Isiris | Reisen zum Mittelpunkt der Lust | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 139 Seiten

Isiris Reisen zum Mittelpunkt der Lust

erotische Geschichten
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-941931-19-0
Verlag: Rot & Licht
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

erotische Geschichten

E-Book, Deutsch, 139 Seiten

ISBN: 978-3-941931-19-0
Verlag: Rot & Licht
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Beim Sex ist alles erlaubt, was Lust bereitet. Und eben dieser Lust spürt die Griechische Bestseller-Autorin Anita Isiris in ihrer zweiten und brandneuen Anthologie erotischer Geschichten nach. Dabei erkennt die Schriftstellerin das Lustvolle im scheinbar Banalen und macht Alltagssex zum unerwartet unerhörten Erlebnis. Erfahren Sie, warum eine frischverheiratete Frau in den Flitterwochen fremd gehen will oder wie eine Kassiererin in der Mittagspause den neuen Mitarbeiter verführt. Staunen Sie gemeinsam mit dem braven Mittvierziger, dessen neue Geliebte sich als Voodoo-Expertin erweist. Teilen Sie das Geheimnis der Frau, die ein ganzes Dorf mit ihrem Busen beglückte. Erleben Sie die Abenteuer einer Almhütten-Kellnerin, die von einem japanischen Gast mit Anal-Plugs verwöhnt wird. Anita Isiris nimmt die Eskapaden ihrer Heldinnen und Helden mit unerschütterlichem Humor und gibt Ihnen die Möglichkeit, es ihr gleich zu tun. Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie die Storys und lassen Sie sich inspirieren.

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Queen Baronesse
Lia saß am Fenster und schaute mit ihren großen traurigen Augen dem Schneetreiben zu. Es schneite seit Stunden, und Lia erinnerte sich an Zeiten, in denen sie sich in eine rosa Angoradecke gehüllt und es sich vor dem Kaminfeuer bequem gemacht hatte. Linus hatte an ihrer Seite gesessen, Abend für Abend, und ihre Füße gestreichelt. Ja, der Linus. Damals war er noch vermögend gewesen, hatte sein ganzes Geld in eine tolle Wohnungseinrichtung gesteckt und sie, Lia, war die Innenarchitektin gewesen. Innenarchitektin, Gespielin, Köchin, Gärtnerin. Dass dieses Seifenblasenleben eines Tages ein jähes Ende nehmen musste, hatten Lia und Linus während der beginnenden Rezession nur zu lange verdrängt. Mittlerweile war Linus seit über zwei Jahren arbeitslos, und nichts deutete darauf hin, dass er einst Deutschlands führender Börsengilde angehört hatte. Lia seufzte. Den spärlichen Inhalt des Lebensmittelschranks kannte sie nur zu genau. Eine Gemüsesuppenpackung lag da, zwei Tage altes Brot, Rhabarberkonfitüre. Es war zum Kotzen. Nur knapp konnten sich die beiden ihre Wohnung im gesichtslosen Außenquartier leisten, und an der Badezimmerdecke breitete sich Schimmel aus. Nichts Luxuriöses gab es hier, Mobiliar vom Trödler, ein paar CDs von Blondie und Kylie Minogue, und die alte Gitarre von Linus strahlte Einsamkeit aus. Linus war unterwegs, Milch kaufen. Es musste etwas geschehen. Lia schien es, die Flocken draußen würden immer größer, und ihr Mann hätte längst schon zu Hause sein müssen. Trotz materieller Verluste war die Liebe zwischen den beiden erhalten geblieben, Linus war ein zärtlicher Liebhaber, Lia eine liebevolle und vor allem auch hübsche Frau, die allerdings auch die Begehrlichkeiten anderer Männer auf sich zog. Sie hatte allerdings andere Sorgen als sich Fremden zu öffnen; Lia senkte lieber den Blick, als dass sie flirtete. Lia hatte ausdrucksvolle schwarze Augenbrauen, und dunkle Locken hingen ihr in die Stirn. Ihr sinnlicher Mund vermochte noch ganz anderes zu tun als zu trinken, zu essen und zu reden. Sie verwöhnte Linus im Bett auf ihre ganz eigene Art; Sex war für die beiden nahezu die einzige Freude unter dem grauen Vorstadthimmel, in einer Gegend, in der die Kriminalität sehr hoch und die Rasenflächen verschwindend klein waren. Dann hatte Lia diese Idee mit Queen Baronesse. Wie sie auf diesen Namen gekommen war, hätte sie nicht zu sagen vermocht – es klang irgendwie verrucht, fand sie, literarisch, lüstern, unersättlich. Sie holte sich in der Küche die Tageszeitung und blätterte sich zu den Sexanzeigen durch. „XXXLBu“, stand da, und „Nina, geile Lutsche.“ So ordinär wollte sie sich nicht andienen, nein, keinesfalls. Aber Linus und sie brauchten doch dringend Geld, und reguläre Arbeit gab es weit und breit nicht. „Nat.-beh.“, las Lia weiter. Erst nach längerem Raten kam sie darauf, dass es hier wohl um „Naturbehaarung“ ging. Gab es denn noch Männer, die auf weibliche Schamhaardreiecke standen? Hatte der Porno-Chic jener trostlosen Tage noch nicht alles wegrasiert? Lia schauderte. Sollte sie es wirklich tun? Wo dieser Linus bloß blieb? Lia angelte sich den Laptop, schaltete ihn an und holte sich ein Glas Wasser. Mit Herzklopfen wählte sie sich zu den Online-Erotik-Inseraten der Tageszeitung durch und verfasste ihr Angebot: Queen Baronesse. Ich habe große Brüste, dichtes, schönes Haar und eine warme Seele. Ich kann Liebe geben in dieser kalten, armen Zeit. Lia las das Inserat etwa zehnmal durch, bevor sie ihre Handynummer anfügte und auf den „Send“-Button drückte. In diesem Augenblick hörte es auf zu schneien und die Haustür ging auf. Lia hörte schlurfende Schritte, eilte zur Tür und erstarrte. Linus war stockbetrunken. Einer der Gründe, warum sie ihn so liebte, war, dass er dem Alkohol entsagte. Auch sonst war er nicht suchtanfällig, sondern suchte sein Glück in inneren Werten, in der Phantasie, in der Musik, in der Literatur. Nun aber torkelte er auf sie zu. „Ich will dich“, lallte er. „Zieh dich aus. Jetzt.“ In einem Wechselbad der Gefühle zwischen Erregung und Ekel knöpfte Lia langsam ihr Hemd auf. Stand da wirklich ihr Mann vor ihr, der liebevolle, zärtliche Linus, an den sie sich schon so oft gekuschelt hatte? „Mach schon“, forderte er. Lia ließ die Arme sinken; ihr Hemd stand offen. Sie trug keinen BH, und die Konturen ihrer schweren Brüste waren zu erahnen. Linus packte sie an den Oberarmen und drängte sie ins Schlafzimmer. Er nestelte an seiner Hose, befreite seinen Schwanz und schob ihn zwischen Lias Brüste. Seine Bewegungen kamen aus der Hüfte, langsam, rhythmisch. Linus presste Lias Busen zusammen, so dass ihre großen Areolen noch glänzender und draller erschienen, als sie es schon waren. „Musst du das… tun?“, fragte Lia befremdet. Linus war noch nie zwischen ihren Brüsten gekommen; in aller Regel befriedigte sie ihn mit Mund und Vagina. „Ja, ich muss“, antwortete Linus, und an seiner Stirn zeichnete sich eine Ader ab. Lia schloss die Augen und ließ es über sich ergehen, wartete, bis das warme Sperma an ihr Kinn spritzte. „Ich liebe dich, Linus“, flüsterte sie. „Ich dich doch auch.“ Er kuschelte sich an Lias Rücken und schlief nach weiteren fünf Minuten tief. Er wirkte unschuldig wie ein Kind. Lia wischte sich das Sperma vom Kinn und drängte ihren Po an die Lenden von Linus. Dann schlief auch sie. Lia erwachte mitten in der Nacht; sie hatte vergessen, bei ihrem Handy die Signaltöne auszuschalten. Gebannt blickte sie zu Linus; doch der schlief wie ein Murmeltier. Da war doch etwas gewesen? Klar, ein SMS-Signal! Der erste Interessent? Hatte sich zu dieser nachtschlafenden Zeit tatsächlich jemand bei der Tageszeitung eingeloggt, ihr Inserat gelesen und gleich eine Nachricht geschickt? Lia holte sich in der Küche ein Glas Wasser, setzte sich an den Wohnzimmertisch und angelte sich ihr Handy. „Ich will dich, Queen Baronesse“, las sie. „Ich will alles, tabulos. Dein Werner.“ Lia spürte eine Enge im Hals. Diese SMS hatte eine ungute Ausstrahlung und schmeckte nach Gewalt. War sie denn nicht bei Sinnen gewesen, als sie ihre Handynummer preisgegeben hatte? Sie war doch jetzt kinderleicht zu identifizieren – sie, die Frau mit den großen Brüsten, dem dichten, schönen Haar und der warmen Seele? Sie beschloss, Linus beim Frühstück einzuweihen. Lia schaltete die Signaltöne ihres Handys aus, legte das Gerät in den Wohnzimmerschrank, ging zurück ins Schlafzimmer und kuschelte sich an ihren Partner. Es fühlte sich gut an, so gut… Um 7 Uhr kroch Lia behände aus dem Bett, um Linus nicht zu wecken. Sie ging ins Bad und betrachtete sich im Spiegel. Was sie sah, gefiel ihr. Sie wusch sich, cremte sich ein und schlüpfte in eine gelbe langärmlige Bluse. Den Überziehpulli würde sie gut gebrauchen können; um diese Tages- und Jahreszeit war es kalt draußen. Lia zog ihre Stiefeletten an, warf ihren Poncho über und verließ leise die Wohnung. Zur Bäckerei war es nicht weit. Schon auf dem Weg dorthin zählte Lia ihr Geld. Da war nicht viel übrig – aber sie wollte für Linus ein leckeres Frühstück bereiten. So würde es ihr weniger schwer fallen, ihr Geheimnis preiszugeben. Drei Brötchen, einen Bienenstich und zwei Take – Away - Cappuccini. Zu mehr reichte es nicht. Lia beeilte sich, wieder in die warme Wohnung zu kommen, damit der Kaffee nicht erkaltete. Sie deckte den Wohnzimmertisch, rückte das kleine Tischtuch zurecht, schlich sich ins Schlafzimmer und küsste Linus auf die Nasenspitze. „Überraschung“, sang sie. Linus starrte sie aus großen Augen an. „Ach… hier bin ich ja… ich hab geträumt“, sagte er und zog Lia an sich. „Von dir hab ich geträumt, Lia, so geil, wir waren zu dritt…“ Waren das die Fantasien von Linus? Stellte er sich gelegentlich vor, sie, Lia, würde von einem Andern genommen? „Männer sind Schw…“, sagte sie, und Linus versiegelte ihre Lippen mit einem Kuss. „Mmmmh… das riecht gut…“ Strahlend setzte sich Linus an den Wohnzimmertisch. „Einfach herrlich, dieser Cappuccino, fast wie früher…“ Ein Schatten senkte sich über Lias Gesicht. „So wird es wohl nie mehr sein“, sagte sie traurig, und „Linus, ich muss mit dir reden.“ Sie erzählte ihm in ihrer offenen Art die ganze Geschichte von Queen Baronesse, wie sie auf die Idee gekommen war, in seiner Abwesenheit, und was sie bereits unternommen hatte. „Das gibt uns ein bisschen Geld“, sagte sie. „Und ich gebe denen ja nur meinen Körper. Mein Herz bleibt bei dir.“ Linus wusste erst nicht, wie er reagieren sollte. Das hätte er Lia nun doch nicht zugetraut. Doch, er hatte diese typischen Männerfantasien dann und wann, hatte sich schon...



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