E-Book, Deutsch, Band 12, 320 Seiten
Reihe: Finale
Jenkins / LaHaye Der Triumph
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-96122-099-1
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die letzten Tage der Erde
E-Book, Deutsch, Band 12, 320 Seiten
Reihe: Finale
ISBN: 978-3-96122-099-1
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jerry B. Jenkins hat bereits fast 200 Bücher geschrieben, einschließlich 21 'New York Times'-Bestseller. Mehr als 71 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft. Er ist bekannt für seine Bibel-Romane, seine Endzeit-Romane ('Finale'-Reihe), und viele weitere Genres. Außerdem unterstützte er Billy Graham bei dessen Autobiografie, und hat zahlreiche Sport-Biografien geschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dianna lebt er in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Sie haben drei erwachsene Söhne. Einer von ihnen, Dallas, ist der Erfinder, Co-Autor und Regisseur der TV-Serie 'The Chosen'.
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Prolog
Rayford hatte sich an den Abstieg gemacht, und dieser war noch schwieriger als der Aufstieg. Er war ein wenig länger als geplant bei Chang und Naomi geblieben, darum ging er davon aus, dass Mac ihn bereits erwarten würde. George wiederum würde vermuten, dass er mittlerweile bei Mac eingetroffen war.
Von seinem Aussichtspunkt aus hatte er einen guten Blick über die etwa eine Meile entfernte Armee. Er griff nach seinem Telefon, um Mac zu beruhigen, als ihm klar wurde, dass irgendetwas passiert war. Die vordersten Linien lösten sich wieder auf. Vermutlich hatte George ein weiteres Mal die Energiewaffen abgefeuert.
Dieses Mal jedoch nahm die Welteinheitsarmee den Angriff nicht so gelassen hin, trotz der anschließenden Verwirrung. Rayford hörte das Dröhnen von Vergeltungsfeuer, das an Donner bei einem heftigen Gewitter erinnerte. Er wusste ein wenig über Gewehre und Munition Bescheid, sodass ihm klar war, dass Carpathias Truppen zu weit entfernt waren, um Schaden anzurichten. Seiner Meinung nach würden die Stellungen außerhalb von Petra unbeschadet bleiben.
Er irrte sich. Vielleicht waren ihre Kanonen größer, als er angenommen hatte, auf jeden Fall flogen die Kugeln an den Stellungen vorbei und ihm um die Ohren. Als eine von ihnen unmittelbar vor ihm explodierte, wurde Rayford beinahe aus seinem Wagen geschleudert. Er klammerte sich mit seiner freien Hand am Griff fest und sein Telefon flog 100 Meter weit einen Felsen hinunter.
Und jetzt geriet sein Fahrzeug außer Kontrolle. Er wurde vom Sitz hochgeschleudert und landete hart wieder auf der Sitzfläche. Das Fahrzeug hüpfte und rollte zur Seite. Die Frage, ob er darauf sitzen bleiben sollte oder nicht, war nicht das Einzige, das ihn beschäftigte, und sehr schnell löste sich auch diese Frage in Wohlgefallen auf. Ein weiterer Schlag und er konnte sich nicht mehr festhalten. Er stürzte aus dem Wagen, behielt das Fahrzeug jedoch im Blick. Es krachte gegen einen Felsen und stürzte hinab in ein Tal.
Rayford bemühte sich nicht, seinen Sturz abzubremsen. Er legte Hände und Arme an und versuchte locker zu bleiben, mit aller Macht gegen den natürlichen Instinkt anzukämpfen. Der Abhang war sehr steil, und er rollte zu schnell, als dass er irgendetwas tun könnte. Jetzt konnte er nur noch auf eine weiche Landung hoffen.
Etwa drei Meter von ihm entfernt schlug eine Kugel ein. Rayford wurde gegen einen spitzen Stein geschleudert und hörte ein leises Rauschen wie von Wasser, als er auf ein dorniges Gestrüpp zurollte. So unangenehm diese Dornen auch aussahen, sie waren sicher weicher als das, was ihn gerade getroffen hatte.
Rayford konnte sein Körpergewicht verlagern, wurde langsamer und landete in den Dornen. Erst jetzt wurde ihm klar, was dieses Plätschern bedeutete. Mit jedem Schlag seines Herzens, das jetzt immer schneller schlug, strömte Blut aus der Wunde an seiner Schläfe.
Er drückte mit der Hand gegen den Kopf und spürte das warme Blut nun an seiner Hand. Er drückte mit aller Macht dagegen, in der Hoffnung, die Blutung ein wenig einzudämmen. Aber Rayford befand sich jetzt in Gefahr – in tödlicher Gefahr. Niemand wusste genau, wo er sich befand. Er hatte weder Kommunikations- noch Transportmittel. Er wollte nicht einmal über seine Verletzungen nachdenken, denn was auch immer er hatte, es war unwichtig im Vergleich zu der Wunde an seinem Kopf. Er brauchte Hilfe, und zwar schnell, sonst würde er innerhalb von Minuten tot sein.
Rayfords Arme waren abgeschürft und er spürte Schmerzen in beiden Knien und einem Knöchel. Mit seiner freien Hand zog er sein Hosenbein hoch und wünschte, er hätte es nicht getan. Irgendetwas hatte ihm das Fleisch am Knöchel aufgeschlitzt, aber auch mit seinem Knochen war etwas passiert.
Konnte er laufen? Wagte er einen Versuch? Er war zu weit von den anderen entfernt, um kriechen zu können. Er wartete, bis sein Pulsschlag sich verlangsamte und er sein Gleichgewicht wiederfand. Mac und seine Leute waren etwa eine Meile von ihm entfernt. Er konnte sie nicht einmal sehen. Zurückgehen konnte er auch nicht mehr. Er rollte sich auf die Seite und rappelte sich mühsam hoch. Eine Hand hielt er fest auf seine Wunde an der Schläfe gedrückt.
Rayford versuchte aufzustehen. Nur ein Bein gehorchte ihm, das Bein mit dem verletzten Knöchel. Vermutlich hatte er sich das Schienbein des anderen gebrochen. Er versuchte zu hüpfen, aber der Abhang war so steil, dass er sich erneut nicht mehr halten konnte. Nur mit Mühe hüpfte er weiter, wurde aber mit jedem Hüpfer schneller und drohte, das Gleichgewicht zu verlieren. Was immer er tat, er konnte seine Hand nicht von seiner Schläfe nehmen, und er wagte nicht, sich erneut zu Boden sinken zu lassen.
„Herr, jetzt wäre ein wirklich passender Augenblick für deine Wiederkunft.“
Chang spürte, dass irgendetwas passieren würde. Er hatte Signale von Satelliten abgefangen, die sich in einer geosynchronen Laufbahn befanden und die Kommunikation zwischen den Truppen unterstützten. Die gegnerischen Truppen standen kurz davor, sich in Bewegung zu setzen. Das musste er den Verantwortlichen mitteilen.
Er rief George an. „Rechnet mit einem Vormarsch in 60 Sekunden“, sagte er.
„Wir sind bereits beschossen worden“, rief George. „Du meinst, es kommt noch mehr?“
„Ja, sie werden vorrücken.“
„War Rayford bei dir?“
„Hat sich eben wieder auf den Weg gemacht. Er wollte zu Mac.“
„Danke. Ruf Mac an, ja? Ich werde die anderen informieren.“
Chang rief Mac an und warnte auch ihn.
„Hey“, sagte Mac, „ich kann Sebastian nicht erreichen und Ray ist überfällig.“
„Ist auf dem Weg“, sagte Chang.
Er rief Buck an. „Rechnet mit –“
Aber die Verbindung brach ab. Er wählte erneut. Nichts.
„Sie kommen! Sie kommen!“
Buck hörte, wie ein junger Rebell diese Worte schrie, als sein Telefon gerade läutete; er sah einen Brandsatz über das Rockefeller-Museum fliegen, geradewegs auf ihn zu. Die Welteinheitsarmee rückte nun von allen Seiten vor. Er hielt sein Telefon ans Ohr, als eine Bombe unmittelbar vor ihm in die Wand einschlug.
Kurz bevor die Bombe ein Loch in die Mauer riss, erkannte er noch Changs Stimme am anderen Ende der Leitung. Steinsplitter und Schrapnelle drangen in seine rechte Körperhälfte ein und unterbrachen die Verbindung. Eines seiner Gewehre wurde ihm aus der Hand gerissen. Er spürte einen Schlag an der Hüfte und in seinem Nacken, als der Boden unter ihm nachgab.
Einer der Jungen neben ihm wurde in die Luft geschleudert und schlug hart auf dem Pflaster auf.
Buck war entschlossen, auf der Mauer zu reiten wie auf einer Welle. Er griff sich an den Hals und spürte, dass dort Blut hervorquoll. Er war kein Arzt, aber er wusste, dass eine Halsschlagader verletzt war – kein kleines Problem.
Als die Mauer langsam in sich zusammenstürzte, blieb er darauf stehen und versuchte, mit einer Hand das Gleichgewicht zu halten, da er die andere an seine Wunde presste. Sein Gewehr rutschte ihm von der Schulter in die linke Hand, doch als er sich darauf abstützen wollte, fiel es zu Boden. Er war unbewaffnet, stürzte ab und war tödlich verletzt.
Und der Feind rückte näher.
Rayford konnte seinen Sturz nur mit seiner freien Hand abfangen, da er es nicht wagte, den Druck an seiner Schläfe zu verringern. Er schlug mit dem Kinn auf und rutschte in einem Winkel von 45 Grad weiter. Es hatte keinen Sinn mehr zu laufen. Er konnte jetzt nur noch kriechen und versuchen, irgendwie am Leben zu bleiben.
Bucks Füße verfingen sich in den Spalten zwischen Trümmern der Mauer und sein Oberkörper kippte vornüber. Er hing nun mit dem Kopf nach unten in der zusammenstürzenden Stadtmauer. Seine Hüfte war aufgerissen und blutete ebenfalls und das Blut stieg ihm in den Kopf.
Sogar im Inneren des Computerzentrums in der Felsenstadt spürte Chang die Erschütterung der Erde, die von den Schritten der Millionen von Soldaten stammte, die nun auf Petra vorrückten. Er klickte hierhin und dorthin, legte Schalter um und versuchte, verschiedene Anrufe zu tätigen. Wie weit würde Gott dies gehen lassen, bis er den rettenden König sandte?
Gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfend, tastete er sich vor, eine Hand ausgestreckt, die andere auf die Wunde gepresst. Mit jedem Zentimeter schien der Winkel steiler zu werden, der Weg unebener. Mit jedem Schlag seines Herzens, mit jedem Blutstoß, jedem stechenden Schmerz fragte er sich, wozu das gut sein sollte. Wie wichtig war es, am Leben zu bleiben? Wofür? Für wen?
„Komm, Herr Jesus.“
Der Schwindel überwältigte ihn. Die Schmerzen wurden unerträglich. Vermutlich war eine Lunge verletzt. Sein Atem kam stoßweise, mühsam, schmerzhaft. Das erste Anzeichen für das Ende war der seltsame Rhythmus seines Herzens. Es raste, dann hüpfte es, dann flatterte es. Zu hoher Blutverlust. Das Gehirn wurde nicht genügend durchblutet, bekam nicht genügend Sauerstoff.
Entsetzliche Müdigkeit verdrängte die Panik. Die Bewusstlosigkeit wäre eine große...




