E-Book, Deutsch, 302 Seiten, Web PDF
Hoppe Informelle Mitgliedschaft in Brand Communities
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-8349-8343-5
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Einflussfaktoren, Konsequenzen und Gruppenunterschiede
E-Book, Deutsch, 302 Seiten, Web PDF
Reihe: Business and Economics (German Language)
ISBN: 978-3-8349-8343-5
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die Forschungsgruppe „Konsum und Verhalten“ veröffentlicht ihre F- schungsergebnisse seit 1997 in dieser Reihe. Aufgenommen werden Arb- ten der Herausgeber sowie Habilitationsschriften und herausragende D- sertationen. Die vorgelegte Dissertation von Frau Mag. Melanie Hoppe beschäftigt sich mit Brand Communities und ist damit einer Thematik zuzuordnen, die in der jüngeren Forschung einen hohen und wachsenden Stellenwert e- nimmt. Brand Communities stellen soziale Netzwerke dar, in denen sich Mitglieder der Community über die Marke austauschen. Viele Untern- men investieren zurzeit in den Aufbau und die Pflege solcher Brand C- munities, sodass profunde wissenschaftliche Erkenntnisse über Brand Communities von größter Bedeutung sind. Nach einer sehr umfassenden und gelungenen Aufarbeitung der besteh- den Literatur legt Frau Hoppe einen Fokus auf die Einflussfaktoren, die bewirken, dass sich Personen mit der Brand Community identifizieren. Ferner analysiert sie informelle Mitgliedschaften in der Brand Community. Ein weiterer Fokus liegt auf den Konsequenzen, die sich aus der inform- len Mitgliedschaft ergeben. Frau Hoppe entwickelt ein Modell zum - sammenspiel dieser Variablen, das dann umfassend empirisch geprüft wird. Ferner werden Gruppenunterschiede analysiert, was bedeutsam für die Segmentierung von Mitgliedern der Brand Community ist. Die Dissertation von Frau Hoppe leistet nicht nur einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung der Theorie bei Brand Communities, sondern liefert auch viele Implikationen für die praktische Anwendung von Brand C- munities. Sowohl Forschern als auch Praktikern, die sich mit Brand C- munities beschäftigen, kann die Dissertation wertvolle Hinweise liefern. Univ.-Prof. Dr. Ralf Terlutter Alpen-Adria-UniversitätKlagenfurt, Institut für Unternehmensführung Lehrstuhl für Marketing und Internationales Management V
Zielgruppe
Research
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einführung in die Themenstellung.- Brand Communities.- Stand der Forschung.- Theoretischer Bezugsrahmen.- Empirische Studie.- Resümee.
1 Einführung in die Themenstellung (S. 1)
„Die Welt neigt immer mehr zum Extremen. Dies gilt auch für die Welt der Marken.”
Bereits seit den 1980er Jahren ist eine Marktentwicklung des ständig härteren Wettbewerbs und der Überforderung der individualisierten Kunden zu beobachten. Durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft, die wechselnden, heterogenen Bedürfnisse der Konsumenten und ihrem hybriden Verbraucherverhalten befinden wir uns heute inmitten einer sehr dynamischen Marketingumwelt.
Märkte neigen aber nicht nur dazu, immer komplexer und unübersichtlicher zu werden, stark ansteigende Marketingkosten und immer kürzere Technologielebenszyklen führen zu einer weiteren Anspannung der wirtschaftlich schwierigen Situation für viele Unternehmen.
Aufgrund des steigenden, globalen Wettbewerbs8 sehen sich viele Unternehmen gezwungen, stärker und differenzierter auf die Bedürfnisse der Abnehmer einzugehen. Es kommt zu einer Individualisierung der Produkte und damit zu einer Überfragmentierung der meist gesättigten Märkte.
Traditionelle Marketingaktivitäten haben versucht, das Produkt über physische Aspekte und Serviceleistungen (z.B. Funktionalität, Qualität oder Verfügbarkeit) zu differenzieren, doch aufgrund des Überangebots in beinahe jeder Branche kommt es zu einem Angleichen der Produktleistungen. Damit wird eine Differenzierung anhand qualitativer oder funktionaler Aspekte quasi unmöglich und es kommt zu einem Preiskampf unter den Anbietern.
Dies hat eine Befragung von mehr als 370 Führungskräften des oberen und mittleren Managements in Österreich, Deutschland und der Schweiz bestätigt: Kaum ein Unternehmen ist noch in der Lage, seine Angebote von jenen der Mitbewerber erfolgreich zu differenzieren.
Trotz steigendem Qualitätsniveau und gleichbleibenden oder sogar sinkenden Preisen (vgl. Abbildung 1) sind die Produkte in den Augen der Nachfrager großteils austauschbar.Beinahe ein Drittel der Unternehmen musste trotz höherem Qualitätsniveau einen Preisrückgang in Kauf nehmen. Um diese Ausgangssituation aus Sicht der Hersteller abzuschließen, wird an dieser Stelle noch auf die steigende Ineffizienz der traditionellen Kommunikationsinstrumente hingewiesen.
Im Zeitalter der Informationsüberflutung steigt nicht nur die Anzahl der angebotenen Produkte am Markt, sondern auch jene der Absatz- und Kommunikationskanäle und somit auch die Media-Ausgaben.
Nicht nur das Management, sondern auch die Konsumenten stellen diese Veränderungen vor neue Herausforderungen. Viele fühlen sich von dem enormen Werbedruck belästigt und sind aufgrund des Überangebots häufig völlig überfordert. Immer größere Sortimente, komplexere Produkte und auch vielfältigere Informationen verwirren die Kunden,30 was im negativsten Szenario zu einer Konsumverweigerung führt.
Um die erschwerten Bedingungen der Kaufentscheidungen zu bewältigen und diese wieder zu vereinfachen, greifen die Abnehmer auf Reduktionsstrategien (vgl. Abbildung 2) zurück: Sie bevorzugen bekannte und bewährte Marken, verschieben den Kauf, um noch weitere Informationen einzuholen und suchen sich Rat bei Dritten.
Brand Communities verbinden Marke und Community zu einem Instrument, das neben einigen anderen Funktionen einen Lösungsansatz für den Umgang mit den Reduktionsstrategien der Kunden darstellt und damit sowohl für die Nachfrager als auch für die Anbieter ein enormes Nutzenpotenzial aufweist. Dieses Werkzeug kann viele Hindernisse, die als Folge der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen auftreten, umgehen und weist eine nachhaltige Wirkung auf, insbesondere wenn angesichts des homogenen und umfangreichen Angebots eine hohe Unsicherheit bei der Kaufentscheidung besteht. Darüber hinaus unterstützen Brand Communities die Bemühungen zahlreicher Unternehmen, langfristige Beziehungen mit den Kunden aufzubauen und aufrechtzuerhalten.




