Ione | Demonica - Tödliche Verlockung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 450 Seiten

Reihe: LYX.digital

Ione Demonica - Tödliche Verlockung


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8025-9179-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 450 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9179-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als einzige weibliche Seminus-Dämonin ist Sinead Donnelly seit jeher eine Außenseiterin. Sie besitzt die Gabe, ihre Gegner im Kampf mit einer einzigen Berührung zu töten. Dabei setzt sie jedoch versehentlich ein gefährliches Virus frei, das Werwölfe umbringt. Zusammen mit dem Halbvampir Conall Dearghul versucht sie, ein Heilmittel zu finden.



Mit der Demonica-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.

Ione Demonica - Tödliche Verlockung jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog

»Die Warge müssen sterben.«

Sin lief im großen Gemach ihrer Assassinenhöhle auf und ab, während ihr Gehirn Überstunden machte, um Bantazars Worte zu begreifen. Der Bote der Assassinengilde stand in der Nähe der kalten Feuergrube und hielt eine Pergamentrolle in der ausgestreckten Hand. Die entriss sie dem Neethul sogleich – sogar ohne die Grufti-Plateauschuhe, die er trug, maß er wohl an die zwei Meter zwanzig, sodass er sie jetzt erst recht um wenigstens einen Meter überragte. Trotzdem schüchterte der Lakai der Gilde sie nicht im Mindesten ein. Sie hatte schon weitaus größere Dämonen getötet.

»Acht Stück?«, fragte Sin. »Acht Werwölfe auf einmal?«

Er nickte, wobei sein schulterlanges, schneeweißes Haar an den spitzen Ohren hängen blieb. Die Neethulum waren – zumindest, was das Äußere anging – eine schöne Rasse von elfengleichem Aussehen. »Ein ganzes Rudel.«

Was ein zweijähriges Wolfsjunges einschloss. Sie warf einen verstohlenen Blick auf den Mann in der Ecke, der in Schatten und Schweigen aufzugehen schien. Lycus, ihr einziger Warg-Assassine, hätte genauso gut eine steinerne Statue sein können. Die Nachricht, dass dieser Vertrag das Leben einer ganzen Reihe seiner eigenen Leute beenden würde, schien ihn nicht im Geringsten aus der Fassung zu bringen. Nicht, dass sie so etwas erwartet hätte. Er war Profi. Kalt, effizient und skrupellos.

Sin unterdrückte einen Fluch und blieb abrupt stehen. Sie konnte es sich nicht leisten, Nerven oder Widerwillen zu zeigen. Die Gilde beobachtete sie und lauerte auf das kleinste Anzeichen von Schwäche. Die würden jede Gelegenheit nutzen, um sie zu vernichten und ihre Assassinen an sich zu reißen. Also musste sie unbarmherziger denn je auftreten, da sie bereits darauf verzichtet hatte, auf etwa ein Dutzend Verträge Angebote abzugeben. Und sie war schließlich erst seit drei Wochen Assassinenmeisterin.

Sie überflog die Einzelheiten, die auf Sheoulisch auf das Pergament gekritzelt waren. »Wem wurde dieser Job sonst noch angeboten?«

»Du weißt, dass ich dir das nicht sagen darf.« Bantazars rubinrote Lippen verzogen sich zu einem wollüstigen Lächeln. »Aber sollte es dir in den Sinn kommen, einige deiner Sukkubus-Fähigkeiten an mir auszuprobieren, könnten mir in einem Moment der Leidenschaft möglicherweise einige Namen entschlüpfen.«

So traurig das auch war, fühlte sie sich tatsächlich versucht, den Mistkerl zu vögeln, wenn sie dadurch an die Informationen gelangen konnte, die sie brauchte. Für diesen Job musste sie ein Angebot vorlegen, aber sie musste zugleich sichergehen, dass es hoch genug ausfiel, um den Vertrag nicht zugesprochen zu bekommen. Und zu wissen, wer ihre Mitbieter waren, würde ihr dabei einen Vorteil verschaffen.

»Ich würde dir ja sagen, du sollst zur Hölle fahren, aber zweifellos gehört dir ein nicht unbeträchtlicher Teil davon.«

Die Neethulum waren wohlhabende Sklavenhändler, deren Besitz umfangreiche Gebiete in Sheoul umfasste, und als untergeordneter Assassinenmeister war Bantazar vermutlich auf dem besten Weg, es seinen Brüdern gleichzutun.

»Deth hätte mein Angebot sicher nicht ausgeschlagen«, schnurrte er.

»Damit würde ich an deiner Stelle lieber nicht prahlen.« Sie studierte den Ring an ihrem linken Zeigefinger, der einst ihrem toten Boss gehört hatte. »Deth hätte auch eine stachelige Höllenratte gevögelt, wenn es ihm denn gelungen wäre, eine zu fangen.«

Bantazar lachte, während er sich auf sie zubewegte, geschmeidig wie eine Schlange. »Deine Assassinensklaven werden zunehmend unruhig, Halbblut. Kann es sein, dass deine menschlichen Moralvorstellungen deine Fähigkeit behindern, mit ihnen fertigzuwerden?«

Sie schnaubte. »Ich habe keinerlei Moral.« Vielleicht früher einmal, ehe sie herausgefunden hatte, dass sie eine Dämonin war, aber all die Dinge, die sie in ihrem Leben schon getan hatte – sei es freiwillig oder gezwungenermaßen –, hatten an ihrem Herzen und ihrer Seele genagt, sodass von beidem nicht mehr allzu viel übrig war.

Zumindest war das so gewesen, bis sie eine Seuche in die Welt gesetzt hatte, die Werwölfe überall auf der Erde umbrachte. Etwas an dieser Tat hatte ihre Gefühle in Aufruhr versetzt und ein Körnchen Reue freigelegt, das sie seitdem drückte wie ein Steinchen, das einem in den Schuh gerutscht war.

Dazu kam jetzt noch diese mysteriöse Zunahme von Mordaufträgen an Werwölfen – oder Wargen, wie sie sich selbst nannten –, und es fiel ihr verdammt schwer, Angebote auf Verträge abzugeben, die sie zwingen würden, ihre Assassinen gegen sie auszusenden.

Denn sie brachte sie ja jetzt schon dutzendweise um, ohne sie auch nur berührt zu haben.

Geistesabwesend rieb sie sich den rechten Arm, wobei ihre Handfläche den leichten Temperaturunterschied zwischen ihrer bloßen Haut und den scharfen Umrissen des Tattoos erfasste, das auf ihrer Haut erschienen war, als sie zwanzig war. Das Dermoire, das den Stammbaum väterlicherseits ihrer dämonischen Vorfahren darstellte, war nicht allein gekommen. Gleichzeitig war ihre Libido außer Rand und Band geraten, und sie besaß auf einmal die Fähigkeit, jeden, den sie berührte, mit einer Krankheit zu infizieren, die innerhalb weniger Minuten tötete. So ätzend das auch sein mochte, ihren Zwillingsbruder Lore hatte es sogar noch schlimmer erwischt. Sie konnte ihre »Gabe« wenigstens kontrollieren. Er hingegen konnte niemanden berühren, abgesehen von seinen Geschwistern und seiner Gefährtin, ohne denjenigen auf der Stelle tot umfallen zu lassen.

»Und?« Bantazar ließ seine Fingerknöchel knacken; ein unangenehmes Geräusch, das von den glatten Steinwänden des Gemachs widerhallte. »Wirst du ein Angebot abgeben, oder willst du warten, bis deine Sklaven eine Meuterei anzetteln?«

Dank der Verbindung, die ihre Assassinensklaven durch den Ring des Assassinenmeisters an sie banden, waren sie nicht in der Lage, ihr auch nur ein Haar zu krümmen; zumindest nicht, solange sie sich in der Höhle oder im Hauptquartier der Gilde aufhielt – oder an einem anderen Ort, der vor Gewalt geschützt wurde, wie dem Underworld General. Aber sie waren sehr wohl imstande, sie an jedem anderen Ort in Sheoul oder auf der Erde, im Reich der Menschen, anzugreifen – was der Grund dafür war, warum Assassinenmeister ihre Schlupfwinkel nur äußerst selten verließen.

Sie verfluchte ihre Lage zum ungefähr millionsten Mal, seit sie das Amt des Assassinenmeisters angenommen hatte. Nicht, dass das ihr Wunsch gewesen wäre, aber sie würde unter keinen Umständen zulassen, dass ihr Bruder erfuhr, dass sie ihn nur aus einem Grund angenommen hatte: um zu verhindern, dass seine Gefährtin Idess, ein Engel, gezwungen war, den Job anzunehmen, den sie erworben hatte, als sie Detharu umgebracht hatte. Denn damit wäre Idess ihrer Seele verlustig gegangen, und da Sin davon ausging, dass sie die ihre schon längst verloren hatte …

Tja. Keine große Sache.

Sie zog ein Federmesser mit doppeltem Ende aus der Hüfttasche ihrer Lederhose und kritzelte eine lächerlich hohe Summe auf das Pergament. Darunter setzte sie ihre Unterschrift. Dann drehte sie das Federmesser um und ritzte sich den Daumen mit der scharfen Klinge auf. Sobald ein Bluttropfen auf das Pergament fiel, bildeten sich rote, pulsierende Adern aus, die das gesamte Blatt durchzogen. Innerhalb von Sekunden hatte sich das spröde, steife Rechteck aus getrockneter Haut in ein warmes, geschmeidiges Stück Fleisch verwandelt, aus dem ein bindender Vertrag werden würde, sollte das Individuum, das dahinterstand, ihr Angebot akzeptieren.

Angewidert gab Sin dem Neethul das Ding zurück. Als er auf den Ausgang zuschlenderte, drehte sich ihr der Magen um.

»Das ist dir schwergefallen«, sagte Lycus, nachdem die massive Tür mit lautem Knall zugefallen war. Seine Hände legten sich von hinten auf ihre Schultern, und seine Finger begannen sie zu massieren, aber seine Berührung vergrößerte ihre Anspannung nur noch. »Nimm mein Angebot an. Paare dich mit mir. Dann werden wir gemeinsam herrschen.«

»Bist du taub oder einfach nur total dämlich?« Seit sie diesen Job übernommen hatte, hatte sie nicht ein Mal Gewalt gegen einen ihrer Handlanger benutzt, aber jetzt war sie ernsthaft versucht, sich umzudrehen und ihr Knie mit seinen Eiern Bekanntschaft schließen zu lassen. »Wie oft muss ich denn noch Nein sagen?«

Seine Lippen strichen über die Spitze ihres rechten Ohrs. »Ich kann auch Nein sagen.«

Sie erstarrte. »Erpressung, Lycus?« Er war einer ihrer wenigen kostbaren Bettgenossen. Seit sie die Meisterin dieser Assassinenhöhle geworden war, nahmen sich die meisten ihrer Assassinen – genau dieselben, die jahrelang ihr Bett geteilt hatten – entweder in Acht oder hatten Angst vor ihr. Auch wenn es ihr gutes Recht war, sie zu zwingen, ihr zu Diensten zu sein, würde sie das niemals tun. Lycus hingegen gestattete ihr vollständigen Zugang zu seinem Körper, aber nicht, weil er wusste, dass sie ohne Sex sterben würde.

Er wollte ihren Job haben, wollte sie zu seiner Gefährtin machen, damit er sich die Herrschaft über die Höhle mit ihr teilen konnte. Doch so schön es auch wäre, die schwierigen Entscheidungen einfach auf jemand anders abzuwälzen, konnte sie Lycus nicht geben, was er wollte. Niemals und unter gar keinen Umständen könnte sie jemandes Gefährtin sein. Könnte nie wieder jemandem gehören.

Seltsam … sie hatte tatsächlich in Erwägung gezogen, mit Bantazar zu schlafen, um an Informationen zu gelangen, hatte aber Probleme damit, sich mit einem Mann...


Ione, Larissa
Mit der Demonica-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.

Mit der Demonica-Serie gelang Larissa Ione der große internationale Durchbruch. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Stephen King, Robert Jordan und Marion Zimmer Bradley.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.