Hyland | Hauptgewinn - ein Prinz! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 082024, 144 Seiten

Reihe: Julia

Hyland Hauptgewinn - ein Prinz!


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2467-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 082024, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-2467-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Und die Gewinnerin ist: Briella Ailiono!', hallt es über den Platz. Briella ist wie erstarrt. Ausgerechnet ihr Los hat Prinz Alessio gezogen? Der rebellische Prinz von Celiana sucht auf diesem unkonventionellen Weg eine Braut. Unzählige Frauen haben bei der Lotterie mitgemacht, um Prinzessin zu werden! Briella dagegen wollte nur für die Hochzeitsmode ihrer Freundin Werbung machen. Verzweifelt versucht sie zu fliehen - doch die königliche Leibgarde ist schneller! Sie bringt sie zu dem Prinzen, mit dem sie vor den Altar treten soll ...

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1. KAPITEL


Briella Ailiono machte ein Selfie von sich und hoffte, dass ihr langes dunkles Kleid, das ihre beste Freundin für diesen Anlass entworfen hatte, darauf gut zur Geltung kam. Obwohl es bei dem Foto auf das Kleid ankam und nicht auf sie, wusste Briella nur zu gut, dass ihr Aussehen genau unter die Lupe genommen werden würde. Wenn ihre Mutter noch mit ihr geredet hätte, hätte Brie sich für die vielen Lektionen bedanken können, die sie ihr diesbezüglich erteilt hatte.

Naserümpfend betrachtete Brie die Aufnahme. Sie war nicht so aufgeregt wie die anderen potenziellen Bräute im Saal, hatte wegen der winzigen Chance, in ein paar Minuten den „Hauptpreis“ zu gewinnen, weder Herzklopfen noch Lampenfieber. In der großen Glastrommel, die sich oben auf dem Palastbalkon drehte, gehörte ihr nur ein einziges Los. Somit hatte sie nur eine Chance, Prinzessin zu werden. Eine einzige Chance, eine Krone zu tragen.

Und damit war die Chance immer noch größer, als ihr lieb war!

Seit einem Jahr wurde in ihrem Heimatland Celiana über nichts anderes als Prinz Alessios Prinzessinnen-Lotterie geredet. Jede Woche hatten sich hoffnungsvolle Möchtegernbräute ein weiteres Los gekauft und es sonntags vor laufenden Kameras abgegeben. Es waren zwölf aufsehenerregende Monate gewesen.

Wäre Brie eine Alternative eingefallen, Ophelias neue Boutique für Braut- und Abendmode derartig schnell bekannt zu machen, wäre sie jetzt nicht hier. Aber die übliche Werbung in den sozialen Medien, auf Modenschauen und in gut platzierter Werbung zeigte erst nach zwei bis drei Jahren Resultate. Auf diese Weise jedoch, in einem von Ophelia entworfenen Hochzeitskleid, konnte Brie sich neben die anderen Frauen stellen, der Presse Fragen zu ihrem Kleid und dem großen Ereignis beantworten – und ihrer Freundin damit bereits im ersten Geschäftsjahr die Möglichkeit auf Erfolg eröffnen. Und zwar auf großen Erfolg.

Und mit Bries eigener neuer Firma würde es ebenfalls steil bergauf gehen.

Das Telefon ihrer Werbeagentur – des „kleinen Geschäfts“, dessen Existenz ihre Eltern konsequent ignorierten – klingelte ununterbrochen, und sie wurde von E-Mails überschwemmt, bekam sogar Angebote, ihre Agentur zu verkaufen. Die Möglichkeiten waren endlos.

Ihre Agentur hatte sie ohne jegliche Hilfe ihrer Familie aufgebaut, und jetzt, da sie endlich selbst über ihr Leben bestimmen konnte, traf sie ihre eigenen Entscheidungen.

Und so hatte sie sich ein Los für die Prinzessinnen-Lotterie gekauft. Der Gewinnerin winkten eine Krone und Prinz Alessio als Ehemann.

Brie warf einen letzten Blick auf das Selfie auf ihrem Handy. Es war gelungen und das dunkle Kleid hob sich schön von der cremefarbenen Wand im Hintergrund ab. Sie stach aus der Menge hervor.

Und genau darum ging es bei diesem Werbefeldzug.

„Wenn sie meinen Namen ziehen, falle ich garantiert in Ohnmacht!“

„Ich auch!“, kreischten die anderen Frauen und sahen dann mit großen Augen zu Brie herüber.

Sie winkte ihnen zu. Ihr dunkles Kleid strahlte weniger Hoffnung aus, war aber so umwerfend wie alle von Ophelias Kreationen.

„Viel Glück!“ Obwohl sie ihre Worte nicht ernst meinte, sah Brie ihnen lächelnd hinterher, als sie an ihr vorbeiliefen. Niemand sollte seinen Bräutigam per Losentscheid gewinnen.

Aber der Palast hatte sie nicht nach ihrer Meinung zu der Lotterie gefragt. Sonst hätte Brie zumindest angemerkt, dass es eine furchtbare Idee war, bei der Ziehung auf die Anwesenheit aller Teilnehmerinnen zu bestehen. Schließlich würde es nur eine glückliche Gewinnerin geben – und über eintausend enttäuschte Verliererinnen.

Ein unschönes Bild und für das Königshaus, bei dem sich alles um den äußeren Schein drehte, zumindest ungewöhnlich.

„Es ist so aufregend! Ich halte es kaum aus!“, rief eine Frau hinter ihr.

Brie kam es vor, als wäre sie die Einzige, die keine Krone tragen wollte.

Das bist du auch!

Müsste sie nicht anwesend sein, um das letzte sensationelle Brautkleid aus Ophelias Kollektion vorzustellen, hätte sie sich dieses Spektakel zu Hause in Yogahosen und T-Shirt mit unordentlich hochgebundenen Haaren und einer großen Schüssel Popcorn im Fernsehen angeschaut.

Stattdessen stand sie hier und stach aus dem Meer der in leuchtendes Weiß gekleideten Möchtegernprinzessinnen heraus.

„Wenn mein Name aus diesem gläsernen Ungetüm gezogen wird, sterbe ich“, grummelte sie vor sich hin, ohne den Balkon aus den Augen zu lassen, auf dem Prinz Alessio jeden Moment erwartet wurde.

„Träumen Sie nicht davon, Prinzessin zu werden?“ Nate, ein Lokalreporter, trat näher an sie heran. „Immerhin gilt Alessio als der attraktivste Prinz.“

Als einziger Prinz des Landes wohl kaum ein Kunststück, schoss es Brie durch den Kopf. Okay, das entsprach nicht ganz der Wahrheit, denn sein Bruder Sebastian war auch Prinz gewesen, bevor er zum König gekrönt worden war.

Alessio war groß, blond, hatte leuchtend grüne Augen, muskulöse Schultern und volle Lippen. Es war also nicht der attraktive Prinz, an dem Brie Anstoß nahm.

Der Palast beteuerte, dass der früher so rebellische Prinz sich über dieses aufsehenerregende Ereignis freute. Nach fast drei Jahren Abwesenheit war er nach Celiana zurückgekehrt, als sein Vater einen Schlaganfall erlitten hatte, und war froh, wieder daheim zu sein. Das zumindest wurde der Öffentlichkeit erzählt.

In Wirklichkeit ging es bei der Lotterie nur um die leeren Staatskassen. Dieses moderne Märchen sollte die Welt daran erinnern, dass Celiana einst Europas beliebtestes Flitterwochenziel gewesen war. Seit der Tourismus vor ein paar Jahren in eine tiefe Krise geraten war, hatte die Prinzessinnen-Lotterie den Reiseverkehr und die Umsätze der Geschäfte von Celiana bereits wieder angekurbelt.

In allen Presseerklärungen und Interviews, die Alessio gab, klang es so, als liebte er die Frau bereits, die er erst vor dem Altar kennenlernen würde. Das war natürlich lächerlich. Stets betonte er, dass seine Eltern, die aus strategischen Gründen geheiratet hatten, eine sehr liebevolle, glückliche Ehe geführt hatten, und wiederholte litaneiartig, dass dieses Ereignis alle Welt daran erinnern würde, dass Celiana das romantischste Ziel für die Flitterwochen war.

Wer würde sich nicht darum schlagen wollen, eine Braut zu sein, damit der Tourismus des Landes wieder in Schwung kam?

Brie konnte Alessio keinen Vorwurf daraus machen, dass er seinen Bürgern helfen wollte. Die gewählte Regierung war hauptsächlich daran interessiert, im Amt zu bleiben. Und Alessio schienen die alltäglichen Geschäfte des Königsreichs mehr am Herzen zu liegen als seinem Bruder, König Sebastian.

Seit Sebastian auf dem Thron saß, benahm er sich wie ein Playboy und verpasste ständig Termine, während sich der früher so rebellische Alessio für Celiana einsetzte, wo er nur konnte. Es war, als hätten die beiden die Rollen getauscht.

„Meine Träume und Ziele haben nichts mit einer Krone zu tun“, antwortete Brie dem Reporter.

Ihr Traum hatte sie bereits ihre adligen Privilegien und die Familie gekostet, in die sie hineingeboren worden war. Sie wollte mehr als die Trophäe irgendeines Mannes sein, den ihr Vater sich als Geschäftspartner wünschte. Sie wollte ihren eigenen Weg gehen.

Bries Träume würden sie aus ihrem kleinen gemieteten Büro in ein schickes Penthouse mit schöner Aussicht führen.

Erneut schaute sie zum Balkon hoch.

Wo bleibt Alessio?

Eigentlich sollte er zur vollen Stunde seine Braut auslosen und war bereits drei Minuten zu spät. Vielleicht waren ihm Bedenken gekommen.

Die Ehe war eine Bindung und Verpflichtung, die nicht ohne Liebe eingegangen werden sollte. Ein ewig währendes Versprechen zwischen zwei Menschen, die sich liebten und unterstützten.

Also das genaue Gegenteil zu der Ehe von Bries Eltern.

Ihre beste Freundin Ophelia und deren Mann Rafael führten die Art von Ehe, die Brie eines Tages ebenfalls eingehen wollte. Nachdem sie gesehen hatte, wie die beiden sich gegenseitig den Rücken stärkten und sich trotz aller Lebens- und Geschäftskrisen liebten und treu waren, kam eine andere Art von Ehe für Brie nicht mehr infrage.

Falls ich überhaupt jemals vor dem Altar stehen sollte.

Als Teenager war sie nur von Menschen umgeben gewesen, denen allein der Reichtum ihrer Familie wichtig war und sonst nichts. Wenn es beim Heiraten nur um Einfluss und Geschäftsbeziehungen ging, wollte sie lieber allein bleiben.

„Möchten Sie einen Kommentar für die Presse abgeben?“ Nate zückte sein Notizbuch.

Ihr lagen viele Bemerkungen auf der Zunge. Am liebsten hätte sie diese Veranstaltung als das betitelt, was sie war: eine Werbeaktion für das Land mit dem Thronerben als Lotteriepreis. Der Prinz war zu einem Stück Ware herabgestuft worden, als wäre er kein Mann, der eine Partnerin verdiente, die sich frei für ihn entschied.

Außerdem hatte die ganze Aktion wenig mit Glück zu tun. Von Chancengleichheit einmal ganz abgesehen. Die Lotterie lief nämlich schon seit zwölf Monaten und jede potenzielle Braut hatte einmal pro Woche ihren Namen in die Lostrommel werfen können. In der ersten Woche war die Teilnahme noch umsonst gewesen, damit es aussah, als könnte jede Frau die nächste Prinzessin von Celiana werden. Über eintausend Frauen hatten in der ersten Woche ihren Namen eingeworfen.

Doch mit jeder verstreichenden Woche wurde der Preis der Lose um...



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