Howard | DAS SCHLEICHENDE GIFT | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 211 Seiten

Howard DAS SCHLEICHENDE GIFT

Der Krimi-Klassiker!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-1683-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Krimi-Klassiker!

E-Book, Deutsch, 211 Seiten

ISBN: 978-3-7554-1683-8
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Edwin Newsome ist besorgt um die Gesundheit seines Bruders Harold. Er beauftragt den Privatdetektiv Glenn Bowman, die noch junge Ehe Harolds mit der bildschönen Moira unter die Lupe zu nehmen. Denn Edwin befürchtet, dass Moira versucht, so schnell wie möglich zur reichen Witwe zu werden...   Der Roman Das schleichende Gift des britischen Schriftstellers Hartley Howard (eigentlich Leopold Horace Ognall - * 20. Juni 1908 in Montreal, Québec; ? Großbritannien) erschien erstmals im Jahr 1951; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte im Jahr 1960 (unter dem Titel Die letzte Eitelkeit). Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME CHEFAUSWAHL.

Howard DAS SCHLEICHENDE GIFT jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


  ZWEITER TEIL
      Zehntes Kapitel     Der geleckt sauber wirkende Mann in der verglasten Portiersloge lächelte unverbindlich freundlich, legte die Morgenzeitung weg und fragte: »Kann ich Ihnen helfen, Sir?« »Ich möchte Mr. Teel sprechen«, sagte ich. »Mr. Franklin Teel.« »Wie war der Name, Sir?« »Teel«, wiederholte ich geduldig. »TEEL.« Er presste die Lippen zusammen und lächelte nicht mehr ganz so freundlich. »Ich habe schon begriffen, dass Sie Mr. Teel sprechen wollen. Ich habe mich nach Ihrem Namen erkundigt.« »Ach so, mein Name.« Ich bewunderte den Schnitt meines Sakkos im Spiegelbild der Glasscheiben. »Sagen Sie, Mr. Morgenthau möchte ihn sprechen. Henry P. Morgenthau.« »Sehr wohl.« Er fummelte einen Augenblick lang an dem Miniatur-Schaltbrett der Rufanlage herum, dann hielt er plötzlich inne. »Sagten Sie Morgenthau?« Sein Gesicht wirkte jetzt sehr unfreundlich. »Sie haben richtig gehört«, erwiderte ich. »Direkt von den Goldbergen im Fort Knox hierhergereist. Aber sehen Sie zu, dass es nicht zu lange dauert. Ich habe heute Vormittag noch eine Besprechung mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.« Er schaute mich kalt an, während er fortfuhr, mit seinem Knöpfchenpult zu spielen. Dann zuckte er mit den Schultern und nahm den Hörer ab. Nach einer Sekunde sagte er: »Mr. Teel? Hier ist der Pförtner, Sir. Ich habe da - jemand möchte Sie sprechen... Nein, Sir, ein Fremder... Ja, er behauptet, er heißt Henry P. Morgenthau und kommt von Fort Knox... Richtig, Sir; Morgenthau.« Er betrachtete mich und runzelte dabei die Stirn, strich sich zugleich mit der Hand über das mit zu viel Spray festgeklebte Haar. »Ich weiß, Sir, aber genau das hat er gesagt... Ja... Ach, und er erklärte auch noch, er habe eine Verabredung mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.« Selbst von meinem Standort aus konnte ich hören, wie eine blecherne Stimme aus dem Hörer blakte: »Er ist ein Verrückter. Sehen Sie zu, dass Sie ihn los werden.« Der Mann am Pult grinste. »Sehr wohl, Mr. Teel. Ich werde...« Ich tauchte mit dem Arm unter der Glasscheibe durch und riss dem Portier den Hörer aus den Fingern. Dann sagte ich ins Telefon: »So einfach ist das nicht, Teel. Wenn Sie wissen, was gut ist für Sie, dann lassen Sie mich vor. Ich hätte mich nämlich gern mit Ihnen über einen gewissen Elmer Cranston unterhalten, der am Riverside Drive wohnt.« Teel gab ein Geräusch von sich, als wollte er darauf spontan etwas erwidern, überlegte es sich jedoch im letzten Augenblick anders. Ich dachte, er hörte jemandem zu, der im Hintergrund mit ihm sprach. »Nun, was ist?«, fragte ich. »Das Ganze beginnt mich zu amüsieren«, sagte er und lachte kurz. »Ich glaube, ich werde Sie mir einmal genauer ansehen, Mr. - äh - wie war noch der Name?« »Mein Name ist Wylie.« »Ach? Ich dachte Morgenthau?« Er schien sich bereits jetzt zu amüsieren. »Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht als König von England vorstellen wollen?« »Mein Name ist Wylie«, wiederholte ich leise. »Und jetzt geben Sie Ihrem Wachhund die Befehle.« Der geleckt saubere Mensch mit dem festgeklebten Haar nahm den Hörer aus meiner Hand, als sei ich ein Aussätziger. Sein bekümmerter Gesichtsausdruck passte wenig zu seiner überaus freundlichen Stimme. »Sie wollten mich sprechen, Mr. Teel?« Im Hörer waren wieder dünne, kratzende Geräusche zu vernehmen. Als sie endeten, erwiderte der Pförtner: »Richtig, Mr. Teel. Ich habe verstanden.« Er stand auf und öffnete die Tür seines Glasverschlages. »Wenn Sie mir bitte folgen wollen.« An dem bitte wäre er beinahe erstickt. Ich ging hinter ihm drein zum Lift. Als er den beleuchteten Rufknopf gedrückt hatte, blieb er mit dem Rücken zu mir stehen. Nach einer Weile zischte die Lifttür und ging auf. Ein Liftboy mit dem Körper eines Knaben und dem Gesicht eines Gauners schaute uns fragend an. »Welche Etage?« »Achtzehn. Mr. Teels Penthaus.« Der Pförtner trat zur Seite, um mich in den Lift steigen zu lassen. Auf der Fahrt nach oben fragte ich den Boy: »Mögen Sie den Burschen da unten?« Der Liftboy zeigte die Zähne und grinste. »Er geht mir schwer auf den Wecker. Eines Tages schlage ich ihm alle Zähne ein.« »Mir geht es genauso.« Ich hielt ihm eine Fünfdollarnote vor die Nase. »Können Sie das brauchen?« »Wofür?« »Für ein Telefongespräch.« »Wohin? Nach China?« »Nein. Ein Ortsgespräch. Wenn ich nicht in einer halben Stunde aus Teels Wohnung zurückkomme, sollen Sie einen Mann namens Newsome anrufen.« Ich reichte ihm den Schein und dazu einen Zettel, auf den ich Newsomes Nummer gekritzelt hatte. »Das ist die Nummer. Okay?« »Ist das alles? Und was soll ich dem Mann sagen?« »Sagen Sie ihm, dass Wylie Mr. Teel einen Besuch abgestattet hat, und dass er nicht zurückgekommen ist. Wenn er nicht kapiert, was er daraufhin zu unternehmen hat, sagen Sie ihm, er soll sich ohne Verzug mit dem zuständigen Polizeirevier in Verbindung setzen.« Seine Finger schlossen sich um den Geldschein und den Zettel mit Edwins Telefonnummer. »Sind Sie Wylie?« »Ja«, sagte ich. »Sie vergessen nicht, was ich Ihnen gesagt habe? Wenn ich zurückkomme, ist noch ein Fünfer für Sie drin.« »'Wenn Sie zurückkommen«, erinnerte er mich mit bedeutungsvollem Grinsen. »Und wenn nicht?« »Dann wird Ihnen Newsome den Fünfer geben. Machen Sie sich keine Sorgen.« Er steckte den Schein und den Zettel in die Tasche. »Ich möchte fast sagen, dass Sie derjenige sind, der sich momentan mehr Sorgen machen muss als ich.« Wir hatten mittlerweile den achtzehnten Stock erreicht, und die Türen glitten auf. Der Liftboy deutete mit dem Daumen nach rechts. »Teels Wohnung ist einen Stock höher. Gehen Sie den Korridor entlang bis zum Ende und dann die Treppe hoch.« Ich stieg aus dem Lift, und er fragte mich in einer Mischung aus Neugier und Gruseln: »Sind Sie sicher, dass Sie das wollen, was Sie jetzt tun? Ich hab’ noch nie einen Mann gesehen, der so unbekümmert in eine Falle gegangen ist.« »Das ist schließlich mein Beruf«, erklärte ich ihm. »Solange ich noch ein As im Ärmel habe, geht alles gut. Und in diesem Fall sind Sie mein As.« »Na ja - mein Hals ist es nicht, der da riskiert wird«, sagte er und kam dann einen Schritt näher. »Hören Sie, Mister, vielleicht sollte ich das nicht sagen, aber Sie sind wahrscheinlich ganz in Ordnung. Passen Sie auf Mack auf.« »Wer ist Mack?« »Ich weiß nicht, ob er noch einen zweiten Namen hat. Ich kenne ihn nur unter dem Namen Mack. Aber wie er auch heißt, dieser Kerl ist gefährlich wie eine Klapperschlange. Hören Sie auf meinen Rat, Mister, und drehen Sie ihm nie den Rücken zu.« »Danke«, erwiderte ich. »Ich werde es beherzigen.« So, wie sich der Fall entwickelte, hatte ich allmählich mehr Berater als der Präsident des Landes. Ein Dutzend Schritte, ein paar weißlackierte Treppen, und ich stand vor einer schwarzen Tür mit eingelassenem Griff. Mitten in dem hochpolierten Holz des Türrahmens prangte eine Klingel aus Elfenbein neben einem Rähmchen, in dem eine Visitenkarte mit dem Aufdruck Franklin Teel steckte. Während ich den Finger auf den Knopf drückte, summte irgendwo im Inneren der Wohnung eine Schmeißfliege. Vielleicht war es auch die Klingel. Gleich danach öffnete sich die Tür, und ich schaute in die tiefliegenden Augen eines Mannes mit langem, sonnengebräuntem Gesicht und weichem, weiblichem Mund. Als ich ihn zuletzt gesehen hatte, trug er einen weißen Panamahut und schnüffelte um das Haus der Newsomes herum. Er öffnete die Tür ganz weit und verbeugte sich spöttisch. Ich zog die Augenbrauen hoch und sagte: »Klein ist die Welt, nicht wahr? Haben Sie Elmer Cranston inzwischen gefunden?«       Elftes Kapitel     Die weiträumige Diele war mit sorglos gutem Geschmack ausgestattet. Teure Teppiche lagen auf dem Parkettboden; die pastellgetönten Wände waren indirekt beleuchtet und mit einigen guten Drucken geschmückt. Auf einem quadratischen, schweren Holztisch lagen Zeitschriften und Illustrierten, und in einer Kristallvase standen exotische Blüten. Wenn man dem ersten Eindruck Glauben schenken wollte, hätte man dies als das Heim eines Mannes mit Geld und Verstand bezeichnet. Ich stand da und schaute mich bewundernd um, während der Kerl mit dem sonnengebräunten Gesicht an eine Tür klopfte. Eine wohlmodulierte Stimme fragte: »Was ist, Mack? Komm rein.« Mack ging hinein und schloss die Tür hinter sich. Er kam jedoch gleich danach wieder heraus und nickte mir zu, als wäre ich der Mann, der den tropfenden Wasserhahn reparieren sollte. »Mr. Teel möchte sie sprechen. Gehen Sie nur hinein.« »Ist das nicht reizend von Mr. Teel?« Ich grinste ihn an, und er zog seine vollen, weichen Lippen ein. »Sehen Sie sich bloß vor, Mr. Wylie, und kommen Sie auf keine dummen Gedanken. Sonst erleben Sie ein böses Ende.« Ich ging an ihm vorbei, ohne ihn einer Antwort zu würdigen. Wenn das der berüchtigte Mack war, dann wollte ich gern wissen, wieviel gefährlicher sein Herr und Meister wirkte. Auf den ersten Blick war er alles andere als beeindruckend. Wenn ich damit gerechnet hatte, einem kühlen Denker zu begegnen, muss ich zugeben, dass mich sein Anblick enttäuschte. Mr. Franklin war dem Aussehen nach alles andere als ein überlegener Macher: ein schmales Gesicht, kein Kinn, und ein magerer Hals. Er sah...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.