E-Book, Deutsch, 240 Seiten
Jäger / Lux Emil Lux
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7431-5577-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Kriegstagebuch des Remscheider Werkzeuggroßhändlers und OBI-Mitgründers
E-Book, Deutsch, 240 Seiten
ISBN: 978-3-7431-5577-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Peter Jäger, Jahrgang 1959: Nach dem Gymnasium und einer Ausbildung zum Radio-Fernsehtechniker erfolgte der Einstieg in die professionelle Metrologie mit einer etwa 4 jährigen Ausbildung zum Kalibriertechniker. Der größte Teil dieser Ausbildung erfolgte bei der US-Airforce in Denver/Colorado. Nach Tätigkeiten im Kalibrierlabor als Kalibriertechniker, unter anderem für Oszilloskope, Multimeter und Messsender erfolgte eine Ausbildung zum staatl. geprüften Techniker. Ab 1991 war er Leiter eines mobilen Kalibrierlabors; später einige Jahre Leiter eines Kalibrierlabors für physikalische Messgrößen mit Erreichen einer Akkreditierung für die Messgröße Temperatur und Mitglied im entsprechenden Fachausschuss des DKD. Nach einer anschließenden etwa zweijähriger Tätigkeit als Projektbearbeiter für Kalibrierprojekte, zu denen auch die Erstellung von Kalibriervorschriften und -abläufen zählte, erfolgte eine Veränderung in die Nutzungsleitung für Mess- und Prüfgeräte einer großen Behörde. Von dort aus absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum DGQ-Qualitätsmanager und war dann schwerpunktmäßig mit der Entwicklung, Aufbau und dem Betrieb eines effektiven und normkonformen Qualitätsmanagementsystems betraut. Während dieser Zeit hielt er regelmäßig Fachvorträge zum Themengebiet Kalibrierung/Metrologie/Messmittelmanagement auf Fachkonferenzen wie der Measurement Science Conference MSC oder National Conference Of Standard Laboratories (international) NCSLi in den USA und veröffentlichte Fachbeiträge z.B. im weltweit erscheinenden Magazin >Metrologist<. Später folgten Projektarbeiten >Optimierung Kalibrierung< und >Messmittelmanagement in SAP<. Derzeit ist er als Serviceadministrator bei einem führenden und akkreditiertem Unternehmen für Drehmomentmesstechnik und -kalibrierung tätig.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Tagebuch
Erlebnisreiches 1941
Tagebuch, Aufzeichnungen und Skizzen mit Bildern aus dem Südosten und aus Russland.
Begonnen auf einem Marsch durch Rumänien und Bulgarien.
- Winter in Liebenberg -
(als Schütze)
- Start zur Meldefahrt -
Liebenberg in Masuren
- Gefangenenlager –
- Dorfstraße -
Die Reise zum Balkan
Abfahrt am 09. März 1941 um ½ 8 Uhr.
Güterwagen mit Bänken und Stroh, in jedem Wagen 35 Mann. Es ist kalt.
24 Uhr Warschau
12.03.1941
Weiter über Budapest. Überall auf den Bahnhöfen herzlicher Empfang durch die Volksdeutschen, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Immer wieder schneit und regnet es und so wir sind froh, als wir am 19.03.1941 gegen Mittag in Bukarest landen.
Anschließend ausladen und dann ein 50 km-Marsch bis zum Dorf Potlogi, wo wir in Quartiere gestopft werden.
10 Tage Potlogi
Ich bin weiter als Gruppenführer eingeteilt- Es wird harter Dienst geschoben. Für geringfügige Sachen gibt es einen Übungsmarsch. Zum ersten Male Unterführerausbildung mit viel Dampf. Die Schreibstube funktioniert sehr schlecht. Nach ein paar Tagen bekomme ich ein fabelhaftes Quartier mit 2 anderen Kameraden. Flocker heißt der dienstbare Geist, der uns für wenige Lei alle Herrlichkeiten, hauptsächlich Eier, in Windeseile beschafft.
Die Sonne brennt, die Nächte sind kühl. Kein Mensch ahnt etwas. Am 28.03. Übungsmarsch mit mittlerem Sturmgewehr in glühender Sonne. Kragen darf nicht geöffnet, Mütze nicht abgesetzt werden. Nach 3 Stunden Marsch fallen die ersten um. 10 Mann der Kompanie fallen aus, bis endlich der Befehl kommt: Kragen auf! Alles ist froh, als man um 2 Uhr wieder zu Hause ist
Alles freut sich auf die schöne Nachtruhe, da gibt es abends „Alarm“. Das war eine Überraschung!
Zuerst sollte um 22 Uhr abmarschiert werden, dann wird es auf den nächsten Morgen 7 Uhr verschoben.
„Ungarn“
- Budapest -
- Zigeunerin -
Ein Marsch durch den Balkan
1. Tag
29.3.41
Potlogi – Popesti 58 km
Antreten um 5 Uhr. Gott sei Dank ist leichtes Sturmgewehr befohlen. 50 km sind zu marschieren. Viele haben die Füße vom gestrigen Marsch noch kaputt und humpeln mühsam mit. Um 11 Uhr fallen die ersten beiden um. Umgehend wird Kragen geöffnet, Mütze abgenommen. Alles rechnet sich aus: Heute Abend um 19:00 Uhr sind wir am Ziel. Bei einer Marschpause wird auf einmal bekannt, dass nicht 48, sondern 60 km zu marschieren sind. In den letzten 18 km gibt es keine Pause mehr, immer mehr Leute fallen um. Die Gefechtwagen sind schon stark überladen. Als wir endlich um 21 Uhr ankamen, hatten die Herrn Quartiermacher bei der Einweisung noch Schwierigkeiten und so dauerte es beinahe 1 ½ Stunden, bis man im Quartier war.
Kaum Platz zum Schlafen vorhanden, aber auf dem Boden schläfts sich in dieser Nacht auch gut. Lange Zeit konnte man nicht einschlafen, so brannten die Fußsohlen.
2. Tag
30.3.41
Popesti - Uzumi 24 km
Alles hatte sich schon auf einen Ruhetag gefreut, da blies jemand um 6 Uhr fürchterlich falsch „Alarm“. Mit Müh und Not stand die Armee zur rechten Zeit und gleich gings weiter. 22 km solltens sein, man trabt trotzdem in einem verrückten Tempo los. Schon nach 5 km gibt einer auf. Auf den Gefechtwagen sitzen noch die Marschkranken von gestern. Die Sanis haben alle Hände voll zu tun. Aber alles kommt mit, wenn auch viele mit dem Gefechttross. Um 14:30 Uhr sind wir am Ziel, einem kleinen rumänischen Dörfchen. Hauptgesprächsthema: die Füße.
Meine stecke ich gleich ins Wasser und creme sie ordentlich ein. Dann wird gegessen, die Waffen gereinigt und geschlafen. Einen wunderbaren Wein gab es.
Type aus Potlogi (Rumänien)
Potlogi
„Auf dem Marsch“
- am 2. Marschtag – (Gefreiter)
3. Tag
31.03.1941
Uzumi - Russe 38 km
06:15 wecken. 08:00 Abmarsch. Heute geht es nach Bulgarien- 40 km sollen es werden und die Grenze überschritten werden. Ich bin mir nicht ganz klar, ob ich alle Leute meiner Gruppe mit bekomme. Meine Füße sind ganz in Ordnung, nur eine fürchterliche Müdigkeit in den Beinen. Stundenlang geht es über eine schnurgerade Asphaltstraße, der Tod für meine Füße. Als wir an die Donaubrücke kommen, 18:52 Uhr, die unsere Pioniere meisterhaft erbaut haben, ist es schon halbdunkel und fotografieren hat keinen Zweck mehr. 110 m breit ist die Donau hier breit und dann sind wir in Bulgarien. Jubelnder Empfang: Zigaretten, Zitronen und Blumen, Blumen, Blumen. Wir marschieren durch Russe und dann umfängt uns wieder die schwarze Nacht. Um 22 Uhr sind wir endlich am Ziel: einem großen Zeltlager. Zu allem Unglück kippt ein Gefechtwagen noch um. Dann hieß es erst Zelte bauen und um 23:30 Uhr konnte man erst daran denken, sich schlafen zu legen.
4. Tag
01. April 1941
Russe – Obretenitz 32 km
04:30 Uhr wecken. Schlimm war das Anziehen der Stiefel. 6 Uhr Abmarsch. Alles hofft und spricht vom kommenden Ruhetag. Jetzt beginnt das Schlimmste. Wir schlagen eine Straße ein, die nur aus feinem Kalkstaub besteht, dazu starker Wind. In kurzer Zeit ist alles weiß von den Bärtchen bis zu den Stiefeln. Man kann kaum mehr atmen und nichts vor sich sehen. So geht das 20 km. Im Quartierdorf ist das Wasser sehr knapp. Ein ungeheuer tiefer Brunnen – der einzige im Dorf – bringt bei jedem Mal nur ein Kochgeschirr schmutziges Wasser heraus. Trotzdem ist man froh, ein paar Stunden Ruhe zu haben. Der erste Brief geht nach Hause. Von meinen armen Kerlen, die kaum noch laufen können, werden 3 als Wache eingeteilt. Dafür werden sie sicherlich morgen beim Marsch ausfallen. Mit diesem Gefühl lege ich mich auf der harten Matte zur Ruhe.
Auf der Kalkstraße (4.Tag)
Noch einmal die Kalkstraße:
Eine Qual für Mensch und Tier 4. Tag
5. Tag
02. April 1941
Obretenitz – Bjala 18 km
5 Uhr wecken, 7 Uhr geht’s los. Alles ist heilfroh, als der Bataillonskommandeur verkündet. Heute nur 18 km – Morgenspaziergang. Zum ersten Mal seit längerer Zeit klingt wieder ein Lied auf. Der Rechnungsführer wird sehr vermisst. Uns fehlen die Liras, um irgendetwas zu kaufen. In glühender Mittagssonne kommen wir endlich in einer kleinen Stadt an, aber leider gibt’s wieder kein Quartier, es wird gezeltet. Herrlich die Lage des Zeltplatzes an einem größeren Fluss.
Plötzlich wird die Kompanie zusammengerufen und es wird die Anerkennung für die gezeigten Marschleistungen ausgesprochen. Erstmals wird der Ausdruck „Marschgeld“ geprägt. Am späten Abend gibt es noch bulgarischen Wein.
6. Tag
03. April 1941
Bjala – Groß-Studena 35 km
So eine Schweinerei: Nachts um 2 Uhr wecken. Ein Drama ist das Zusammenpacken des Gepäcks. Jeder hat beim Marschieren mit dem Schlaf zu kämpfen und die Kompanie taumelt so in den Morgen hinein. In den späten Mittagsstunden kommen wir an. Die Kompanie ist in der Schule untergebracht und liegt auf Stroh. Die Dorfjugend jubelt uns begeistert zu. Heute bekam ich reichlich Post von zu Hause, dazu eine gute Flasche bulgarischen Weins, dann schläfts sich gut.
7. Tag
04. April 1941
Groß-Studena - Totleben 36 km
2 Uhr wecken. Alles nimmt sich vor, am nächsten Quartierort sich sofort hinzulegen, so vollständig kaputt ist man noch von den Anstrengungen des vorigen Tages.
Mittags wird bekannt, dass am nächsten Tag Ruhetag ist. Alles freut sich. Man hört, dass die Spannung mit Jugoslawien noch nicht nachgelassen hat. Wir sind gespannt, wie sich die Dinge entscheiden. Nach 40 km Marsch kommen wir nachmittags um 17 Uhr an. Da kommt die große Enttäuschung: Aus dem Ruhetag wird ein Arbeitstag und ähnlichen Scherzen.
Von diesem Tag an bin ich wieder im Kompanietrupp als Radmelder und brauche keine Angst vor Blasen zu haben.
8. Tag
05. April 1941
„Ruhetag“ in Totleben
Eine fürchterliche Stimmung. Man kommt aus der Lauferei nicht heraus.
So geht das bis 23:30 Uhr. Dann 1 Stunde Ruhe, um dann wieder die Kompaniebefehle herumzubringen.
Das war ein Ruhetag!!! Das Einzige war das gute Quartier was wir...




