Hunter | Shadow Falls - After Dark - Unter dem Nachthimmel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 512 Seiten

Reihe: Shadow Falls - After Dark

Hunter Shadow Falls - After Dark - Unter dem Nachthimmel

Band 2
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-10-403471-3
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 512 Seiten

Reihe: Shadow Falls - After Dark

ISBN: 978-3-10-403471-3
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



***Der zweite Band der PHÄNOMENAL FESSELNDEN Shadow-Falls-After-Dark- Serie.*** Nach ihrer Wiedergeburt muss sich Vampir Della entscheiden: Für wen schlägt ihr Herz wirklich? Und ist ein Blutsbund stärker als ein Herzenswunsch? Nachdem Della ihre Wiedergeburt nur knapp überlebt hat, fühlt sich ihr Körper fremd an. Und ihr Liebesleben wird komplett auf den Kopf gestellt, denn mit dem mysteriösen Vampir Chase Tallman, dem sie ihr Überleben verdankt, verbindet sie ungewollt ein irres Gefühl. Und plötzlich sind da auch noch Stimmen in ihrem Kopf. Sie verlangen von Della die Aufklärung eines Verbrechens, in das auch ihre Familie verwickelt zu sein scheint: Ihr Vater soll einen Mord begangen haben...

Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas - und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
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1. Kapitel


Della Tsang schwang ein Bein über die Fensterbank ihres Schlafzimmers. Die Sonne war schon aufgegangen, hing aber noch tief am östlichen Horizont. Ihre frühen Strahlen färbten den Himmel blutrot. Der Gedanke ließ Della das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Ihr knurrte der Magen. Sie brauchte Blut. Später.

Eins nach dem anderen.

Sie wusste, was sie zu tun hatte – sie hatte immerhin die halbe Nacht deshalb wach gelegen.

Die kühle Oktoberluft wehte ihr ein paar schwarze Haarsträhnen ins Gesicht. Der Wind war zwar kalt, aber sie spürte es kaum. Als sie Fieber gehabt hatte, war das anders gewesen.

Seit sie aus dem zweitägigen Koma aufgewacht war, in das sie nach ihrer Wiedergeburt gefallen war, hatten auch die grippeähnlichen Symptome aufgehört. Die Wiedergeburt war eine seltene zweite Verwandlung bei Vampiren.

Della stieß sich vom Fensterbrett ab, ihre Stiefel landeten auf dem feuchten Rasen. Sie hielt kurz inne, um sicherzugehen, dass ihre beiden Mitbewohnerinnen Miranda und Kylie nicht aufgewacht waren. Fast wünschte sie sich etwas Gesellschaft.

Aber alles blieb still.

Ihre Freundinnen waren gestern Abend beide lang mit ihren Freunden unterwegs gewesen. Della hatte Steve auch getroffen, sich aber unter dem Vorwand, müde zu sein, früh verabschiedet.

Sie machte einen vorsichtigen Schritt und lauschte wieder.

Della musste das allein machen.

Das war ihr Mantra für die vergangene Woche gewesen. Na ja, genau genommen eher: . Mit dem verlogenen, hinterhältigen Vampir war sie nun unfreiwillig verbunden, weil er Steve – Dellas Fast-Freund – davon überzeugt hatte, ihr sein Blut zu geben, um ihre Chancen zu erhöhen, die sogenannte Wiedergeburt zu überleben.

Verbunden. Sie dachte darüber nach, was ihr Chase dazu gesagt hatte: Schnell schob sie den Gedanken beiseite und starrte auf den dunklen Wald. Sie hatte das Gefühl, dass dort etwas auf sie wartete … sie zu sich rief. Es gab jetzt kein Zurück mehr.

Della schloss das Fenster hinter sich. Ein Zweig knackste irgendwo im Wald, und sie hob witternd die Nase. Aber sie konnte nur den feuchten, würzigen Geruch eines Opossums herausriechen.

Sie machte sich auf den Weg. Mit ihrem Eintritt in den Wald verstummten die Geräusche der Nacht. Sogar die Bäume schienen die Luft anzuhalten. Als Trägerin des Vampirvirus hatte sie sich vor etwa einem Jahr in einen Vampir verwandelt. Die zweite Verwandlung war unerwartet gekommen und extrem selten bei Vampiren. Jetzt war sie noch stärker und schneller als vorher – was bedeutete, dass sie so gut wie jedem Gegner gewachsen war.

Allerdings würde sie diese Kräfte jederzeit wieder abgeben, wenn dafür Chan zurückkommen könnte.

Vielleicht sollte sie Chase dankbar sein. Immerhin hatte er dafür gesorgt, dass sie am Leben war. Chan hatte niemand geholfen. Burnett, der Campleiter, und ebenfalls ein Wiedergeborener, hatte seine Verwandlung ohne Bluttransfusion überlebt. Hätte sie es auch geschafft? Es nervte sie, dass Chase es heimlich getan und sie bis zum Ende angelogen hatte.

Was sie aber am meisten ärgerte – er hatte nicht aufgehört, sie anzulügen.

Auf ihre Frage per SMS:

War seine Antwort gewesen: .

Das kaufte sie ihm nicht ab.

Gestern Abend war dann folgende Nachricht gekommen:

Sie hatte geantwortet:

Sie würde hart bleiben, bis der Typ mit der Wahrheit rausrückte. Er verbarg mehr Geheimnisse, als ein räudiger Werwolf Flöhe hatte.

Wenn ihre Vermutungen richtig waren – und sie würde ihren besten Eckzahn darauf verwetten, dass es so war –, hatte Chase Informationen über ihren vermissten Onkel, der als Teenager seinen eigenen Tod vorgetäuscht hatte, um seine Verwandlung geheim zu halten. Wer sonst sollte der Auftraggeber sein und sich um sie sorgen? Wer sonst wusste, dass Chan ihr Cousin gewesen war? Und wenn es tatsächlich ihr Onkel war, der Chase die Anweisungen gegeben hatte, wieso hatte er dann nicht dafür gesorgt, dass auch Chan gerettet wurde?

Beim Gedanken an ihren Onkel musste Della an ihren Vater denken und daran, wie schnell er sich von ihr abgewendet hatte, nachdem sie zum Vampir geworden war. Dazu kam jetzt noch, dass er vor vielen Jahren verdächtigt worden war, seine eigene Schwester getötet zu haben. Sie konnte das einfach nicht begreifen.

Ihr Vater hätte so etwas niemals tun können.

Sie ging weiter, der Waldboden war feucht unter ihren Schritten. In der Nacht hatte es ordentlich geregnet. Statt zu schlafen hatte Della auf das Trommeln des Regens auf dem Hüttendach gelauscht. Aber das war nicht das einzige Wassergeräusch gewesen.

Das Rauschen des Wasserfalls war aus der Ferne an ihr Ohr gedrungen. Dabei war es eigentlich unmöglich, dass sie das Geräusch bis zu ihrer Hütte hören konnte, nicht mal mit ihren geschärften Vampirsinnen. Es musste also bedeuten, dass der Wasserfall sie zu sich rief.

Der Wasserfall war ein magischer, wenn auch etwas unheimlicher Ort, wo die Todesengel – mystische Wesen, die über alle Übernatürlichen richteten – angeblich zu finden waren.

Das Wasserrauschen wurde lauter.

»Keine Sorge, ich bin ja schon unterwegs.« Sie würde jetzt nicht kneifen, und zwar nicht, weil sie gerufen wurde – Della war nicht dafür bekannt, Anweisungen blind zu gehorchen. Sie unternahm diesen Ausflug, weil ihr etwas eingefallen war, das Kylie einmal gesagt hatte.

Wenn diese Todesengel Kylies Fragen beantworten konnten, dann hatten sie, verdammt nochmal, doch auch ein paar Antworten für Della. Sie kümmerte sich nicht darum, dass sie das letzte Mal, als sie einem ähnlichen Ruf gefolgt war, von jemandem … vielleicht den Todesengeln selbst … mit einem Stein niedergeschlagen worden war.

Sie schauerte, ging aber entschlossen weiter. Die Antworten waren es ihr wert. Die Todesengel sollten sich in Acht nehmen, dieses Mal würde sie es ihnen nicht so leichtmachen.

Als Della sich dem Wasserfall näherte, verschwand ihre Nervosität, und ein Gefühl des Wohlbefindens stellte sich ein.

Sie trat hinter den Bäumen hervor und erblickte das herabfallende Wasser. Langsam wendete sie den Kopf, um alles in sich aufzunehmen. Der kleine See war von Bäumen umstanden, die Äste hingen zum Teil tief herab, so dass der Anblick einer verborgenen Oase ähnelte. Die Sonne, die immer noch nicht sehr hoch am Himmel stand, schickte ihre ersten goldenen Strahlen durch das Blätterdach. Die Luft roch frisch und lebendig, fast schon friedlich. Della hatte noch nie darüber nachgedacht, wie Friedlichkeit roch, aber jetzt wusste sie es.

Die Atmosphäre erinnerte sie an einen buddhistischen Tempel, den sie mal in China mit ihren Eltern besucht hatte, als sie zwölf Jahre alt war. Ohne dass sie sagen konnte, wieso, wusste sie auf einmal, dass nicht die Todesengel sie niedergeschlagen hatten.

»Aber wer war es dann?«, murmelte sie und kam sich kein bisschen komisch vor, die Frage dem menschenleeren Wald zu stellen.

Nur weil sie die Engel nicht sehen konnte, bedeutete das nicht, dass sie nicht da waren.

Sie war nämlich nicht allein.

Das spürte sie. Das erste Mal, seit sie aus dem Koma erwacht war, fühlte sie sich … weniger allein. Irgendwie komplett.

»Wer war was?« Die Stimme vermischte sich mit dem Rauschen des Wasserfalls.

Ihr Herz machte einen Sprung, und sie schaute schnell in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Jemand trat aus dem Vorhang aus Wasser hervor.

Della erkannte die Person, und ihr friedliches Gefühl löste sich schlagartig in Luft auf. »Was machst du hier?«, fragte sie.

»Wahrscheinlich dasselbe wie du«, rief Chase ihr über das Rauschen hinweg zu. »Ich hab es letzte Nacht gehört.«

»Du bist mir gefolgt!«, beschuldigte sie ihn.

Er grinste. »Das ist doch wohl unlogisch. Ich war immerhin zuerst hier. Wenn hier wer jemandem gefolgt ist, dann du mir.«

»Bin ich nicht.« Sie ballte die Hände zu Fäusten. Sollte sie sich einfach aus dem Staub machen und sich an ihren Vorsatz halten, nicht mit ihm zu sprechen, bis er ihr die Wahrheit sagte? Oder sollte sie zu ihm rüberwaten und die Wahrheit aus ihm rausprügeln?

Sie hatte große Lust, Letzteres zu tun. Aber seltsamerweise fühlte es sich falsch an, an diesem Ort Gewalt anzuwenden. Also machte sie auf dem Absatz kehrt und stapfte entschlossen davon. Insgeheim hoffte sie, dass er ihr an einen weniger friedvollen Ort folgen würde.

»Hey, warte mal!«, rief er ihr nach.

Sie ignorierte ihn. Ignorierte das Geräusch des Wasserfalls. Sie ging einfach weiter, den Blick auf den Boden gerichtet, der rutschig war vom Regen. Auf einmal tauchte noch ein zweites Paar Stiefel in ihrem Sichtfeld auf.

Sie blieb stehen und schaute auf. Chase. Seine Geschwindigkeit beeindruckte sie immer noch.

Sie hatte noch nicht wirklich die Gelegenheit gehabt, ihre neuen Grenzen auszutesten. Burnett hatte sie, was das anging, auch ständig im Auge. Außerdem hatte sie noch andere Sorgen. Aber diese anderen Sorgen schob sie jetzt beiseite, um...


Hamer, Tanja
Tanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Hunter, C.C.
Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.

C.C. HunterSchon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
Tanja HamerTanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
Tanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf südlich von München.



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