Hunting Hot as Ice - Heißkalt verführt
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7363-0345-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 02, 400 Seiten
Reihe: Pucked
ISBN: 978-3-7363-0345-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eishockey-Star Miller "Buck” Butterson hat beschlossen, dass es an der Zeit ist, das Playboy-Dasein aufzugeben und sich stattdessen eine feste Freundin zu suchen. Eine richtige Freundin, die er nicht nur ins Bett, sondern auch zum Essen und ins Kino einladen will. Als er auf Sunshine Waters, die Schwester seines Teamkameraden, trifft, ist er sich sicher, die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Doch sein Ruf als Herzensbrecher eilt ihm voraus, und Buck stellt fest, dass er sich ganz schön ins Zeug legen muss, wenn er Sunny für sich gewinnen will ... (ca. 400 Seiten)
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KAPITEL 1
Besoffen ist, wer Besoffenes tut
Ich bin stockbesoffen. Derart neben der Spur, dass Lance, mein Mannschaftskamerad, zwei Paar Augen hat.
»Ich fahr nach Hause.« In meinem Kopf sind das die Worte, die ich spreche, aber in Wirklichkeit kommen sie wohl eher als ein Stöhnen heraus. Ich mache einen unsicheren Schritt auf die vor der Bar wartenden Taxis zu.
Lance legt mir eine Hand auf die Schulter, ein schiefes Grinsen auf dem Gesicht. Er ist fast so betrunken wie ich. »Dein Wagen steht bei mir zu Hause, Butterson. Komm mit zu mir.«
»Ich kann ihn morgen früh abholen.« Meine Worte verschmelzen miteinander, aber er scheint mich trotzdem zu verstehen.
»Steig einfach in die Limousine, Mann.« Lance sieht zu Randy hinüber, einem Mannschaftskameraden und einem meiner engsten Freunde seit meiner Kindheit, um sich Unterstützung zu holen.
»Unsere Trainerin kommt um zehn Uhr dreißig zu Lance, schon vergessen?«, fragt Randy. »Du kannst dich aus dem Bett direkt in den Pool fallen lassen.«
»Dann muss ich dich auch nicht fünfzigmal anrufen, damit du deinen Arsch hochkriegst«, fügt Lance hinzu.
»Komm mit, Buck!«
Eins von Randys Groupies benutzt den Spitznamen, auf den ich seit Kindertagen höre. Mein richtiger Name ist Miller. Ich bin übrigens nicht nach dem Bier so benannt worden. Außerdem klingt Buck Butterson netter als Miller Butterson – zu viele »er«.
Die drei Mädchen, die Lance überredet hat, noch mit zu ihm zu kommen, kämmen einander und frischen gegenseitig ihr Make-up auf, während ich versuche, keine schlechte Entscheidung zu treffen.
Lance lächelt – ganz der geile Bastard – und klopft mir auf den Rücken. »Komm schon, Mann, du bist die nächsten Wochen nicht da. Deine letzte Chance, richtig einen draufzumachen.«
Ich nuschele etwas, das ich nicht einmal selbst verstehe, und lehne mich an die Limousine, damit ich mein eigenes Gewicht nicht zu tragen brauche. Die Shots waren keine gute Idee. Es waren so viele. Möglicherweise hab ich sie sogar bezahlt.
Ich warte, während die Mädchen in die Limousine steigen. So betrunken ich bin, habe ich doch immer noch ein paar Manieren übrig. Die letzte beugt sich vor, und ihr Mikro-Mini rutscht hoch. Damit gewährt sie mir, bevor sie sich hinsetzt, einen ungehinderten Blick auf ihren Biber, wie wir eine Muschi hierzulande nennen. Neben sie werde ich mich definitiv nicht setzen.
Lance stößt mich mit dem Ellbogen an. »Steig ein, Buck.«
»Du zuerst. Das sind schließlich deine Groupies.«
Es ist kein guter Plan, mit zu Lance nach Hause zu fahren, aber ich habe bereits zugesagt, und sein Argument, dass mein Wagen bei ihm steht, ist nicht von der Hand zu weisen.
Er zuckt mit den Achseln, hält sich an der Wagentür fest und steckt den Kopf hinein. »Auf wessen Schoß sitze ich?« Dann wirft er sich in die Limousine.
Die Mädchen kreischen, und dann folgt Gelächter.
Ich lege Randy eine Hand auf die Brust, um ihn zurückzuhalten, bevor er ebenfalls einsteigt. »Pass auf, dass ich keine Dummheiten mache, okay, Mann?«
»Keine Sorge, Miller. Ich übernehme zwei, wenn es sein muss.« Er zwinkert mir zu, aber er meint es ernst.
Randy ist einer der wenigen, die meinen richtigen Namen benutzen, abgesehen von meinem Dad, wenn er sauer ist. Er ist in Chicago aufgewachsen und hat in derselben Straße gewohnt wie ich. Wir haben zusammen Eishockey gespielt, seit wir Schlittschuh fahren können. Als wir in unserem ersten Semester am College in die NHL geholt wurden, landeten wir in verschiedenen Mannschaften. Fünf Jahre später sind wir wieder in derselben Mannschaft, da Randy nach dem Saisonende von Chicago eingekauft wurde. Da gerade Saisonpause ist, hatte er ganze zwei Wochen für den Umzug zurück nach Hause. Es ist gut, ihn wieder hier zu haben. Wir sind über die Jahre befreundet geblieben; wenn irgendjemand verhindern kann, dass ich alles vermassele, dann ist er es.
Randy steigt in die Limousine und setzt sich zwischen zwei der Mädchen. Das lässt mir eine ganze Sitzbank. Ich schiebe mich ins Auto, mache es mir bequem und belege das ganze Ding mit Beschlag.
Lance hat bereits den Arm um Blitzi Biber gelegt, und ihre Freundin in der Mitte scheint unschlüssig, was sie tun soll. Als sie Anstalten macht, sich neben mich zu setzen, zieht Lance sie an sich und flüstert ihr etwas ins Ohr. Ihre Augen weiten sich, und dann beißt sie sich auf die Unterlippe, aber sie bleibt, wo sie ist.
Es wäre klüger gewesen, allein in einem Taxi nach Hause zu fahren. Dann müsste ich mich keiner unnötigen Versuchung aussetzen. Manchmal ist es höllisch schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel sich nicht in eine Situation zu bringen, in der Groupies einem unausweichlich Sex anbieten – was ich dann ablehnen muss.
Es ist nicht so, als käme ich nicht ohne aus. Ich habe nur während der letzten fünf Jahre immer diese Option gewählt. Und der kalte Entzug war viel schwieriger, als ich je gedacht hätte. Lance und Blitzi Biber drücken sich jetzt in die Ecke der Limousine. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er die Hand bereits unter ihrem Rock hat, nach dem Kichern zu urteilen, auf das ein Stöhnen folgt. Ich schließe die Augen und lehne mich auf die Armstütze. Ich bin müde. Und hungrig. Ich brauche Pizza.
Ich wühle in meiner Tasche nach meinem Telefon. Ich habe Nachrichten bekommen: ein paar SMS und eine Sprachnachricht von meiner Schwester Violet und dann noch ein paar von meiner Freundin Sunny. Na ja, sie ist so halbwegs meine Freundin. Ich wünsche mir, dass sie meine Freundin ist. Sunny ist der Grund, warum Randy – oder auch Lance – sich zur Verfügung stellen und ich hier ganz allein auf meiner Bank sitze.
Ich habe während der letzen Monate alles in meiner Macht Stehende getan, um die Sache zwischen uns in Richtung »feste Freundin« zu bewegen, aber Sunny ist schwer festzunageln. Sie ist viel schlimmer als ich, aber nicht auf eine Schlampenart. Sunny ist das direkte Gegenteil von einer Schlampe. Sie lässt sich von mir nicht so leicht rumkriegen wie die meisten Frauen. Ich muss tatsächlich arbeiten, um sie dazu zu bringen, mit mir auszugehen.
Dass Alex Waters, ihr Bruder, einer meiner Mannschaftskameraden ist, macht es auch nicht unbedingt leichter. Er ist außerdem mit meiner Schwester verlobt und Mannschaftskapitän. Waters hasst mich. Es ist kompliziert. An dem Abend, an dem ich Sunny kennenlernte, habe ich – für eine halbe Sekunde – erwogen, mit ihr zu schlafen, um mich an ihm zu rächen. Aber ich bin ein Aufreißer, kein Arschloch. Außerdem hatte Sunny kein Interesse an Sex mit mir. Sie wollte tatsächlich reden. Und ich mochte sie. Also habe ich mir stattdessen ihre Nummer geben lassen. Das ist jetzt Monate her, und sie will immer noch nicht mit mir schlafen. Noch nicht. Ich hoffe, das zu ändern.
Ich versuche, meine SMS zu lesen, aber ich sehe ganz verschwommen, und alle Worte kullern durcheinander – noch schlimmer als gewöhnlich. Ich kann hier drin auch nicht die Text-to-Speech-App benutzen, wie ich das sonst tun würde, weil die Musik zu laut ist und alle mithören könnten. Außerdem sind die Nachrichten meiner Schwester manchmal ziemlich arschig. Sie denkt nie nach, bevor sie spricht. Kein bisschen.
»Ich habe Hunger. Hat sonst noch jemand Hunger?«, übertöne ich die Musik.
Lance ist zu sehr ins Knutschen vertieft, aber Randy hebt die Hand. Die Mädchen links und rechts von ihm zucken mit den Achseln. Die in der Mitte von dem Ganzen sieht aus, als wäre sie lieber sonst wo.
Ich rufe Siri auf und bitte sie, in meiner Lieblingspizzeria anzurufen. Es braucht einige Versuche, sie dazu zu überreden, einerseits, weil ich so lalle, und andererseits, weil die Musik stört. Endlich macht jemand sie aus, sodass es mir gelingt, eine Bestellung aufzugeben.
»Ist die Adresse Fünf-Zwei-Eins oder Zwei-Fünf-Eins?«, frage ich Randy, als ich so weit bin zu bestellen.
»Fünf-Zwei-Eins.«
»Bist du sicher, dass es nicht Zwei-Fünf-Eins ist?«
Lance legt im Abknutschen der Braut eine Pause ein, um mir Stress zu machen. »Du bist schon eine Million Mal bei mir zu Hause gewesen, und du bekommst die Adresse immer noch nicht richtig hin?«
Ich zeige ihm den Mittelfinger. »Ich bin Legastheniker und betrunken, aber danke, dass du dich wie ein Arschloch benimmst.« Das hätte ich nicht sagen sollen. Normalerweise passiert mir so etwas vor den Groupies nicht. Es ist frustrierend, dreiundzwanzig Jahre alt und beschissen im Lesen zu sein. Ich gebe dem Pizza-Typen die richtige Adresse. Dann beende ich das Gespräch und schiebe mein Telefon zurück in meine Tasche.
Zehn Minuten später biegen wir in Lance’ Einfahrt ein. Ich bin der Erste, der aus dem Wagen steigt, und ich falle praktisch die Stufen zu seiner Tür hinauf. Während ich auf alle anderen warte, benutze ich die Türklinke, um mich abzustützen. Eigentlich müsste ich den Code kennen, um ins Haus zu gelangen, aber ich vergesse ihn immer wieder.
Lance und Blitzi Biber sind die Letzten, die aus der Limousine steigen. Wie zu erwarten, zeigt sie, als sie über die Sitzbank rutscht, allen ihren Biber – für mich jetzt schon das zweite Mal auf der Fahrt in der Limo. Als ihre Füße den Boden berühren, tritt Lance vor sie und versperrt mir dadurch die Sicht. Er beugt sich vor, um ihren Rock zurechtzuziehen, was nett von ihm ist. Wenn er schlechte Laune hat, erlaubt er den Mädchen, sich zum Narren zu machen, und lacht später darüber. Er kann manchmal ein...




