Hopf | ZUFLUCHT (The End 3) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 352 Seiten

Reihe: The End

Hopf ZUFLUCHT (The End 3)

Endzeit-Thriller
überarbeitete Ausgabe
ISBN: 978-3-95835-023-6
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Endzeit-Thriller

E-Book, Deutsch, Band 3, 352 Seiten

Reihe: The End

ISBN: 978-3-95835-023-6
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Eine Geschichte mit Wendungen, wie sie überraschender nicht sein können. Ein tiefer Blick in die wahre - die düstere - Seele einer selbstverliebten Nation am Abgrund ihres Seins.' Die Angriffe zu überleben bedeutet mehr, als sie sich jemals hätten vorstellen können ... Monate, nachdem ein Super-EMP-Angriff die Vereinigten Staaten verwüstete, ist das Land nicht mehr wiederzuerkennen. Alle großen Städte sind in der Hand von marodierenden Banden, während die Überlebenden Hungers sterben und die Regierung machtlos gegen die Gesetzlosigkeit im Land ist. Diejenigen, die glaubten, auf das Ende vorbereitet zu sein, müssen nun feststellen, dass sie niemals vorbereitet waren. Während einige nach Rache dürsten, für die Verluste, die sie erleiden mussten, sind andere entschlossen, die Nation wieder aufzubauen. Gordon, Samantha, Sebastian, Barone, Connor und Pablo - sie alle befinden sich auf verschiedenen Wegen heraus aus dem Chaos, in eine neue Heimat. Sie alle sind auf der Suche nach einer Zuflucht. Das Buch von Michael Hopf stellt Szenarien dar, wie sie vielleicht in ein paar Jahren wirklich realistisch sein können, beziehungsweise Ausläufer schon geschehen sind. Gerade deswegen ist dieses Buch von Anfang bis Ende fesselnd für den Leser. Man möchte es gar nicht weglegen, weil man Angst hat, in den nächsten Zeilen gleich etwas zu verpassen. [Testmania] -------------------------------------------------------- 'Hochspannung pur!' [Lesermeinung] 'Klasse Fortsetzung! Wermutstropfen ... vieeeeel zu kurz, weil so spannend (hätte ruhig doppelt so lang sein können, ach was dreimal so lang!)' [Lesermeinung] 'Der 3. Teil ist auch der absolute Hammer.' [Lesermeinung]

G. Michael Hopf führte ein abenteuerliches Leben, bevor er eine Familie gründete und seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Nach seiner Dienstzeit im U.S. Marine Corps arbeitete er als Bodyguard. Er lebt mit seiner Familie in San Diego, Kalifornien.
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18. Oktober 2066

Olympia, Washington, Republik Kaskadien

Haley öffnete die Augen und schaute auf den Wecker, der neben ihr auf dem Nachttisch stand. Das grün fluoreszierende Zifferblatt der Uhr zeigte 7:18 Uhr an. Frustriert von einer weiteren schlaflosen Nacht blickte sie zum heller werdenden Horizont im Osten und vergaß für einen Moment das beklommene Gefühl, mit dem sie insgeheim lebte. Sie wollte ihre Augen nicht abwenden, weil sie befürchtete, die ersten Sonnenstrahlen des Tages zu verpassen.

Wenn morgens kein typischer Nebelschleier über der Stadt hing, konnte man atemberaubenden Sonnenaufgängen beiwohnen. Solche Morgen liebte sie, weil sie dann die einfachen Freuden des Lebens genießen konnte, das jetzt ganz anders war als in ihren jungen Jahren. Erst wenn man verliert, was einem viel bedeutet, wird man sich dessen Wichtigkeit vollends bewusst. Sie fragte sich oft, für wie selbstverständlich die Menschen in der alten Zeit ihr Leben gehalten haben mochten und ob sie wohl gedacht hatten, der Alltag, den sie gewohnt waren, könne nie enden. Sie jedoch wusste nun, und zwar nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch anhand dessen, was die Geschichte sie gelehrt hatte, dass nichts ewig währte. Das Leben und insbesondere der Tod waren wesentliche Aspekte des menschlichen Daseins. Sie hatte genug vom Tod gesehen, mehr als sie jemals wieder erleben wollte, wusste aber auch, dass der Friede in der Form, wie er jetzt in ihrem Land herrschte, eines Tages enden würde.

Das dunkel-orangefarbene Licht der aufgehenden Sonne strahlte über den Horizont und erhellte ihr spartanisch eingerichtetes Schlafzimmer. Ihr Schlittenbett stand parallel zu dem breiten Fenster, das ihr dieses Naturschauspiel bot. Dem Bett gegenüber auf der anderen Seite stand ein alter Kleiderschrank, groß wie ein Monolith; er ragte über sechs Fuß hoch in den Raum. Sie zog sich die dicke Federdecke bis ans Kinn und schaute dabei zu, wie Mutter Natur einen neuen Tag gebar.

Das Brummen des Trucks, der ihre Auffahrt hinunterrollte, riss sie zurück in die Gegenwart. Der Mann vom Lebensmittelladen vor Ort lieferte ihre wöchentliche Bestellung: Eier, Milch, Butter und Sahne. Sie drehte sich auf den Rücken und schaute an die Zimmerdecke.

John wollte am späten Morgen kommen, um sein Interview fortzuführen. Ihr graute davor. Das ganze Wochenende lang hatte sie sich gefragt, warum sie überhaupt zugestimmt hatte, diese Befragungen über sich ergehen zu lassen. Die Vergangenheit war schmerzlich genug – ihre Erinnerungen breittreten zu müssen, vergegenwärtigte jene fernen Momente bloß. An einige der Menschen, die während ihrer frühen Kindheit Teil ihres Lebens gewesen waren, hatte sie vor Jahren zum letzten Mal gedacht. Die Aussicht darauf, sich abermals öffnen zu müssen, überwältigte Haley.

Sie sann darüber nach, warum sich ihr Vater Zeit genommen hatte, um ihr seine gesamte Lebensgeschichte zu erzählen. Nie würde sie jenen Wintertag vergessen, an dem er sich zu ihr gesetzt und geschildert hatte, wie alles so gekommen, wie die Gesellschaft auseinandergebrochen und wieder zusammengekommen war. Einige Einzelheiten verfolgten sie bis zum heutigen Tag.

Ihr knurrender Magen bewog sie letztlich dazu aufzustehen und ihren Tag zu beginnen. Haley mochte es, wenn sie gewisse Routinen einhielt, und auf ihre morgendliche freute sie sich jeden Tag. Sie konnte nicht genau bestimmen, ob sie den frisch aufgebrühten Kaffee aus doppelt gerösteten Bohnen oder das leicht getoastete Roggenbrot, bestrichen mit einer dicken Messerspitze gesüßter Butter lieber mochte, aber so oder so konnte sie keinen Tag ohne beides antreten.

Wie auf Autopilot griff sie zu ihrem Teekessel aus Edelstahl und füllte ihn mit gefiltertem Wasser aus einem Fünf-Gallonen-Kanister, den sie in ihrer Speisekammer aufbewahrte. Frisches, sauberes Wasser war ein kostbares Gut. Nach dem großen Zusammenbruch waren viele Systeme, die die Gemeinden mit Trinkwasser versorgt hatten, mitsamt der Infrastruktur zusammengebrochen. Selbst nach jahrzehntelangem Wiederaufbau hatte man nur wenige instand gesetzt beziehungsweise den Standards angeglichen, die das Volk zuvor gewöhnt gewesen war. Olympias kommunale Wasserversorgung litt immer noch unter Kinderkrankheiten, weshalb Haley nicht darauf vertraute. So hatte sie vor Jahren ein Filtersystem in ihr Haus bauen lassen, zog es aber trotzdem weiterhin vor, sich jede Woche Trinkwasser von einem Betrieb liefern zu lassen, der ein kleines Reservoir 15 Meilen außerhalb der Stadt unterhielt.

Obschon sie bereits vor dem Stromausfall auf der Welt gewesen war, fiel es ihr schwer, sich an die herkömmlichen Bequemlichkeiten zu erinnern, auf die sich ihre Eltern bezogen hatten: frisches, leicht erhältliches Obst, unterschiedliche Fleischsorten, verlässliche Elektrizität, Reisefreiheit und vor allem unverdorbenes Wasser. Sie wusste, die Art und Weise, wie die Menschen Wasser jetzt behandelten und wertschätzten, hob sich deutlich von der Zeit vor alledem ab. Als das Wasser aufgehört hatte, ganz einfach überall zu fließen, war mit ihm auch das ordentlich gepflegte Landschaftsbild verschwunden. Jene malerischen Szenen von saftig grünen Rasen und immerzu blühenden Beeten wurden durch Gärten mit widerstandsfähigen Pflanzen ersetzt. Mit dem wenigen Wasser, das die Leute zugeteilt bekamen, gingen sie sparsam und produktiv um, damit ihre Grundlage gesichert war. Für Haley ergab dies sehr viel Sinn. Sie konnte nachvollziehen, dass man sich für hübsche Blumen und Grasflächen ums Haus erwärmte, würde aber, nachdem sie die Entbehrungen in der Zeit nach den Anschlägen und dem Großen Bürgerkrieg erlebt hatte, stets auf alles vorbereitet sein. Nicht wenige in Kaskadien teilten ihre pragmatische Ansicht. Kaum jemand baute auf die Regierung, geschweige denn seine Mitmenschen, wenn es um persönlichen Schutz ging. Eine ganze Generation hatte ihren Nachkommen beigebracht, selbstständiger zu sein und autark zu leben.

Das Pfeifen des Kessels lenkte sie ab. Sie goss das kochende Wasser über den fein gemahlenen Kaffee in der Stempelkanne, woraufhin ihr das starke, leicht rauchige Aroma in die Nase drang. Allein dieser Duft versüßte ihr den Tag. Sie machte sich auf den Weg zur Haustür, um die Milchprodukte hereinzunehmen, die dort abgestellt worden waren. Bei den niedrigen Außentemperaturen würde die Sahne die perfekte Ergänzung zu ihrem heißen Kaffee sein.

Als sie die Tür öffnete, war sie überrascht, einen Mann davor lungern zu sehen. Er hatte sein Gesicht von ihr abgewandt.

»Kommst du, um das hier zu holen?«, fragte er, indem er einen Korb mit den Lebensmitteln hochhielt, die sie brauchte.

Sie erkannte seine Stimme instinktmäßig, konnte es aber kaum fassen.

»Hunter? Hunter, bist du das? Oh mein Gott, du bist es!« Haley schrie praktisch. Sie packte ihren Sohn und umarmte ihn. Während sie ihn fest drückte, sagte sie: »Mein Junge! Wie geht es dir? Ich kann nicht glauben, dass du hier bist!«

»Mom, hi. Äh, Mom, du erwürgst mich und machst die Eier kaputt«, erwiderte Hunter.

»Tut mir leid, ich bin nur so überrascht, dich heute Morgen zu sehen. Hätte ich das gewusst, hätte ich Hollandaise für ein paar Eier Benedikt vorbereitet.« Haley strich ihm übers Haar. Sie umarmte ihn immer noch innig, fast als fürchte sie sich davor, ihn loszulassen.

»Tut mir leid, dass ich nicht angerufen habe, doch ich wollte dich überraschen«, erklärte Hunter.

Sie entzog sich und schaute in seine blauen Augen.

Hunter Rutledge war ihr ältester Sohn. Mit sechs Fuß und zwei Zoll war er ein großer Mann mit braunem Haar und den aufgeweckten Augen, die so typisch für die Van Zandts waren. Haley erkannte ihren eigenen Vater in ihm.

»Komm rein, bevor du dich noch erkältest«, forderte Haley ihn auf und führte ihn ins warme Haus.

»Ich wollte dich nicht erschrecken, Mom, aber dein Timing war unheimlich. Ich hob den Korb auf und wollte gerade klopfen, als du die Tür aufgemacht hast.« Hunter redete mit leicht nasaler Stimme; im Zuge der kalten, feuchten Luft war er leicht verschnupft. Sie nahm ihm den Korb ab und eilte zurück in die Küche. »Willst du eine Tasse frischen Kaffee?«, rief sie.

»Sicher, klingt gut«, antwortete er, als er seine Jacke auszog. Dann ging er ins Wohnzimmer und schaute sich um. Dass er seine Mutter zuletzt besucht hatte, war lange her. Das Haus, in dem sie jetzt wohnte, kannte er nicht. Sie war vor ein paar Jahren nach dem Tod seines Vaters hier eingezogen. Müde von seiner langen Reise nahm er auf einem Zweisitzer im viktorianischen Stil Platz.

Haley huschte in den Raum, stellte die Kaffeetasse vor ihm auf den Tisch und drehte sich wieder um, weil sie noch einmal in die Küche gehen wollte. Nachdem sie ein paar Schritte getan hatte, wandte sie sich ihm erneut zu. »Du trinkst deinen Kaffee immer mit Sahne, richtig?«

»Ach ja. Danke, Mom.«

Er sah, wie der Dampf aus der Tasse stieg, nippte daran und grinste. Der kräftige Geschmack des Kaffees half ihm zu entspannen.

Haley kam wieder herein und setzte sich ihm gegenüber hin. Während sie ihre Tasse vorsichtig auf dem Schoß festhielt, stellte sie Hunter ein paar Fragen zu seiner Reise. Sie freute sich sehr, ihn zu sehen, war aber auch nervös, weil er sich nicht im Vorfeld angekündigt hatte. Über viele Geheimnisse, die sie John...



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