Hugger / Walber | Digitale Lernwelten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 284 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

Hugger / Walber Digitale Lernwelten

Konzepte, Beispiele und Perspektiven
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-92365-9
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Konzepte, Beispiele und Perspektiven

E-Book, Deutsch, 284 Seiten

Reihe: Humanities, Social Science (German Language)

ISBN: 978-3-531-92365-9
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Digitale Medien haben heute und werden zukünftig einen zentralen Stellenwert für das Lehren und Lernen haben. Die AutorInnen dieses Bandes gehen daher folgenden Fragen nach: Wie lassen sich digitale Lernwelten tatsächlich genau kennzeichnen? Welche Lern- und Bildungspotenziale eröffnen sich gegenwärtig im Kontext von Web 2.0, mobilen Endgeräten, digitalen 3D-Welten und digitalen Spielen? Wie strukturieren sie das Lernen und Lehren im Rahmen unterschiedlicher pädagogischer Aufgabenfelder? Und: Welche Beispiele guter oder bester pädagogischer Praxis im Bereich digitaler Lernwelten gibt es gegenwärtig?

Dr. Kai-Uwe Hugger ist Professor für Medienpädagogik und Mediendidaktik an der Universität zu Köln.
Dr. Markus Walber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld.
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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;5
2;Einleitung;7
3;Digitale Lernwelten: Annäherungen aus der Gegenwart;8
3.1;Vom E-Learning zu digitalen Lernwelten;9
3.2;Literatur;17
4;I. Theoretische Facetten digitaler Lernwelten;18
4.1;Lernprozesse als Performanz von Bildung in den Neuen Medien;19
4.1.1;1. Einleitung;19
4.1.2;2. Bildung;19
4.1.3;3. Bildungsprozess;21
4.1.4;4. Lernen als 3-faches Verhältnis der Bildung;22
4.1.5;5. Lernprozesse;23
4.1.5.1;5.1 Lernen als Performanz von Medien-Kultur;25
4.1.5.2;5.2 Mediale Kultur als Lernwelt;25
4.1.5.3;5.3 Neue Medien als Kulturund Lernwelten;26
4.1.5.4;5.4 Mediale Strukturierung digitaler Lernwelten;27
4.1.6;6. Tätigkeiten in digitalen hypertextuellen Lernwelten;27
4.1.6.1;6.1 Erkunden (»explorative use«);28
4.1.6.2;6.2 Gestalten (»constructive use«);29
4.1.7;7. Digitale Lernwelten als Möglichkeitsräume;30
4.1.8;8. Fazit;33
4.1.9;Literatur;34
4.2;»Serious Games« oder »taking games seriously«?;36
4.2.1;Serious Games und moderne Legitimationen des Spielerischen;36
4.2.2;Modding als informelle Lernkultur;41
4.2.3;Video Game Essays: Ein Ansatz zur Unterstützungvon Lernprozessen mit Computerspielen;45
4.2.4;Ausblick;52
4.2.5;Literatur;53
4.3;Qualität für digitale Lernwelten: Von der Kontrolle zur Partizipation und Reflexion;55
4.3.1;1. Einleitung;55
4.3.2;2. Digitale Lernwelten 2.0: Informell und vernetzt;56
4.3.2.1;2.1 Informelles Lernen;58
4.3.2.2;2.2 Vernetztes Lernen;58
4.3.3;3. Qualität für Digitale Lernwelten: Von der Kontrolle zur Partizipation und Reflexion;60
4.3.4;4. Konzepte und Methoden zur Qualitätsentwicklung in digitalen Lernwelten;64
4.3.4.1;4.1 Selbstevaluation;64
4.3.4.2;4.2 Qualitätsbeurteilung mit E-Portfolios;65
4.3.5;5. »Löcher in der Gartenmauer«: Neue Lernund Qualitätskultur für E-Learning;67
4.3.6;Literatur;68
4.4;Selbstorganisation auf dem Prüfstand: Das Web 2.0 und seine Grenzen(losigkeit);70
4.4.1;1. Web 2.0 und seine Grenzenlosigkeit;70
4.4.1.1;1.1 Der Eiertanz um ein Wort;70
4.4.1.2;1.2 Grenzenlosigkeit: eine Eigenschaft des Web 2.0?;71
4.4.2;2. Der Begriff der Selbstorganisation;73
4.4.2.1;2.1 Selbstorganisation als Entstehung von Ordnung;73
4.4.2.2;2.2 Selbstorganisiertes Lernen;74
4.4.3;3. Voraussetzungen für Selbstorganisation;77
4.4.3.1;3.1 Personale Voraussetzungen;77
4.4.3.2;3.2 Situationale Voraussetzungen;79
4.4.4;4. Web 2.0 und seine Grenzen;81
4.4.5;Literatur;82
4.5;Interaktive Professionalisierung in Digitalen Sozialräumen;85
4.5.1;1. Digitalisierung von Sozialräumen und Professionalisierungspotenziale – eine relationale Perspektive;85
4.5.2;2. Interaktive Professionalisierung als Schaffung von Möglichkeitsräumen;86
4.5.3;3. Interaktionspotenziale digitaler Spielräume;89
4.5.3.1;Wikis;89


(S. 216-217)

Marina Böhner und André Mersch


Einleitung

Mit dem Einsatz digitaler Medien ist insbesondere die Annahme verbunden, dass hierdurch in besonderer Weise das Selbststudium und selbstgesteuerte Lernprozesse gefördert und begleitet werden können. In einem solchen Lehr- und Lernprozess erhöhen sich jedoch auch die Anforderungen, die an Lehrende und Lernende gestellt werden. Das Service Center Selbststudium soll hier als ein Best- Practice Beispiel vorgestellt werden, um zu verdeutlichen, wie das Selbststudium, insbesondere durch die Nutzung digitaler Medien, unterstützt werden kann. Der vorliegende Beitrag klärt zunächst die Begriffe »Selbststudium« und »selbstgesteuertes Lernen« (1.). Anschließend stellt er das Service Center Selbststudium vor (2.) und reflektiert den Einsatz digitaler Medien in selbstgesteuerten Lernprozessen (3.). Rückblick und Ausblick schließen die Betrachtung ab (4.).

1. Selbststudium und selbstgesteuertes Lernen


Durch lernpsychologische Erkenntnisse, aber auch durch die Bologna-Reform erfahren Selbststudium und selbstgesteuertes Lernen im Kontext von Hochschuldidaktik aktuell zunehmende Relevanz. Die mit der Reform einhergehende Einführung des Kreditpunktesystems ECTS an Hochschulen ermöglicht erstmals, die insgesamt aufgewendete Arbeitszeit der Studierenden (student workload) anzuerkennen, die zur Erreichung von Lernzielen und zum erfolgreichen Absolvieren eines Studiengangs nötig ist. Das bedeutet, dass anrechenbare Studienleistungen nicht nur im Kontaktstudium in Präsenzlehrveranstaltungen, sondern auch im Selbststudium von den Studierenden erbracht werden können. Das Selbststudium wird hier als eine Lehr- und Lernform betrachtet, in deren Rahmen die Studierenden ihr Lernen weitgehend selbstständig alleine oder in Lerngruppen planen, durchführen und kontrollieren. Dabei sind unterschiedliche Formen möglich (vgl. Landwehr/Müller 2006).

a) Begleitetes Selbststudium: Lernaktivitäten werden von Lehrenden initiiert, d.h., diese geben Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen vor. Während der Realisierung werden die Studierenden von den Lehrenden unterstützt, die Ergebnisse werden von den Lehrenden überprüft und besprochen.

b) Individuelles Selbststudium: Inhalte aus Präsenzveranstaltungen werden von den Studierenden individuell vertieft bzw. noch einmal aufgearbeitet, in eigener Verantwortung ohne Lern- und Arbeitsauftrag von Lehrenden. Die Studierenden bestimmen selbst, was sie noch tun wollen oder müssen, um den Anforderungen des betreffenden Moduls zu entsprechen. c) Freies Selbststudium: Aktivitäten, bei denen sich die Studierenden aus freien Stücken entlang von eigenen Interessen und selbst gesetzten Zielen mit bestimmten Themen und Inhalten auseinandersetzen.



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