E-Book, Deutsch, 338 Seiten
Hutchins Die Toten Vom Regenwald
1. Auflage 2022
ISBN: 978-88-354-4687-3
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein Karibischer Kriminalroman Mit Katie Connell
E-Book, Deutsch, 338 Seiten
ISBN: 978-88-354-4687-3
Verlag: Tektime
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Eine Leiche vor dem Tor. Ein verschollener Ehemann. Katie braucht eine Menge Voodoo, um ein tropisches Verbrechen aufzuklären.
'Katie ist die erste Figur seit Stephanie Plum, in die ich mich Hals über Kopf verliebt habe!' Stephanie Swindell, Buchladen-Besitzerin.
Katie Connell ist glücklich verheiratet und lebt auf der Insel St. Marcos. Gerade als sie meint, endlich ein schönes Leben mit ihrem Traummann und ihren Kindern gefunden zu haben, kommt vor dem Tor ihres Jumbie-Hauses ein Unbekannter ums Leben. Der Chef des Ermordeten hat viele gute Beziehungen und beauftragt Katie und Nick, den Fall zu untersuchen. Sie entdecken, dass ihr Zuhause ein furchtbares Geheimnis verbirgt. Noch bevor Katie diese Neuigkeit verdaut hat, kommt ihr Mann eines Abends nicht nach Hause. Zu allem Überfluss verweigert der Polizeichef die Zusammenarbeit, als Katie um Hilfe bittet und droht, das Haus kurzerhand beschlagnahmen zu lassen. Kann Katie ihren Mann im Alleingang aufspüren, bevor die Spur kalt wird oder werden einflussreiche Kräfte für Katies frühzeitiges Ende sorgen?
Die Katie-Bücher haben über 4.000 Rezensionen und eine Durchschnittsbewertung von 4,6 Sternen. Die Originalausgabe 'Finding Harmony' ist in digitaler, gedruckter Form und als Hörbuch erhältlich. Es ist das dritte eigenständige Buch der Katie-Trilogie und das dritte Buch der tempogeladenen Romantic-Mystery-Serie What doesn't kill you ('Was dich nicht umbringt') 'Once Upon A Romance' nennt Hutchins eine vor Dynamik strotzende Nachwuchsautorin. Wer Sandra Brown oder Janet Evanovich mag, dem wird auch die Bestseller-Autorin von USA Today, Pamela Fagan Hutchins, gefallen. Pamela ist ehemalige Rechtsanwältin, gebürtige Texanerin und hat fast zehn Jahre auf den US-Jungferninseln gelebt. Sie bestreitet, dass sie sich in dieser Zeit Notizen zu der Serie gemacht hat.
Hier einige Kommentare von Amazon-Lesern über die 'Was dich nicht umbringt'-Krimis:
'Kann man nicht mehr aus der Hand legen.' 'Angemessene Warnung: Vor Lesebeginn alle Termine absagen, weil man es nicht mehr weglegen kann.' 'Hutchins ist eine Meisterin der Spannung.' 'Fesselnder Krimi ... mitreißende Romanze.' 'Alles ist Klasse: der Plot, die Figuren und der Stil. Die Leser dürfen sich auf ein wirkliches Vergnügen freuen.'
'Ich war sofort gefesselt.'
'Faszinierend.'
'Ein temporeicher Krimi.'
'Man kann es nicht mehr aus der Hand legen.'
'Unterhaltsam, komplex, regt zum Nachdenken an.'
'Mord war noch nie so unterhaltsam!'
'Sie werden diesen Trip garantiert genießen.'
Weitere Infos & Material
EINS
Schweinefarm, St. Marcos, US-Jungferninseln 30. August 2014 Das 45-Kilo-Schwein quiekte, täuschte einen linken Haken vor, drehte nach rechts ab und mein Mann fiel drauf rein. Schlamm klatschte ihm gegen den Kopf und weitere Spritzer landeten auf unserem Dreijährigen hinter dem Zaun. Eine Kokospalme winkte dem Schwein aus der Ferne bekräftigend zu, zwei waschechte, gleichgesinnte Insulaner. „Mehr, Papa, mehr!“ Taylor hopste auf und ab, seine Hände umklammerten die mittlere Stange des Geländers über seinem Kopf. In seinem verschlammten weißen T-Shirt sah er aus wie der 102. Dalmatiner, im Rückblick eine schlechte Wahl. Auch ein Jahr nachdem wir durch den Tod von Nicks Schwester für Taylor das Sorgerecht bekommen hatten, war ich in Sachen Mutterschaft immer noch nicht ganz auf der Höhe. Hinter mir hörte ich ein lautes chupse (westindischer Laut des Missfallens, Anm. d. Übers.), als der Besitzer des Schweins hämisch die Luft durch seine Zähne saugte. Schweinemann beschattete seine Augen vor der Sonne und starrte hinüber zu Nicks durchgerostetem Buick und ein paar umherirrenden Hühnern. Seine Stimme verriet fehlendes Vertrauen in die schweinefängerischen Fähigkeiten eines armseligen Festlandbewohners. „Du musst die Arme um seinen Hals und hinter die Schultern kriegen, Mann. Halt mit den Händen deine Handgelenke fest. Schau her.“ Er demonstrierte den Vorgang indem er seine Hände über dem Kopf umklammerte. „Dann streifst du das Seil über seinen Kopf.“ Daraufhin drehte er meinem Mann den Rücken zu und machte mit dem weiter, was er getan hatte, nämlich nichts, oder auch Liming (westindischer Brauch des Abhängens, oft von Männern, mit Drinks, Klatsch und Tratsch, Anm. d. Übers.) wie man das auf St. Marcos nennt. Einzelne Musikfetzen von Jimmy Cliffs The Harder They Come drifteten aus seinem Radio. Nick warf mir einen Blick zu und rollte mit den Augen. „Jawohl. Ich glaub, diesmal hab ich‘s kapiert.“ Mein Mann stopfte die Schnur zurück in den Hosenbund und beschmierte sich dabei mit etwas, was vielleicht gar kein Schlamm war. Zum Glück waren wir mit zwei Autos gekommen. Nicht zum ersten Mal wunderte ich mich, wie wir so schnell von dort hierhergekommen waren. „Dort“ war mein altes Leben in Dallas, eine alleinstehende Anwältin mit einer Vorliebe für Bloody Marys, „hier“ war mein neues Leben auf einer karibischen Insel, eine dreifache Mutter, verheiratet mit Nick Kovacs. Ich drehte mich zu Nick um. Das Schwein hatte immer noch die Oberhand. Vielleicht kannte es sein Schicksal: Morgen würde man es als Hauptgang bei der Tauffeier für unsere drei Monate alten Zwillinge Jessica und Olivia servieren. Auf St. Marcos gab es keine Party ohne Spanferkel. Das bedeutete einen Besuch beim Schweinemann, um ein Ferkel zu kaufen – aber zuerst musste man es fangen. Nick schien sich dem Ziel zu nähern. Taylor, der kleine Verräter, feuerte das Schwein an, das müde zu werden schien. Nick stürzte sich darauf, wie es ihm Schweinemann gesagt hatte und endlich glitt die Schlinge über den Kopf unseres Ferkels. „Eine Stunde und sieben Minuten“, rief ich. „In der ersten halben Stunde habe ich es erstmal ausfindig machen müssen“, erwiderte Nick. Ich unterdrückte ein verstohlenes Grinsen. Die Alternative zu dem schweinefangenden Nick wäre ich im Pferch gewesen – es war ergo eher empfehlenswert, sich unterstützend, verständnisvoll und ehrfürchtig zu geben. „Juhuu, Nick, ich bin schwer beeindruckt. Du hast das Schweinchen gefangen. Wir braten Wilbur!“ (amerik. Kinderbuch und Film „Schweinchen Wilbur und seine Freunde“, Anm. d. Übers.) „Papi hat Wilburn gefangen“, verkündete Taylor. Er wandte sich an mich. „Können wir Wilburn behalten?“ Ich überlegte, was wohl die Spinne Charlotte in Wilbur und Charlotte (Kinderbuch, Anm. d. Übers.) täte, wenn sie das gehört hätte. „Wilburn“ hatte einen netten Beiklang. (will burn = wird brennen, Anm. d. Übers.) „Du hast damit angefangen, Katie“, sagte Nick und beugte sich vor, um mich zu küssen. Trotz des Schweinedrecks, der auf seinem Hemd verschmiert war und an seiner Hose klebte, ließ ich es zu. Ich tätschelte ihm im Gegenzug das Hinterteil. Schweinmann nuckelte an einer Rum-Cola und fuhr mit dem Liming fort, während Nick das Schwein mühsam in den kleinen Anhänger zerrte, den wir für diesen Tag gemietet hatten. Taylors muffelnde Flecken bearbeitete ich mit Spucke und Muskelschmalz. Als Nick klirrend die Anhängertür zuschlug, rappelte sich Schweinemann auf. „Das macht dann hundertfünfzig Dollar.“ Er streckte die Hand aus. Nick stopfte sie mit Scheinen voll und wir verabschiedeten uns. Schweinemann wohnte sogar noch weiter oben im Regenwald als wir. Wir steuerten also unseren Geländewagen zurück, die einspurige Piste hinunter, die über den Bergrücken zur Nordwestküste führte. Die Klippen fielen steil zu den blauen Brechern ab, wo sich das Meer wild schäumend gegen die Felsen warf. Oh Heimat, raue Heimat. Nicks verbeulter, weinroter Montero kam vor einer kleinen, hölzernen Barrikade zum Stehen, die vorher noch nicht dagewesen war. Genauso wenig wie der Mann mit dem wilden Blick, der mit einem Heineken in der einen und einer Machete in der anderen Hand aus dem Busch auftauchte. Seine Haare standen ihm wirr von seinem Afro ab, ein zerrissenes Jamband-T-Shirt hing an seinem knochigen Körper. Das könnte sich interessant gestalten. Ich kurbelte das Fenster herunter. „Dan-Dan, hallo“, sagte Nick „Du musst den Straßenzoll zahlen, wenn du durchwillst“, erwiderte Dan-Dan. „Kein Problem. Ich zahl auch gleich für die Dame im Auto hinter mir.“ „Das macht zwei Bier. Eins für jeden. Du musst zwei Bier an mich zahlen.“ Nick zog zwei der vier Bierflaschen aus der Halterung, die er genau aus dem Grund mitgenommen hatte. Dan-Dan musste vorhin noch den Rausch vom gestrigen Tribut ausgeschlafen haben; wir hatten die Hin- und Rückfahrt zum halben Preis bekommen. „Da.“ Nick händigte ihm die Biere aus zusammen mit einem abgepackten Mittagessen aus Brathuhn und Johnnycake (Fladenbrot aus Maismehl, Anm. d. Übers.), das wir vorher in der Pig Bar erstanden hatten. Als genesende Was-auch-immer (ich verweigerte die Bezeichnung Alkoholikerin) bestand ich darauf, dass wir ihn auch mit Nahrung versorgten, obwohl ich seine Forderung nach Bier erfüllt hatte. Hoffentlich würde es Dan-Dan auch essen. „Pass auf dich auf“, sagte Nick. Dan-Dan zog die Barrikade gerade so lange zur Seite, wie unsere Autos zum Durchfahren brauchten, dann brachte er sie hastig wieder in Stellung. Ich winkte ihm im Vorbeifahren zu, aber er ließ sich nicht anmerken, ob er es gesehen hatte. Taylor winkte und rief: „Hallo, Dan-Dan!“ Der Kopf des Mannes fuhr hoch. Er lächelte, wobei ein lückenhaftes Gebiss zum Vorschein kam und winkte mir, dass ich halten sollte. Ich stoppte, Nick fuhr weiter. Dan-Dan rannte in den Busch und wieder zurück zu meinem Laster. Er war keiner, der sich mit höflichem Small-Talk abmühte. „Wer ist der Mann im Busch bei deinem Haus?“, fragte er. „Meinst du Nick, meinen Mann? Oder vielleicht meinen Schwiegervater Kurt? Kurt ist zwar älter, aber er sieht aus wie Nick, und Nick kennst du doch, oder? Der gerade vorbeigefahren ist, Taylors Papa.“ Er schüttelte den Kopf. „Diese Männer mein ich nicht. So ein Mann wie ich, einer von hier. Ein Mann, der über tote Leute redet.“ A man who talk about dead people dem. Er verwendete den karibischen Plural, indem er den Artikel hinter das Hauptwort stellte und das englische „th“ wie „d“ aussprach. Ich schluckte. „Keine Ahnung, aber wenn du ihn siehst, sag ihm, er soll verschwinden.“ Ich versuchte zu lachen. Es klang hohl. Er zog eine Holzfigur aus der Tasche und gab sie mir. Ein Schwein. „Für den Jungen.“ Wie um alles in der Welt hatte der Mann das perfekte Geschenk für Taylor am perfekten Tag dafür geschnitzt? Taylor zerrte an seinem Gurt. „Er hat Wilburn für mich gemacht. Ich will Willburn haben.“ Ich gab ihn ihm. „Wie sagt man, Taylor?“ „Danke, Dan-Dan!“ Ich drehte mich um und wollte mich auch bei Dan-Dan bedanken, aber er war dahin verschwunden, woher er gekommen war. Es gab Leute, die sich vor dem Alten fürchteten, aber er polterte bloß herum und hatte noch nie jemandem etwas zuleide getan. Er war einfach einer der bunt gemischten Originale, die St. Marcos so einzigartig machten – und einer der Gründe, warum Touristen und Snowbirds („Schneevögel“, Ausdruck für Amerikaner, die den Winter in warmen Regionen verbringen, Anm. d. Übers.) diesen Teil der Insel mieden. Ich fand das gut so. Mein Handy läutete. Nick rief an, obwohl wir ihn schon eingeholt hatten. „Ich fahre in die Stadt zum Schlachthof“, sagte er. „Ich bin froh, wenn du das machst, und nicht ich“, antwortete ich. „Man kann mich durchaus zu was gebrauchen.“ „Das mit Sicherheit.“ Mein Tonfall ließ keine Zweifel daran, wozu man ihn sonst noch gebrauchen konnte. „Behalte das mal im Kopf für später“, sagte er und legte auf. Nick bog...




