Houston / Floyd / Carnicero | Lassen Sie sich nicht täuschen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

Houston / Floyd / Carnicero Lassen Sie sich nicht täuschen

CIA Agenten verraten, wie man Lügner entlarvt
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96121-116-6
Verlag: mvg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

CIA Agenten verraten, wie man Lügner entlarvt

E-Book, Deutsch, 272 Seiten

ISBN: 978-3-96121-116-6
Verlag: mvg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die ehemaligen CIA-Mitarbeiter Philip Houston, Michael Floyd und Susan Carnicero sind Profis auf dem Gebiet der Lügendetektion. In Lassen Sie sich nicht täuschen verraten die Experten, welche Techniken sie bei der Aufdeckung von Verbrechen einsetzen und wie man diese auch im Alltag anwenden kann. Anhand spannender Fälle des amerikanischen Geheimdienstes erklären die Autoren, an welchen verbalen und nonverbalen Verhaltensmustern man Lügen, Verrat und Betrug erkennt. Ein hervorragender Ratgeber, um dem Gegenüber auf die Schliche zu kommen und ein für alle Mal jeden Lügner zu enttarnen!

Philip Houston ist anerkannter Experte auf dem Gebiet der Lügendetektion und Fachmann für schwierige Gespräche und Befragungen. Für seine 25-jährige Tätigkeit bei der CIA wurde er mit der Career Intelligence Medal ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Greenville, North Carolina. Michael Floyd ist führender Experte bei den Themen Lügendetektion sowie Befragungs- und Ermittlungstechniken und befasst sich mit der Aufdeckung von Verbrechen, der Mitarbeiterüberprüfung und mit nationalen Sicherheitsangelegenheiten. Er lebt mit seiner Frau in Napa, Kalifornien. Susan Carnicero hat ein Verhaltensanalyse-Programm entwickelt, das zurzeit von der Regierung der Vereinigten Staaten und verschiedenen privatwirtschaftlichen Unternehmen eingesetzt wird. Sie ist Expertin bei der Durchführung von Verhören und Ermittlungen. Sie lebt mit ihren Kindern in Chantilly, Virginia.
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1

Warum es uns so schwerfällt, Lügnern auf die Spur zu kommen


Die Menschen lassen sich nicht belügen, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen.

Malcolm Muggeridge

Scheinbar hatte Phil an diesem Tag das große Los gezogen. Der ausländische Agent, mit dem er in einem Hotel im Zentrum der Stadt verabredet war (das Land dürfen wir aufgrund der geheimen Projekte, die die CIA dort verfolgt, nicht nennen), hatte dem Geheimdienst 20 Jahre lang gute Dienste geleistet, und seine Loyalität schien über jeden Zweifel erhaben zu sein. Dieser Mann – nennen wir ihn Omar – war in diesen 20 Jahren schon mehrfach im Rahmen von Einsatzbesprechungen und routinemäßigen Sicherheitsinterviews von CIA-Mitarbeitern befragt worden, und jedes dieser Gespräche hatte seine Glaubwürdigkeit aufs Neue bestätigt. Omar hatte sich seine Sporen als vertrauenswürdiger Partner verdient, der zu allen Missionen bereit war, mit denen man ihn beauftragte.

Vor ein paar Wochen waren Phil und ein Kollege vom Sicherheitsdienst von ihrem Heimatstandort Langley aus losgeschickt worden, um in mehreren Ländern Routinegespräche mit wichtigen Agenten zu führen. Denn genau wie die CIA-Mitarbeiter selbst müssen auch die externen Agenten regelmäßig im Rahmen von Gesprächen überprüft werden, um sicherzugehen, dass sie die strengen Sicherheitsbestimmungen des Geheimdienstes immer noch erfüllen. Phil fand diese Arbeit interessant (praktische Einsätze waren für CIA-Mitarbeiter stets eine willkommene Abwechslung), aber gleichzeitig auch nervenaufreibend, denn diese Gespräche erforderten hundertprozentige Konzentration und konnten stundenlang dauern, wenn ein Agent bei der Befragung den Verdacht erweckte, nicht ganz ehrlich zu sein.

Phil nahm es mit der Erledigung seiner Hausaufgaben stets sehr genau. Er schaute Omars Akte so gründlich durch, als habe er vor, seine geliebten East Carolina University Pirates auf ein Spiel gegen Virginia Tech vorzubereiten. Er studierte die Berichte über Omars frühere Aktivitäten Wort für Wort, damit ihm auch ja nicht das kleinste Detail, nicht die leiseste Nuance entging. Als er die Akte wieder schloss, war er zufrieden: Das würde ein leichtes Gespräch werden. Omar hatte ganz offensichtlich nichts zu verbergen.

Als Phil das gesicherte Gebäude verlassen wollte, in dem sie untergebracht waren, um zu dem Treffpunkt mit Omar zu fahren, lief ihm sein Kollege über den Weg.

»Wahrscheinlich wirst du nicht rechtzeitig zurück sein, um noch mit mir zum Abendessen zu gehen, hm?«, fragte er.

»Oh doch – mein heutiges Gespräch ist ein Kinderspiel«, versicherte Phil. »In zwei Stunden bin ich wieder da.«

»Nie im Leben«, widersprach sein Kollege. Die Skepsis war ihm deutlich anzumerken.

»Doch. Heute habe ich endlich einmal Glück«, beharrte Phil. »Meine letzten Gespräche waren wirklich sehr verzwickt, aber diesmal ist es anders. Dieser Bursche wurde schon von so vielen Kollegen überprüft, dass man sich seinetwegen wirklich keine Sorgen mehr zu machen braucht. Zwei Stunden – länger dauert es nicht.«

Phil steuerte auf den Treffpunkt zu, ein Zimmer in einem mehrstöckigen Hotel im Stadtzentrum. Schon allein, um Omar zu diesem Hotel zu bringen, war eine geheime Operation nötig gewesen – ein genau ausgeklügelter Plan, mit hundertprozentiger Präzision ausgeführt, um Omar vor der Entdeckung durch feindliche Geheimdienste zu schützen. Als Phil und Omar sich in dem verabredeten Raum – einer Suite mit einer bequemen Sitzecke in einem der obersten Stockwerke – niedergelassen hatten, begannen die beiden zunächst ein freundliches Gespräch miteinander, und dann kam Phil zur Sache.

Er setzte sich aufs Sofa und forderte Omar auf, in dem Sessel neben ihm Platz zu nehmen. Phil hatte schon Hunderte ähnlicher Gespräche geführt, das alles war reine Routine für ihn. In lockerem, aber geschäftsmäßigem Ton ging er die Liste seiner Standardfragen durch. Wie erwartet beantwortete Omar alle Fragen wie aus der Pistole geschossen und schien sich dabei kein einziges Mal unwohl in seiner Haut zu fühlen: Nach 20-jähriger Erfahrung kannte auch er das Procedere, das merkte man ihm deutlich an.

»Sie arbeiten nun schon jahrelang für uns«, sagte Phil. »Waren Sie denn auch schon mal für einen anderen Auftraggeber tätig?«

Eine legere Formulierung für die Frage, die er diesem langjährigen, altbewährten Agenten stellen musste: Hatte er jemals für die »bösen Jungs« gearbeitet?

Omars Reaktion verblüffte Phil. Er zögerte mit der Antwort, rutschte unruhig in seinem Sessel hin und her und stellte dann mit sichtbarem Unbehagen die Gegenfrage: »Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich bete?«

Phil traute seinen Ohren nicht. Was sollte das denn? Mit dieser Reaktion hatte er überhaupt nicht gerechnet.

»Klar, kein Problem«, sagte er, obwohl er sich immer noch nicht ganz von seinem Schock erholt hatte. Er rechnete damit, dass Omar für ein paar Sekunden den Kopf senken und anschließend seine Frage beantworten würde. Deshalb verwirrte ihn das, was als Nächstes kam, nur noch mehr.

Omar stand auf, ging ins Badezimmer und kam mit einem Handtuch zurück. Was auch immer dieser Bursche da vorhat, dachte Phil, gut ist das auf gar keinen Fall. Es ergab einfach keinen Sinn! Schließlich hatte Omar sich noch nie etwas zuschulden kommen lassen und Phil war überzeugt davon, dass er in diesem Gespräch bisher alle Fragen ehrlich beantwortet hatte. Also musste es irgendeine plausible Erklärung für seine Reaktion geben.

Omar trat ans Fenster, während Phil immer noch vergeblich versuchte, aus seinem Verhalten schlau zu werden: Was macht der da eigentlich? Versucht er mit dem Handtuch jemandem ein Signal zu geben? Was kommt hier wohl noch alles auf mich zu? Doch dann begriff er: Omar ist Moslem. Er steht am Fenster, um sich zu orientieren, denn er muss beim Beten in Richtung Mekka schauen. Moslems beten mehrmals am Tag zu genau festgelegten Zeiten, vielleicht war das jetzt eben einfach so ein Zeitpunkt.

Tatsächlich breitete Omar das Handtuch sorgsam auf dem Fußboden aus und kauerte sich mit dem Gesicht nach unten darauf. Während er betete, drehten sich Phils Gedanken im Kreis. Er begann an sich selbst zu zweifeln: Hatte er Omar auf irgendeine Weise beleidigt? Hatte er es am gebührenden Respekt gegenüber seiner Religion fehlen lassen? Er konnte nur hoffen, dass er bei der Führung dieses Gesprächs irgendetwas falsch gemacht hatte. Hoffentlich lag das Problem nicht bei Omar! Schließlich war Omar für die CIA in diesem Land ein wichtiger Agent. Wenn Phil nun mit der Hiobsbotschaft zurückkehrte, eine Informationsquelle, der man so viele Jahre lang vertraut und die man in so vielen bisherigen Gesprächen für zuverlässig befunden hatte, sei verdächtig, würde der Chef nicht Omars, sondern Phils Kopf fordern. Außerdem bekam Phil allmählich Hunger und der Zeitpunkt für das verabredete Abendessen rückte immer näher. Niemand wünschte sich sehnlicher als Phil, dass mit Omar alles seine Richtigkeit haben möge.

Nachdem Omar etwa zehn Minuten lang gebetet hatte, erhob er sich, faltete das Handtuch zusammen und kehrte zu seinem Sessel zurück. Als Phil seine Gedanken ordnete, um das Gespräch fortzuführen, fiel ihm auf, dass er sich innerlich von seinem Wunsch beeinflussen ließ, Omar zu glauben: Er war nicht mehr in der Lage, das Verhalten des Agenten objektiv zu beurteilen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als ihn nochmals mit der vorher bereits gestellten Frage zu konfrontieren.

Omars Reaktion fiel ganz anders aus, als Phil gehofft hatte: Er zögerte und scharrte mit den Füßen. Ihm war deutlich anzumerken, wie unwohl er sich fühlte. »Warum stellen Sie mir so eine Frage?«, protestierte er schließlich. »Gibt es etwa Grund zur Besorgnis?«

Den gab es jetzt tatsächlich. Omars verbale und nichtverbale Reaktionen auf diese Frage verrieten Phil, dass es nun an der Zeit war, seinem Gesprächspartner die entscheidenden Informationen zu entlocken. Er besann sich auf seine in jahrelanger Übung vervollkommneten konfrontationsfreien Verhörstrategien und verwandelte sich in eine Art menschliches GPS, das mit unfehlbarer Sicherheit auf sein Ziel zusteuerte: ein Geständnis.

Und dieses Ziel erreichte Phil schneller, als er erwartet hatte. Innerhalb einer knappen Stunde gab Omar zu, dass er in all den 20 Jahren seiner Tätigkeit als CIA-Agent gleichzeitig auch noch für den Geheimdienst eines feindlichen Landes gearbeitet hatte.

Aber damit war Phils Aufgabe noch lange nicht erledigt: Jetzt musste er sich vergewissern, ob Omar mit seiner Behauptung, die ganze Zeit über für die »bösen Jungs« gearbeitet zu haben, auch wirklich die Wahrheit sagte. Also blieb er im Verhörmodus und stellte ihm nun Fragen, deren Antworten Omars Geständnis bestätigen sollten. Nun, da die Wahrheit, die Omar zwei Jahrzehnte lang erfolgreich vor der CIA verborgen hatte, ans Licht gekommen war, packte der Doppelagent aus: Er erzählte, wie er während seiner Ausbildung bei der CIA so getan hatte, als sei er ein blutiger Anfänger – obwohl er das meiste schon vorher vom Geheimdienst des anderen Landes gelernt hatte. Einige seiner erfolgreichsten Missionen gegen die Amerikaner beschrieb er ganz genau in allen Details. Bei einem dieser Geständnisse lief es Phil kalt den Rücken hinunter:

Die Leute, die den Schlüssel zu den Geheimnissen sämtlicher CIA-Operationen weltweit in der Hand halten, sind die Kommunikationsoffiziere. Sie sind für den internen Nachrichtenaustausch zwischen ihrem Standort (Langley)...


Philip Houston ist anerkannter Experte auf dem Gebiet der Lügendetektion und Fachmann für schwierige Gespräche und Befragungen. Für seine 25-jährige Tätigkeit bei der CIA wurde er mit der Career Intelligence Medal ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Greenville, North Carolina.
Michael Floyd ist führender Experte bei den Themen Lügendetektion sowie Befragungs- und Ermittlungstechniken und befasst sich mit der Aufdeckung von Verbrechen, der Mitarbeiterüberprüfung und mit nationalen Sicherheitsangelegenheiten. Er lebt mit seiner Frau in Napa, Kalifornien.
Susan Carnicero hat ein Verhaltensanalyse-Programm entwickelt, das zurzeit von der Regierung der Vereinigten Staaten und verschiedenen privatwirtschaftlichen Unternehmen eingesetzt wird. Sie ist Expertin bei der Durchführung von Verhören und Ermittlungen. Sie lebt mit ihren Kindern in Chantilly, Virginia.



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