Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 100 Seiten
Reihe: Thieme
I care PflegeExamen - Schriftliche Prüfung Tag 2
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-13-244648-9
Verlag: Thieme
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 100 Seiten
Reihe: Thieme
ISBN: 978-3-13-244648-9
Verlag: Thieme
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sicher ins Examen - trainiere die fallorientierte Prüfungssituation
Du stehst kurz vor dem zweiten Tag deiner schriftlichen Abschlussprüfung in der Pflegeausbildung und suchst nach der perfekten Vorbereitung? I care PflegeExamen - Schriftliche Prüfung Tag 2 bietet dir gezieltes Training für die fallorientierten Aufgaben, die dich zu diesem Schwerpunkt erwarten.
Erlange mit Fallgeschichten, Aufgaben und Lösungshorizonten Klarheit und Selbstvertrauen.
- praxisnahe Vorbereitung: Erlebe mit ca. 20 Übungsprüfungen die Prüfungssituation vorab und gewinne Sicherheit.
- fokussiertes Lernen: Konzentriere dich auf die Kompetenzbereiche I.2, II.2 und V.1, die für den zweiten Prüfungstag entscheidend sind.
- erfolgreicher Transfer: Trainiere, dein erlerntes Wissen auf konkrete Fälle anzuwenden und profitiere von den zentralen Inhalten der ausführlichen Lösungs-Horizonte.
Als Teil eines dreiteiligen Sets bietet dir dieses Buch eine strukturierte Vorbereitung auf den jeweiligen Prüfungstag. Der enthaltene Learning-Guide unterstützt dich dabei, die Übungsfälle optimal zu nutzen. Allgemeine Tipps für die Vorbereitung und für das Bestehen der Prüfung geben dir zusätzlichen Halt. Sichere dir dein Exemplar und meistere deinen Abschluss als Pflegefachfrau/Pflegefachmann.
Die weiteren Bände des Sets zu Prüfungstag 1 und Prüfungstag 3 erscheinen in den nächsten Monaten.
Zielgruppe
Medizinische Fachberufe
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1 16-Jährige mit auffälligem Sozialverhalten und Selbstverletzung
Frauke zu Klampen
1.1 16-Jährige mit auffälligem Sozialverhalten und Selbstverletzung
Pflegeempfängerin Laura Z.*
„Mein Name ist Laura Z. Ich bin 16 Jahre alt und dies ist schon mein dritter Psychiatrieaufenthalt. Das erste Mal habe ich mit 13 daran gedacht, mich umzubringen. Ich stand am Bahndamm und dachte, wie es wohl wäre zu springen. In der Schule habe ich mich zu der Zeit immer wie eine Aussätzige gefühlt. Ich habe nirgendwo dazugehört. Heute denke ich manchmal, dass ich das auch einfach nicht zugelassen habe. Ich wollte immer Nähe. Ich kam auch immer schnell mit allen in Kontakt, aber wenn die Freundschaft zu eng wurde, habe ich alles abgeblockt. Dann habe ich immer sofort gedacht: Die können das mit der Freundschaft doch gar nicht ernst meinen. Deshalb haben alle in der Schule gedacht, ich wäre die Vollzicke.
Angefangen hat das mit dem Ritzen, da war ich 14. Zu dem Zeitpunkt ist meine Oma gestorben. Die habe ich unheimlich lieb gehabt. In meiner Welt war sie die Einzige, die mich verstanden hat. Bei ihr hatte ich nie das Gefühl, etwas beweisen zu müssen. Ich habe die Trauer über ihren Tod dann in mich hineingefressen. Meine Eltern waren immer sehr kontrolliert und haben ihre Trauer nie gezeigt, deshalb habe ich mich auch nicht getraut, mit ihnen über den Verlust zu sprechen. Generell wurde in meiner Familie nicht viel über Gefühle geredet. Meine Eltern sind sowieso ein Fall für sich. Denen war das immer unheimlich wichtig, was ‚die Anderen‘ so denken.
In dem Jahr hatten dann in der Schule alle ihren ersten Freund. Ich nicht, ich ritzte mich. Ungefähr zu der Zeit kam das auch mit der Essstörung dazu. Da hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über mein Leben wiederzubekommen, wenn ich die Kontrolle über mein Essen hatte. Erst habe ich nur nicht gegessen und dann habe ich auch angefangen, nach dem Essen zu kotzen und Abführmittel zu nehmen. Als ich in der Schule umgekippt bin, kam ich das erste Mal ins Krankenhaus. Seitdem bis heute noch zweimal in die Psychiatrie. Jetzt ist der dritte Aufenthalt. Zum Glück habe ich Nina hier kennengelernt. Die macht hier ihre Ausbildung.“
Auszubildende Nina S.
„Ich habe Laura und ihre Eltern während ihres dritten Psychiatrieaufenthalts kennengelernt. Meine Praxisanleitung und ich sind die Bezugspflegekräfte von Laura. Am Anfang hatte ich Angst vor ihren Wunden und Narben. Das sah schrecklich aus. Ich kann mir nicht vorstellen, solche Schmerzen auszuhalten. Aber dann wollte Laura ganz schnell mit mir befreundet sein. Sie hat mir alles aus ihrem Leben erzählt. Ich finde Laura auch toll. Wir sind richtig befreundet. Ich erzähle ihr auch von all meinen Problemen und wenn sie rauskommt, wollen wir uns besuchen. Ich kann gar nicht verstehen, dass ihre Eltern immer so distanziert zu mir sind.“
Die Eltern: Herr und Frau Z.
„Laura hat schon immer in Extremen gelebt. Ihre Stimmungen schwankten so schnell, dass wir gar nicht mehr mitkamen. Sie war so wütend. Aber wir haben das lange auf die Pubertät geschoben. Heute machen wir uns große Vorwürfe, dass wir die Situation nicht ernst genommen haben. Auch, dass wir nicht gesehen haben, dass sie diese Wunden an den Armen hat. Als wir das das erste Mal entdeckt haben, war es furchtbar. Auch mit den Nachbarn und Arbeitskollegen war es schlimm. Wir hatten immer das Gefühl, dass die glauben, unsere Tochter ist verrückt. Erst als Laura das erste Mal ins Krankenhaus kam, weil sie Abführtabletten genommen hatte und deshalb kollabiert ist, wurde uns klar, dass es so nicht weitergehen kann. Seitdem folgten einige Psychiatrieaufenthalte. Auch wir werden in die Therapie integriert. Das fällt uns sehr schwer. Es scheint für uns immer so, als ob wir Schuld an Lauras Situation hätten. Jetzt ist sie mit dieser Nina befreundet. Die ist hier Auszubildende. Wir finden, dass das Verhältnis zwischen den beiden zu schnell zu eng geworden ist. Nina lädt alle ihre Probleme bei Laura ab. Das kann doch nicht gut sein?“
*Fallbeispiel fiktiv, Namen frei erfunden
1.2 Aufgaben
Lesen Sie die Fallgeschichte sorgfältig durch, bevor Sie mit der Bearbeitung der folgenden Aufgaben beginnen. Berücksichtigen Sie dabei die geschilderte Situation.
1.2.1 Aufgabe 1
Psychiatrische Krankheiten sind in der Gesellschaft häufig mit einem Stigma behaftet oder werden nicht ernst genommen. Auch die Eltern von Laura sind verunsichert. Begründen Sie kurz, warum es wichtig ist, dass sie über die Krankheit ihrer Tochter aufgeklärt werden und erklären Sie die Merkmale und die Therapie des Borderline-Syndroms. Nennen Sie Kriterien, die dafür sprechen, dass eine Borderline-Störung vorliegt. 12 Punkte
1.2.2 Aufgabe 2
Die Auszubildende Nina S. soll in der nächsten Woche eine Schulung mit Lauras Eltern planen. Sie soll sich dabei mit folgendem Teilaspekt befassen: „Was können Sie als Eltern tun, um Laura in der Familie nach der Entlassung zu unterstützen?“ Erklären Sie die Ziele einer solchen Schulung und beschreiben Sie, wie Sie diese Schulung planen. 14 Punkte
1.2.3 Aufgabe 3
Stellen Sie Inhalte dar, die Nina den Eltern in der Schulung vermitteln sollte. 9 Punkte
1.2.4 Aufgabe 4
In der Fallgeschichte wird deutlich, wie Lauras Erkrankung das ganze Familiensystem beeinflusst. Erklären Sie die Bedeutung einer chronischen Erkrankung für das System der Familie. Ergänzen Sie in diesem Zusammenhang die Grundzüge einer familienorientierten systemischen Therapie. 11 Punkte
1.2.5 Aufgabe 5
Die Auszubildende Nina scheint Schwierigkeiten zu haben, die professionelle Distanz zu der Patientin einzuhalten.
-
Erläutern Sie die besonderen Herausforderungen bei der Wahrung der Balance zwischen Nähe und Distanz in der Pflegebeziehung. 15 Punkte
-
Beurteilen Sie die Situation zwischen der Auszubildenden und Laura. 2 Punkte
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Formulieren Sie eine Empfehlung für Nina, wie sie mit der Situation umgehen sollte. 1 Punkt
1.2.6 Aufgabe 6
Erklären Sie folgende Begriffe unter dem besonderen Blickwinkel der psychiatrischen Pflege von Jugendlichen: Beratung, Therapie, Rehabilitation und Prävention. 20 Punkte
1.2.7 Aufgabe 7
Bei Laura ist es besonders wichtig, dass sie in Zukunft nach dem Klinikaufenthalt mit der Krankheit umgehen kann und für sie schwierige Situationen bewältigt, ohne in schädliches Verhalten zurückzufallen. Deshalb wird sie nach der Dialektisch-Behavioralen Therapie behandelt. Benennen Sie die Grundlagen der Therapie und stellen Sie Skills dar, die Sie mit Laura einüben würden. 8 Punkte
1.2.8 Aufgabe 8
Die Auszubildende Nina lernt in dem Einsatz in der Psychiatrie zum ersten Mal das Konzept der Bezugspflege kennen. Sie findet dieses Konzept gut und möchte mehr darüber erfahren. Die Praxisanleitung nutzt die Gelegenheit für eine Lernaufgabe und gibt Nina den Auftrag, dieses Thema zu recherchieren. Zeigen Sie Nutzen, Relevanz und Umsetzungsmöglichkeiten des Modells der Bezugspflege auf, die Nina mit ihrer Praxisanleitung als Ergebnis der Lernaufgabe besprechen kann. 8 Punkte
1.3 Lösungshorizont
1.3.1 Aufgabe 1
Psychiatrische Krankheiten sind in der Gesellschaft häufig mit einem Stigma behaftet oder werden nicht ernst genommen. Auch die Eltern von Laura sind verunsichert. Begründen Sie kurz, warum es wichtig ist, dass sie über die Krankheit ihrer Tochter aufgeklärt werden und erklären Sie die Merkmale und die Therapie des Borderline-Syndroms. Nennen Sie Kriterien, die dafür sprechen, dass eine Borderline-Störung vorliegt.
KB I.2.b+c+e, II.2.a+b
1.3.1.1 Antwort
Psychische Erkrankungen sind ebenso ernste Erkrankungen, wie andere, „sichtbare“ Krankheiten. Eine Schuldfrage, wie sie von Lauras Eltern empfunden wird, darf sich nicht stellen. Dies kann Lauras Eltern vielleicht klarer werden, wenn sie mehr Informationen über die Erkrankung mitgeteilt bekommen. Nur wenn sie das Wesen der Erkrankung verstehen, können sie Laura auf ihrem Weg unterstützen.
Definition
Borderline-Störung
Eine Borderline-Störung ist eine Persönlichkeitsstörung, die sich durch Zeichen einer großen Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten (Gefühlen) äußert. Die Betroffenen zeigen ein deutlich verstärktes impulsives Verhalten. Sie sind nicht in der Lage, stabile Beziehungen aufzubauen. Die Beziehungen schwanken zwischen einer übergroßen Idealisierung und der Entwertung des Gegenübers. Zudem weisen die Betroffenen selbstverletzendes Verhalten auf sowie häufig eine unangemessene Wut, die sie nur mit Schwierigkeiten kontrollieren können.
Die Symptomatik ist wahrscheinlich auf eine gestörte Regulation der neurobiologischen Regelkreise im frontolimbischen System zurückzuführen, die für eine Dämpfung der Gedanken verantwortlich sind.
Im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental...





