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E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Ireland Star Wars: Die Hohe Republik - Die Bewährungsprobe
Neuauflage 2021
ISBN: 978-3-7367-9885-4
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Reihe: Star Wars: Die Hohe Republik - Die Bewährungsprobe
ISBN: 978-3-7367-9885-4
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
JAHRHUNDERTE VOR DER LEGENDÄREN SKYWALKER-SAGA BEGINNT HIER EIN GANZ NEUES ABENTEUER.... Die Jugendromane dieser Reihe lassen die jungen Leser an den Heldentaten junger Jedi-Ritter und Padawane teilhaben. Bei einer galaxis-weiten Katastrophe wird ein Transportschiff abrupt aus dem Hyperraum geschleudert. Ein noch jugendlicher Jedi, ein junger Padawan und der Sohn eines Botschafters stranden auf einem Dschungelmond, wo sie sich -ohne jegliche Erwachsene- ganz allein einer mysteriösen Bedrohung in den Wäldern und weiteren tödlichen Gefahren des Planeten stellen müssen.
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PROLOG
Klinith Da landete den gestohlenen Frachtschlepper behutsam am Rande des Docks, während ihr Partner Gwishi die Ablagefächer hektisch nach dem Ladeverzeichnis des Schiffs durchforstete. Den Schwachen und Hilflosen etwas wegzunehmen, um selbst davon zu profitieren, war zwar eine lohnende Art, sich durchs Leben zu schlagen, doch hin und wieder brachte einem das auch gewisse Scherereien ein, beispielsweise wenn einem dämliche Behördenmitarbeiter Schwierigkeiten bereiteten. Normalerweise machte Klinith sich wegen solcher Dinge keine Sorgen – obwohl sie eine Menschenfrau in einer Galaxis voller körperlich wesentlich stärkerer Spezies war, konnte sie gut auf sich selbst aufpassen. Doch sie sollten möglichst kein Aufsehen erregen, und das bedeutete leider, dass es gegenwärtig nicht infrage kam, allzu nervige Leute einfach wegzupusten.
„Was, wenn die irgendwelche offiziellen Dokumente von uns sehen wollen?“, fragte Klinith, während sie sich eine Strähne ihres knallrosa Haars aus dem Gesicht strich. „Die Frachtliste oder so was?“
Klinith’ Blick fiel auf ihr Spiegelbild, das von einem Seitenpaneel reflektiert wurde. Sie sah überhaupt nicht so aus wie sonst. Sie hatte all ihre Piercings herausgenommen, und der Overall, den sie trug, verdeckte ihre Brisen-Male – ihre Tätowierungen, die anderen Nihil alles über ihre Crew und ihre Piratenlaufbahn verrieten, was sie wissen mussten. Doch sie hatte nicht vor, außerdem noch etwas an ihrem Haar zu verändern. Immerhin war sie trotz allem eine Nihil, auch wenn sie vorgab, etwas anderes zu sein.
Nach einem Moment griff Klinith in ihre Tasche, schob den Silberdraht in das erste Loch in ihrer Unterlippe und fädelte ihn geübt durch die übrigen. Das war schon ein wenig besser – nun kam sie sich nicht mehr ganz so merkwürdig vor.
„So weit draußen kümmert die so was nicht“, meinte der Aqualishaner. Da seine Aussprache mehr schlecht als recht war, wenn er Basic sprach, klangen die Worte mehr wie ein Knurren. „Die Republik hat in diesem Teil der Galaxis nichts zu melden – noch nicht.“
Genau wie Klinith trug auch Gwishi einen einfachen Overall, der seine Brisen-Male verbarg – jedenfalls abgesehen von der hässlichen Narbe auf der rechten Wange, wo ihn ein Blasterschuss mitten in eins seiner Augen getroffen hatte. Sie erstrahlte immer noch blau, eine gezackte Linie, die sein unteres rechtes Auge teilte und bei seinem Hauer endete. Man hatte die noch nicht vollends verheilte Wunde tätowiert, um zu zeigen, dass Gwishi zwar eine grässliche Verletzung erlitten hatte, dass derjenige, der sie ihm zugefügt hatte, jedoch nicht mehr unter den Lebenden weilte und somit keine Möglichkeit hatte, seinen Fehler zu wiederholen. Die Nihil waren dafür berüchtigt, alles Übel, das ihnen widerfuhr, dreifach zu vergelten.
Klinith schnappte sich sowohl ihren Blaster als auch ihre Messer, da Messer in Situationen, in denen es besser war, verdeckt zu operieren, manchmal die geeignetere Option waren. Sie legte die Waffen in ihren Werkzeugkasten. Gwishi nahm seinen Blaster, seine Gesichtsmaske und einen Kanister mit Ovaxgas, den er zusammen mit dem Rest seiner Ausrüstung in seinem Werkzeugkasten verstaute. Das Gas brauchten sie, um die Mechaniker an Bord der Steady Wing außer Gefecht zu setzen, eines Luxusliners, dem sie bis nach Port Haileap gefolgt waren, einem abgelegenen Außenposten am Rande des Dalna-Sektors.
Der Plan war simpel: Man hatte sie beauftragt, sich irgendwie auf die Steady Wing zu schmuggeln und das Schiff so zu sabotieren, dass niemand an Bord am Leben blieb. Den Reiseunterlagen zufolge sollte auf Haileap jemand zusteigen, der für die Republik einigen Wert besaß, und die Nihil mussten der Republik unmissverständlich klarmachen, dass sie in diesem Teil der Galaxis nicht willkommen war. Nicht jetzt, nicht irgendwann, niemals. Die Republik war schlecht fürs Geschäft.
Bevor sie von Bord gingen, machte Klinith noch einmal kehrt und schnappte sich einen weiteren Blaster, der so klein war, dass er oben in ihren Stiefelschaft passte. Manchmal gingen Dinge schief, und Leute wurden verletzt. Das war der Teil bei alldem, den Klinith am liebsten mochte.
Sie mussten ein kurzes Stück durch dichten Urwald mit mächtigen Marmorholzbäumen marschieren, die mit blauem Moos bewachsen waren, bevor die Andockstation in Sicht kam, bei der rege Betriebsamkeit herrschte. Klinith hatte absichtlich einen Landeplatz gewählt, der ein wenig abseits lag, damit sie und Gwishi sich unbemerkt Zutritt zur Anlage verschaffen konnten. Das Letzte, was sie brauchten, war, dass zu viele Leute ihretwegen Fragen stellten. Frachtliste hin oder her, je weniger Aufmerksamkeit sie erregten, desto besser.
„Da ist es, gleich dort drüben“, sagte Gwishi und deutete auf ein riesiges Raumschiff, das den Großteil des Landefelds einnahm.
Das Ding war mindestens zehnmal so groß wie der Frachtschlepper, den sie eigens für diesen Job gestohlen hatten, und Klinith spürte, wie sie bei diesem Anblick ein Gefühl der Angst überkam. „Wie, bei den sieben Monden von Genetia, sollen wir dieses Ungetüm zerstören?“, fragte sie.
Gwishi seufzte. „Na, von innen. Du bist doch eine Nihil. Verhalte dich gefälligst auch so und hör auf, dir Sorgen zu machen!“
„Ich mach mir keine Sorgen“, widersprach Klinith. Sie hatte kein Problem mit dieser Mission an sich. Es war nur so, dass sich das Ganze irgendwie bedeutender anfühlte als ihre bisherigen Jobs, wichtiger, so als wäre sie befördert worden. Und wenn sie diesen Auftrag erfolgreich erledigten, würde das mit Sicherheit auch passieren. Sie würde in den Reihen der Nihil aufsteigen, vielleicht sogar so weit, dass sie künftig Kassav persönlich unterstand.
Die beiden waren inzwischen ganz in der Nähe des Schiffs, und die Vorfreude ließ Klinith grinsen. Alle würden über die Zerstörung der Steady Wing reden! „Ich bin ganz aufgeregt. Das wird spektakulär! Bloß schade, dass wir nichts zerschmettern sollen.“
Gwishi musterte sie mit starrem Blick. „Los, lass uns gehen!“
Im Raumhafen wimmelte es nur so von Leuten aus vielen verschiedenen Systemen. Port Haileap war der letzte Zwischenstopp vor einigen der gefährlichsten unkartografierten Regionen der Galaxis und galt – wie andere Häfen am Rande dieser Gebiete auch – als „zivilisiert“. Hier konnten Raumschiffe auftanken, während sich die Passagiere mit Neuigkeiten aus ihrer Heimat versorgten und sich noch ein bisschen entspannten, bevor sie für Stunden oder Tage an Bord eines beengten, mit Leuten vollgestopften Schiffs gingen.
Die große Landezone war voller Gepäck und Vorräte und umgeben von einem Ring von Geschäften, genau wie die meisten der Außenposten, die Klinith kannte. Der einzige Unterschied waren die gewaltigen Marmorholzbäume, deren grüne Wipfel in der Ferne in den violetten Himmel aufragten. Menschen, Trandoshaner, Pantoraner und Angehörige noch vieler anderer Spezies drängten sich im Gewühl der Menge aneinander vorbei, um sich ihren Weg zu den verschiedenen Läden zu bahnen, die den äußeren Rand der Landezone säumten. Klinith entdeckte ein Schild, das verkündete, dass am Ende eines Gangs Glücksspiel angeboten wurde, und unwillkürlich kribbelten ihre Hände. Es war schon eine ganze Weile her, seit sie das letzte Mal Gelegenheit gehabt hatte, eine Partie Rykestra zu zocken, ein beliebtes Würfelspiel. Allerdings galt es gerade, etwas zu erledigen, das wichtiger war.
Klinith und Gwishi gingen die Einstiegsrampe der Steady Wing hoch. Die republikanischen Wachen, die am oberen Ende standen, lachten über irgendetwas und würdigten die Piraten keines Blickes, als sie an ihnen vorbeigingen. Kein Wunder, unter den anderen Mechanikern, die auf dem Luxusliner ein und aus gingen, fielen sie überhaupt nicht auf.
Sobald sie an Bord des Raumschiffs waren, klopfte Gwishi Klinith auf den Rücken. „Das reinste Kinderspiel“, sagte er. Und damit hatte er recht.
Sie folgten dem Korridor, und Klinith spürte, wie sich tief in ihrem Innern ein wohlvertrauter Zorn regte. Die Steady Wing war wirklich ein prachtvolles Schiff, mit wunderschönen goldenen Böden und silbernen Wänden, die Bildschirme mit Blumenmustern zierten, die sich alle paar Sekunden veränderten. Sie versuchte, sich auszumalen, wie es wohl wäre, mit einem so edlen Raumschiff unterwegs zu sein. Doch dazu fehlten ihr die Fantasie und die Erfahrung, und das machte sie nur noch wütender. Sie konnte es kaum erwarten, die Steady Wing zu zerstören und zuzusehen, wie all diese Pracht und Schönheit in der Leere des Alls in Millionen Trümmer zerbrach.
Klinith folgte Gwishi und blieb stehen, als dieser schließlich auf eine Schautafel an der Wand des Gangs deutete. Das Schiff war so groß, dass alle paar Meter Karten angebracht waren, die zeigten, wie man in die einzelnen Bereiche des Luxusliners gelangte.
„Da muss ich hin.“ Gwishi wies auf eine leere Stelle, ehe er den Werkzeugkasten tätschelte, den er bei sich trug. „Ich werde dort für jemanden ein paar Überraschungen hinterlassen. Kümmere du dich um die Rettungskapseln. Das Letzte, was wir wollen, sind Überlebende. Das Ganze soll eine Katastrophe werden, gegen die die Vernichtung der Legacy Run wie ein Kindergeburtstag wirkt.“
Bevor Klinith darauf irgendetwas erwidern konnte, drehte Gwishi sich um und ging weiter den Korridor entlang, um es ihr zu überlassen herauszufinden, wo genau sich die Rettungskapseln befanden. Nachdem sie einige Sekunden lang ein wenig ratlos die Karte studiert hatte – sie...




