Horstmann / Henke | Pflegekniffe von A - Z | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 154 Seiten

Horstmann / Henke Pflegekniffe von A - Z

Pflegefehler erfolgreich vermeiden
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-17-026478-6
Verlag: Kohlhammer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Pflegefehler erfolgreich vermeiden

E-Book, Deutsch, 154 Seiten

ISBN: 978-3-17-026478-6
Verlag: Kohlhammer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die in alphabetischer Reihenfolge aufgeführten Pflegekniffe und Pflegefehler sind wiederholt vorkommende Pflegesituationen aus der Praxis. Sie verdeutlichen, worauf es bei Prüfungen, in der Ausbildung und beruflichen Praxis der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Altenpflege ankommt. Neben der Pflegeplanung nach dem Pflegeprozess werden pflegewissenschaftliche, praktische und rechtliche Aspekte aufgeführt. Das kompakte Merkbuch für 'Pflegekniffe' mit zahlreichen 'Pflegefehler'-Suchbildern stärkt mit wenig Zeitaufwand effektiv die Pflegekompetenzen sowie das souveräne Auftreten von Pflegenden.

Friedhelm Henke, Krankenpfleger, Lehrer für Pflegeberufe, Fachbuchautor und Dozent in der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Christian Horstmann, Krankenpfleger, Diplom-Berufspädagoge, Dozent in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und Zeichner.
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Weitere Infos & Material


1;Deckblatt;1
2;Titelseite;4
3;Impressum;5
4;Inhalt;6
5;Einleitung ;10
6;Absaugen von Sekret ;16
7;Aktivierende Pflege ;17
8;An- und Auskleiden;18
9;Anamnese ;19
10;Angehörigenarbeit ;21
11;Aphasiker pflegen ;22
12;Aromatherapie;23
13;Aspirationsprophylaxe ;24
14;Augenpflege ;25
15;Augentropfen/-salbe;27
16;Baden und Duschen;28
17;Basale Stimulation®;29
18;Betäubungsmittel;30
19;Betreuungsrecht;32
20;Bewusstseinskontrolle ;34
21;Biografiearbeit ;35
22;Blutdruckkontrolle;36
23;Blutzuckerkontrolle ;38
24;Bobath-Konzept®;39
25;Burn-Out;40
26;Dehydratationsprophylaxe ;41
27;Dekubitusprophylaxe ;42
28;Depression ;44
29;Desorientierungsprophylaxe ;45
30;Dokumentation ;46
31;Enterostomapflege ;48
32;Entlassung, Pflegeüberleitung;49
33;Erste Hilfe;50
34;Essen und Trinken reichen;51
35;Fiebersenkende Maßnahmen;52
36;Fixiergurt anlegen (Bauchfixiergurt);53
37;Flüssigkeitsbilanzierung;57
38;Fußpflege ;58
39;Ganzkörperwaschung;59
40;Gesprächsführung;60
41;Gewichtskontrolle;61
42;Haar- und Bartpflege;62
43;Händedesinfektion;63
44;Harnblasenkatheterismus;67
45;Individualhygiene der Pflegeperson;70
46;Infusion vorbereiten und überwachen;71
47;Inhalation ;72
48;Injektion (subkutan);73
49;Injektion (intramuskulär);76
50;Inkontinenzpflege;78
51;Intertrigoprophylaxe;80
52;Intimsphäre wahren;81
53;Kinästhetik;82
54;Körpertemperaturkontrolle;84
55;Kommunikation;85
56;Kompressionsverband;87
57;Kontrakturprophylaxe;89
58;Künstliche enterale Ernährung;90
59;Kultursensible Pflege;92
60;Lagerung (30-Grad-Seitenlagerung);93
61;Lagerung (VATI-Lagerungen);94
62;Medikamente richten;95
63;Medizinische Thrombo-Embolie-Strümpfe (MTS);97
64;Mikrobewegungen;98
65;Mundpflege;99
66;Nagelpflege;100
67;Nahtod-Erfahrungen (NTE) ;101
68;Nasenpflege ;102
69;Obstipationsprophylaxe ;103
70;Ohrenpflege ;104
71;Pflegeevaluation ;105
72;Pflegemaßnahmen formulieren ;106
73;Pflegeprobleme und Ressourcen formulieren;107
74;Pflegestandards ;108
75;Pflegevisite ;109
76;Pflegeziele formulieren ;110
77;Pneumonieprophylaxe ;111
78;Psychiatrische Pflege ;112
79;Pulskontrolle ;113
80;Qualitätszirkel ;114
81;Realitätsorientiertes Training (ROT) ;115
82;Reinigungseinlauf ;116
83;Rollstuhl bedienen;117
84;Sauerstofftherapie ;118
85;Schlafunterstützung ;119
86;Schmerzprophylaxe ;120
87;Schweigepflicht;121
88;Sturzprophylaxe ;122
89;Suizidgefahr ;123
90;Teamarbeit ;124
91;Thrombo-Embolie-Prophylaxe ;125
92;Tracheostomapflege;127
93;Transfusionen überwachen ;128
94;Übergabe ;129
95;Unterzuckerung ;130
96;Validation ;131
97;Versorgung Verstorbener ;132
98;Verwirrtheitszustände;134
99;Wundversorgung (Wundinfektionsprophylaxe) ;135
100;Zahnpflege ;138
101;Zentralen Venenzugang überwachen ;139
102;Zimmergestaltung ;140
103;Zystitisprophylaxe ;141
104;Lösungen zu den Suchbildern ;142
105;Literaturverzeichnis;148
106;Stichwortverzeichnis;150


Einleitung


Pflegewissen in der Praxis kompakt parat zu haben, ist bei der Fülle an Informationen nicht immer ganz so einfach. Expertenstandards, Pflegemodelle sowie zahlreiche andere Leit-/Richtlinien und Arbeitshilfen erschweren die Übersichtlichkeit einer ganzheitlichen Pflege. Über Pflegesituationen gibt es bislang noch zu wenig eindeutige und gesicherte Studien. Professionell Pflegende wissen, dass sich Pflege nicht hundertprozentig standardisieren und vereinheitlichen lässt, sondern im Rahmen des Pflegeprozesses stets angepasst, reflektiert, evaluiert und individualisiert werden muss. Die Kunst (oder das Kniffel), korrekt zu pflegen, liegt demnach in der fachlich richtigen Argumentation. Dementsprechend liefert dieses Nachschlagewerk, neben der Orientierung an der ganzheitlichen Pflege, die Pflegeplanung nach dem Pflegeprozess, zahlreiche pflegewissenschaftliche, pflegepraktische sowie rechtliche Aspekte. Unter Berücksichtigung der Lebensaktivitäten gilt es, die jeweils optimalsten Pflegekniffe zu verwenden. Kniffelige Aufgaben verlangen Feingefühl, Geduld und Bereitschaft, sich nach allen Perspektiven zu orientieren. Es darf nicht nur beim Überlegen, Planen und Analysen bleiben. Erforderlich ist eine gut ausgeklügelte und gut begründete Pflegehandlung (ein Pflegekniff). Der zu pflegende Mensch möchte schließlich nicht überverwaltet, sondern gut versorgt werden. Dazu soll dieses Nachschlagewerk den Pflegefachkräften gute Pflegekniffe (Argumentationshilfen) bieten.

Übersicht „Lebensaktivitäten“:

  • Vitale Funktionen aufrechterhalten können
  • Sich situativ anpassen können
  • Für Sicherheit sorgen können
  • Sich bewegen können
  • Sich sauberhalten und kleiden können
  • Essen und trinken können
  • Ausscheiden können
  • Sich beschäftigen können
  • Kommunizieren können
  • Ruhen und schlafen können
  • Soziale Bereiche des Lebens sichern können.

In der größten Verbraucherstudie Europas „Reader’s Digest European Trusted Brands 2007“ weisen 91 % den Pflegenden ihr größtes Vertrauen aus. Befragt wurden 25 000 Menschen in 15 europäischen Ländern u. a. nach den vertrauenswürdigsten Berufsständen (Quelle: http://www.readersdigest.de).

Dagegen enthält der erste Bericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) über die „Qualität in der ambulanten und stationären Pflege“ viele Mängel bezüglich der Sicherheit von Patienten/Bewohnern in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen (Brüggemann et al. 2004):

Mängelliste (ambulant)

Pflegeziele

64 %

Prophylaxenplanung

55 %

Pflegeplanung

54 %

Berücksichtigung der Hygienevorgaben

49 %

Dekubitusprophylaxe

49 %

Pflegeanamnese

38 %

Ernährungs-/Flüssigkeitsversorgung

37 %

Situationsgerechtes Handeln (z. B. nach Sturz)

34 %

Fachliche Qualifikation der Mitarbeiter

32 %

Dokumentation von Veränderungen

32 %

Maßnahmedokumentation

22 %

Aufbewahrung der Wohnungsschlüssel

16 %

Pflegezustand der Patienten

9 %

Mängelliste (stationär)

Pflegeziele

55 %

Pflegeplanung

49 %

Prophylaxenplanung

46 %

Dekubitusprophylaxe

43 %

Ernährungs-/Flüssigkeitsversorgung

41 %

Bauliche Ausstattung

36 %

Berücksichtigung der Hygienevorgaben

34 %

Personalqualifikation

31 %

Situationsgerechtes Handeln (z. B. nach Sturz)

28 %

Pflegeanamnese

28 %

Nachvollziehbare Delegation ärztlicher Tätigkeiten

23 %

Nachvollziehbarkeit der Bedarfsmedikation

22 %

Dokumentation von Veränderungen

22 %

Maßnahmendokumentation

21 %

Personalbesetzung

19 %

Pflegezustand der Bewohner

17 %

Richten der Medikamente

17 %

Personalbesetzung in der Nacht

16 %

Freiheitsentziehende Maßnahmen

9 %

Ein Fehler wird als Abweichung vom Optimum oder gemäß der DIN EN ISO als „nonconformity“ (Nichterfüllung einer Anordnung) verstanden. Nach Kohn et al. (1999) können Fehler in verschiedene Arten klassifiziert werden:

  • Diagnostische Fehler,
  • Behandlungsfehler,
  • Fehler bei der Prävention,
  • sonstige Fehler.

Der Begriff Pflegefehler ist nicht geklärt und wird sehr unterschiedlich (multiple) verwendet. Allein ein solches Begriffswirrwarr kann bereits als „Sonstiger Fehler“ (struktureller Organisationsfehler der Metaebene) betrachtet werden, denn die oben beschriebene fehlende Einheitlichkeit macht Fehlererkennungssysteme unmöglich. Dennoch soll und muss derjenige, der einen Fehler macht, dazu stehen. Schließlich kann es nach Einreichen einer Klage durch die geschädigte Person zu Rechtsverfahren kommen. Diese hat Beweise für eine widerrechtliche Behandlung bzw. für einen Pflegefehler zu erbringen. In der Regel besteht jedoch die Beweislastumkehr. D. h., die Pflegeeinrichtung muss beweisen, dass sie den zu Pflegenden sicher und gut versorgt hat. Die Beweislastumkehr gilt z. B. bei lückenhafter oder fehlender Dokumentation, bei fehlender oder unvollständiger Aufklärung des Pflegebedürftigen sowie bei groben Behandlungsfehlern. Weiterhin verfolgt werden können die Haftung der Einrichtung (nicht der Pflegekraft) aus dem Behandlungs-/Versorgungsvertrag sowie die Haftung aus Delikt (Persönliche Haftung des Verursachers/Vorsatz und Fahrlässigkeit).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) startete im Frühjahr 2007 die Aktion „Neun Regeln zur Patientensicherheit“, um Millionenschäden durch Fehler in der Gesundheitsversorgung entgegen zu wirken, erklärte WHO Generaldirektorin Dr. Margaret Chan. Die Neun Regeln favorisieren klare und prägnante Handlungsanweisungen. Dementsprechend...


Friedhelm Henke, Krankenpfleger, Lehrer für Pflegeberufe, Fachbuchautor und Dozent in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.
Christian Horstmann, Krankenpfleger, Diplom-Berufspädagoge, Dozent in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und Zeichner.



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