Jackson Miller | Star Wars™ Knight Errant | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 512 Seiten

Jackson Miller Star Wars™ Knight Errant

Jägerin der Sith
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-08364-9
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Jägerin der Sith

E-Book, Deutsch, 512 Seiten

ISBN: 978-3-641-08364-9
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine einsame Jedi gegen die Dunklen Lords der Sith!

Das Imperium befindet sich in einem Zustand permanenter Bürgerkriege. Dunkle Lords streifen durch das Universum und wetteifern um die Herrschaft in den von Republik und Jedi verlassenen Gebieten. Um die versklavte Bevölkerung zu retten, begibt sich die junge Jedi Kerra Holt in das feindliche Territorium. Auf sich allein gestellt nimmt sie den Kampf gegen die gefährlichen und unberechenbaren Sith auf. Aber kann Kerra alleine gegen diese Übermacht bestehen – und kann sie überhaupt jemandem trauen?

John Jackson Miller, geboren 1968, ist ein US-amerikanischer Autor und Publizist. Da er seit jeher selbst Comics sammelte, machte er sein Hobby zum Beruf und arbeitete als Redakteur bei einem Comicmagazin. Später veröffentlichte er auch eigene Comics. Von Miller stammt die Comicadaption des Films Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Inzwischen hat er sich auch als Autor von diversen Star-Wars-Romanen einen Namen gemacht.
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1. Kapitel


Im Sith-Raum ist jeder ein Sklave. Narsk hielt diese Aussage mit Blick auf eine Gruppe, zu deren Kredo nicht zuletzt eine Zeile darüber gehörte, dass ihre »Ketten zerbersten« werden, für reichlich sonderbar. Immerhin waren sie stets sorgsam darauf bedacht, für alle anderen jede Menge Ketten intakt zu lassen.

Dennoch waren einige Leute mehr Sklaven als andere. Es zahlte sich aus, etwas Besonderes darzustellen, in etwas gut zu sein. Dann war das Leben weniger unerfreulich. Und was die wirklich Besonderen betraf? Die durften sich ihren Meister immerhin aussuchen – nicht, dass die Optionen diesbezüglich übermäßig verheißungsvoll waren.

Narsk Ka’hanes eigene Besonderheit hatte ihn nach Darkknell geführt, den Herrschaftssitz von Daiman, dem selbsternannten Sith-Lord und Möchtegern-Gott. Zunächst hatte Narsk mithilfe eines Tarnanzugs in den Höhlen von Verdanth Reiffledermäuse gesammelt, und was er jetzt tat, unterschied sich davon nicht sonderlich. Gewiss, der Bothaner konnte sich nicht vorstellen, dass sich zu Hause irgendjemand kopfüber an einem Seil ins Ventilationssystem eines Hochsicherheitsturms hinabließ – doch andererseits konnte auch nicht jeder etwas Besonderes sein.

Was jetzt anders war, war der Tarnanzug. Die Sith, die in dieser Region Krieg führten, hatten sich in den letzten paar Jahrzehnten nicht allzu sehr darauf konzentriert, die Tarntechnologie weiterzuentwickeln – sie hatten bloß immer größere Explosionen im Sinn. Narsk konnte das nur recht sein. Der eng am Körper anliegende Anzug, den er trug, war das Neuste einer republikanischen Produktlinie, die im Grumani-Sektor vollkommen unbekannt war. Er vermochte nicht zu sagen, wie sein Lieferant an ein Cyricept-Personentarnsystem vom Typ VI herangekommen war – oder auch nur, ob die vorherigen fünf Varianten etwas taugten. Narsk wusste bloß, dass er es bei einem Auftrag noch nie so mühelos derart weit gebracht hatte.

Das war schon fast eine Schande, wenn man all die Vorbereitungen bedachte, die er getroffen hatte. Er war bereits Wochen zuvor nach Xakrea gekommen, Darkknells Verwaltungssitz, um seine Tarnidentität zu etablieren. Das Ziel zu lokalisieren war nicht weiter schwierig. Die schiefe Pyramide, die umgangssprachlich der Schwarze Hauer genannt wurde, war vom Großteil der Stadt aus sichtbar. Er hatte die Verkehrsmuster rings um das obsidianschwarze Gebäude sorgsam studiert und sich die Schichtwechsel der Wachen eingeprägt, die die wenigen Zugänge sicherten. Innerhalb eines Monats hatte er jeden Weg in und aus dem kolossalen Bauwerk mit all seinen Geheimnissen ausgekundschaftet. Dann war er geradewegs hineinspaziert.

Narsk war der Ansicht, dass das Typ-VI-System für das Spionagehandwerk so bedeutend sein konnte, wie es der Hyperantrieb für Weltraumreisen gewesen war. In der Haut des Anzugs arbeiteten auf Molekularebene elektronische Störkörper, die elektromagnetische Wellen um den Träger herum krümmten und beugten. Töne, Licht, Kom-Signale – der Typ VI entwich ihnen allen. Und Cyricept hatte an alles gedacht. Ein Atemfilter passte die ausgeatmete Luft der Raumtemperatur und der umgebenden Luftfeuchtigkeit an. Spezielle Sichtgläser erlaubten es Narsk hinauszusehen, ungeachtet des Umstands, dass kein Licht an seine Augen drang. Sie hatten sogar an eine gleichermaßen getarnte Tasche für Gegenstände gedacht, die man mit sich führte. Wenn Narsk auch nicht vollkommen unsichtbar war, erforderte es doch ein aufmerksames Auge, um ihn zu entdecken, besonders im Dunkeln.

Allerdings hatte Narsk festgestellt, dass Aufmerksamkeit eine Gabe war, die »Lord Daiman, der Schöpfer von allem« seinen Wachen nicht geschenkt hatte. Wie auch andernorts hatten die Anhänger des absonderlichen Herrschers bedrohlich wirkende Gestalten um sich geschart und sie schlichtweg etwas zu »elegant« gewandet. Es gab keinen Schläger, der nicht lächerlich aussah, wenn man ihn in eine vergoldete Rüstung und einen burgunderroten Rock steckte. Ein bedauernswerter Gamorreaner auf der anderen Seite der Stadt – dessen gedrungener, schwerfälliger grüner Leib besonders mit seiner Aufmachung zu kämpfen hatte –, sah aus, als würde er gleich anfangen zu heulen.

Und so hatte Narsk seinen Nadler und die Extramunition, die er bei jedem Ausflug zum Forschungszentrum bei sich gehabt hatte, nie gebraucht. Der Typ VI hatte ihn zur Tür gebracht, doch die Wachen persönlich hatten sie für ihn geöffnet, um ihn mit reinzulassen, wenn sie selbst hineingingen. »Wenn deine Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass irgendetwas niemals geschieht«, hatte er einst jemanden sagen hören, »dann erkennst du es irgendwann selbst nicht mehr, wenn es tatsächlich passiert.« Mittlerweile, bei seiner dreizehnten und letzten Expedition ins Innere, war Narsk ebenfalls zu dieser Überzeugung gelangt. Viele der Geheimnisse des Schwarzen Hauers – offiziell als die Daimanat-Dynamiktesteinrichtung (Darkknell) bekannt – ruhten behaglich im Speicher des Datapads in seiner Tasche.

Lord Odion würde zufrieden sein.

Narsk wusste, dass das nicht immer eine gute Sache war: Daimans älterer Bruder bezog den größten Nervenkitzel aus Tod und Zerstörung. Der ganze leidige Krieg schmeckte nach einer psychologischen Studie. Daiman war der verzogene Bengel, der glaubte, das einzige Lebewesen im Universum zu sein, das zählte; Odion war der neidische Bruder, der auf seinen Verlust an Einzigartigkeit reagierte, indem er den Laufstall demolierte. So, wie Daiman glaubte, alles erschaffen zu haben, war Odion der Ansicht, es sei sein Schicksal, alles zu zerstören. Die Hälfte von Odions Anhängern gehörten einem Totenkult an und umschwirrten sein finsteres Licht in der Hoffnung, dass es sich für sie am Ende auszahlen würde, in seinen Diensten zu stehen. Selbst ralltiirische Glühmilben waren weniger lebensmüde.

Glücklicherweise brauchte Narsk ihre Ansichten nicht zu teilen, um von ihnen Aufträge anzunehmen. Jedenfalls nicht viele davon.

Als er eine Gabelung im Ventilationssystem erreichte, spürte Narsk, wie das gesamte Gebäude um ihn herum keuchte. Eisige Luft pfiff vorbei, um die Anlage für den heutigen großen Test zu kühlen. Der Typ VI reagierte und passte sich der Umgebungstemperatur an, während er gleichzeitig irgendwie verhinderte, dass sich auf der Oberfläche des Anzugs Frost bildete. Narsk fand, dass die republikanischen Entwickler gute Arbeit geleistet hatten. Zu schade, dass sie nicht auch vernünftig kämpfen können – oder zumindest nicht den Anschein erwecken.

Narsk löste das Kabel und ließ sich behutsam auf die Abdeckung der Ventilationsöffnung sinken. Das Haupttestzentrum unter ihm war der einzige wichtige Raum der Anlage, den er bislang noch nicht betreten hatte, und wenn auch nur, weil seine Beute bislang noch nicht hierhergebracht worden war. Doch da war sie, ihre metallische Masse durch die eisigen Dielen unter seinen Füßen gerade so eben sichtbar.

Konvergenz.

Im Zuge von Daimans Konflikt mit Odion waren die großen Schlachtschiffe, die einst die Schlachten der Sith gegen die Republik beherrschten, größtenteils aus dem Spiel herausgehalten worden. Keiner der Brüder hatte eine klare Vorstellung davon, wie viele große Schiffe der jeweils andere besaß, und während Odion sein Glück mit Freuden in einem großen Gefecht auf die Probe gestellt hätte, weigerte sich Daiman, ihm diesen Gefallen zu tun. Die Folge davon war eine Reihe von Angriffen und Gegenangriffen gewesen, bei denen der Schlüssel zum Erfolg häufig weniger die Menge an Feuerkraft war, sondern mehr die Fähigkeit, rasch verschiedene Arten von Einheiten einzusetzen. Das Schlachtfeld war ständiger Veränderung unterworfen.

Die Konvergenz-Angriffsmaschine warf zugunsten einer von Daimans kurzlebigen Ideen Tausende Jahre Militärwissenschaft über Bord, um ein Schiff zu erschaffen, das für jede erdenkliche Situation geeignet war. Genau wie Narsks Tarnanzug, sollte die Konvergenz zu allem imstande sein. Doppelt so groß wie ein Sternenjäger, fungierte das Schiff als kleiner Truppentransporter, in der Lage, acht bis zehn Krieger durch den Hyperraum zu transportieren. Außerdem war das Schiff mit Waffensystemen ausgestattet, die es ihm erlaubten, die Rolle eines Jägers oder Bombers zu übernehmen, je nachdem, was die Lage erforderte. Daiman sah eine Zeit voraus, in der ihm Millionen dieser Maschinen zu seinem rechtmäßigen Platz verhelfen würden, dazu, die Galaxis zu beherrschen.

Daimans Ingenieure hatten hingegen bloß einen niemals endenden Alptraum vorhergesehen – und bislang waren ihre Vorahnungen, die sie lediglich untereinander teilten, weitestgehend wahr geworden. Als er in die Kammer hinabspähte, verstand Narsk auch, warum. An einen riesigen Testarm war die hässlichste Vorrichtung montiert, die er je gesehen hatte. Die Konvergenz war der hundert Tonnen schwere Ausdruck der Launen eines einzelnen Mannes, wankelmütig und von inneren Konflikten zerrissen.

Daiman hatte verlangt, dass das Vehikel der dreirumpfigen, pfeilartigen Ästhetik seiner Sternenjäger treu blieb, doch letztlich waren Flügel und Farbgebung so ziemlich das Einzige, das das trächtige Ungetüm mit diesen geschmeidigen Schiffen gemein hatte. Die Designer hatten den vorderen Bereich mit einem massigen Passagierabteil versehen, das trotz allem noch immer alles andere als bequem war: Es gab Platz für neun Passagiere, aber nur, wenn sechs davon den ganzen Flug über standen. Die Triebwerke, die bei zwei früheren Gelegenheiten vergrößert worden waren, wirkten trotz allem...


Kasprzak, Andreas
Andreas Kasprzak, Jahrgang 1972, arbeitet seit dem Abschluss seiner Buchhändlerlehre als Autor und Übersetzer, u. a. von »Star Wars«, »Warcraft«, »Minecraft« und »Assassin´s Creed«.

Jackson Miller, John
John Jackson Miller, geboren 1968, ist ein US-amerikanischer Autor und Publizist. Da er seit jeher selbst Comics sammelte, machte er sein Hobby zum Beruf und arbeitete als Redakteur bei einem Comicmagazin. Später veröffentlichte er auch eigene Comics. Von Miller stammt die Comicadaption des Films Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Inzwischen hat er sich auch als Autor von diversen Star-Wars-Romanen einen Namen gemacht.



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