Jamison | Dringende Hilfe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 292 Seiten

Jamison Dringende Hilfe

Hearts & Health 3
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96089-436-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Hearts & Health 3

E-Book, Deutsch, 292 Seiten

ISBN: 978-3-96089-436-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zwölf Jahre zu spät ... Xavier James ist geschockt, als er ausgerechnet in die Arme des Mannes rennt, der ihm als Erster das Herz gebrochen hat. Und sein Ex-Boyfriend sieht heißer aus als früher, aber Xavier hat nicht vor, den gleichen Fehler noch einmal zu begehen. Es ist niemals zu spät, noch einmal von vorn anzufangen ... Dr. Trent Cavendish weiß, dass er einen großen Fehler gemacht hat, als er seine große Liebe mit 18 Jahren verließ. Als er seinen Freund plötzlich nach 12 Jahren wiedersieht, wird ihm klar, wie leer sein Leben ist. Kurzerhand nimmt er eine Stelle an der Klinik in seinem Heimatort an, um Xavier nahe zu sein. Doch aus dem süßen Jungen, den er kannte, ist ein begehrenswerter Mann geworden. Und Xavier misstraut dem 'neuen' Trent Cavendish

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Kapitel 1


Juni

Xavier tauchte in die feuchte Hitze des Club Eros ein und fühlte sofort den dumpfen Bass der Musik durch seine Beine bis zu seinem Schwanz hoch vibrieren.

Er lief auf Hochtouren und hatte an diesem Abend bereits alle Register gezogen. Denn er hatte es dringend nötig, flachgelegt zu werden. Je schneller, desto besser. So gestresst wie er war, waren seine Schultern selbst jetzt noch angespannt. Er ließ sie kreisen, um sie zu lockern, und schlenderte zur Bar.

Er war sich seines Hüftschwungs sehr wohl bewusst und auch der Blicke, die er auf sich zog, und wollte das möglichst gut nutzen. Wenn er schnell einen Fick finden konnte, würde er sogar noch genug Schlaf bekommen, bevor er am nächsten Morgen um acht zur Arbeit musste. Gefolgt von Unterricht an der Krankenpflegeschule, Laborstunden und familiären Verpflichtungen. Das Böse schlief nie.

Es war immer noch Sommer und Xavier hatte sich entschlossen, seine feminine Seite zu unterstreichen. Die meisten Männer überraschte das, denn Xavier war keinesfalls zierlich. Seine Arme und Schultern waren trainiert, weil er in seinem Job als Landschaftsgärtner Dünger schleppte und Bäume pflanzte. Ganz zu schweigen davon, dass er im Alleingang alle Wartungsarbeiten am Haus seiner Familie durchführte, das um seine Großmutter herum praktisch auseinanderfiel, während sie jeden Sonntag Abendessen machte.

Er trug enge weiße Shorts, die durch den Kontrast zu seiner dunklen Haut geradezu leuchteten. Dazu ein hellblaues ärmelloses Top, das seine Muskeln zur Geltung brachte. Er hatte nur einen Hauch Makeup aufgetragen, nichts Übertriebenes. Sein Haar trug er ausnahmsweise offen. Es fiel auf seine Schultern und streifte seine nackte Haut.

Die Mischung aus Erstaunen und Erregung, mit der er gemustert wurde, ließ ihn grinsen. Die sanften, femininen Details betonten seine natürliche Männlichkeit und die Leute waren manchmal unsicher, was sie mit ihm anfangen sollten. Im Alltag tat er nichts dergleichen, dazu war sein Leben zu gewöhnlich und er war zu sehr in sozialen Normen gefangen, um das auch nur in Betracht zu ziehen. Aber es fühlte sich gut an, sich in Szene zu setzen, wenn er ausging. Eros war ein relativ sicherer Ort dafür. Wobei kein Ort wirklich sicher war. Der schwule Nachtclub war fast eine Autostunde entfernt, aber das war es wert. Anders als in einigen der schäbigeren Bars in seiner Nähe gab es im Eros eine gesunde Mischung aus jung und alt, heiß und durchschnittlich, extrem und alltäglich. Twinks mit Netzshirts und hautengen Hosen tanzten neben kräftigen Typen in normalen Jeans und T-Shirts.

Er hielt an der Bar und bestellte einen Vodka Cranberry. Eigentlich mochte er keine Cocktails. Etwas Hochprozentiges wäre ihm lieber gewesen, aber er musste am nächsten Morgen arbeiten. Außerdem war das Getränk ohnehin mehr ein Requisit, das zu seinem Image für diese Nacht passte. Es war lächerlich einfach, einen Kerl zu finden, der toppen würde. Er musste jemanden nur lange genug anstarren und sie wären sich einig. Umgekehrt war es schon schwieriger. Viele Jungs fanden ihn einschüchternd, manchmal aufgrund seiner Größe, manchmal aufgrund seiner Hautfarbe. Er war mixed race, hatte einen schwarzen und einen weißen Elternteil, aber die meisten Menschen sahen nur eine Seite von ihm und reagierten darauf. Rassismus nahm mitunter die sonderbarsten Formen an, manchmal unabsichtlich, aber er war immer noch da.

An diesem Abend wollte er passiv sein. So gut es sich auch anfühlte, jemanden durchzuficken, nichts entspannte seine Muskeln so wirkungsvoll wie das Eindringen in seine intimsten Orte. Und er brauchte das. Also hatte er seine weibliche Seite betont. Das war immer eine unterhaltsame Ablenkung und hatte den zusätzlichen Vorteil, dass es ihn für Männer, die gerne toppten, zugänglicher machte.

Xavier nippte an seinem Drink und schauderte beinahe, als sich der süße Geschmack auf seiner Zunge verteilte. Er stellte das Glas ab und rührte mit dem Strohhalm um. In dem Spiegel über der Bar konnte er beobachten, wie sich ein Mann näherte. Er war groß und schlank. Seine Jeans und sein T-Shirt brachten Brust und Schenkel genau richtig zur Geltung. Sein Haar war dunkel, was schon immer Xaviers Geschmack gewesen war. Auf den ersten Blick sah er ein bisschen wie Xaviers Mitbewohner aus. Das war etwas seltsam, aber er konnte nicht leugnen, dass Zane verdammt sexy war.

Das sieht vielversprechend aus. Vielleicht bekomme ich heute Nacht sogar noch acht Stunden Schlaf, es sei denn, er ist ein Tier im Bett.

Als der Mann näher kam, senkte Xavier den Blick. Er wollte nicht zu eifrig erscheinen. Er fühlte die Wärme eines anderen Körpers hinter sich und eine Hand, die sich auf seinen Rücken legte. Die Hand des Fremden wanderte seine Wirbelsäule entlang nach oben zu seinem Nacken und verursachte ein Prickeln. Der Typ war ganz schön anmaßend, aber es war erregend.

„Du bist ein verdammtes Juwel, weißt du das?“, flüsterte der Typ und sein Atem streifte Xaviers Ohr.

„Und du trägst ganz schön dick auf.“ Xavier konnte ein schnaubendes Lachen nicht unterdrücken.

Der Mann beugte sich näher zu ihm. „Ich hole mir nur, was ich will, und ich entschuldige mich nicht dafür.“

Die Worte hätten sexy sein sollen. Aber Xavier drehte den Kopf und sah das Gesicht des Kerls, der ihn anbaggerte. „Nein, eindeutig nicht“, antwortete er kalt.

Trent Cavendish erstarrte. Er sah überwältigt aus. Ein Ausdruck, den Xavier seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Genau genommen hatte er gar keinen Ausdruck auf seinem Gesicht gesehen, seit er ihn vor so vielen Jahren verlassen hatte.

Trents Überraschung legte sich schnell und in seinen Augen schimmerte Lust, während sein Blick Xaviers Körper scannte.

„Fuck, Baby“, flüsterte Trent, seine Stimme rau.

‚Fuck‘ war der richtige Ausdruck. Er zog das Pech wirklich an, dass ihm ausgerechnet sein Exfreund von der Highschool über den Weg laufen musste. Der Typ, der ihm das Herz herausgerissen, darauf herum getrampelt war und dabei noch seine Familie und seine Prinzipien beleidigt hatte. Zwölf Jahre hatten den Schmerz gedämpft, aber nicht den Zorn.

Xavier zuckte zurück und zischte ärgerlich, als Trents Finger sich in seinem Haar verfingen und daran zogen.

„Tut mir leid“, murmelte Trent.

Sein Ex vibrierte vor Spannung, ließ seine Finger aber locker und zog sie vorsichtig zurück. Sie glitten aus Xaviers Haar und tanzten einen Moment länger als nötig über die erhitzte Haut in seinem Nacken, ehe er sie ganz wegnahm.

„Darf ich dich zu einem Drink einladen“, fragte Trent, als gäbe es da keinen Berg von Altlasten zwischen ihnen. Das machte Xavier nur wütender. Warum verhielt sich das Arschloch so, als wäre es ihm egal, dass Xavier wieder in seinem Leben aufgetaucht war? Als hätte er nicht etwas Gutes … Nein, etwas Großartiges weggeworfen, ohne sich noch einmal umzudrehen?

„Jetzt hör mir mal gut zu, du Hurensohn“, knurrte er.

Trent zog die Augenbrauen hoch und Xavier spürte einen Hauch von Schuldgefühlen. Er hatte Trents Mutter kennengelernt. Es war nicht richtig, ihn so zu nennen.

„Okay, dann nicht Hurensohn, das ist nicht wahr. Aber Scheißkerl, Vollidiot, Arschloch … Such dir etwas aus.“

„Arschloch, schätze ich?“

Xavier verdrehte die Augen, weil Trent amüsiert klang.

„Na schön, das eher nicht. Denn unter den richtigen Umständen mag ich Arschlöcher.“

Trent grinste. „Aber heute Nacht willst du keines. Richtig?“

Der Scheißkerl hatte ja sowas von recht.

Noch ehe Xavier sich eine Antwort ausdenken konnte, packte Trent ihn am Handgelenk und zog ihn zur Tanzfläche. Ihre Getränke blieben vergessen an der Bar zurück.

„Was zum Teufel soll das?“

„Tanz einfach mit mir.“

„Du kannst mich mal!“

„Gott, bitte, ja, jederzeit“, antwortete Trent und schob Xavier an den Hüften vorwärts.

So sehr Xaviers Mund auch protestierte, er konnte seinen Körper nicht dazu bringen, ihm zu gehorchen. Er bewegte sich mit Trent mit, ihre Körper verfielen in ein vertrautes Muster und ihre Hüften wiegten sich synchron. Trent war voller Gegensätze. Dunkles Haar fiel in seine Stirn und flatterte um blaue Augen, die von langen Wimpern umrahmt waren. Die Bartstoppeln an seinem markanten Kinn hoben sich von seiner blassen Haut ab. Er war Licht und Schatten und seine Augen und Lippen bildeten Farbtupfer. Xavier konnte nicht leugnen, dass er verdammt sexy war.

In den Jahren seit ihrer Trennung war Trent nur noch attraktiver geworden. In der Highschool war er dünn und schlaksig gewesen, mit einem kindlich runden Gesicht. Schlank war er immer noch, aber er hatte eindeutig an seinem Körper gearbeitet und seine Muskeln bewegten sich beim Tanzen unter seinem Shirt. Auch sein Gesicht war reifer geworden. Es ließ ihn im besten Sinn älter aussehen. Ein heißer Typ in der Blüte seines Lebens.

Sein Ex strahlte Selbstvertrauen aus, wie er es schon immer getan hatte. Selbst als Teenager war er sich seiner Zukunft so sicher gewesen. Inzwischen war er zweifellos der Chirurg, der er hatte werden wollen.

Xavier dagegen blieb zu Hause, um seine Familie zu unterstützen und Bäume zu pflanzen. Vielleicht hatte Trent damals recht gehabt, seine Prioritäten zu hinterfragen. Er war dreißig und erst jetzt in seinem letzten Jahr auf der Krankenpflegeschule.

„Ich kann es nicht glauben“, sagte Trent und deutete Xaviers Körper entlang. „Du bist so heiß.“

Ein Flattern in seinem Bauch warnte Xavier, dass es...



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