Ione | Demonica - Hades | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 11.1, 180 Seiten

Reihe: Demonica-Reihe

Ione Demonica - Hades


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7363-0433-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 11.1, 180 Seiten

Reihe: Demonica-Reihe

ISBN: 978-3-7363-0433-8
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Hades ist der Wächter der gefangenen Seelen der Unterwelt. Viele davon sind unvergleichlich böse, aber mit Hades legt sich keiner so leicht an. Als jedoch die schöne Cataclysm sein Gefängnis infiltriert, gerät alles außer Kontrolle. Cat zettelt ungewollt einen Aufstand an, und eigentlich müsste Hades mit aller Härte gegen sie vorgehen. Doch der gefallene Engel ruft in ihm ungeahnte Gefühle und eine nie gekannte Leidenschaft hervor ...



Mit der "Demonica"-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.

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1


Der Weg zu Hades ist von allen der leichteste.

– Diogenes Laertius –

Genieß die Reise, denn dein Aufenthalt wird die Hölle sein.

– Hades –

Sollte Cataclysm auch nur noch eine einzige Toilette in diesem Dämonenfegefeuer, das unter dem Namen Sheoul-gra bekannt war, reinigen müssen, würde sie in die Kloschüssel springen und sich selbst runterspülen.

Sie hatte immer gedacht, dass Engel, die aus dem Himmel geworfen wurden, als Gefallene jede Menge Spaß haben würden. Zum Beispiel religiöse Leute terrorisieren oder zusammen mit Dämonen überschäumende Krüge voller Pest-Ale trinken. Aber nein, sie durfte dem Sensenmann den Arsch abwischen.

Na gut, sie wischte Azagoth natürlich nicht tatsächlich den Arsch ab. Wenn sie das täte, hätte Lilliana, seine Gefährtin, dazu sicherlich das ein oder andere zu sagen. Und mit »sagen« meinte Lilliana »köpfen«.

Cat überlegte kurz. Lilliana, die im Grunde immer noch ein richtiger Engel mit Heiligenschein und allem Drum und Dran war, würde nichts derart Drastisches tun. Höchstwahrscheinlich. Trotzdem wollte Cat lieber nicht auf deren schwarzer Liste landen. Wer Lilliana sauer machte, machte den Sensenmann wütend, und das … also, Cat konnte sich wirklich nichts Schlimmeres vorstellen.

Abgesehen vom Reinigen der Toiletten.

Hör auf zu jammern! Schließlich hast du den Job freiwillig übernommen.

Das stimmte, aber sie hatte nur deshalb zugestimmt, Azagoth zu dienen, weil sie sich ihren Weg in den Himmel zurück verdienen wollte, und dazu war es erforderlich, a) schön sauber zu bleiben, b) zu vermeiden, Sheoul zu betreten, das Dämonenreich, das die Menschen Hölle nannten, und c) etwas Heldenhaftes zu tun, um die Welt zu retten.

Ein Kinderspiel.

Sie schnaubte vor sich hin, als sie ein Tablett voller schmutzigem Geschirr aus Azagoths und Lillianas Schlafzimmer trug. Dabei patschten ihre bloßen Füße über den kalten Steinboden, der jeden Quadratzentimeter der alten Villa im griechischen Stil bedeckte. Heute Morgen hatte er Lilliana mit einem Frühstück im Bett überrascht, was Cat noch vor ein paar Monaten entsetzt hätte. Wer hätte gedacht, dass der Sensenmann so ein Softie war?

Vermutlich hätte sie es ahnen müssen, nachdem er ihr einen Job gegeben hatte, sowie einen Ort, an dem sie leben konnte, ohne sich darum Sorgen machen zu müssen, ob sie irgendein Penner gegen ihren Willen nach Sheoul verfrachten würde – entweder um daraus Gewinn zu schlagen oder einfach nur zu seinem Vergnügen.

Nein, Sheoul war für sie tabu. Sollte sie das Reich der Dämonen betreten, wäre sie damit ein für alle Mal in Ungnade gefallen und würde zu einer wahren Gefallenen, einem gefallenen Engel ohne die geringste Hoffnung auf Erlösung. Als Ausgestoßene hingegen durfte sie sich einen Hauch von Hoffnung erhalten, auch wenn es nur sehr wenige Engel gab, die jemals ihre Flügel zurückerhalten hatten. Genau genommen wusste sie nur von zweien.

Einer der beiden, Reaver, war jetzt nicht nur irgendein Engel, sondern einer der mächtigsten Engel, die jemals gelebt hatten. Seine Gefährtin, Harvester, hatte ebenfalls lange Zeit als gefallener Engel gelebt, allerdings unter einzigartigen Umständen. Cat kannte zwar nicht die ganze Geschichte, aber sie wusste, dass Harvester Himmel und Erde gerettet und damit jede ihrer Federn verdient hatte, die ihr zurückgegeben worden waren.

Bei dem Gedanken daran, wieder unversehrt zu sein, begannen Cats nutzlose Flügelanker auf ihrem Rücken zu jucken. Ihre prächtigen nerzbraunen Schwingen – und damit ihre Energiequelle – waren fort, waren in einer brutalen Zeremonie abgeschnitten worden. Sie konnte nur zu gut nachvollziehen, warum ein Ausgestoßener die Grenze zwischen dem Reich der Menschen und dem der Dämonen überschreiten wollte, um sich in einen wahren Gefallenen zu verwandeln und damit neue Flügel und neue Kräfte zu erhalten. Aber war es das wert, auf die Seite des Bösen zu wechseln? Cat fand das nicht.

»Cat!« Azagoths Stimme riss sie aus ihren Gedanken, und sie hätte beinahe das Tablett mit dem schmutzigen Geschirr fallen lassen, als sie ihn über den Gang von seinem Büro auf sie zuschreiten sah.

Im flackernden Licht, das die eisernen Wandleuchter warfen, wirkte er nicht sehr glücklich. Und er war nicht allein.

Hades, Azagoths rechte Hand und Kerkermeister der Toten, ging neben ihm. Nein, er ging nicht – so wie sich seine Oberschenkelmuskeln bei jedem geräuschlosen Schritt unter dieser hautengen schwarzen Hose bewegten, schien er sich eher an ein Opfer heranzuschleichen. Sein Körper summte förmlich vor nur mit Mühe gezügelter Kraft, und ihrer reagierte so ursprünglich wie weiblich darauf, indem er erschauerte.

Verdammt! Hades war heiß. Gemeißelte Wangenknochen und eine feste, kantige Kinnpartie verliehen ihm ein markantes, ja, beinahe düsteres Aussehen, vor allem zusammen mit dem blauen Irokesen. Sie würde töten, um nur ein Mal mit der Hand über seine Haare fahren zu dürfen. Ach was, sie würde töten, um mit der Hand über seinen ganzen Körper fahren zu dürfen, und anfangen würde sie mit seiner muskulösen Brust, die für gewöhnlich verführerisch nackt war. Nicht, dass sie sich über sein gegenwärtiges Outfit beklagen wollte: ein ärmelloses Oberteil, das ständig die Farbe wechselte und sich eng an seine steinharten Bauchmuskeln schmiegte.

Sie versuchte, ihn nicht anzustarren. Allerdings hätte es auch keine Rolle gespielt, wenn sie mit heraushängender Zunge mitten im Gang gestanden hätte. Er sah niemals auch nur in ihre Richtung. Er nahm niemals Notiz von ihr. Für ihn war sie ein Nichts. Nicht mal einen Blick wert. Diese kalten eisblauen Augen sahen direkt durch sie hindurch. Dabei war dies der Kerl, der mit Lilliana lachte, den anderen Ausgestoßenen, die hier lebten, Streiche spielte und mit Höllenhunden spielte, als ob sie riesige Welpen wären. Riesige, menschenfressende Welpen.

Azagoth blieb vor ihr stehen. »Cat? Alles okay mit dir?«

Sie blinzelte, als ihr bewusst wurde, dass sie in einer Welt voller Hades gesteckt hatte. »Äh, ja. Tut mir leid. Was gibt’s?«

»Hast du Zhubaal gesehen?«

Sie nickte. »Der war vor einer halben Stunde auf dem Weg zu den Schlafsälen. Ich glaube, er sagte was von wegen, er müsse einigen der neuen Ausgestoßenen beibringen, sich wie Arschlöcher zu benehmen, oder so was Ähnliches.«

Hades stieß ein harsches Lachen aus, sodass sie einen Blick auf zwei perlweiße Fangzähne erhaschen konnte. Früher fand sie Fänge abstoßend, aber sollte Hades jemals Lust verspüren, die seinen in sie zu versenken, würde sie mit Freuden ihre Kehle entblößen. Sie stieß mit der Zunge gegen ihre eigenen winzigen Fänge, die kleinere Version, die Ausgestoßenen, ein paar Tage nachdem man ihnen ihre Flügel genommen hatte, wuchsen. Im Großen und Ganzen hatte sie sich an sie gewöhnt. Sie biss sich nicht mal mehr versehentlich auf die Lippe.

»Endlich bringt Z ihnen mal was bei, womit er sich auskennt«, sagte Hades.

Die beiden konnten einander nicht ausstehen, auch wenn Cat keine Ahnung hatte, warum. Allerdings wusste sie, warum sie Zhubaal für ein Arschloch hielt. Nicht, dass sie darüber nachdenken wollte, geschweige denn darüber reden. Sie musste einfach hoffen, dass niemand sonst davon wusste.

Weil es verdammt entwürdigend war.

»Danke, Cataclysm.« Azagoth neigte dankend den Kopf. »Wie ich höre, hilfst auch du bei den Ausgestoßenen mit. Lilliana sagte, du rätst ihnen, ihre himmlischen Namen beizubehalten statt ihren neuen Namen als Ausgestoßene. Du weißt schon, dass das verboten ist, nicht wahr?«

Obwohl Angst in ihr aufblitzte, hob sie das Kinn und sah ihm mutig in die Augen. »Nicht in Sheoul-gra. In deinem Reich gelten andere Regeln. Ich dachte, wenn sie hier ihre himmlischen Namen benutzen, hilft ihnen das, auf dem richtigen Weg zu bleiben, falls sie versuchen wollen, sich ihren Weg in den Himmel zurück zu verdienen.«

Hades’ Blick bohrte sich in sie hinein; seine Intelligenz ließ seine Augen funkeln. Zweifellos fragte er sich, warum sie sich nicht an ihren eigenen Rat gehalten hatte, aber glücklicherweise hatte er keine Chance nachzufragen.

»Überaus klug.« Azagoths Anerkennung ließ freudige Erregung in ihr aufkommen, bis sie gleich darauf wieder in die Niederungen ihrer Sklavendienste geworfen wurde. »Übrigens könnte mein Büro auch mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit vertragen. Es ist ein wenig … verschmutzt.«

Mit diesen Worten schob sich Azagoth an ihr vorbei. Bildete sie sich das nur ein, oder zögerte Hades einen winzigen Augenblick lang? Jeder Quadratzentimeter der von ihrer blau-schwarzen Korsage unbedeckten Haut prickelte, und sie hätte schwören können, dass er einen heißen, genießerischen Blick über sie hinwegschweifen ließ. Doch dann war er wieder so kalt wie immer und lief neben Azagoth her, als ob sie gar nicht existierte und nie existiert hätte.

Mit einem Seufzen stellte sie das Geschirr in der Küche ab und schnappte sich ihren Eimer mit den Reinigungsutensilien, ehe sie sich auf den Weg in Azagoths Büro machte. Darin angekommen … tja, er hatte keinen Scherz gemacht, als er von Schmutz gesprochen hatte.

Sie fuhr mit einem Tuch über die Wände aus Stein und Holz, wischte den blutigen Sprühnebel ab, der von irgendeinem Dämon stammte, den Azagoth vaporisiert hatte. Es musste ein verdammt großer Dämon gewesen sein.

Offenbar löschte er nicht sehr oft Dämonen aus; es hatte seinen Preis, eine...


Ione, Larissa
Mit der "Demonica"-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.

Mit der "Demonica"-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.



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