Hunter | Dem siebten Himmel so nah | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1903, 144 Seiten

Reihe: Julia

Hunter Dem siebten Himmel so nah


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-442-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1903, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86295-442-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Tausend Pläne hat Serena, was ihre Zukunft angeht. Da würde eine feste Bindung nur stören! Aber das heißt nicht, dass sie nicht mal flirten kann. Zum Beispiel mit diesem gutaussehenden Piloten Pete Bennett, der ihr auf einer griechischen Insel über den Weg läuft. Vielleicht ist Pete sogar ein bisschen zu perfekt für eine Sommerromanze: Mit ihm fühlt Serena sich dem Himmel der Liebe so nah wie nie. Doch Pete scheint auch nicht mehr als eine kurze Affäre zu wollen. Bis er ihr plötzlich einen Heiratsantrag macht! Andere Frauen wären überglücklich - Serena ist entsetzt ...



Obwohl sie von Beruf Naturwissenschaftlerin ist, hatte Kelly Hunter schon immer eine Schwäche für Märchen und Fantasiewelten und findet nichts herrlicher, als sich in einem guten Buch zu verlieren. Sie ist glücklich verheiratet, hat zwei Kinder und drückt sich gerne davor, zu kochen und zu putzen. Trotz intensiver Bemühungen ihrer Familie kann sie Sport nichts abgewinnen. Dafür liebt sie es umso mehr, im Garten zu arbeiten und sich um ihre Rosen zu kümmern. Kelly wurde in Australien geboren und unternahm ausgedehnte Reisen. Zwar genießt sie es, in verschiedenen Teilen der Erde zu leben und zu arbeiten, bezeichnet aber Australien nach wie vor als ihre Heimat.

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1. KAPITEL

Eigentlich war nichts dagegen einzuwenden, den Tag unter einem blau-weiß-gestreiften Sonnenschirm auf einer kleinen griechischen Insel zu verbringen. Serena Comino jedoch saß bereits seit fünf Monaten jeden Tag unter diesem einen Sonnenschirm am Strand, wo sie Vespas an Touristen vermietete, und inzwischen hatte sie wirklich genug davon.

Die zugegeben prächtige Aussicht war immer dieselbe. Zwar kamen mit jeder Fähre neue Touristen, doch sie wollten immer das Gleiche: baden, am Strand liegen, eine Vespa mieten, essen …

Jeden Tag.

Seit fünf Monaten.

In einem Monat würde sie nach Australien zurückkehren. Nach Australien, ja, aber nicht zurück in den Schoß ihrer Familie! Serena schaukelte mit dem klapprigen Regiestuhl so hin und her, dass er nur noch auf den hinteren Beinen stand, und blickte durch ihre Sonnenbrille in den strahlend blauen Himmel. Vielleicht hatte sich in den letzten fünf Minuten ja doch etwas getan. Eine vorüberziehende Wolke, ein Vogel, ein Flugzeug.

Superman.

Nichts dergleichen.

„Und wem verdanke ich das?“, murmelte sie.

„Deinem Vater“, ertönte eine amüsierte Stimme aus der Richtung des Ziegenpfades hinter ihr. Der alte Pfad schlängelte sich vom Dorfrand durch die Hügel, vorbei an dem weiß getünchten Häuschen ihrer Großeltern, bis zur Straße hinter Serena und den Vespas.

„Traurig, aber wahr.“ Sie wandte leicht den Kopf und schenkte Nico, ihrem Cousin väterlicherseits, also griechischerseits, ein Lächeln. Sie und Nico standen vorübergehend im Dienst ihrer zweiundachtzigjährigen Großeltern. Die brauchten allerdings keine Pflege, denn sie waren bemerkenswert fit. Nein, Serena und ihr Cousin waren hier, um die Geschäfte weiterzuführen, die Pappou um keinen Preis aufgeben wollte. Nicos Arbeitstag begann um vier Uhr morgens auf dem Fischkutter und endete gegen Mittag. Serenas begann um neun, endete um fünf oder sechs, und hatte nichts mit Fisch zu tun. Sie hatte noch Glück gehabt. „Ist es schon Mittag?“

„Wenn du eine Uhr tragen würdest, wüsstest du es.“

„Ich kann keine Uhr mehr tragen“, erwiderte sie. „Früher, als ich ein Leben hatte, mich mit Leuten traf, Dinge zu erledigen hatte, da habe ich eine Uhr getragen. Jetzt wäre es einfach zu deprimierend. Was gibt’s zu essen?“

„Griechischen Salat, Calamari und Gigias Pistazien-Baklava.“

Es sprach also doch etwas für kleine griechische Inseln.

Serena schwang nach vorne, sodass die Vorderbeine ihres Stuhls hart auf den Boden prallten, und drehte sich verwundert um, weil Nico sich nicht wie sonst auf den Stuhl neben ihr setzte.

Er war nicht allein. Neben ihm stand ein hoch gewachsener Mann mit pechschwarzem Haar, Adonis-Körper und unwiderstehlichem Lächeln. Serena betrachtete den Fremden eingehend. Kein Superman, befand sie. Superman war glatt rasiert und adrett. Brav.

Dieser Mann war Superman in verrucht.

„Fliegen Sie?“, fragte sie ihn.

„Ja.“

„Ich wusste es doch. Frauen spüren so etwas.“

„Wovon redet sie?“, sagte er zu Nico. Er hatte eine wunderbare Stimme. Tief. Träumerisch. Belustigt. Australisch.

„Ist doch egal“, entgegnete sie. „Was macht das schon?“ Sie lächelte ihn herausfordernd an. Im Gegenzug nahm er seine Pilotenbrille ab und enthüllte Augen so blau wie der Himmel über ihnen. Beeindruckend. Sie blickte ihn über den Rand ihrer Sonnenbrille hinweg an, um zu prüfen, ob es an den getönten Gläsern lag.

Nein.

„Rena, das ist Pete Bennett. Pete, meine Cousine Serena. Sie hat ein gutes Herz. Zum Kummer meiner Familie ist der Rest reine Sünde.“

„Serena.“ Pete Bennetts Lächeln war lasziv, sehr lasziv, sein Blick abschätzend, aber nicht unverschämt. Superman für böse Mädchen. So jemand kannte die Frauen. Wusste, wie man sie umwarb, wie man sie verführte. Das war ein Pluspunkt. „Interessante Kombination.“

Serenas Lächeln wurde breiter. „So sagt man.“

Seufzend schob Nico die Lunchbox in Serenas Blickfeld, und als auch das ihre Aufmerksamkeit nicht von dem reizenden Pete Bennett ablenken konnte, verstellte er ihr die Sicht.

„Vielen Dank“, sagte sie murrend und griff nach ihrem Essen.

„Aber gern!“ Alles an ihm, sein Blick und sein Tonfall, warnten sie, mit fremden Männern zu flirten, selbst wenn er sie ihr selbst vorgestellt hatte.

Nico war ein echter Grieche, der die Frauen seiner Familie beschützte. Serena war halb Australierin und in Melbourne aufgewachsen, und der Beschützerinstinkt ihres Cousins amüsierte zu gleichen Teilen, wie er sie nervte. „Tja …“ Der Pilot war wohl kaum zum Vergnügen hier, sondern geschäftlich. Sie stellte die Lunchbox neben den Stuhl und stand auf. „Möchten Sie eine Vespa mieten, Pete Bennett?“ Er sah aus wie ein Mann, der Geschwindigkeit liebte. Nicht dass ein 50-Kubikzentimeter-Zweitakter in dieser Hinsicht viel zu bieten hatte. „Ich könnte Ihnen den zweitschnellsten Roller der Insel anbieten.“

„Was ist mit dem schnellsten?“

„Den fahre ich.“

„Er ist nicht an Motorrollern interessiert“, sagte Nico.

„Sondern?“

Pete Bennett beantwortete die Frage selbst. „Ich brauche ein Zimmer.“

„Tomas’ Zimmer“, ergänzte Nico.

Tomas war der Charter-Hubschrauberpilot, der immer im Gästezimmer hinter dem Haus ihrer Großeltern schlief, wenn seine Passagiere auf der Insel übernachten wollten. „Ich habe den Hubschrauber heute Morgen in aller Frühe landen sehen, und er immer noch da“, erklärte Serena. „Vielleicht braucht Tomas das Zimmer.“

„Wohl kaum. Tomas liegt mit doppeltem Beinbruch im Krankenhaus“, sagte Pete. „Ich bin seine Vertretung.“

„Ach.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Dann können Sie wirklich fliegen. In fünfundvierzig Minuten nach Athen. In fünf Stunden nach Rom. Ich bin beeindruckt. Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?“

„Hab ich doch“, sagte er. Dann wandte er sich zu Nico:

„Wie lang ist sie schon hier?“ „Viel zu lange.“ Ihr Cousin musterte sie mit zusammen gekniffenen Augen. „Sie sollte sich öfter in den Schatten setzen.“

Pete Bennetts Mundwinkel zuckten, und Serena bedachte die beiden Männer ihrerseits mit einem funkelndem Blick. „Der Schatten hat ungefähr die Größe einer Briefmarke. Die Insel hat die Größe eines Briefumschlags. Sie möchte ich sehen, wenn Sie fünf Monate hier sitzen müssten.“

„Ich habe dir angeboten zu tauschen“, sagte Nico. „Ich habe dir angeboten, dass wir uns abwechseln. Ab und zu ein Tag auf dem Boot, aber nein …“ Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Sie ist die Tochter eines Melbourner Fischhändlers, deren Familie drei Trawler, sechs Läden und zwei Restaurants besitzt, und mag keinen Fisch.“

„Sie essen keinen Fisch?“, fragte Pete Bennett.

„Unsinn“, sagte sie. „Ich mag ihn nur nicht fangen und zubereiten, das ist alles. Ihn ausnehmen, wiegen, entgräten und dergleichen. Essen tu ich ihn gern. Hier gibt es oft Fisch.“ Doch zurück zum Geschäftlichen. „Sie wollen also denselben Deal wie Tomas?“

„Natürlich nur, wenn es Ihnen recht ist“, sagte er. „Nico wollte Sie erst fragen.“

„Es ist mir recht.“ Serena warf ihrem Cousin einen kurzen Seitenblick zu. „Du hättest mich nicht fragen brauchen.“

„Er ist viel jünger als Tomas“, sagte Nico achselzuckend.

Allerdings.

„Und Single“, sagte Nico.

Serena spitzte die Lippen. Das wurde ja immer besser.

„Es könnte Gerede geben. Schließlich sind unsere Großeltern verreist, und ich breche morgens sehr früh auf“, fuhr Nico fort.

Da hatte er nicht unrecht. Der ganze Klatsch und Tratsch auf der Insel waren ihr zutiefst zuwider. Seit sie hier war, hatte sie sich nichts zu Schulden kommen lassen, und dennoch wurde alles, was sie tat oder nicht tat, so kritisch beäugt, als bestehe die Gefahr, dass sie jeden Moment Amok liefe. „Lass sie reden.“ Forschend musterte sie Pete. „Angesichts Ihrer Jugend und meiner gefährdeten Ehre sollten wir den Deal allerdings ein wenig abwandeln. Normalerweise mache ich Tomas’ Bett. Sie können Ihres selbst machen.“

„Oh, wie grausam.“ Pete Bennett wandte sich kopfschüttelnd an Nico. „Hast du nicht gesagt, sie hätte ein gutes Herz.“

„Ich habe gelogen“, murmelte Nico. „Sieh es als Warnung. Frauen sind grausam, grausam wie das Meer und noch gnadenloser. Sie sind alle Sirenen, die unschuldige Männer ins Verderben locken.“

Das war sonst gar nicht Nicos Art. Eigentlich war er ein lieber Kerl, der die Frauen verehrte. Der gute Nico. Nachdenklich musterte Serena ihren Cousin. Eigentlich sah er aus wie immer. Dieselben braunen Augen, dasselbe markante, hübsche Gesicht, derselbe muskulöse Körper. Nur die heimliche Traurigkeit in seinem Blick schien noch tiefer als sonst. „Du hast dich wieder mit Chloe gestritten“, folgerte sie. Chloe führte das größte Hotel der Insel und war der einzige Störfaktor in Nicos ansonsten friedlichem Inseldasein.

„Hast du mich etwa streiten hören?“, wandte Nico sich an Pete.

„Nein“, sagte Pete kopfschüttelnd. „Hab ich nicht.“

„Oje“, sagte sie. „Und worüber genau habt ihr euch nicht gestritten?“

Nico runzelte die Stirn. „Das Übliche.“

Es ging also um Chloes Neffen Sam. Ein brisantes Thema. „Ist es schlimm?“

Nico ließ den Blick über...



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