Huber | Ashturia | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Huber Ashturia

Der Prinz und die Tarenqua
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-9415-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Prinz und die Tarenqua

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-7543-9415-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



»Mut allein reicht nicht. Glaub mir, du kannst jede Hilfe brauchen.« Eigentlich dachte Prinz Liam, er wäre nach Ashturia geschickt worden, um eine Heirat mit Königin Trina anzubahnen. Dabei sind der schüchterne Kartograf und die kampferprobte Kriegerin so unterschiedlich wie zwei Seiten einer Münze. Gerade, als die Königin ihm eine Abfuhr erteilt, erfährt er vom Sturz der Monarchie in seinem Heimatland. Nicht nur sein Leben, sondern ganz Fascor ist in Gefahr. Trina und das Drachenmädchen Fecyre scheinen die Einzigen zu sein, die ihm helfen können. Aber darf er die junge Frau, die er immer tiefer ins Herz schließt, wirklich auf einer halsbrecherischen Rettungsaktion in Gefahr bringen? Teil 1 der Romantic Fantasy aus Ashturia

Naomi Huber wurde 1980 in Norddeutschland geboren, lebt aber seit früher Kindheit in den wunderschönen Tiroler Bergen. Die Liebe zum Lesen guter Geschichten, zum Reisen in unmögliche Welten und ins Reich des Fantastischen begleitet sie bereits ihr ganzes Leben. Jetzt möchte sie diejenige sein, die zum Reisen einlädt, auf ein unfassbares Abenteuer mitnimmt und eine ganz neue Welt in den Köpfen der Leser:innen entstehen lässt.

Huber Ashturia jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Vergesst nicht, Haltung zu bewahren, mein Prinz«, zischte der Diplomat neben ihm. Liam rollte mit den Augen. »Wie sollte ich es vergessen? Du erinnerst mich ja schon zum hundertsten Mal daran«, antwortete er genervt und wischte seine Hände an der Hose trocken. Er war nervös. Die gigantische Reliefschnitzerei zweier furchteinflößender Drachenwesen, die die große Tür zur Audienzhalle bewachten, verstärkte das Gefühl nur noch. Finster starrten sie auf ihn herab. Er senkte den Blick. »Es ist wichtig, dass Ihr einen guten Eindruck bei der Königin hinterlasst. Der Erfolg unseres Anliegens hängt bei diesen Wilden wohl auch von der Sympathie ab, die Euch entgegengebracht wird.« »Auch das sagst du mir jetzt zum hundertsten Mal, Gershaw.« Angespannt schob Liam den Degen an seiner Seite zurecht. Sein Vater setzte große Erwartungen in ihn. Und Liam hatte sich fest vorgenommen, dieses Mal keine Enttäuschung zu sein. »Seid Ihr so weit?«, fragte die Wache auf Ashtur. Die Sprache klang fremd in Liams Ohren. Er straffte sich und zog das reich bestickte Wams über den Hosenbund. Die Türflügel öffneten sich nach außen, die Wache deutete mit einer steifen Geste hindurch. Gershaw ging voran, Liam folgte ihm mit drei Schritten Abstand. »Eure Majestät, wir grüßen Euch und bedanken uns für Eure Gnade, uns zu empfangen!« Laut hallte die Stimme des Diplomaten. Liam sah sich um, obwohl er wusste, dass es sich nicht gehörte. Offenbar war niemand anwesend. Der Raum war weiß gestrichen, aber viel kleiner als der Audienzsaal seines Vaters. Gershaws und seine eigenen Schritte machten tapsende Geräusche auf dem steinernen Boden. Die Fenster ließen nur spärliches Licht herein und seine Augen brauchten einen Moment, um sich daran zu gewöhnen. An den Wänden hingen große Wandteppiche und einige Schilde, doch er konnte nicht erkennen, welche Wappen sie trugen. Stoff raschelte. Sofort sah Liam nach vorn. Dort, in den Schatten, fing eine Bewegung seine Aufmerksamkeit ein. Er besann sich seiner Manieren und verbeugte sich tief. »Königin Trina, ich überbringe Euch die freundlichsten Grüße meines Vaters.« Gershaw verbeugte sich ebenfalls. »Eure Majestät, wir bringen Euch Nachricht von König Sverre und Königin Elsý. Darf ich sie Eurem …« Gershaw sah sich nach dem Hofmeister um, doch außer der Königin schien niemand hier zu sein. Als Liam bemerkte, dass eine Hand sich aus dem Schatten löste und sich ihnen erwartungsvoll entgegenstreckte, räusperte er sich. Gershaw nickte beflissen und blickte zu Boden, während er ein paar Schritte vortrat und die Depesche so weit vorstreckte, dass die Königin sie ergreifen konnte. Nach und nach sah Liam im Dämmerlicht ein wenig mehr. Im Schatten stand ein schlichter Thron, zwei Stufen führten zu der Königin hinauf. Hirschfelle wärmten ihre nackten Füße, ihr Gewand war schlicht. Der naturfarbene Stoff war am Saum bestickt. Mehr sah er von der Frau nicht, sie hatte die Depesche ganz ausgerollt und las sie aufmerksam. Wenigstens versteht sie unsere Sprache, ging es ihm durch den Kopf. Liam schluckte nervös, als die blonde Königin einen Moment überrascht an dem Papier vorbeischaute. Doch sie widmete sich sofort wieder dem Schriftstück. Eigentlich sollte ich mehr Selbstvertrauen haben. Immerhin bin ich genauso alt wie sie. Zumindest höchstwahrscheinlich. Liam zog die Stirn in Falten. Er ärgerte sich sehr darüber, wie Ware verschachert zu werden. Andererseits hatte sein Vater ihm jahrelang die Zügel sehr locker gelassen. Ich konnte in Ruhe lesen und meinen Studien nachgehen, musste nur selten meine Pflichten als Thronfolger erfüllen. Bei den meisten Staatsbanketten habe ich mich mit irgendeiner Ausrede verdrückt und nie wurde Rechenschaft von mir gefordert, musste er sich eingestehen. Doch jetzt war sein Vater unnachgiebig gewesen und Liam war überfordert. Die Königin ließ die Depesche sinken. »Geh«, sagte sie leise an Gershaw gewandt. »Ähem«, machte dieser und sah irritiert zu Liam. »Fürchtest du um Prinz Liams Sicherheit?«, fragte Königin Trina mit Spott in der Stimme. »Hat er nicht einen Degen, um sich zu verteidigen?« Wenn sie wüsste, dass ich mit diesem Ding nicht einmal einer Übungspuppe einen Treffer beibringen könnte … Gershaw neigte den Kopf und verbeugte sich, zuerst in Richtung Thron, dann vor Liam. Rückwärts verließ er den Raum. Die Stille behagte Liam gar nicht. Er hatte den Kopf zwar erhoben, doch den Blick zu Boden gerichtet, so wie es sich in Anwesenheit einer Königin gehörte. Sie mustert mich zweifellos. »König Sverre und Königin Elsý sind der Meinung, eine Verbindung unserer Länder wäre eine gute Möglichkeit, um für Stabilität im Staatsgefüge zu sorgen?« Sie sprach sehr leise, doch in flüssigem Fascor. »Ja, Eure Majestät«, antwortete Liam. Es entstand eine lange Pause. Fieberhaft überlegte er, ob er etwas sagen sollte. Und was. Dann hörte er, wie sie sich erhob. Es kostete Liam Mühe, den Blick weiterhin gesenkt zu halten, obwohl die Neugier in ihm brannte. Kaum jemand hatte Königin Trina gesehen, es gab nur sehr wenige Berichte über sie. Ihre nackten Füße machten kein Geräusch auf dem Steinboden, sie trat vollkommen unvermittelt in sein Sichtfeld. Er sah weiterhin stur zu Boden, auf ihre Zehen hinab. Die Hände auf seinem Rücken waren unangenehm schwitzig, doch er konnte sie nicht mehr trocknen. Nicht jetzt, wo sie vor ihm stand. Sie räusperte sich. »Eure Majestät?« Liam deutete eine Verbeugung an. »Prinz Liam.« Wieder eine quälend lange Pause. Ihr musste kalt sein. Die milchweiße Haut ihrer Knöchel stand in deutlichem Kontrast zu den roten Zehen. Liam versuchte, sein klopfendes Herz zu beruhigen. Er war nervös, und so aufgewühlt vor ihr zu stehen war äußerst unerfreulich. Unachtsam, wie er war, hob er den Blick. Die Königin betrachtete ihn ernst. Sie sah jünger aus als siebzehn. Das blonde Haar trug sie offen, nur die vordersten Strähnen waren seitlich aus dem Gesicht geflochten. Nun, da er schon einmal so unhöflich war, wollte er die Gelegenheit nutzen und den Blickkontakt nicht abreißen lassen. Königin Trina war einen Kopf kleiner als er, also beugte er das Knie, wie es sich gehörte, damit sie nicht zu ihm aufsehen musste. Sie zog fragend eine Braue hoch, der interessierte Blick aus den wachen, grünen Augen veränderte sich dabei kaum. »Ihr haltet an der Etikette fest, Prinz Liam.« Ihr Gesicht wirkte plötzlich angespannt. »Verzeiht, falls ich Euch erzürnt habe, Eure Majestät«, entschuldigte er sich, ohne zu wissen, wofür, und schlug den Blick nieder. »Ach, verdammt«, murmelte sie und drehte sich weg. »Bitte?« Fragend sah Liam auf. Die Königin hockte wieder auf ihrem Thron, hatte die Füße untergeschlagen und knetete die Zehen mit einer Hand. Liam hatte sich schon aufgerichtet, ehe sein Verstand reagieren konnte. Im Stillen verfluchte er sein impulsives Handeln, doch er war bereits in Bewegung. »Eure Majestät, Ihr friert. Bitte erlaubt mir …« Er öffnete die Schließe seines Mantels, nahm ihn von den Schultern und bot ihn der Königin an. »Oh«, sagte sie überrascht. »Wie freundlich von Euch.« Sie nahm den mit Goldfäden bestickten Kurzmantel und versuchte, ihn sich um die Schultern zu legen. Doch da sie saß, konnte es so nicht gelingen. »Wartet, ich helfe Euch!« Schon war Liam bei ihr und zog den Stoff um ihre Schultern. Dabei fiel ihm auf, dass neben ihr ein Dolch in einer hübsch bestickten Scheide lag. Das erinnerte ihn daran, dass ein Fremder in Fascor große Probleme bekäme, wenn er es wagte, sich der Königin ungefragt zu nähern. Liam hoffte inständig, dass in Ashturia Fehltritte gegen die höfischen Sitten nicht so streng geahndet wurden. Eilig trat er die Stufen vom Thron weg. »Das war unangemessen, ich bitte um Eure Nachsicht!« »Ihr entschuldigt Euch sehr oft.« Wieder machte sie eine lange Pause, wirkte aber eher interessiert denn verärgert. Die Verlegenheit brannte heiß auf seinen Wangen. »Ich bedauere, die Etikette so oft zu verletzen, Eure Majestät.« Liams Kehle war trocken. »Nun«, sagte sie langsam, »ich fände es angenehmer, wenn ich mit Euch eine Unterhaltung führen könnte, ohne mich allzu fest daran klammern zu müssen.« Sie hielt ihre Stimme flach und Liam konnte nicht sagen, ob sie ihn auf die Probe stellen wollte oder es ernst meinte. Also nahm er seinen Mut zusammen und sah die junge Frau auf dem Thron an....



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.