Jansen | Gehorche mir! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 435 Seiten

Jansen Gehorche mir!


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86495-257-9
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 435 Seiten

ISBN: 978-3-86495-257-9
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die schüchterne Celia kehrt von einer Geschäftsreise nach London zurück und ist schockiert darüber, wie sehr sich ihre Mitbewohnerin Leanne verändert hat: Leanne verhält sich ihrem neuen Liebhaber Devin gegenüber geradezu hörig! Als Leanne und Devin gemeinsam in Urlaub fahren, ist Celia alarmiert. Wieso ist Glowcastle auf keiner Karte zu finden? Was hat Devin mit Leanne vor?

Celia beschließt, den beiden nachzureisen. Auf dem Flug lernt sie den mysteriösen Alan Parr kennen, der sie nach Glowcastle mitnimmt. Damit beginnt für Celia eine Reise in eine ihr fremde Welt, denn Glowcastle ist ein Hotel der besonderen Art: Ein SM-Club der Luxusklasse - und Alan ist der Schlossherr ...

Neuauflage des romantischen BDSM-Romans der Erfolgsautorin Nina Jansen ("Bestrafe mich!").

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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1
  Ciao, Milano! Celia Cavendish starrte aus dem Flugzeugfenster, als die sonnendurchflutete Landschaft unter ihr rasend schnell kleiner wurde. Sie lehnte sich im Sitz zurück und seufzte, hin und her gerissen zwischen Abschiedsschmerz und Heimweh nach ihrem Loft in London. Der Frühling in Mailand war wunderbar gewesen, aber in den letzten Tagen war es schon unangenehm heiß geworden. Im Sommer, so hatte man ihr gesagt, wäre Mailand der reinste Backofen. Ihr Auslandsaufenthalt war ein voller Erfolg gewesen. Beruflich hatte sie alles erreicht, was ihr vorschwebte. Ihre erste eigene Handschuhkollektion war begeistert aufgenommen worden. Sie hatte mit Top-Designern zusammengearbeitet, die ihre Abendkleider gern mit Celias Accessoires aus feinstem Leder oder schimmernder Seide aufwerteten. Sie brachte viele kreative Impulse mit und hatte viel zu erzählen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Leanne, mit der sie sich seit zwei Jahren das Loft teilte, würde sie es sich mit einer Flasche Rotwein gemütlich machen und bis tief in die Nacht reden. Celia konnte ihr von ihrer „Eroberung“ Roberto erzählen, dem stets gut gelaunten, schwulen Modefotografen, der so einen wohltuenden Kontrast zu den heißblütigen, für Celias Geschmack viel zu aufdringlichen Italienern darstellte. Hoffentlich hatte Leanne auch eine schöne Zeit gehabt und nicht zu viel Unfug getrieben. Sie war eine übermütige Person, die jemanden brauchte, der auf sie aufpasste. Die flatterhafte Leanne mit dem Schalk in den blauen Augen hatte ihr wahnsinnig gefehlt! Beim Landeanflug tauchten sie aus dem strahlenden Himmel in eine graue Wolkensuppe. Bald erschien es Celia, als wäre Mailand nur ein rasch verblassender Traum. Tropfen prasselten gegen die Scheibe. Celia glaubte den Regen förmlich zu riechen. Nach den langen Wegen am Flughafen Heathrow und der Warterei am Kofferkarussell wollte sie nur noch eins: Voller Wiedersehensfreude in Leannes Arme fallen. Sie sah sich in der Ankunftshalle um, konnte das vertraute Gesicht ihrer Freundin aber nirgends erblicken. Celia löste sich aus dem Menschenpulk, um einen besseren Überblick zu haben. Sie erspähte hellblonde Haare, etwas kürzer als die von Leanne. Vielleicht ein neuer Schnitt? Die Frau drehte sich um. Nein, sie war es nicht. Nun gut, bei Regen floss der Verkehr immer etwas langsamer, da war es schon möglich, dass sie sich ein paar Minuten verspätete. Celia setzte sich auf einen der Plastiksitze, die gegenüber den Schaltern der Autovermieter aufgereiht waren, zählte noch einmal ihre Gepäckstücke durch und wartete. Sie fand keine bequeme Position und begann sich nun Sorgen zu machen. Celia schaltete ihr Handy ein. Keine Nachricht, kein verpasster Anruf. Hm. Sie überlegte, ob sie die Freundin anrufen sollte. Aber wenn Leanne gerade unterwegs war, konnte sie nicht rangehen, denn sie hatte keine Freisprecheinrichtung. Ob Celia ihr die falsche Zeit oder sogar den falschen Tag genannt hatte? Sie sah die Liste der gesendeten SMS durch. Doch, es war alles korrekt: Flugnummer, Ankunftszeit, Datum. Und Leanne hatte zurückgesimst: „Ich hole dich ab“. Was ganz schön kurz und knapp war für so eine Labertasche. Überhaupt, wenn Celia es jetzt bedachte, dann war Leanne in letzter Zeit merkwürdig verändert gewesen. Sie hatte Telefonate schnell beendet, angeblich wegen der Kosten. Dabei hatte Celia ihr gesagt, dass Roberto, von dessen Anschluss aus sie anrief, eine Flatrate für Auslandsgespräche hatte. Ob Leanne ihr wegen der langen Abwesenheit böse war? Nein, unmöglich. Sie hatte sie ja sogar darin bestärkt, das Wagnis einzugehen. Sie hatte ihr ein günstiges Flugticket und eine zentral gelegene Ferienwohnung in Mailand besorgt, denn Leanne arbeitete in einem Reisebüro. Wenn Leanne also nicht böse war, dann hatte sie entweder vergessen, Celia abzuholen oder sie steckte im Stau. In beiden Fällen könnte sie ans Handy gehen. Na also. Celia drückte die Kurzwahltaste und lauschte. Nach dem fünften Tuten schaltete sich die Mailbox an. Leanne machte ihr Handy nie aus, nicht mal in der Oper oder in Edelrestaurants, was ihnen schon manch peinlichen Augenblick beschert hatte. Akku leer? Das war, so weit Celia sich erinnern konnte, auch noch nie passiert, da Leanne ihr Handy jede Nacht auflud. Celia versuchte es auf dem Festnetzanschluss des Lofts. Da meldete sich ihre eigene Stimme auf dem Anrufbeantworter. Sie atmete tief durch. Warum nur diese Ungeduld? In Mailand hatte sie ohne Murren so manchen Streik der U-Bahn hingenommen. Sie hatte sich alle Zeit der Welt gelassen, während sie dabei zusah, wie ein Model sich langsam und vorsichtig einen engen Lederhandschuh überstreifte. Sie hatte mit ihrer Mappe in Vorzimmern von Designern auf einen Termin gewartet und dabei Small Talk mit den Assistentinnen gemacht. Leanne würde schon nichts passiert sein. Celia sah auf ihre Armbanduhr. Der Flieger war vor über einer Stunde gelandet. Sie machte sich Sorgen, ärgerte sich darüber, machte sich noch mehr Sorgen, und beschloss endlich, nicht länger zu warten, sondern ein Taxi zu nehmen. Vielleicht lag Leanne mit Fieber im Bett und schlief. Sie erkältete sich leicht, weil sie so zierlich war und sich zudem immer viel zu dünn anzog. Hatte sie beim letzten Telefonat nicht etwas heiser geklungen? Anstatt hier sinnlos zu warten, sollte sie lieber schnellstens heimfahren und ihrer Freundin einen heißen Tee kochen. Während der Fahrt schickte sie mehrere SMS an Leanne, nicht, weil sie ernstlich hoffte, Leanne würde doch noch antworten, sondern um sich abzulenken. Denn wenn sie nicht das Handy anstarrte, dann ertappte sie sich immer wieder dabei, wie sie zwanghaft die Gegenfahrbahn auf Anzeichen eines Unfalls absuchte. Sie begann sich Vorwürfe zu machen, ohne so recht zu wissen, weswegen. Leanne hatte etwas Verletzliches an sich, das in jedem Menschen den Beschützerinstinkt weckte. „Ich hätte sie nicht so lange allein lassen sollen“, murmelte Celia. „Scusi?“ Sie zuckte zusammen. War sie etwa gar nicht in London? War sie in den falschen Flieger gestiegen und irgendwo anders in Italien gelandet? Aber dann hätte der Fahrer doch protestiert, als sie eine Adresse in Maida Vale angegeben hatte. „Ich habe nur Selbstgespräche geführt. Achten Sie einfach nicht auf mich.“ „Geht klar, Signora.“ Der Taxifahrer grinste sie im Rückspiegel an. Seine schwarzen Augen erinnerten sie an Roberto. Sofort wurde sie mitteilungsbedürftig. „In Mailand war das Wetter besser. Dort komme ich gerade her. Was hat Sie nach London verschlagen?“ Er erzählte ihr von dem Restaurant, das sein Cousin in Kensington eröffnet hatte, und von seiner großen Familie in Süditalien. Sie ließ sich von seinem italienischen Akzent in die Sonne zurücktragen. Als sie angekommen waren, bestand er darauf, ihre vier Koffer und die drei Skizzenmappen bis in den fünften Stock zu tragen. Sie gab ihm ein großzügiges Trinkgeld, und er revanchierte sich mit Komplimenten und einem Gutschein für ein Freigetränk im Restaurant seines Cousins. Celia sah ihm lächelnd nach, als er die Treppe hinunterging. Dann seufzte sie und schloss die Tür auf. Sofort bekam sie Herzklopfen. Was, wenn Leanne etwas zugestoßen war? Wenn sie sie tot in der Badewanne fand, den Fön in der Hand? Celia schob die Koffer in den Flur und schloss die Wohnungstür. Trotz der vielen Fenster war es düster. Dunkelgraue Wolken zogen am Oberlicht vorbei wie müde Wale. Sie sah sich nach allen Seiten um und bibberte. „Leanne? Wo steckst du?“ Es war Juni, aber sie hätte am liebsten die Heizung aufgedreht. Im Vorbeigehen hatte sie im Hausflur gesehen, dass einiges aus ihrem Briefkasten hervorquoll. Sie ging noch einmal hinunter. Briefe und Prospekte schossen ihr förmlich entgegen, als sie den Briefkasten aufschloss. Sie trug alles hoch und blätterte den Stapel durch, um zu sehen, ob etwas dabei war, das ihr weiterhalf, fand aber nichts. Jetzt brauchte sie erst mal etwas zu trinken. Am besten eine warme Milch. Celia ging um den Tresen herum, der die offene Küche abteilte. Der Kühlschrank war nahezu leer, und das Wenige, was drin war, sah nicht besonders essbar aus: Welker Salat, Käse mit Schimmelhaube und ein Pasta-Rest, mit dem man einen Terroranschlag hätte verüben können. Celia schlug die Kühlschranktür zu und schüttelte den Kopf. Sie war wütend und zugleich krank vor Sorge. Sie fühlte sich, als hätte man ihr ganz London unter den Füßen weggezogen. Systematisch begann sie das Loft zu durchsuchen: Das Bad, die beiden Schlafzimmer, die Abstellkammer, doch sie fand keinen Hinweis, keinen Zettel, keine aufschlussreichen Spuren. Sie ging in den Wohnbereich zurück, streifte die Schuhe ab und ließ sich auf die dunkelbraune Ledercouch sinken. Ihr Blick fiel auf den Anrufbeantworter, der auf einem Beistelltisch zwischen der Couch und dem Sessel stand. Sie drückte den Abhörknopf. Es waren vierzehn Anrufe eingegangen, alle für Leanne, und alle unbeantwortet, wie man an dem zunehmend ungeduldigeren Tonfall der Anrufer hörte, die sich mehrmals gemeldet hatten: Leannes Frisör, bei dem sie einen Termin verpasst hatte, und Leannes ältere Schwester Katie, für die sie Theaterkarten besorgen sollte. Katie hatte ohne Karten vor dem Theater auf sie gewartet und war entsprechend sauer. Celia schaltete das Gerät ab und biss sich auf die Unterlippe. Verdammt, was war passiert? Puh, ruhig atmen und logisch denken. Leannes Boss, Charles Waters, hatte nicht auf den Anrufbeantworter gesprochen. Was auch immer los war, er wusste sicher...


Nina Jansen ist eine erfolgreiche Autorin, die unter mehreren Pseudonymen schreibt. Ihr Erotik-Debütroman "Bestrafe mich!" aus dem Jahr 2007 zählt im deutschsprachigen Raum bereits zu den modernen Klassikern der SM-Literatur. Seit sie mit etwa zwanzig Jahren "Die Geschichte der O" gelesen hat, wusste sie, dass sie eines Tages einen erotischen Roman schreiben würde, aber erst, nachdem sie in vielen anderen Genres erfolgreich war, wagte sie sich an die erotische Literatur. Was macht für sie den Reiz von S/M-Erotika aus? "Viele Frauen lieben erotische Fantasien, die von Kontrollverlust handeln. Es ist eine besondere Art von Freiheit, die zugleich ganz risikolos ist, weil sie sich eben nur im Kopf abspielt. Sich einem imaginären fremden Willen zu unterwerfen, der doch vom eigenen Willen gesteuert wird – das ist doch genial, oder?" Nina Jansen umgibt sich gerne mit bunten Dingen, da Farben eine besondere Sinnlichkeit haben.



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