Hunter | Shadow Falls Camp - Verfolgt im Mondlicht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 560 Seiten

Reihe: Shadow Falls Camp

Hunter Shadow Falls Camp - Verfolgt im Mondlicht

Band 4
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-10-402830-9
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 4

E-Book, Deutsch, Band 4, 560 Seiten

Reihe: Shadow Falls Camp

ISBN: 978-3-10-402830-9
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich der vierte Band des Bestseller-Erfolges im Taschenbuch! Feen, Hexen, Gestaltwandler, Vampire und Werwölfe leben im Shadow Falls Camp. Doch die sechzehnjährige Kylie ist anders als sie alle, und hat trotzdem etwas mit ihnen gemeinsam: Sie kann jedes Wesen sein ... Kylie hat es endlich geschafft: Sie hat herausgefunden, was sie ist. Doch damit ist nur eins von vielen Rätseln gelöst. Denn über ihre Art ist kaum etwas bekannt. Wie kann sie ihre übernatürlichen Kräfte einsetzen, und was ist das für ein geheimnisvolles Flüstern im Wald, das nur sie hören kann? Außerdem verhält sich Lucas seltsam, nun da es sicher ist, dass sie keine Werwölfin ist. Derek hingegen akzeptiert ihre Identität und ist für sie da. War es falsch, ihn abzuweisen? Als plötzlich ein furchterregender Geist auftaucht, muss Kylie sich beeilen, um jemanden der ihren vor einer schrecklichen Gefahr retten zu können. Dabei wird ihr mehr und mehr klar, dass Veränderungen unausweichlich sind, und alles irgendwann ein Ende finden muss. Vielleicht auch ihre Zeit im Shadow Falls Camp ... Wie wird Kylie sich entscheiden? Finde es heraus im 4. Band der ?Shadow Falls Camp?-Serie

Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas - und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
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2. Kapitel


»Ist alles okay bei dir?«

Die Stimme. Es war nicht Mario. Es war Derek.

Ihre Panik verpuffte. Aber die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Die Worte, die er weniger als eine Viertelstunde vorher ausgesprochen hatte, wühlten ihre Gefühle aufs Neue auf und ließen ihr Herz schneller schlagen. Derek liebte sie. Aber was fühlte sie?

Sie verlagerte ihr Gewicht, und der Absatz ihres rechten Schuhs brach ab, so dass sie kurz die Balance verlor. Genauso fühlte sie sich – als ob sie einen Absatz verloren hätte und jetzt durch die Gegend humpeln müsste.

»Was ist denn mit dir?« Seine Stimme klang besorgt.

Die Worte lagen ihr auf der Zunge, aber sie schluckte sie herunter. Derek, der Halbfee war, konnte ihre Gefühle lesen. Ihn anzulügen – zumindest, wenn es um ihre Gefühlswelt ging – war also völlig zwecklos. Stattdessen drehte sie sich herum und schaute ihn an.

»Was machst du überhaupt hier, so ganz ohne Schatten?«, fragte Derek. »Du weißt doch, dass du nicht ohne Schatten herumlaufen sollst, solange dieser verrückte Abtrünnige jederzeit hier auftauchen könnte.«

Ihre Blicke begegneten sich, und Kylie sah Panik in seinen Augen. Sie wusste, dass es auch zum Teil ihre eigene Panik war, die Derek fühlen konnte. Wenn es ihr schlechtging, ging es ihm auch schlecht. Wenn sie Freude erlebte, erlebte er sie mit ihr. Wenn sie Angst vor etwas hatte, verspürte er dieselbe Angst. Jetzt, wo sie so darüber nachdachte, mussten die letzten Minuten für ihn die schiere Hölle gewesen sein.

Seine Schultern strafften sich in seinem blassgrünen T-Shirt, und er atmete tief ein. Sein hellbraunes Haar sah vom Wind zerzaust aus, ein paar Fransen klebten ihm an der Stirn. Ein Schweißtropfen rann ihm von der Augenbraue hinab. Für einen Moment konnte sie an nichts anderes denken, als sich ihm zu öffnen und seine beruhigende Berührung ihre Ängste vertreiben zu lassen.

»Ist es … das, was ich gesagt habe?«, wollte Derek wissen. »Wenn es so ist, dann … dann nehme ich es zurück. Ich hab es dir nicht gesagt, damit es dich innerlich zerreißt.«

, dachte Kylie. Aber das sagte sie nicht. »Es ist nicht das, was du gesagt hast.« Doch sie merkte sofort, dass das eine Lüge war. Sein Geständnis hatte ihre Gefühle völlig durcheinandergebracht. »Nicht hauptsächlich. Es sind auch andere Sachen.«

»Was denn für Sachen?« Seine Stimme klang atemlos. Er suchte ihren Blick, und sie sah die goldenen Sprenkel in seinen Augen funkeln. »Ich spüre, dass du erschrocken und verwirrt bist und …«

»Aber es geht mir gut.« Ihr fiel wieder auf, wie abgehetzt er aussah, als ob er gerade einen Kilometer gerannt wäre. »Wo warst du gerade?«

Er schnappte wieder nach Luft. »In meiner Hütte.«

Fast zwei Kilometer. »Du hast meine Gefühle so weit spüren können?«

»Ja.« Er sah sie so an, als hoffte er, dass sie ihn nicht dafür verurteilen würde. Sie mochte es nicht, dass ihre Gefühlswelt ein offenes Buch für ihn war, aber sie verurteilte ihn nicht deswegen. Er hatte ihr einmal gesagt, dass er es abstellen würde, wenn er das könnte. Und das glaubte sie ihm auch.

»Ich dachte, du hättest gesagt, es wird schwächer«, meinte sie stattdessen. »Macht es dich immer noch so wahnsinnig?«

Er zuckte kurz mit der linken Schulter. »Es ist immer noch stark, aber nicht so krass wie vorher. Ich kann damit umgehen, jetzt, wo ich …«

Jetzt, wo er sich eingestanden hatte, dass er sie liebte. Das hatte er ihr gesagt. Denn aus diesem Grund war seine emotionale Verbindung zu ihr so stark geworden. Kylie spürte wieder ihre eigene Unentschlossenheit. Es war gut, dass wenigstens einer von ihnen damit umgehen konnte. Denn sie glaubte nicht, dass sie es konnte. Nicht damit, dass er sie liebte. Nicht mit irgendeiner der Neuigkeiten, die sie erfahren hatte. Zumindest im Moment noch nicht.

»Was ist denn los?« Er kam einen Schritt näher. So nah, dass sie den Geruch seiner Haut wahrnehmen konnte – erdig, unaufdringlich, echt.

Die Versuchung, ihm um den Hals zu fallen, war überwältigend. Sie sehnte sich danach, ihn zu spüren. Sie wünschte sich, alles könnte so sein wie früher. Sie ballte die Hände zu Fäusten und humpelte mit ihrem abgebrochenen Absatz an ihm vorbei. Unter einem Baum ließ sie sich auf den Boden fallen. Das Gras fühlte sich angenehm kühl an in der Sommerhitze. Einzelne Grashalme kitzelten sie an den Beinen, aber sie ignorierte es.

Er wartete nicht lange auf eine Einladung, sondern setzte sich neben Kylie. Nicht so nah, dass sie sich berührten, aber nah genug, dass sie daran dachte, ihn zu berühren.

»Also, gibt es noch etwas anderes?«, fragte er.

Sie nickte und die Entscheidung, sich ihm anzuvertrauen, schien bereits gefallen. »Mein Vater hat mich wieder besucht.« Sie biss sich auf die Unterlippe. »Er hat mir gesagt, was ich bin.«

Derek sah sie erstaunt an. »Ich dachte, das wolltest du unbedingt wissen?«

»Ja, schon. Aber … Er hat gesagt, dass ich ein Chamäleon bin. So was wie eine Eidechse.«

Er zog verblüfft die Augenbrauen hoch, doch dann schmunzelte er.

Kylie konnte seine Reaktion nicht einordnen. Ihre Panik kam zurück. Sie hatte wissen wollen, was sie war, damit die anderen sie akzeptierten und sie endlich dazugehörte. Aber was, wenn sie etwas war, das sie endgültig zum Freak stempelte?

»Ich hasse Eidechsen«, platzte sie heraus. »Die sind fast so schlimm wie Schlangen – eklige, kleine Viecher mit Glupschaugen, die überall herumhuschen und Krabbeltiere essen.« Sie sah schnell zum Waldrand und stellte sich eine Armee von Eidechsen vor, die sie aus dem Gebüsch anstarrten. »Ich hab da mal was im Fernsehen gesehen, wie eine Eidechse mit ihrer langen Zunge eine Spinne gegessen hat. In Zeitlupe. Das war super eklig!«

Derek schüttelte den Kopf, und jegliche Art von Belustigung war aus seinem Gesicht gewichen. »Ich hab noch nie etwas von übernatürlichen Eidechsen gehört. Bist du dir sicher?«

»Ich bin mir überhaupt nicht sicher. Das ist ja das Schlimme. Schließlich hat es mir ein Geist erzählt. Er ist zwar mein Vater, aber trotzdem.« Sie schauderte. »Jetzt mal ernsthaft. Es ist doch wohl noch besser, Blut zu trinken, als eine lange Zunge zu haben und Insekten zu essen.«

»Vielleicht hat er sich geirrt. Du hast doch gesagt, Geister haben ein Kommunikationsproblem.«

»Ja, am Anfang schon. Aber bei meinem Vater ist das nicht mehr so, glaube ich jedenfalls.«

Derek sah nicht sehr überzeugt aus. »Aber was meinst du denn, was so ein übernatürliches Chamäleon machen könnte? Mir fällt dazu gerade nur das Farbenwechseln ein.«

Kylie dachte einen Moment über seine Worte nach. »Vielleicht ist es das ja.«

»Du kannst deine Farbe wechseln?« Er sah sie zweifelnd an.

»Nein. Aber vielleicht kann ich mein Gehirnmuster ändern. So wie mein Großvater und meine Tante, als sie das Muster von Menschen hatten. Und so wie ich ein menschliches Muster hatte.«

»Oder … vielleicht ist dein Vater einfach verwirrt. Ich hab noch nie von einem Übernatürlichen gehört, der sein Muster verändern kann.«

»Und was ist mit mir?«, fragte Kylie aufgeregt. »Und mit meinem Großvater und meiner Tante?«

Er zuckte mit den Schultern. »Holiday meinte, wahrscheinlich hat ein Zauberer deinen Großvater und deine Tante verhext.«

»Und mich auch, oder wie?«

»Nein, aber … Okay, ich hab keine Ahnung.« Er runzelte die Stirn. »Und ich weiß, dass dich das frustriert. Aber hast du nicht gesagt, dass dich dein echter Großvater besuchen kommt? Ich bin mir sicher, er kann es dir erklären.«

»Ja.« Sie kaute auf ihrer Unterlippe.

Derek musterte sie. »Da ist noch etwas, oder?«

Sie seufzte. »Als ich meinen Dad gefragt habe, was es bedeutet, ein Chamäleon zu sein, meinte er, dass wir das zusammen rausfinden werden.«

»Und wieso ist das schlimm?«

Kylie verstand seine Frage nicht. »Na, weil er tot ist und mich nur noch ganz selten besuchen kann. Heißt das also, dass ich bald sterben werde?«

»Nein, das hat er bestimmt nicht gemeint«, entgegnete Derek entschieden.

Sie wollte ihm schon widersprechen, aber weil sie ihm gern glauben wollte, verkniff sie sich die Widerworte. Stattdessen seufzte sie schwer und starrte aufs Gras. Sie versuchte sich damit zu beruhigen, dass ihr Großvater bestimmt in ein paar Tagen zu ihr kommen würde. Sie fühlte sich auch schon etwas besser, weil sie ihre Sorgen mit Derek teilen konnte.

»Hast du schon mit Holiday geredet?« Er lehnte sich etwas zu ihr, und seine Schulter berührte ihre. Schon die kurze Berührung schickte ihr eine warme Welle der Beruhigung durch den Körper.

Sie schüttelte den Kopf. »Noch nicht. Sie ist noch immer mit Burnett im Büro.« Und Kylie hatte sich auch noch keine richtigen Gedanken zu der Geistersache gemacht. Wenn ihr der Geist von jemandem erschien, der noch nicht tot war, was hatte das zu bedeuten? Die mögliche Antwort ließ sie innerlich erzittern.

»Ich glaub, das ist echt wichtig«, meinte Derek.

»Ich weiß, aber …«

»Da ist immer noch etwas anderes, oder?«

Sie schielte zu ihm hoch. Konnte er ihre Gefühle oder ihre Gedanken lesen? »Geisterprobleme«, murmelte sie.

»Was denn für Probleme?«

Von allen Leuten im Camp war Derek der Einzige, der nicht bei der bloßen Erwähnung von Geistern das Weite suchte. »Na ja, die Person, die da war, ist nicht...


Hamer, Tanja
Tanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Hunter, C.C.
Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.

C.C. HunterSchon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
Tanja HamerTanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.
Tanja Hamer, Jahrgang 1980, hat ihr Anglistikstudium in Mainz absolviert und arbeitet seit 2012 als selbständige Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf südlich von München.



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