E-Book, Deutsch, 128 Seiten
Reihe: Baccara
Jameson Die zärtliche Rache des Millionärs
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-2275-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 128 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2275-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Um ihre Familie zu retten, ging Diana eine Vernunftehe ohne Liebe und Leidenschaft ein. Denn die empfand sie nur für Max. Zehn Jahre später ist Diana endlich wieder frei. Und Max Fortune zurück in ihrem Leben! Unversöhnlich - aber immer noch unwiderstehlich ...
Es hat lange gedauert, bis Bronwyn Jameson wusste, welchen Beruf sie einmal ergreifen wollte. In ihrer Kindheit träumte sie davon, Tierärztin zu werden - leider kann sie kein Blut sehen, sodass daraus nichts wurde. Danach spielte sie mit dem Gedanken, sich dem Journalismus zuzuwenden, war allerdings zu schüchtern, um sich bei Zeitungen als Volontärin zu bewerben. Stattdessen wählte sie die Ausbildung, die für eine Bauerntochter mit Liebe zum Landleben am nächsten lag: Landwirtschaft. Nach ihrer Heirat kümmerte sie sich um die Finanzen der gemeinsamen Farm und schrieb immer wieder kleine Artikel für die Lokalzeitung. So hatte sie wenigstens Gelegenheit, mit Sprache Geld zu verdienen - auch wenn der Job deutlich weniger kreativ war, als sie es sich gewünscht hätte! In dieser Zeit nutzte sie jede freie Stunde, um die Nase in Bücher zu stecken, meistens in Liebesromane. Doch erst nachdem sie drei Kinder bekommen und eine ganze Serie langweiliger Teilzeitjobs hinter sich gebracht hatte, las sie einen Artikel in einer Zeitschrift, der ihr Leben veränderte: Es ging darin um den Verband australischer Liebesromanautoren, und plötzlich fragte sich Bronwyn Jameson, ob sie die Bücher, die sie so gerne las, nicht auch selbst schreiben könnte. Ihr letzter Versuch als Schriftstellerin lag zwar bereits fünfundzwanzig Jahre zurück (eine Kurzgeschichte, die ihre Schwester im College als eigene Hausarbeit eingereicht hatte), aber sie beschloss, es wenigstens einmal zu probieren. Gerüstet mit zwei Schreib-Ratgebern, einer vagen Idee für eine Handlung und haufenweise naiver Begeisterung, tippte sie fröhlich das erste Kapitel herunter. Danach gab es kein Zurück mehr. Sie entdeckte, wie viel Spaß es machte, Figuren zu erfinden, ihnen echte Probleme und Unsicherheiten anzudichten und diese dann für sie zu lösen. Die erste (unvollendete) Geschichte erklärte sie zum Übungsstück, aber gleich beim zweiten Versuch brachte sie es bis zu dem heiß ersehnten Happy End. Als das Manuskript einen Preis für den besten unveröffentlichten Liebesroman gewann, wusste Bronwyn Jameson, dass sie auf dem richtigen Weg war. Die nächste Geschichte wurde veröffentlicht, und damit war der perfekte Beruf gefunden! Bronwyn Jameson ist seit zwanzig Jahren mit ihrem Mann verheiratet. Gemeinsam mit drei schulpflichtigen Söhnen, ein paar Tausend Schafen, unterschiedlichsten Wildtieren und einem Hütehund leben sie auf einem idyllischen Hof in Australien. Wenn sie nicht gerade die Computertastatur bearbeitet ...
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
In den vergangenen zwei Wochen hatte Diana erfolglos versucht, einem Wirrwarr höchst unterschiedlicher Gefühle Herr zu werden. Sie war gleichermaßen enttäuscht, aufgeregt und verärgert. Außerdem bewegten sie noch ein Dutzend anderer Emotionen, die zu kompliziert und verwirrend waren, als dass sie sie genau benennen konnte.
Als sie nun den überdachten Gang vor dem Stallgebäude entlangging, das Skylars Pferde beherbergte, hätte sie dennoch irgendeines dieser Gefühle dem vorgezogen, was sie gerade empfand. Sie war so nervös und angespannt, dass es ihr vorkam, als würde ihr Nervenkostüm vibrieren.
Wenigstens passe ich damit an diesen Ort, dachte sie selbstironisch. In den Boxen des Stalls standen ausnahmslos hochgezüchtete Vollblutpferde, die unter gewissen Umständen wohl ähnliche Nervenbündel waren wie sie selbst in diesem Moment.
Für ihren bewegten Gemütszustand konnte Diana weder ihre Angst vor Pferden noch den Anlass für ihren frühmorgendlichen Besuch des Familienanwesens der Fortunes verantwortlich machen, obwohl es schon ziemlich aufregend war, dass sie gleich ihre ersten Auftragsfotos schießen würde.
Für ihre bloßliegenden Nerven gab es jedoch einen anderen Grund. Immerhin lief sie Gefahr, ihm zu begegnen, Max Fortune, der sich in Ställen ebenso zu Hause fühlte wie in seinem eigenen Wohnzimmer.
Es gefiel ihr überhaupt nicht, dass seine zurückweisende Reaktion auf der Party vor zwei Wochen einen solchen Ansturm von bestürzenden Emotionen bei ihr ausgelöst hatte. Seit sie Max dort getroffen hatte, schien sie nicht mehr sie selbst zu sein. Hatte er sie nicht erkannt? Erinnerte er sich nicht an sie? Oder hatte er sich deshalb so abrupt von ihr abgewandt, weil er ihre gemeinsame Vergangenheit nicht zur Sprache bringen wollte?
Es hatte nicht viel genützt, dass sie sich ständig davor warnte, so viel Energie an eine längst verflossene Affäre zu verschwenden. Seit drei Jahren war sie nun Witwe und hatte endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Nach ihrem Umzug nach Sioux Falls war es ihr gelungen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Seit Kurzem war sie sogar in der Galerie ihres Mentors angestellt.
Endlich hatte sie ein gewisses seelisches Gleichgewicht und Zufriedenheit erlangt. Eine Naturgewalt wie Max Fortune war das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte.
Während der Fahrt von Sioux Falls zum Anwesen der Fortunes hatte sie sich das immer wieder vorgebetet. Der anstehende Auftrag war für ihre Bestrebungen entscheidend, deshalb war es gerade heute besonders wichtig, konzentriert und zielgerichtet zu sein. Sie durfte sich auf keinen Fall ablenken lassen.
So sehr sie sich auch zusammenzureißen versuchte, es war sinnlos. Das Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie das Geräusch sich nähernder Hufschläge auf dem alten Kopfsteinpflaster hörte. Sie blickte über die Schulter, um den vierbeinigen Ankömmling in Augenschein zu nehmen. Das Pferd wurde von Skylar geführt. Diana atmete erleichtert auf und schickte ein stilles Dankesgebet zum Himmel. Lächelnd beobachtete sie, wie das jüngste von Nash Fortunes fünf Kindern abrupt stehen blieb.
„Oh, Diana. Du bist schon da. Es ist noch viel zu früh“, stellte Skylar fest und runzelte die Stirn.
„Ich weiß“, erwiderte sie und senkte schuldbewusst den Kopf. Sie hatte sich gedacht, dass es wahrscheinlich besser wäre, zu ihrem ersten Auftrag zu früh zu erscheinen als zu spät. „Ich kann warten, bis du fertig bist. Du musst dich meinetwegen nicht abhetzen.“
„Ist schon in Ordnung. Ich bin ziemlich sicher, dass Max dein Model bereits auf Hochglanz gestriegelt und für die Kamera vorbereitet hat.“
Das ungeduldige Pferd neben Skylar stampfte energisch mit den Hufen. Diana trat vorsichtshalber einen Schritt zurück. Ihr Herz hämmerte wie wild, aber daran war nicht die Unmutsäußerung des stattlichen Tieres schuld. „Max?“, fragte sie mit brüchiger Stimme.
„Max Fortune. Unser australischer Cousin. Hast du ihn nicht auf der Party neulich getroffen?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr Skylar fort: „Dann lernst du ihn eben jetzt kennen. Max und sein Freund Zack Manning wollen in Australien ein Gestüt aufbauen. Sie sind hier, um sich Pferdezuchtbetriebe anzusehen und Pferde zu kaufen. Dein Model ist eine seiner Neuerwerbungen, eine echte Schönheit. Er hat sie letzte Woche in Kentucky gekauft.“
„Willst du damit sagen, dass ich Fotos von Max Fortunes Pferd machen soll?“ Diana schloss kurz die Augen und wünschte, sie könnte ihre Worte zurücknehmen. Nicht die Frage an sich, aber Skylar hatte ihr den Auftrag erteilt, ohne dabei einen dritten Beteiligten zu erwähnen. Die Frage war also berechtigt, jedoch nicht der entsetzte Tonfall, in dem sie sie gestellt hatte.
Zwischen Skylars Augenbrauen entstand eine tiefe Falte. „Ich hatte keine Ahnung, dass das für dich ein Problem ist.“
„Oh, es ist kein Problem. Wirklich nicht“, log Diana.
„Bist du sicher? Du hast den Namen des armen Max ausgesprochen, als wolltest du gleich auf ihn schießen, und zwar nicht mit der Kamera.“
Genau das hatte sie befürchtet. Ein absolut unprofessioneller Start bei ihrem ersten Auftrag. Dabei hatte Skylar ihr ein großes Kompliment damit gemacht, sie zu engagieren, statt sich an einen Spezialisten für Pferdeaufnahmen zu wenden.
„Wäre es dir lieber, wenn ich jemand anderen beauftrage?“
„Oh nein. Das ist nicht nötig“, erklärte Diana schnell. Sie stand schließlich als Fotografin hier und nicht als Frau, die verletzt war wegen einer weit zurückliegenden Affäre oder einer kürzlich erlittenen Zurückweisung. Sie würde es schon schaffen. Sie konnte höflich, sachlich und sogar freundlich sein. „Ich bin hier, um auf alles zu schießen, worauf du deutest. Und ich meine nur mit der Kamera.“
„Wirklich?“
Diana setzte ein Lächeln auf, das Skylar hoffentlich als zuversichtlich interpretieren würde. „Ja, auf jeden Fall. Also, wo finde ich deinen australischen Cousin?“
Diana folgte der Beschreibung ihrer Freundin, verließ den überdachten Gang und ging zu einem der beiden Flügel, die im Zuge des Ausbaus von Skylars Unternehmen den ursprünglichen Stallungen hinzugefügt worden waren. Das große u-förmige Gebäude war kaum noch als Stall zu bezeichnen, vielmehr als luxuriöse Unterkunft für die vierbeinigen Kostbarkeiten, die Skylar hier züchtete. Eine Unterkunft, die peinlich sauber und im Gegensatz zum kalten Wintermorgen draußen behaglich warm war.
Diana befreite sich von ihren Handschuhen und lockerte ihren Schal. Sie war bereit, mit der Arbeit zu beginnen. Um ihren zitternden Händen etwas zu tun zu geben, rückte sie den Riemen der Fototasche auf ihrer Schulter zurecht, dann zwang sie ihre Füße zu einem energischen Schritt.
Eines hatte sie von ihrer berühmten Mutter gelernt: wie man souveräne Präsenz an den Tag legte, selbst wenn im Inneren ein Sturm tobte.
Bei der vorletzten Box blieb sie stehen und nahm eine bestens einstudierte selbstsichere Pose ein. Alles, was sie über der Halbtür sehen konnte, war der Schweifansatz eines großen Pferdes. Das war wohl die Schönheit aus Kentucky, obwohl sie sich im Moment nicht gerade von ihrer Schokoladenseite präsentierte.
Zuerst glaubte sie, das Tier sei allein in der Box, dann hörte sie jedoch seine Stimme. Er sprach zu leise, als dass sie die Worte hätte verstehen können, aber sie erkannte den tiefen, sonoren Klang.
Ihr Körper schien ihn ebenfalls zu erkennen. Nicht von den Tagen, die sie mit Max in seinen Ställen verbracht hatte, sondern von den Nächten in seinem Bett. Er erwachte zum Leben und befand sich in hellem Aufruhr, ohne dass sie irgendetwas dagegen unternehmen konnte.
Ein hämmerndes Herz, weiche Knie und prickelnde Haut konnte sie im Augenblick überhaupt nicht gebrauchen. Das Rascheln von Stroh verriet ihr, dass Max sich auf der anderen Seites des Pferdes auf sie zubewegte.
Als er in ihr Sichtfeld kam, trat sie einen Schritt zurück und holte tief Atem. Er sah genauso aus wie der Max, den sie so lange vergeblich zu vergessen versucht hatte.
In der Westernjacke und dem breitkrempigen Hut wirkte er wie ein waschechter Cowboy. Früher fand er es immer sehr amüsant, wenn sie diesen Ausdruck gebrauchte. In Australien sagte man nicht Cowboy, sondern Cattleman. Max arbeitete in den Viehzuchtbetrieben seiner Familie, verbrachte aber auch viel Zeit hinter dem Schreibtisch, um die Verwaltung dieser Betriebe zu organisieren.
Jedenfalls war das damals so gewesen.
Max Fortune trug zwar wie früher einen Hut, der seine grünen Augen beschattete, und sein Haar war immer noch so lang, dass es unter dem Hutrand hervorschaute, doch ansonsten konnte sich in zehn Jahren viel geändert haben.
Bei ihr zumindest hatte es das getan, allerdings nicht ihre heftige Reaktion auf diesen Mann.
Alles in ihr vibrierte, hämmerte und erhitzte sich, während sie beobachtete, wie er die Hand zärtlich über das glänzende Fell des Pferdes gleiten ließ.
„Du wirst es gut bei mir haben, Süße“, raunte er der Stute leise zu.
Diana verspürte ein Ziehen im Bauch, als er auf die Halbtür zukam. Sie erhaschte einen Blick auf sein hinreißendes Lächeln und hatte das Gefühl, ihr Magen befände sich im freien Fall.
Das war nicht der grimmige Fremde, den sie auf der Party getroffen hatte. Dieser Max war der Liebhaber, an den sie sich erinnerte, ein Mann, dessen Lächeln ihr weiche Knie verursachte, der immer zu Scherzen aufgelegt war und gern und oft lachte.
Bei ihrem Anblick verschwand sein Lächeln jedoch wie weggewischt und sein Gesichtsausdruck wurde so eisig wie ein Wintertag in...




