E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Hutchins Abschied Von Annalise
1. Auflage 2022
ISBN: 978-88-354-3904-2
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein Karibischer Kriminalroman Mit Katie Connell
E-Book, Deutsch, 384 Seiten
ISBN: 978-88-354-3904-2
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Katie Connells neues Leben auf St. Marcos nimmt seinen geplanten Lauf. Sie hat einen Gastronomen als Freund, tritt zusammen mit ihrer besten Freundin als Sängerin auf und bleibt seit neuestem nüchtern. Noch besser: Sie hat sich ein Haus im Regenwald gekauft, zu dem auch ein jahrhundertealter Geist gehört. Ihre Karriere als Rechtsanwältin liegt seit längerem hinter ihr und sie hofft, dass dieses neue Kapitel ihres Lebens ihr dazu verhelfen wird, glücklich zu werden.
Ein neues Leben in Sicht. Eine alte Liebe vor der Tür. Als eine Leiche in der Gefriertruhe auftaucht, wird Katies Inselleben turbulent.
'Katie ist die erste Figur seit Stephanie Plum, in die ich mich Hals über Kopf verliebt habe!' Stephanie Swindell, Buchladen-Besitzerin.
Katie Connells neues Leben auf St. Marcos nimmt seinen Lauf. Sie hat einen Gastronomen als Freund, tritt zusammen mit ihrer besten Freundin als Sängerin auf und bleibt seit neuestem nüchtern. Noch besser: Sie hat sich ein Haus im Regenwald gekauft, zu dem auch ein jahrhundertealter Geist gehört. Ihre Karriere als Rechtsanwältin liegt seit längerem hinter ihr und sie hofft, dass dieses neue Kapitel ihres Lebens ihr dazu verhelfen wird, glücklich zu werden. Dann taucht jedoch ein Mann aus ihrer Vergangenheit auf, außerdem werfen ein Mord im Restaurant ihres Freundes und ein Kind in Not alles über den Haufen. Als sie gezwungen wird, sich zu entscheiden zwischen dem Geisterhaus, das ihre Rettung war, und dem Mann, der womöglich die Liebe ihres Lebens ist, sehnt sie sich beinahe zurück nach den schlichteren Dramen ihres Lebens als Rechtsanwältin. Kann sie die richtige Entscheidung treffen, ohne wieder in ihre destruktiven Gewohnheiten der Vergangenheit zurückzufallen?
Die Katie-Bücher erhielten über 4.000 Rezensionen und eine Durchschnittsbewertung von 4,6 Sternen. Die Originalausgabe 'Leaving Annalise' ist in digitaler, gedruckter Form und als Hörbuch erhältlich. Es ist das zweite eigenständige Buch der Katie-Trilogie und das zweite Buch der tempogeladenen Romantic-Mystery-Serie What doesn't kill you ('Was dich nicht umbringt') 'Once Upon A Romance' nennt Hutchins eine vor Dynamik strotzende Nachwuchsautorin. Wer Sandra Brown oder Janet Evanovich mag, dem wird auch die Bestseller-Autorin von USA Today, Pamela Fagan Hutchins, gefallen. Pamela ist ehemalige Rechtsanwältin, gebürtige Texanerin und hat fast zehn Jahre auf den US-Jungferninseln gelebt. Sie bestreitet, dass sie sich in dieser Zeit Notizen zu der Serie gemacht hat.
Hier einige Kommentare von Amazon-Lesern über die 'Was dich nicht umbringt'-Krimis:
'Kann man nicht mehr aus der Hand legen.' 'Angemessene Warnung: Vor Lesebeginn alle Termine absagen, weil man es nicht mehr weglegen kann.' 'Hutchins ist eine Meisterin der Spannung.' 'Fesselnder Krimi ... mitreißende Romanze.' 'Alles ist Klasse: der Plot, die Figuren und der Stil. Die Leser dürfen sich auf ein wirkliches Vergnügen freuen.'
'Ich war sofort gefesselt.'
'Faszinierend.'
'Ein temporeicher Krimi.'
'Man kann es nicht mehr aus der Hand legen.'
'Unterhaltsam, komplex, regt zum Nachdenken an.'
'Mord war noch nie so unterhaltsam!'
'Sie werden diesen Trip garantiert genießen.'
Weitere Infos & Material
EINS TAINO, ST. MARCOS, US-JUNGFERNINSELN
20. APRIL 2013
Ich weiß nicht, warum um alles auf der Welt ich zugestimmt hatte. Ich wurde gerade zum Star, nämlich als Moderatorin des St. Marcos-Schönheitswettbewerbs für Damen. Richtig, ich sagte Damen, verheiratete Damen, keine Miss-Wahl. Ich hatte die Ehre, diesen Schönheitswettbewerb für reife, verheiratete Damen zu moderieren. Es tut mir leid, wenn ich das so sage, aber ich war insgesamt gesehen noch nie ein Fan solcher Wettbewerbe – obwohl meine liebe Freundin Emily darauf besteht, dass ihr Titel Miss Amarillo ihr dabei half, ihr abgeschlossenes Studium an der Texas Tech University zu finanzieren – dieser aktuelle Damen-Wettbewerb sorgte jedoch bei mir für einen völlig neuen Grad der Verblüffung. Aber da war ich nun mal. Die halbe Inselbevölkerung war auch da. Die ungehobelte Hälfte. Ich war mir sicher, das Objekt meiner unerwiderten und vermeintlich begrabenen Zuneigung, ein Typ namens Nick, hätte gesagt, dass sie sich aufführten, als wären sie bei einem Wettkampf zum Traktor-Ziehen, anstatt bei einem Schönheitswettbewerb. Jedenfalls vermutete ich das, da wir seit vielen Monaten keinen Kontakt mehr hatten. Jackie, die Wettbewerbsleiterin, zog ihre tiefsitzende, blaue Tarnhose über ihren ansehnlichen bana (Hintern), verdeckte dadurch kaum ihren fünf Zentimeter breiten String-Tanga und schwärmte: „Ich kann unser Glück kaum fassen, dass ein so großes Talent wie du unseren Wettbewerb moderieren wird.“ Mit ihrem Insel-Jargon dehnte sie die ‚a‘s, Grammatik spielte darin eine wesentlich schlichtere Rolle, alle Verben blieben im Präsens. Ich nickte ihr zu, aber für dumm verkaufen konnte sie mich nicht. Sie war einfach erleichtert, jemanden gefunden zu haben, der so blöd war, den Job überhaupt zu machen. Sie hatte versucht, meine Gesangspartnerin, die sinnliche Ava Butler zu engagieren, nachdem sie uns eines nachts in ‚The Lighthouse‘ an der Promenade im Stadtzentrum hatte auftreten sehen. Jackie gefiel unser Geplänkel und unsere Bühnenpräsenz, aber sie hätte Avas einheimischen Status als bahn yah (hier geboren) meinem vorgezogen; ich war ja nur eine vom Kontinent hierher Verpflanzte. Ava hatte schlauerweise eine Ausrede gefunden, das mit dem Wettbewerb bleiben zu lassen und stattdessen mich empfohlen. Dafür würde sie mir bezahlen. Die Wettbewerbsveranstalter hielten das Event in einem Open-Air-Theater ab, eine vornehme Art auszudrücken, dass es keine Klimaanlage gab. Die hölzernen Türen und Fensterläden standen offen, aber keine spürbare Brise drang bis ins Rauminnere. Die Veranstaltung fand in Inselzeit statt. Warme Körper, die zu lange zu dicht aneinandergepresst waren, sorgten für eine erstickende Atmosphäre, sogar hinter der Bühne. Durch das Leben auf St. Marcos hatte ich die reinigenden Eigenschaften von Schweiß schätzen gelernt, nicht so sehr hingegen die anderen Dinge, die Hitze mit sich brachte wie Fliegen und derben Körpergeruch. Ich erschlug eine Fliege. Bart, mehr oder weniger mein Freund, Küchenchef und einer der Inhaber des beliebten „Fortuna’s“ Restaurant in der Hauptstadt, saß irgendwo da draußen in diesem Menschenbrei, ob ich ihn nun da haben wollte oder nicht. Eine Frau konnte wirklich nur gewisse Mengen seiner ganz speziell zubereiteten mit Mango durchtränkten chilenischen Zackenbarsche essen, bevor ihr Kiemen wuchsen. Ich war nicht mal sicher, warum er eigentlich gekommen war, denn heute Früh hatte er seine neue Küchenmanagerin tot aufgefunden. Man sollte doch meinen, er hätte deswegen genug zu tun, aber scheinbar nicht. In letzter Zeit fühlte es sich so an, als ob er mich nie ganz aus seinem Blickfeld ließ; das musste ich ändern. Zum Beispiel jetzt gleich. Ich wollte Zeit haben, in den nächsten Tag zu driften und zwar nach dem Teil des Abends, an dem ich ihm sagen würde, dass er kein Traumprinz und mein Leben kein Märchen war. Vielleicht würde ich es tun. Wenn ich mich traute. Ich öffnete die roten Samtvorhänge zur Bühne ein paar Zentimeter weit und spähte hindurch, aber ich konnte ihn nicht entdecken. Ich ließ den Vorhang wieder zufallen. Jackie ergriff erneut das Wort. „Hör zu, bring deine Sachen hierher.“ Sie zupfte an ihrem schwarzen Trägerhemd, das an den einzelnen Reifen um ihre Mitte und den Ausbuchtungen klebte, die ihr BH verursachte. Ihr Zupfen sorgte dafür, dass man ihre BH-Spitzenträger besser sah, aber zumindest passten sie zum Hemd. Bei ihrem im Nacken zusammengebundenen, roten Kopftuch war das nicht der Fall. Es war schwierig, sie in diesem Aufzug ernst zu nehmen, aber ich versuchte es. Ich schleppte meine mit Klamotten vollgestopfte Tasche über die Bühnendielen in die hintere Ecke und schwitzte in diesen zwanzig Sekunden so massiv, dass sich mein Make-up auflöste. In der Tasche waren zahlreiche Outfits, die ich auf Jackies ausdrückliche Anweisung hin mitgebracht hatte. Sie hatte angeordnet, dass wir uns jedes Mal umziehen sollten, wenn es die Kandidatinnen auch taten, damit das Ganze „interessant bleibt.“ Das bedeutete fünf Mal Umziehen, Gott steh mir bei. Jackie ging zum Ankleidezimmer, das mit einem in Aluminiumfolie gewickelten Glitzerstern gekennzeichnet war, einer der Sternzacken aus Pappe lag bloß. Ihre Badelatschen machten bei jedem Schritt ein klatschendes Geräusch auf den Boden. Ich sah auf meine Uhr. Es war jetzt offiziell dreißig Minuten nach dem angekündigten Veranstaltungsbeginn. Jackie gab die Schuld an der Verspätung dem heutigen Drama, in das sie sich selber verwickelt hatte. Die tote Küchenmanagerin war, wie sie mich informiert hatte, ihre Cousine dritten Grades auf der Seite des Ex-Gatten ihrer Mutter. Jackie betrat den Ankleideraum, drehte sich zu mir um und sagte: „Wenn die Polizei kommt und mit mir über Tarah reden will: Ich bin hier drinnen“, dann machte sie die Tür zu. Na bravo. Der Lärm der Menge draußen nahm zu. Ich konnte hören, wie die Leute in den Reihen auf den hölzernen Klappstühlen herumrutschten, improvisierte Fächer wedelten hin und her, kleine Füße rannten in den engen Gängen des dunklen Theaters auf und ab. Mein sechsunddreißigster Geburtstag stand vor der Tür, aber meine biologische Uhr verlor den Anschluss. Ich beschäftigte mich damit, meine Kleider, Schuhe und Preziosen in der Reihenfolge der bevorstehenden Auftritte zu arrangieren, bis Jackie wieder aus dem Umkleidezimmer auftauchte. Sie hatte es irgendwie geschafft, ihre letzte umwerfende Kombination noch zu überbieten, indem sie sich in ein berüschtes, zu enges und zu kurzes Teil gequetscht hatte. Ein breites Grinsen teilte ihr ebenholzfarbenes Gesicht. „Ich habe dieses Kleid bei meiner eigenen Krönung angehabt. Es passt immer noch.“ „Toll“, sagte ich und zog meinen Magen ein. Jackie war selber mal Schönheitskönigin der St.-Marcos-Damen gewesen, eine hoch gewachsene, wunderschöne Frau, aber seit den Tagen ihres Wettbewerbs vor zwei Jahren hatte sie zwanzig Kilo zugelegt. Es gibt Erinnerungen, die man nicht wiederaufleben lassen sollte. Und dann war es Zeit anzufangen. Jackie kam auf die Bühne und hieß das Publikum willkommen, wobei sie die Namen der Teilnehmer einzeln aufrief, angefangen bei den wichtigsten Persönlichkeiten im Saal. „Guten Abend, sehr verehrter Senator Popo, Senator Nelson und Gattin und Ihre drei wunderbaren Kinder“, sagte sie. Als sie zehn Minuten später mit der Liste fertig war, schloss sie mit den Worten: „Und einen schönen guten Abend an alle Damen und Herren des restlichen Publikums.“ Ich hatte mich mittlerweile an das pompöse Procedere gewöhnt, seit ich auf der Suche nach Ausgeglichenheit vor neun Monaten nach St. Marcos gezogen war. Ich hatte sie gefunden, zum Großteil dank meines halbfertigen Jumbie-Hauses, das ich gekauft hatte. Jumbie im Sinne von Voodoo-Geist. Ja genau, diese Art von Jumbie. Wenn man nicht in den Tropen lebt, dann klingt das vielleicht bescheuert, aber ein Alltagsleben durchmischt mit dem Übernatürlichen war etwas, mit dem ich jetzt vertraut war. Gut Annalise war auf der Insel ziemlich bekannt und durch meine Gigs als die eine Hälfte des Gesangsduos mit Ava und meine Verbindung zu dem Haus war ich es offenbar auch. Schließlich kam Jackie zum Punkt, an dem sie mich vorstellte, ich kam auf die Bühne und fühlte mich seltsam ohne Ava, deren Präsenz normalerweise dafür sorgte, dass ich auch geschätzt wurde. Ich bereute die Wahl meines langen, schwarzen Kleids mit den Spaghettiträgern in selben Moment, als der hüfthohe Schlitz mein knochiges, weißes Bein entblößte und ich mir meinen ersten Beifallspfiff einfing. Darauf war ich nicht scharf gewesen. Trotzdem, die übrige Menge lachte gutmütig über den Pfeifer und ich hatte den Eindruck einer gelungenen Einführung. Der Wettbewerb selbst war eine schmerzhafte Angelegenheit. Es gab nur drei Teilnehmerinnen, was ich überraschend fand. Nach dem ersten Abschnitt – „Abendkleid“ – wechselten Jackie und ich in der Umkleide hastig das Outfit. „Warum gibt es nicht mehr Teilnehmerinnen?“, fragte ich, während ich mit den Fingern durch meine langen, roten Haare kämmte und sie hochhielt, damit sie lockig herabfielen. Nein, nicht gut. Ich ließ sie wieder fallen, damit sich die Wellen auf meinem Rücken zurechtlegten. Jackie kämpfte mit dem seitlichen Reißverschluss ihres...




