitterten.
»Das heißt, dass jetzt alle versuchen zu telefonieren, genau wie wir, nichts weiter«, antwortete Kyle, in der Hoffnung, die Anwesenden zu beruhigen, aber tief im Inneren hatte er das beklemmende Gefühl, eben das Ende der Welt live im Fernsehen beobachtet zu haben.
»Hey, schaut mal. Sie sagen was über Europa«, äußerte Vivian.
Josh drehte den Ton auf.
» sagte der Reporter und hielt inne, als er von Emotionen überwältigt wurde. »« Die Übertragung setzte aus und der Bildschirm wurde blau.
»Welcher Sender war das?«, fragte Kyle.
»Das war Denver«, sagte Tiffany, deren Stimme zu versagen drohte.
Bis auf leises Schluchzen versank der Raum in Schweigen.
»Die Kinder, sie warten auf mich am Wanderweg«, sagte Kyle.
»Geh sie holen. Wenn sie zurückkommen, müssen wir dafür sorgen, dass sie nichts mitbekommen. Wenn ich euch nicht zusammenreißen könnt, lasst es mich wissen«, ordnete Tiffany an und versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.
»Ich kann sie ein bisschen basteln lassen«, sagte Vivian und wischte sich die Tränen von der Wange.
»Ich halte das für keine gute Idee. Du bist ganz aufgelöst, geh lieber in deine Hütte und mach eine Pause«, sagte Tiffany und wandte sich dann Joselyn zu. »Was halten wir davon, wenn sie schwimmen gehen?«
»Okay, ich werde unten am Ufer auf sie warten«, sagte Joselyn und ging los.
Kyle war auf dem Weg zur Tür, als Tiffany ihm hinterherrief: »Ich komme mit.«
Er blieb stehen und wartete.
»Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich habe Angst«, gab Tiffany zu.
»Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich das unbeeindruckt gelassen hat, aber du hast das gut gehandhabt da drinnen. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren. Offensichtlich geht die Welt gerade den Bach herunter und wir werden es den Kindern irgendwann beibringen müssen.«
»Ich weiß, daran habe ich auch schon gedacht, glaub mir. Wie erzählt man Kindern, dass die Welt untergegangen ist, ohne dass sie ausflippen?«
»Kaum machbar, die Situation ist scheiße, entschuldige meine Wortwahl, aber es gibt keine einfache Antwort darauf. Aber ich helfe dir, wo ich nur kann. Lass mich einfach wissen, was ich tun kann«, sagte Kyle.
Sie...




