E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: LYX.digital
Huang If The Sun Never Sets
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7363-2260-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: LYX.digital
ISBN: 978-3-7363-2260-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
FÜNF JAHRE ZUVOR BRACH ER IHR DAS HERZ. NUN WILL ER ES ERNEUT EROBERN ...
Farrah kann es nicht fassen: Fünf Jahre ist es her, dass Blake Ryan ihr das Herz gebrochen hat und sie ihn aus ihrem Leben verbannte. Nun steht er wieder vor ihr, noch immer so attraktiv wie damals. Er war ihre erste Liebe, jetzt ist er ihr erster Kunde als freiberufliche Innenarchitektin. Und es scheint, als hätte Blake alles: Geld, gutes Aussehen, ein florierendes Sportsbar-Imperium. Doch innerlich wird er von Reue gequält, Farrah vor all den Jahren verloren zu haben. Als sie sich wiederbegegnen, ist er fest entschlossen, die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen. Alles in Farrah sehnt sich nach ihm, aber kann sie ihm ihr Herz erneut schenken?
Die herzzerreißende Liebesgeschichte von Farrah und Blake geht weiter
Ana Huang schreibt romantische New-Adult-Romane, die manchmal düster, manchmal heiter sind, aber eines gemeinsam haben: das Happy End. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, liebt Ana es zu reisen.
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1
Und da war er. Der Moment, auf den sie die letzten Jahre gewartet hatte.
Auf dem Weg ins Büro ihrer Vorgesetzten strich sich die fünfundzwanzigjährige Farrah Lin mit der Hand die Falten aus dem Rock. Ihre Achselhöhlen waren schweißnass. Zum Glück trug sie heute ein schwarzes Oberteil. Schweißflecken unter den Armen waren so ziemlich das Letzte, was sie bei ihrer Beförderung gebrauchen konnte.
»Hübsches Top.« Matt, GQ-mäßig durchgestylt im schwarzen Helmut-Lang-Blazer mit Diesel-Jeans und einem breiten Grinsen auf dem gutaussehenden Gesicht, schloss sich ihr an.
Farrah lächelte angestrengt. »Danke.«
Matt arbeitete wie sie als Design Associate bei Kelly Burke Interiors, doch im Gegensatz zu ihr hatte er die ersten harten Einstiegsjahre übersprungen und war gleich auf dem mittleren Level eingestiegen – und das alles nur dank seiner Patentante Kelly Burke.
Farrah hätte sich darüber nicht einmal sonderlich geärgert, wenn Matt wenigstens hart gearbeitet hätte, doch der betrachtete seinen Job eher als eine Art Hobby, dem er immer dann nachgehen konnte, wenn ihm gerade langweilig war. Angesichts der Größe seines Treuhandfonds war er allerdings vermutlich auch wirklich nicht viel mehr als ein Hobby.
Ein Beispiel: Bei KBI galt die Regel, dass jeder genau eine Stunde Mittagspause machte, Matt jedoch verschwand regelmäßig für zwei und mehr Stunden, und niemand sagte etwas dazu, denn er war der Sohn von Kelly Burkes bester Freundin und der Liebling der Firmenchefin. Farrah allerdings ärgerte Matts demonstrative Verletzung sämtlicher Regeln maßlos.
Doch sie wusste, wann es besser war, den Mund zu halten.
Farrah klopfte an die Tür ihrer Vorgesetzten und hielt den Atem an, nicht nur, weil sie nervös war, sondern auch, um Matts aufdringlicher Parfümwolke zu entkommen. Der Typ roch wie ein Abercrombie-&-Fitch-Laden auf Steroiden.
»Herein«, hörte sie Jane Sanchez’ Stimme gedämpft durch die dicke Eichentür.
Farrah und Matt traten ein, und Jane zeigte auf die beiden mit elfenbeinfarbenem Leder gepolsterten Messingstühle, die vor ihrem Schreibtisch standen. »Setzt euch.«
Jane war Kellys rechte Hand und dafür verantwortlich, dass der Laden lief. Sie leitete die Projekte, kümmerte sich um die Kunden, managte die zwölf Mitarbeiter und gab jeden Freitag eine Runde Donuts aus, um die Erfolge der Woche zu feiern. Als Chefin war sie wirklich große Klasse.
Und trotzdem wuchs Farrahs Nervosität immer mehr. Nichts malträtierte ihre Nerven so sehr wie ein Meeting mit ihrer Vorgesetzten am Freitagnachmittag.
»Zuerst einmal möchte ich Ihnen beiden für die harte Arbeit am Zinterhofer-Projekt danken. Es war eine große Herausforderung, und wir alle haben viel Zeit investiert, um es rechtzeitig zu schaffen. Aber ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Z Hotels absolut begeistert ist.« Jane strahlte.
Farrah und Matt lächelten zurück. Sie hatten in den vergangenen zehn Monaten nonstop am Flagship-Hotel der Gruppe am Central Park gearbeitet. Landon Zinterhofer, der Erbe der Luxushotelkette, hatte im vergangenen Jahr die Leitung des Mid-Atlantic-Zweigs übernommen, und sein erstes Projekt war die Modernisierung des Hauses in New York City gewesen, um dessen Attraktivität von der alten Garde der High Society auf jüngere Gäste auszuweiten.
KBI ordnete nur selten zwei Associates einem Projekt zu, erst recht nicht, wenn Kelly als leitende Designerin fungierte, doch Z Hotels war ihr größter Kunde.
»Das ist großartig!« Farrahs Haut prickelte vor Stolz. Sie hatte das Projekt zwar nicht geleitet, aber Unmengen an Zeit, Schweiß und kreativer Energie hineingesteckt. Ein ganzes Hotel mit 253 Zimmern und Dutzenden von öffentlichen Räumlichkeiten innerhalb von zehn Monaten neu zu designen, war kein Spaziergang gewesen.
Wie gut, dass Farrah Herausforderungen liebte. Zumal Z Hotels in ihrem Lebenslauf einen grandiosen Eindruck machen und das gesamte Projekt sie fünf Jahre früher als üblich direkt auf die Stelle einer Senior Associate katapultieren würde.
Also, fast direkt.
»Jedenfalls, wir alle wissen, warum wir heute hier sind.« Janes Blick hinter ihrer roten Brille wurde ernst. »Letztes Jahr habe ich versprochen, dass einer von Ihnen zum Senior Associate befördert wird, je nachdem, wie er oder sie sich bei diesem Projekt schlägt. Und obwohl Senior Associates normalerweise mindestens acht Jahre Berufserfahrung vorweisen sollten, sind Kelly und ich uns einig, dass Sie beide das Talent haben, diese zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Zumal wir lieber unsere eigenen Mitarbeiter befördern möchten, statt jemanden von außen auf diese Stelle zu setzen. Z Hotels war also Ihr Test.«
Farrah unterdrückte den Impuls, nach ihrer Kette zu greifen, und umklammerte die Armlehnen, bis ihre Knöchel weiß hervorstachen. Matt lümmelte sich neben ihr selbstsicher in seinem Stuhl.
»Sie beide haben erstklassige Arbeit geleistet und uns mit Ihrer Sorgfalt, Ihrer Kreativität und Ihrem Arbeitseinsatz beeindruckt. Ich wünschte, ich könnte Sie beide befördern, aber wir sind nur eine kleine Firma und haben dafür aktuell nicht die Kapazität.«
Nun mach schon. Farrah schätzte Janes lobende Worte, aber wenn ihre Vorgesetzte nicht bald zum Punkt kam, würde sie noch ohnmächtig werden.
»Vor diesem Hintergrund gratuliere ich …«
Oh mein Gott. Jetzt kommt’s. Farrah würde endlich bekommen, wofür sie in den vergangenen Jahren so hart gearbeitet hatte. Sie würde …
»… Matt als neuem Senior Design Associate bei Kelly Burke Interiors. Herzlichen Glückwunsch.« Jane richtete ihre Brille und klang dabei nicht sonderlich begeistert.
Senior Associate im zarten Alter von … Was?
Eiswasser ersetzte das Blut in Farrahs Adern. Sie musste sich verhört haben.
Unmöglich. Matt, der sich nicht einmal die Namen der einzelnen Lieferanten merken konnte und ständig jammerte, die Entwürfe zu studieren würde ihm nur Kopfschmerzen bereiten, konnte unmöglich anstelle von Farrah diese Beförderung bekommen haben.
Das kann nicht sein.
»Wow. Danke.« Matt grinste und wirkte nicht im Mindesten überrascht. »Was für eine Ehre.«
Jane lächelte mit schmalen Lippen. »Es war Kellys Entscheidung. Matt, ich möchte bitte noch kurz mit Farrah allein sprechen.«
»Natürlich.« Matt klopfte Farrah auf die Schulter und verließ das Büro. »Nächstes Mal hast du bestimmt mehr Glück.« Seine Worte trieften förmlich vor Überheblichkeit.
Farrah wusste nicht, ob sie sich lieber übergeben oder Matt ins Gesicht schlagen sollte.
Nein. Du bist nicht gewalttätig. Tief einatmen: eins, zwei, drei. Und aus: eins … Aaargh!
Jane betrachtete Farrah besorgt. »Wie fühlen Sie sich?«
Was denken Sie denn, wie ich mich fühle? Farrah verbiss sich ihre sarkastische Bemerkung und zwang sich zu einem Lächeln. »Gut. Ich freue mich für Matt.«
Jane seufzte. »Farrah, wir wissen beide, dass Sie unglaublich talentiert sind. Deshalb haben wir Sie auch so schnell schon auf eine höhere Position befördert. Bei Z Hotels haben Sie ausgezeichnete Arbeit geleistet. Wirklich ausgezeichnete Arbeit.« Sie schüttelte den Kopf. »Bitte verstehen Sie es nicht als eine negative Rückmeldung auf Ihre Leistung oder Ihre Rolle hier bei KBI. Sie sind ein hochgeschätztes Mitglied unseres Teams.«
»Nicht hoch genug, um befördert zu werden.«
Jane zögerte. »Die letzte Entscheidung lag nicht bei mir.«
»Ich weiß. Es war Kellys Entscheidung.« Farrahs und Janes Blicke trafen sich. »Sagen Sie mir die Wahrheit: Hat der Umstand, dass Matt Kellys Patensohn ist, bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt?«
Jane antwortete nicht, doch ihr Blick sagte alles.
Enttäuschung schlängelte sich durch Farrah. Seit ihrer Jugend war Kelly für sie ein Idol, und sie war vor Glück außer sich gewesen, als sie den Studentenwettbewerb der National Interior Design Association gewonnen hatte und ein Praktikum bei KBI hatte machen dürfen. Sicher, als Mensch war Kelly distanzierter, fordernder und deutlich weniger auf Teamarbeit bedacht gewesen, als sie erwartet hatte – nicht unbedingt so, wie sie sich eine Mentorin gewünscht hätte –, aber schließlich war Kelly eine der besten Innendesignerinnen Amerikas. Sie musste also hohe Ansprüche stellen.
Doch Farrah hatte immer gedacht, sie würde Talent schätzen. Harte Arbeit. Leistungsbereitschaft. Es war eine Sache, Matt bei seinem Einstieg in einer höheren Position einzustufen, aber eine ganz andere, ihn anstelle von jemandem zu befördern, der in den vergangenen Jahren alles für ihr Unternehmen gegeben hatte.
Matt war das Projekt bei Z Hotels buchstäblich am Hintern vorbeigegangen. Für ihn war es nicht mehr gewesen als die Möglichkeit, einen Hotelerben zu umschmeicheln und einen berühmten Namen zu seinem Lebenslauf hinzuzufügen, ohne ernsthaft zu arbeiten. Es war Farrah gewesen, die regelmäßig bis spät in die Nacht im Büro gesessen hatte, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Sie war es gewesen, die stundenlang am Telefon gehangen hatte, um mit den Baufirmen alle Probleme und Missverständnisse zu klären, und die dafür gesorgt hatte, dass sie rechtzeitig großartige Ergebnisse lieferten, auch wenn Kelly allen Ruhm einheimste.
Farrah war klar, dass sie kein Recht auf eine Beförderung hatte, aber verdammt, sie hatte es verdient.
»In zwei Jahren wird es eine weitere Gelegenheit geben«, sagte Jane....




