Iding / Marinelli / Taylor | Bianca Arztroman Band 73 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 73, 384 Seiten

Reihe: Bianca Arztroman

Iding / Marinelli / Taylor Bianca Arztroman Band 73

Dramatische Stunden / Hand in Hand mit Dr. Holly / Notruf: Liebe /
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-439-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Dramatische Stunden / Hand in Hand mit Dr. Holly / Notruf: Liebe /

E-Book, Deutsch, Band 73, 384 Seiten

Reihe: Bianca Arztroman

ISBN: 978-3-86494-439-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dramatische Stunden von Iding, Laura
Schwerverletzt wird ein Mann in die Notaufnahme eingeliefert. Entsetzt erkennt Schwester Serena: Grant Sullivan, mit dem sie früher verlobt war, schwebt zwischen Leben und Tod! Ihre beherzte Entscheidung rettet ihn. Und Serena wird klar - nie wieder will sie ihn verlieren...
Hand in Hand mit Dr. Holly von Taylor, Jennifer
Ein schweres Unglück, Verwundete- und dazwischen Ärzte, die zu rettenden Engeln werden: Dr. Ben Carlisle und seine Kollegin Holly Daniels versuchen alles, um zu helfen. Bei diesem dramatischen Einsatz erkennt Ben, dass er nicht mehr länger vor seiner Liebe zu Holly fliehen darf...
Notruf: Liebe von Marinelli, Carol
In einer einzigen leidenschaftlichen Nacht gibt Eleanor der magischen Spannung nach, die vom ersten Moment an zwischen ihr und dem Notarzt Rory Hunter geherrscht hat. Danach will sie nur noch für ihren Beruf da sein. Doch die zärtliche Begegnung mit Rory ist unvergesslich...



Laura Iding hat zwei aufregende Leben: Tagsüber arbeitet sie als Krankenschwester und nachts ist sie Autorin. Schon als Teenager fing sie an zu schreiben - und hat bis heute nicht damit aufgehört. Ihr absolutes Lieblingsgenre ist, wie könnte es anders sein, der Arztroman.

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1. KAPITEL

Unheilvoll leuchtete der Vollmond am dunklen Nachthimmel.

Fröstelnd und mit einem Gefühl böser Vorahnung betrat Serena Mitchell das Milwaukee Trinity Medical Center. Vollmond war nie ein gutes Zeichen. Sie hätte erst in ihren Kalender schauen sollen, bevor sie sich bereit erklärt hatte, Danas Nachtschicht zu übernehmen. Aber wie hätte sie ihre Bitte ablehnen können, nachdem sie gehört hatte, dass Danas Mutter krank war? Seit ein paar Monaten arbeitete Serena wieder in der Intensivpflege, und sie stellte fest, dass es schwerer war, zur gewohnten Routine zurückzufinden, als sie gedacht hatte. Nicht wegen der Patienten, die hatten sich nicht verändert.

Sondern wegen der Albträume.

Vielleicht sollte ich einfach wieder aufhören, sagte sie sich. Häusliche Krankenpflege wäre ja auch eine Möglichkeit. Da würden die Patienten wenigstens mit mir sprechen, anstatt ständig zwischen Leben und Tod zu schweben.

Auf der Intensivstation wurde sie von einem Wirbel an Lärm und grellen Farben empfangen. Serena atmete tief durch und wischte sich die feuchten Hände an ihrer Hose ab. Es würde schon alles gut gehen. Sie hatte ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Die Rückkehr in ihren alten Beruf war der Beweis dafür.

„Serena, gut, dass du da bist.“ Die Dienst habende Schwester Tess Walker schaute von ihrem Klemmbrett auf. „Die Kollegen in der Notaufnahme brauchen Unterstützung.“

Serena unterdrückte einen erschrockenen Ausruf und wurde blass. „Aber ich arbeite nicht mehr in der Notaufnahme.“

„Du hast doch Erfahrung in der Notfallmedizin, oder?“ fragte Tess hektisch.

„Ja, schon, aber …“

„Hör mal, wir haben eine schlimme Nacht. Sie brauchen dich. Der Notruf kam vor einer Minute. Da unten haben sie schon den ganzen Abend alle Hände voll zu tun. Du kannst dich später hier zurückmelden.“ Tess wandte ihr den Rücken zu, und damit war das Gespräch beendet.

Serena war kurz davor, zu protestieren. Nein, sie wollte nicht dorthin gehen. Als sie sich umblickte, war jedoch keine einzige Krankenschwester zu sehen, die nichts zu tun hatte. Wenn Serena sich weigerte, in die Notaufnahme zu gehen, würde sie die Patienten im Stich lassen. Das wollte sie auf gar keinen Fall. Und Tess hatte Recht. Vermutlich war Serena die Einzige hier auf der Intensivstation, die tatsächlich Erfahrung in der Notaufnahme besaß.

Sie eilte nach unten ins Erdgeschoss, und mit jedem Schritt verstärkte sich ihr ungutes Gefühl. Der Gedanke, in die Notaufnahme zurückzukehren, verursachte ihr geradezu körperliches Unbehagen. Mühsam unterdrückte sie die aufsteigende Übelkeit.

Vor der Tür zögerte sie einen Augenblick. Dann zog sie entschlossen ihre Karte durch den Scanner und trat ein.

In der Notaufnahme war zwar einiges los, aber nicht so schlimm, wie sie es schon erlebt hatte. Nichts sah auffällig anders aus als damals vor achtzehn Monaten, als sie zum letzten Mal hier gewesen war.

„Hey, Serena!“ Dr. Steve Anderson, der für die Notaufnahme zuständige Oberarzt, lächelte sie an. „Schön, dass Sie zurück sind!“

„Ich bin nur zur Aushilfe hier“, erwiderte sie schnell und holte tief Luft, um sich zu beruhigen. „Also, worum geht es? Worauf warten wir?“

„Zwei Opfer mit Schusswunden in der Brust.“ Steve deutete auf eine der Behandlungsnischen. „Stellen Sie sich doch schon mal dort drüben bereit.“

In diesem Moment wurden die Schwingtüren aufgestoßen, und mehrere Sanitäter brachten im Laufschritt eine Rollliege herein. Nicht weit dahinter folgte der zweite Patient.

Serena nahm ihren Platz ein. Ihr Herz hämmerte wie wild, und sie hoffte inständig, sich nicht dadurch zu blamieren, indem sie in Ohnmacht fiel. Sekundenlang schien der Raum vor ihren Augen zu verschwimmen. Das Rauschen in ihren Ohren wurde so laut, dass es sogar den Lärm um sie herum übertönte. Mithilfe ihrer Willenskraft gelang es ihr, sich zu konzentrieren, um wieder klar zu sehen.

Eine Gruppe von Polizisten kam ebenfalls in den Raum, was bei Serena ein schreckliches Déjà-vu auslöste. Die vielen Beamten erinnerten sie zu sehr an die zahlreichen Feuerwehrleute, die in der Notaufnahme gewesen waren, als ihr Bruder Eric eingeliefert worden war. Sie schloss die Augen, um die schmerzlichen Erinnerungen zu verbannen.

Jemand packte Serena an den Schultern und schüttelte sie. Sie fuhr auf.

„Reißen Sie sich zusammen“, fuhr Steve Anderson sie an. „Wir haben zu tun.“

Sein strenger Ton brachte sie zur Besinnung. Serenas Blick fiel auf den Patienten, der vor ihnen lag.

„Männlich, dreißig Jahre alt, Polizist, mit mehrfachen Schusswunden in Brust und Oberschenkel.“

Eine Sanitäterin rief die medizinischen Informationen über den allgemeinen Lärm hinweg. „Zwei Ringer-Laktat-Infusionen gegen den Blutverlust. Vor Ort intubiert. Er braucht sechs Einheiten Blut O-negativ, und zwar sofort.“

Serena schloss ihren Patienten an den Monitor an, um dessen Vitalfunktionen zu überprüfen. Rasch platzierte sie die EKG-Elektroden auf den am wenigsten blutverschmierten Stellen und bemühte sich, den blutgetränkten Verband über der Wunde an der rechten Seite dabei nicht zu berühren. Während sie sich ganz auf ihre Aufgabe konzentrierte, vermied sie jeden Gedanken an Eric. Ein Blick auf den Monitor zeigte ihr den gefährlich niedrigen Blutdruck ihres Patienten, ehe sie sich diesem wieder zuwandte.

Erst jetzt sah sie sein Gesicht, und ihr stockte der Atem. Erneut schien sich der gesamte Raum um sie zu drehen. Serena packte die Liege, um sich daran festzuhalten.

Schweißperlen traten ihr auf die Stirn. Sie blinzelte, um das Gesicht des Patienten klarer zu erkennen, denn sie glaubte, sich geirrt zu haben. Doch als sie ihn erneut betrachtete, gab es keinen Zweifel mehr. Trotz der vielen Blutspritzer erkannte sie ihn.

Grant Sullivan – der Mann, den sie hatte heiraten wollen.

Eine zweite Krankenschwester hängte bereits mehrere Einheiten Blut an den Schnelltropf auf der gegenüberliegenden Seite der Liege.

Steve brüllte seine Befehle. „Der Mann benötigt einen Lungentubus. Serena, was zum Teufel machen Sie da? Wir brauchen das Blut, !“

Serena riss ihren Blick von Grants Gesicht los, ergriff zwei Beutel mit Blut und erklärte: „Herzfrequenz hundertsechzig, Blutdruck siebzig zu dreißig, Körpertemperatur fünfunddreißig Grad. Er steht unter Schock.“

Steve verschwendete keine Zeit. „Hängen Sie vier weitere Blut-Einheiten an den Schnelltropf.“ Noch während er sprach, bereitete er die rechte Seite von Grants Oberkörper mit steriler Lösung für den Tubus vor.

Mechanisch befolgte Serena seine Anweisungen. Doch trotz all der modernen High-Tech-Geräte schien die lebensrettende Flüssigkeit nicht schnell genug in den Körper des Patienten zu gelangen.

Als Serena dessen Blutdruck wieder überprüfte, stellte sie erschrocken fest, dass er sich kaum normalisiert hatte. Ihre Kollegin auf der anderen Seite hängte ebenfalls weitere Beutel mit Blut auf, das für Grants lebenswichtige Organe notwendig war.

Als Steve den Lungentubus setzte, zuckte Grant spürbar unter Serenas Händen zusammen. Sie unterdrückte ihre Übelkeit, während sie gleichzeitig half, den Schlauch anzuschließen. Entsetzt starrten sie darauf, als hellrotes Blut aus Grants Lunge strömte.

„Verdammt!“ Quer durch den Raum schrie Steve einer Krankenschwester zu: „Bringen Sie mir einen Thorax-Chirurgen her! Dieser Mann muss sofort in den OP!“

Er überließ es Serena, den Verband über dem Tubus anzulegen. Aber die Finger wollten ihr nicht recht gehorchen, als sie versuchte, die Gaze festzukleben. Der Thorax-Chirurg kam aus der anderen Behandlungsnische herübergeeilt, wo der zweite Patient versorgt wurde, der mit Grant zusammen eingeliefert worden war.

„Was habt ihr hier?“

„Schusswunden in Brust und Oberschenkel. Starker Blutverlust und Schock. Er muss schnellstens operiert werden.“

„Ach ja? Der andere da drüben auch.“ Der Chirurg zeigte mit dem Daumen zu dem anderen Patienten. Dann bemerkte er das Blut, das reichlich durch Grants Lungentubus strömte. Er seufzte. „Teufel noch mal. Wir rufen ein zweites Team her und nehmen beide gleichzeitig dran.“

Einer der nicht uniformierten Polizeibeamten stellte sich dem Arzt in den Weg. Der Polizist war groß und breitschultrig, hatte schütteres Haar und trug ein kariertes Sportjackett, das zwei Nummern zu klein aussah. Obwohl er geräuschvoll Kaugummi kaute, schien er der ranghöchste Beamte zu sein.

„Was haben Sie gesagt? Sie wollen beide gleichzeitig drannehmen?“ Auf das bestätigende Nicken des Arztes hin kam die gesamte Gruppe von Polizisten näher, um ihren Vorgesetzten wortlos zu unterstützen. „Ich bin Captain Reichert, und ich bestehe darauf, dass Sie Detective Sullivan zuerst operieren. Der andere Kerl ist der Verbrecher, der ihn niedergeschossen hat. Es ist sinnlos, ihn zu retten, wenn er sowieso für versuchten Mord in den Knast kommt.“

Trotz des drohenden Tonfalls des Captain wich der Chirurg keinen Schritt zurück. „Es ist meine Aufgabe, Leben zu retten. Sie behindern mich.“

„Operieren Sie Detective Sullivan zuerst.“

Der Arzt trat vor, als wolle er an den Beamten vorbeigehen, aber die uniformierten Männer ließen ihn nicht durch. Deshalb versuchte er es noch einmal. „Ich kann nicht beurteilen, wessen Leben wichtiger ist. Für...



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