James | Für alle Fälle Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: LYX.digital

James Für alle Fälle Liebe


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-8924-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-8924-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Anwältin Cameron Lynde wird Zeuge, wie im Hotelzimmer nebenan eine Frau ermordet wird. Und den Fall übernimmt ausgerechnet FBI-Agent Jack Pallas, der mit Cameron noch eine Rechnung offen hat. Nach einem unglücklichen Ereignis in der Vergangenheit macht Jack Cameron für den Niedergang seiner Karriere verantwortlich. Doch nun müssen die beiden zusammenarbeiten, um einen gefährlichen Mörder zu überführen. Und stellen schon bald fest, dass sie tiefere Gefühle füreinander entwickeln ...



Julie James hat an der University of Illinois Jura studiert und einige Jahre als Rechtsanwältin gearbeitet, bevor sie Drehbücher zu schreiben begann. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Chicago. Ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.

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1


Dreißigtausend Hotelzimmer in Chicago, und Cameron Lynde hatte ausgerechnet das erwischt, in dessen Nachbarzimmer ein Paar einen Sexmarathon durchführte.

»Ja! O ja! JA!«

Cameron zog sich das Kissen über ihren Kopf und dachte – nicht zum ersten Mal in den letzten anderthalb Stunden –, dass es irgendwann aufhören musste. Es war jetzt drei Uhr morgens, und obwohl sie bestimmt die Letzte war, die etwas gegen eine wilde Runde Hotelsex hatte, wirkte diese spezielle Runde schon seit etwa vierzehn »O Gott, ja!«-Schreien nicht mehr wild, sondern nur noch lächerlich. Noch viel wichtiger war die Tatsache, dass eine Nacht im Peninsula selbst mit der Ermäßigung, die sie als Bundesangestellte bekam, nicht gerade im monatlichen Budget einer stellvertretenden Staatsanwältin lag. Und so langsam begann sie, sehr wütend darüber zu werden, dass ihr nicht mal ein klein wenig Ruhe und Frieden vergönnt sein sollte.

Rumms! Rumms! Rumms! Die Wand hinter ihrem Bett wackelte mit genügend Wucht, um das Brett am Kopfende scheppern zu lassen, und Cameron verfluchte die Parkettböden, die sie in diese Lage gebracht hatten.

Als ihr der Handwerker vor ein paar Tagen mitteilte, dass sie ihr neu versiegeltes Parkett mindestens vierundzwanzig Stunden lang nicht betreten dürfe, hatte sie beschlossen, sich mit diesem Hotelaufenthalt ein wenig zu verwöhnen. Sie hatte erst letzte Woche eine äußerst zermürbende dreimonatige Gerichtsverhandlung gegen elf Angeklagte abgeschlossen, denen diverse organisierte kriminelle Aktivitäten vorgeworfen worden waren, darunter sieben vollendete und drei versuchte Morde. Die Verhandlung war für alle Beteiligten sehr anstrengend gewesen, besonders für sie und den anderen stellvertretenden Staatsanwalt, der die Anklage erhoben hatte. Als sie dann erfuhr, dass sie ihr Haus nicht betreten durfte, solange die Böden trockneten, hatte sie die Gelegenheit für einen Wochenendausflug genutzt.

Andere Leute wären vielleicht an einen weiter entfernten oder exotischeren Ort gefahren als in ein Hotel, das nur fünf Kilometer von ihrem Zuhause entfernt lag, aber Cameron war es nur wichtig, eine unglaublich überteuerte, aber wahnsinnig entspannende Massage zu bekommen, gefolgt von einer friedlichen Nacht und einem tollen Frühstücksbuffet (ebenfalls vollkommen überteuert), wo sie sich so lange vollstopfen konnte, bis sie sich wieder daran erinnerte, warum sie sich normalerweise von Buffets fernhielt. Und der perfekte Ort für all das schien das Peninsula zu sein.

Jedenfalls hatte sie das gedacht.

»So ein großer, böser Junge! Genau da, o ja – genau da, hör nicht auf!«

Das Kissen über ihrem Kopf half kein bisschen dabei, die Stimme der Frau auszublenden. Cameron schloss die Augen und schickte ein stummes Stoßgebet in Richtung des Nachbarzimmers. Lieber Mr Großer Böser Junge: Was immer Sie da tun, bitte tun Sie es weiter, bis der Job erledigt ist. Sie hatte nicht mehr so um einen Orgasmus gefleht, seit sie zum ersten – und letzten – Mal mit Jim geschlafen hatte, einem Weineinkäufer und verhinderten Künstler, der »seinen Weg finden« wollte, aber nicht die geringste Ahnung von den wichtigsten Teilen der weiblichen Anatomie hatte.

Gegen halb zwei war sie vom Stöhnen geweckt worden. In ihrem erschöpften Zustand hatte sie zuerst angenommen, dass jemandem im Nebenzimmer schlecht sei. Aber schnell war diesem Geräusch das Gestöhne einer zweiten Person gefolgt. Dann das Hecheln, das Rumsen gegen die Wand, das Schreien und dann der Teil, der verdächtig nach dem Versohlen einer Pobacke klang. Und ungefähr zu diesem Zeitpunkt war ihr klar geworden, was sich wirklich in Zimmer 1308 abspielte.

RuMS-RuMS-RuMS-RuMS-RuMS-RuMS

Das Bett im Raum nebenan schlug mit erhöhtem Tempo gegen die Wand, und das Quietschen der Matratze erreichte eine neue, fiebrige Tonlage. So wütend Cameron auch war, musste sie dem Kerl, wer immer er war, doch Anerkennung für seine Ausdauer zollen. Vielleicht war es eine dieser Viagra-Situationen, überlegte sie. Sie hatte gehört, dass eine einzige dieser kleinen blauen Pillen einen Mann für über vier Stunden am Laufen halten konnte.

Sie riss sich das Kissen vom Kopf und warf in der Dunkelheit einen Blick auf die Uhr neben ihrem Bett: Es war drei Uhr siebzehn. Wenn sie sich das Gestöhne für weitere zwei Stunden und fünfzehn Minuten anhören musste, würde sie wahrscheinlich jemanden umbringen. Und beginnen würde sie mit dem Angestellten am Empfang, der ihr dieses Zimmer gegeben hatte. Ließen Hotels das dreizehnte Stockwerk nicht angeblich ohnehin aus? Momentan wünschte sie sich, abergläubischer gewesen zu sein, denn dann hätte sie sofort bei ihrer Ankunft im Hotel um ein anderes Zimmer gebeten.

Tatsächlich fing sie langsam sogar an, sich zu wünschen, dass ihr niemals die Idee zu diesem Wochenendausflug gekommen wäre und sie die Nacht stattdessen bei Collin oder Amy verbracht hätte. Dann würde sie jetzt wenigstens schlafen, anstatt dieser ohrenbetäubenden Sinfonie aus Grunz- und Quietschlauten zu lauschen – o ja, die Frau hatte inzwischen tatsächlich zu quietschen begonnen –, die momentan den Soundtrack zu ihrem Leben darstellte. Außerdem machte Collin ein verdammt gutes Käseomelett, das vielleicht nicht den Delikatessen des Peninsula-Buffets entsprach, sie aber daran erinnert hätte, warum sie ihm in ihrem letzten Jahr auf dem College, als er und Amy ihre Mitbewohner gewesen waren, das Kochen überlassen hatte.

Rums-BUMS! Rums-BUMS! Rums-BUMS!

Cameron setzte sich im Bett auf und griff nach dem Telefon auf dem Nachtschränkchen. Sie wollte bestimmt nicht einer dieser Gäste sein, die sich über jeden kleinen Mangel im Service des Fünfsternehotels beschwerten. Aber der Lärm von nebenan dauerte jetzt schon eine ganze Weile an, und ab einem gewissen Punkt hatte sie das Gefühl, ein Anrecht auf ein wenig Schlaf in ihrem fast vierhundert Dollar teuren Zimmer zu haben. Sie vermutete, dass sich nur deswegen noch kein anderer Gast beschwert hatte, weil es sich bei Raum 1308 um ein Eckzimmer handelte.

Cameron wollte gerade die Nummer des Empfangs wählen, als sie plötzlich hörte, wie der Mann nebenan die glorreichen Klänge ihrer Erlösung ausrief.

Klatsch! Klatsch!

»O Scheiße, ich koooooomme!«

Ein lautes Stöhnen. Und dann …

Selige Stille. Endlich.

Cameron ließ sich zurück auf ihr Bett fallen. Danke, vielen Dank, liebe Hotelgötter, dass ihr mir diese kleine Atempause gönnt. Ich werde eure Massage nie wieder überteuert nennen. Selbst wenn allen klar ist, dass es keine hundertfünfundneunzig Dollar kostet, jemanden Lotion auf den Rücken zu schmieren. Ich meine ja nur.

Sie kroch wieder unter die Laken und zog sich die Überdecke bis zum Kinn hoch. Ihr Kopf sank in die Kissen, und nach ein paar Minuten döste sie ein. Doch plötzlich hörte sie nebenan ein weiteres Geräusch – den Klang einer zufallenden Tür.

In Erwartung weiteren Lärms verspannte sich Cameron wieder.

Und dann …

Nichts.

Alles blieb herrlich still und leise, und bevor sie einschlief, galt ihr letzter Gedanke der Bedeutung der zufallenden Tür.

Sie hegte den schleichenden Verdacht, dass sich da gerade jemand einen Fünfsternegelegenheitsfick abgeholt hatte.

RUMMS!

Cameron schreckte im Bett hoch. Ein lautes Geräusch von nebenan hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Sie hörte erstickte Schreie und wieder wurde das Bett gegen die Wand gerammt – stärker und lauter als zuvor –, als ob sich seine Benutzer dieses Mal richtig ins Zeug legten.

Sie sah auf die Uhr. Vier Uhr acht. Man hatte ihr gerade einmal eine halbstündige Auszeit gewährt.

Dieses Mal verschwendete sie keine weitere Sekunde – sie hatte diesen Witzbolden schon mehr als genug ihrer kostbaren Nachtruhe geopfert – und streckte die Hand zu der Lampe auf dem Nachttisch aus. Sie blinzelte, während sich ihre Augen an die plötzliche Helligkeit gewöhnten. Dann hielt sie den Hörer des Telefons an ihr Ohr und wählte die Nummer der Gästebetreuung.

Es tutete nur ein Mal, dann antwortete eine angenehme Männerstimme am anderen Ende der Leitung. »Guten Abend, Ms Lynde. Vielen Dank, dass Sie die Gästebetreuung anrufen. Wie können wir Ihnen helfen?«

Cameron räusperte sich, aber ihre Stimme klang immer noch rau, als sie die Situation zu erklären versuchte. »Also, ich will bestimmt kein großes Fass deswegen aufmachen, aber Sie müssen wirklich etwas wegen der Leute in Zimmer 1308 unternehmen. Sie knallen unaufhörlich mit dem Bett gegen die Wand, stöhnen, schreien und schlagen sich, und das geht jetzt schon seit etwa zwei Stunden so. Ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen, und gerade klingt es so, als würden sie sich für Runde zwanzig bereit machen, was wirklich toll für sie ist, aber nicht für mich, und deswegen bin ich jetzt an dem Punkt angelangt, wo es einfach reicht, verstehen Sie?«

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang vollkommen unbeeindruckt, als ob sich die Gästebetreuung des Peninsula-Hotels ständig mit solchen Dingen herumschlagen würde.

»Natürlich, Ms Lynde. Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten. Ich werde sofort ein Sicherheitsteam hinaufschicken, das sich um das Problem kümmern wird.«

»Vielen Dank«, brummte Cameron, die sich nicht so einfach abfertigen lassen wollte. Sie hatte vor, am nächsten...


James, Julie
Julie James hat an der University of Illinois Jura studiert und einige Jahre als Rechtsanwältin gearbeitet, bevor sie Drehbücher zu schreiben begann. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Chicago. Ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.

Julie James hat an der University of Illinois Jura studiert und einige Jahre als Rechtsanwältin gearbeitet, bevor sie Drehbücher zu schreiben begann. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Chicago. Ihre Romane wurden in zwölf Sprachen übersetzt.



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