E-Book, Deutsch, 306 Seiten
Jansen Fühl mich!
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-86495-232-6
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 306 Seiten
ISBN: 978-3-86495-232-6
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ryan Lucas ist charmant, sieht umwerfend gut aus und weiß genau, was er will. Die junge Psychologin Summer Johnson verfällt dem Luxusimmobilienmakler schon bei der ersten Begegnung. Doch Ryans sexuelle Vorlieben sind so verstörend wie sie erregend sind. Zudem trägt er ein Problem mit sich herum, über das er nicht reden will. Je mehr Summer ihm nahezukommen versucht, desto entschlossener zieht er sich zurück. Hat sie ein Chance, sein wahres Ich kennenzulernen? Und wird er dann noch ihr Traummann sein?
Ein romantischer BDSM-Roman der Autorin des Bestsellers "Bestrafe mich!".
Hinweis: Inhaltlich vollständig überarbeitete Neufassung des Romans "Ein Hauch von Schmerz".
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Summer Johnson war todmüde, als sie am Freitagabend nach sieben Stunden Arbeit und anschließenden gefühlten tausend Wohnungsbesichtigungen aus dem Bus stieg. Ihre Füße schmerzten, ihr Nacken war verspannt und der Frust, wieder nichts Passendes gefunden zu haben, drückte auf ihre Stimmung. Sie ging ein kurzes Stück am Hyde Park entlang und bog dann in die Gegend ein, in der sie sich auch nach zwei Jahren noch ein wenig fehl am Platz vorkam. Hier erwartete sie ein Penthouse in einem aufwendig sanierten Altbau, dessen vollendeten Luxus sie sich selbst nie hätte leisten können. Sie betrat das Haus und bestieg den geräumigen Lift mit dem dicken Teppichboden, der für sie das erste Highlight des Tages war. Während die Kabine nach oben glitt, bereute Summer einen Moment lang, dass sie die Beziehung mit Logan beendet hatte. Aber es war der richtige Schritt gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen, denn sie hätte nicht aus reiner Bequemlichkeit seine Lustsklavin bleiben können. Sie ärgerte sich allerdings darüber, dass sie ihr eigenes Apartment aufgegeben hatte, als sie bei Logan eingezogen war. Nur deswegen war sie jetzt im kalten, nebligen März auf der Suche nach einer günstigen Wohnung. Aber bin ich nicht längst viel zu verwöhnt von dem Leben, das Logan mir geboten hat? Würde ich jetzt wirklich ohne Weiteres in mein altes, zugiges Apartment zurückkehren, wenn es mir möglich wäre? Sie verließ den Lift, überquerte den Flur und schloss die breite, schwere Tür auf. Was für ein erhebendes Gefühl es war, Logans gediegenes Penthouse zu betreten und die Schuhe endlich abstreifen zu können. Und welche Ruhe hier herrschte im Gegensatz zum Verkehrslärm der Stadt! Seit sie wusste, dass ihre Tage hier gezählt waren, genoss sie jeden Augenblick mit größter Achtsamkeit. Hinzu kam noch, dass sie seit der Trennung von ihm viel entspannter heimkommen konnte, denn ihr waren Dinge erlaubt, die vorher undenkbar gewesen wären. Sie konnte es sich zum Beispiel im Wohnzimmer auf der Ledercouch mit hochgelegten Füßen und einem Glas Weißwein aus Logans schier unerschöpflichem Vorrat gemütlich machen. Als sie noch seine Sklavin gewesen war, hatte nach einem anstrengenden Arbeitstag heimzukommen für sie bedeutet zu duschen, ihre honigblonden Haare zu bürsten, bis sie glänzten, eine Korsage anzuziehen, in High Heels zu schlüpfen und die Haltung einzunehmen, in der Logan sie vorzufinden erwartete: reglos auf der Couch kniend, den Bauch an die Lehne geschmiegt. So wartete sie oft erregt und voll süßer Vorfreude, bis er von der Arbeit kam. Wenn sie ihn kommen hörte, musste sie die Hände hinter dem Nacken verschränken, zum Zeichen dafür, dass sie für alles bereit war, was er von ihr verlangen würde. Da sie sein Gesicht in diesem Moment nicht sehen konnte, hatte sie ein feines Gehör entwickelt, um das leiseste Räuspern zu hören und die Festigkeit seiner Schritte zu ermessen, um daraus seine Stimmung abzuleiten. Jedes Innehalten von ihm ließ ihre Anspannung wachsen. Welche Erleichterung, wenn er dann hinter sie trat, sie berührte, ihr gestattete, sich umzudrehen und auf seine Befehle zu warten. Summer fand ihren ehemaligen Gebieter nach wie vor begehrenswert. Sie hatte sich durch ihn als Frau erst richtig kennengelernt, aber er war nicht ihre ganz große Liebe gewesen. Darum hatte sie ihn gebeten, sie freizugeben. Er hatte sie daraufhin angewiesen, die Master-Slave-Vereinbarung zu verbrennen, ein Ritual, das ihr geholfen hatte, sich der Endgültigkeit ihres Entschlusses bewusst zu werden. Sie nahm einen Schluck Wein und empfand ihre Freiheit als angenehm und wohlig, und trotzdem auch ein wenig traurig. Nach zwei Wochen ohne Sex und lustvolle Hingabe fühlte sie eine schmerzliche Leere. Gefesselt werden, stillhalten, aushalten, den Atem anhalten. Es fehlte ihr. Summer drückte seufzend das kühle Weinglas an ihre Stirn. Es würde keine unverbindlichen Sessions nach der Trennung geben, nur weil es vielleicht praktisch wäre, da sie bis zu ihrem Auszug im Gästezimmer schlief und somit weiterhin jederzeit für ihn verfügbar war. Das hatte Logan ihr unmissverständlich klargemacht. Summer streckte sich und versuchte, ihr Leben als freie Frau positiv zu sehen. Sie konnte jetzt ein Bad nehmen, ohne Logan um Erlaubnis bitten zu müssen. Sie ging ins Badezimmer, das ihr mit dem anthrazitfarbenen Granitboden und den strahlend weißen Becken nach all den moosgrünen und beigefarbenen Nasszellen, die sie heute auf ihrer Besichtigungstour gesehen hatte, wie ein Tempel erschien. Die frei stehende Wanne mit den Massagedüsen wirkte so einladend, dass Summer zärtlich über ihren Rand strich. „Heute bist du noch mein“, säuselte sie und grinste über sich selbst. Sie drehte das Wasser auf und ließ ein nach Rosenblüten duftendes Schaumbad in den Strahl laufen. Als sie sich gerade ausgezogen hatte, klingelte ihr Handy. Sie sah auf dem Display, dass es Logan war. Zwar meldete sie sich nicht mehr mit: „Ja, Master“, sondern mit einem entspannten: „Hallo, Logan“, doch sie senkte dabei immer noch automatisch den Blick, so wie sie es lange Zeit getan hatte. „Fündig geworden?“, fragte er. „Leider nicht. Ich bin anscheinend zu wählerisch.“ „Das ist kein Fehler“, sagte er. „Ich bin damit immer gut gefahren. Ich rufe an, um dir Bescheid zu sagen, dass ich heute etwas später nach Hause komme, als ich geplant hatte. Dummerweise erwarte ich Besuch, den ich wegen meiner Verspätung nicht selbst empfangen kann. Darum wollte ich dich bitten, dich um ihn zu kümmern. Es ist jemand, den ich im Club kennengelernt habe.“ Summer stutzte. Handelte es sich um eine neue Frau in Logans Leben? „Wann kommt denn dieser – äh – Besuch?“ „In einer Stunde.“ Summer empfand Logans Ansinnen als unverschämt und wusste nicht, wie sie reagieren sollte. „Oder hast du für heute Abend bereits andere Pläne?“, erkundigte sich Logan, als sie nichts sagte. „Nein, aber ich würde gern wissen, wen ich zu erwarten habe.“ Schweigen. Schließlich sagte er: „Lass dich einfach überraschen“, und beendete danach sofort das Gespräch. Wenn es jemand war, den er im Club kennengelernt hatte, könnte es sich um ihre potenzielle Nachfolgerin handeln. Summer empfand einen Hauch von Eifersucht, vor allem aber ärgerte sie sich, dass Logan so wenig Rücksicht auf ihre Gefühle nahm. Oder wollte er sie absichtlich demütigen, indem er ihr zeigte, wie schnell er sie ersetzen konnte? Nein, keine Grübeleien. Sie hatte noch eine Stunde für sich allein, und die wollte sie nutzen, indem sie sich sinnlichen Erinnerungen hingab und sich dabei selbst befriedigte. Der einzige Vibrator, den sie je besessen hatte, war zusammen mit ihren Möbeln, die Logan als „besseres Sperrholz“ bezeichnet hatte, bei ihrem Umzug ausgemistet worden. Sie trauerte dem fleischfarbenen Plastikteil nicht nach, zumal Logan sehr viel schönere Dildos besaß. Dumm nur, dass sie die nicht benutzen durfte. Er war der Herr über sein Equipment. Summer durfte den roten Lackschrank im Flur, in dem er seine Sexspielzeuge aufbewahrte, eigentlich nicht einmal öffnen. Der Schrank hatte unten einen breiten Auszug, oben zwei Türen und dazwischen eine flache Schublade, die sie nun an dem runden Knauf langsam aufzog. Beim Anblick der Kunstwerke, die auf schwarzem Samt in der Schublade aufgereiht lagen, vergaß sie alles, was ihr eben noch durch den Kopf gegangen war, und während sie die wundervoll glänzenden Teile nur mit ihrem Blick berührte, meinte sie doch, sie auf ihrer Haut zu fühlen. Ein Dildo aus hellblauem Glas mit Wellenmuster, ein Stab aus roten Kugeln, geschwungene Holzdildos, ein Analplug, ein Vibrator mit großem Durchmesser, mit dem Logan sie nur dann gefickt hatte, wenn sie von all den Dingen, die er davor mit ihr gemacht hatte, übererregt gewesen war. Der Anblick beschwor dieses einzigartige Gefühl in ihr herauf, die untrennbare Mischung aus Schmerz und grenzenloser Geilheit, die Logan als erster Mann in ihr ausgelöst hatte. Summer nahm den schlichtesten Dildo heraus. Er war aus durchsichtigem, farblosem Glas und hatte an der Spitze eine knospenartige Vergrößerung. Etwas Simples kam ihr gerade recht. Ihr Liebesleben war lange genug von komplizierten Dingen, aufwendigen Ritualen und intensiven Stimulationen geprägt gewesen. Sie schob die Schublade wieder zu, kehrte ins Bad zurück und löschte alle Lichter bis auf einen Deckenstrahler. Dann glitt sie in die Wanne, drehte das Wasser ab und türmte den zarten Schaum auf ihre Brüste. Ihre Muskeln entspannten sich. Langsam streichelte sie die Innenseiten ihrer Schenkel und ließ ihre angewinkelten Knie zur Seite fallen. Da die Wanne breit genug für zwei Personen war, konnte sie die Beine weit spreizen. Sie umschmeichelte mit der Rundung der Knospe an der Spitze des Dildos ihre Klitoris, bevor sie damit zwischen ihre Schamlippen fuhr und sanft reibend ihre Spalte bearbeitete. Sie führte den Glasdildo in ihre erwartungsvoll pochende Pussy und schloss die Augen. Ihre Gedanken wanderten zurück zu dem Abend, an dem sie Logan im Club kennengelernt hatte. Sie war damals bereits seit einem Monat Mitglied gewesen, ohne sich je an einer Session beteiligt zu haben. Der Club ließ Neulingen genug Zeit, sich einzuleben. Solange sie Kleidung trug, würde niemand sie berühren. Wie bei ihren vorangegangenen Besuchen setzte sie sich in einen roten Ledersessel am Rand des verwinkelten Raums, trank Ginger Ale und beobachtete das Geschehen. Inzwischen hatte sie das Gefühl,...




