Hunter | Warrior Cats - Mystische Spuren | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 328 Seiten

Hunter Warrior Cats - Mystische Spuren

Kieselglanz' Junge - Baums Wurzeln - Mottenflügels Geheimnis
Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-407-75656-5
Verlag: Julius Beltz
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kieselglanz' Junge - Baums Wurzeln - Mottenflügels Geheimnis

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

ISBN: 978-3-407-75656-5
Verlag: Julius Beltz
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Kätzin, die drei kleine Gehemnisse in sich trägt. Ein Kater, der mit Geistern sprechen kann. Eine Heilerin ohne Glauben. In diesem Band erfährst du alles über die persönlichen Schicksale dreier Katzen und was der SternenClan damit zu tun hat. Bisher unveröffentlichte Geschichten über Habichtschwinges Gefährtin Kieselglanz, die von einem Monster verschleppt wurde, die Herkunft von Baum und Mottenflügels Weg zur Heilerin. Alle Geschichten verbindet ein Hauch von Mystik und vor allem unbändigen Katzenmut.

Erin Hunter ist ein Autor:innenteam und inspiriert von der Liebe zu Katzen und der Faszination von der Wildnis. Immer mit dem größten Respekt gegenüber der Natur in all ihren Formen, findet Erin Hunter mystische Erklärungen für das Verhalten der Tiere und erschafft magische Welten.
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1. KAPITEL


Dornen kratzten über Kieselglanz’ Rücken, als sie sich durch das Gebüsch schob, doch der stechende Schmerz in ihrem Bauch trieb sie weiter, bis sie auf der anderen Seite herauskam. Der WolkenClan hatte sein Zuhause bei der Schlucht vor fast zwei Monden verlassen und alle Krieger waren hungrig und müde. Kieselglanz spürte das noch deutlicher als die anderen, da sie Junge erwartete. Sie wusste, dass ihre Clan-Gefährten auf der anderen Seite des Gebüschs fast so weit waren, dass sie die Jagd aufgeben wollten. Sie spähte nach unten, wurde vor Schreck ganz starr und grub ihre Krallen in die Erde.

Direkt vor ihr lag ein breites Stück Land, das mit demselben harten schwarzen Belag wie der Donnerpfad versehen war. Dort kauerten mehrere Zweibeinermonster und hinter ihnen erhoben sich die grauen Wände eines Zweibeinerbaus. Durch ein Loch in der Wand führte ein schmaler Donnerpfad weiter in die Ferne.

Kieselglanz zog sich langsam wieder in den Schutz der Büsche zurück. All ihre Instinkte drängten sie dazu, sich außer Sichtweite zu bringen, bevor die Monster sie erspähten. Doch noch ehe sie sich mehrere Pfotenschritte entfernt hatte, zog ihr ein köstlicher Duft zwischen die Kiefer. Sie blieb stehen, schmeckte die Luft, um herauszufinden, wo der Geruch herkam. Als ihr bewusst wurde, dass er von einem der Zweibeinermonster herrührte, weiteten sich ihre Augen überrascht.

Das ist ja Beute! Auf diesem Monster ist Beute gefangen. Wenn wir die nur zu unseren Clan-Gefährten bringen könnten!

Kieselglanz sah, dass sich keine der riesigen Kreaturen bewegte. Vielleicht schliefen sie ja alle. Ihr Herz pochte mit einem Mal ganz schnell, während sie über die Risiken nachdachte, die sie und ihre Clan-Gefährten eingehen müssten, um direkt aus den Fängen eines Monsters Beute zu entwenden. Dann knurrte ihr Bauch wieder und erinnerte sie daran, wie hungrig sie war. Wie lange war es her, dass sie und die anderen Katzen des WolkenClans sich satt gefressen hatten?

»Wir müssen das Risiko eingehen!«, murmelte sie vor sich hin.

Kieselglanz ließ Wespenbart, den Zweiten Anführer des WolkenClans, vorangehen, als sie sich aufs offene Feld begaben, um das nach Beute duftende Monster zu erkunden. Ihr Gefährte, Habichtschwinge, tapste neben ihr her, während Lockenpfote und Blütenherz, die beiden anderen Mitglieder ihrer Patrouille, das Schlusslicht bildeten.

Sobald sie und ihre Clan-Gefährten näher kamen, hörte Kieselglanz, dass vom hinteren Bereich des Monsters gackernde Geräusche aus glänzenden Kisten ertönten, die eigenartigen Nestern ähnelten.

»Da sind ja Vögel drin!«, rief Habichtschwinge.

»Und sie sind gefangen«, fügte Kieselglanz hinzu. »Sie müssen eine Art Zweibeinerbeute sein.«

Wespenbart nickte. »Genau das sind sie auch. Man nennt sie Hühner. Ein paar Zweibeiner in der Nähe der Schlucht haben solche gehalten.«

Kieselglanz starrte zu den glänzenden Nestern, war ihnen nahe genug, um die vielen Federn zu sehen, die sich an die Seiten pressten, dazu ein paar Köpfe, die mit ihren spitzen Schnäbeln und Knopfaugen herausschauten. Der verführerische Duft war hier noch stärker und ein Hungergefühl durchzog ihren Bauch wie die Klauen eines Dachses.

Ungeduldig zuckte Kieselglanz mit den Ohren, während Habichtschwinge und Wespenbart darüber diskutierten, ob es sich tatsächlich lohnte, dieses Risiko einzugehen. »Wisst ihr«, maunzte Kieselglanz und blickte sich wachsam um, »das Monster schläft und es sind keine Zweibeiner hier. Warum machen wir nicht einfach …« Sie blickte zum Zweiten Anführer, flehte stumm darum, dass er die Situation so einschätzte wie sie. Wir können das schaffen. Ich weiß, dass wir das schaffen können!

Endlich nickte Wespenbart. »Lasst uns das machen. Habichtschwinge, du und Lockenpfote, ihr haltet Wache. Die anderen kommen mit mir.«

»Ich kann auch klettern«, maunzte Habichtschwinge.

»Nein, dir tut das Bein weh, das sehe ich doch«, antwortete Wespenbart. »Hier unten bist du uns nützlicher.«

Mitfühlend sah Kieselglanz zu ihrem Gefährten. Sie wusste, wie frustriert er über die anhaltenden Nachwirkungen seiner Beinverletzung war, die er sich beim Sturz von einem Baum einen Monat zuvor zugezogen hatte, als er einem Eichhörnchen nachjagte. Demonstrativ blickte Habichtschwinge auf Kieselglanz’ gewölbten Bauch. »Dann sollte Kieselglanz auch hierbleiben«, meinte er.

»Stimmt, Kieselglanz, du musst vorsichtig sein«, stimmte Blütenherz ihm zu. Wespenbart nickte.

Zunehmend genervt starrte Kieselglanz zu ihren Clan-Gefährten. Sie wusste, dass sie sich Sorgen um sie machten, weil sie Habichtschwinges Junge trug, aber sie mussten sie ja nicht gleich so behandeln, als wäre sie krank. »Ich bin noch nicht so dick, dass es einen Unterschied machen würde«, warf sie ein und ließ ihre Schwanzspitze nervös hin und her zucken. »Ich kann noch immer genauso schnell laufen wie ihr alle. Außerdem war es meine Idee.«

Wespenbart sah sie mit zusammengekniffenen Augen an, dann entspannte er sich mit einem Seufzen. »Na gut. Lasst es uns machen, bevor wir alle noch verhungern.«

Ehe sie sich dem Monster näherten, fing Kieselglanz Habichtschwinges besorgten Blick auf, blieb kurz stehen und fuhr ihm mit dem Schweif über die Flanke. Dann kletterte sie zusammen mit Wespenbart und Blütenherz von hinten auf das Monster, war überrascht von dem ungewohnten Gefühl, als ihre Klauen über dessen harten Pelz kratzten.

Sie erreichten einen kleinen Absatz, der sich hinten am Monster befand, von wo sie die unzähligen kleinen, mit Vögeln gefüllten Baue weiter unten sahen. Alle drei Katzen sprangen vom Rücken des Monsters, verharrten kurz und sahen sich mit großen Augen um. Das sind so viele von diesen eigenartigen Nestern!, dachte Kieselglanz. Und in jedem davon ist ein Huhn. Aufgeregt rief sie das Habichtschwinge und Lockenpfote zu, damit sie auch wussten, was sie hier vor sich hatten.

Während Wespenbart und Blütenherz voranschritten, wurde das Gackern der Hühner immer panischer. Kieselglanz’ Jagdinstinkte setzten ein, und sie folgte ihren Clan-Gefährten, die sich bereits anschlichen. Kieselglanz streckte eine Pfote durch eines der Löcher zwischen den glänzenden Gittern hindurch und versuchte, ein Huhn mit ihren Krallen zu erhaschen. Doch der Vogel flatterte wie wild mit den Flügeln und sie bekam ihn einfach nicht zu fassen. Auch Wespenbart und Blütenherz hatten Schwierigkeiten: Blütenherz zog ihre Pfote mit einem frustrierten Fauchen zurück, als das Huhn mit seinem spitzen Schnabel nach ihr pickte, wohingegen es Wespenbart nur gelang, ein paar Federn zu ergattern.

Kieselglanz lief das Wasser im Mund zusammen, während sich der köstliche Beuteduft um sie herum ausbreitete. Es war zum Verrücktwerden, sie waren der Beute, die sie so verzweifelt brauchten, so nahe, bekamen aber nichts zu fassen.

Denn selbst wenn es uns gelingen sollte, eine dieser dämlichen Kreaturen zu fangen, wäre es doch unmöglich, sie durch diese winzigen Löcher herauszuziehen, wurde Kieselglanz bewusst. Zweifel erfassten sie, während sie sich fragte, ob es falsch gewesen war, der Patrouille dieses Unterfangen überhaupt vorgeschlagen zu haben. Fest entschlossen verdrängte sie den Gedanken dann aber. Irgendwie müssen wir diese Nester doch aufbekommen.

Sie trat eine Schweiflänge zurück und betrachtete die ineinander verwebten Ranken, aus denen die Nester bestanden. Um ihre Baue herzustellen, verwebten sie und ihre Clan-Gefährten ständig Zweige und Ranken miteinander, aber diese Ranken hier waren glänzend, hart und in regelmäßigen Abständen angebracht, außerdem gaben sie auf Pfotendruck nicht nach. Sie versuchte hineinzubeißen, doch davon taten ihr nur die Zähne weh. Was kann ich denn dann machen?, fragte sie sich. Es muss doch einen Weg geben, wie die Zweibeiner diese Nester aufbekommen. Ein paar Herzschläge lang war sie völlig verwirrt. Dann entdeckte sie eine Art glänzenden Zweig, der in einem gewundenen Wedel des Nests steckte.

Sie schlug mit der Pfote darauf und bewegte ihn leicht. Dann schob sie ihn vorsichtig von einer Seite zur anderen, immer mehr, und unvermittelt verstand Kieselglanz, wie das System zu funktionieren schien. Wenn es mir gelingt, das Ende hier nach unten zu drücken, dann sollte das andere Ende sich nach oben bewegen, dachte sie. Und damit müsste dann die ganze Seite aufgehen.

Sie drückte mit einer Pfote auf den Zweig, doch er war steif, rührte sich nicht. Wütend fauchte sie, dann übte sie mehr Druck aus, brachte dafür ihre...



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