Jenkins / LaHaye | Die Rückkehr | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 320 Seiten

Reihe: Finale

Jenkins / LaHaye Die Rückkehr

Die letzten Tage der Erde
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-96122-104-2
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die letzten Tage der Erde

E-Book, Deutsch, Band 7, 320 Seiten

Reihe: Finale

ISBN: 978-3-96122-104-2
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Tod Nicolai Carpathias stürzt die Welt in tiefe Verzweiflung. Eine erbarmungslose Jagd nach dem Attentäter beginnt, den man unter den Mitgliedern der Tribulation Force vermutet. Nur um Haaresbreite können diese unterdessen den Häschern der Weltgemeinschaft entkommen. Ist ihr Versteck noch sicher? Hat tatsächlich ein Mitglied der Tribulation Force den Mord begangen? Und wem können sie noch trauen? Die Ereignisse überschlagen sich und die Erde wird zum Schauplatz einer riesigen Schlacht zwischen den Mächten der Finsternis und des Lichts. Plötzlich erleben die Mitglieder der Tribulation Force die Erfüllung einer weiteren Prophezeiung: die Rückkehr Carpathias! Aber ist der Auferstandene wirklich Nicolai Carpathia?

Jerry B. Jenkins hat bereits fast 200 Bücher geschrieben, einschließlich 21 'New York Times'-Bestseller. Mehr als 71 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft. Er ist bekannt für seine Bibel-Romane, seine Endzeit-Romane ('Finale'-Reihe), und viele weitere Genres. Außerdem unterstützte er Billy Graham bei dessen Autobiografie, und hat zahlreiche Sport-Biografien geschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dianna lebt er in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Sie haben drei erwachsene Söhne. Einer von ihnen, Dallas, ist der Erfinder, Co-Autor und Regisseur der TV-Serie 'The Chosen'.
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Der Montag der Gala-Woche

Lea Rose war stolz darauf, dass sie auch unter Druck noch in der Lage war, klar und logisch zu denken. Ein Jahrzehnt lang war sie Oberschwester in einem großen Krankenhaus gewesen und hatte dort in den vergangenen dreieinhalb Jahren zu den wenigen Christen gehört. Nur durch ihren wachen Verstand war es ihr gelungen, den Friedenstruppen der Weltgemeinschaft zu entkommen, bis sie schließlich gezwungen war, sich der Tribulation Force anzuschließen.

Aber an dem Montag zu Beginn der Gala-Woche, in der die Welt die Ermordung der beiden Zeugen und des Antichristen erleben würde, hatte sie keine Ahnung, was sie tun sollte. Durch ihre Verkleidung und den Decknamen Donna Clendenon glaubte sie, die Verantwortlichen der belgischen Einrichtung für die Rehabilitation von Frauen (BFFR) in die Irre geführt zu haben. Sie hatte sich als Hattie Durhams Tante ausgegeben.

Croix, einer der Wärter, fragte sie mit seinem französischen Akzent: „Und wie kommen Sie darauf, Ihre Nichte könnte hier inhaftiert sein?“

„Sie denken, ich wäre den weiten Weg von Kalifornien hierhergekommen, wenn ich auch nur den geringsten Zweifel gehabt hätte?“, fragte Lea. „Alle wissen, dass Hattie hier einsitzt, und ich kenne auch ihren Decknamen: Mae Willie.“

Der Wärter legte den Kopf zur Seite. „Und Ihre Botschaft kann nur persönlich überbracht werden?“

„Ein Todesfall in der Familie.“

„Das tut mir leid.“

Lea kräuselte die Lippen und zeigte ihre vorstehenden Zähne, die sie bewusst so hergerichtet hatte. Wer’s glaubt, dachte sie.

Croix erhob sich und blätterte einige Seiten auf seinem Klemmbrett durch. „BFFR ist ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem es kein allgemeines Besuchsrecht gibt. Miss Durham ist von den anderen Inhaftierten separiert worden. Für einen Besuch bei ihr werde ich eine Genehmigung einholen müssen. Natürlich könnte auch ich ihr die Botschaft überbringen.“

„Ich möchte sie doch nur kurz sprechen“, beharrte Lea.

„Sie können sich sicher vorstellen, wie groß der Personalmangel hier ist.“

Lea antwortete nicht. Millionen waren bei der Entrückung verschwunden. Die Hälfte der Menschen, die auf der Erde zurückgelassen worden waren, war seither verstorben. Überall herrschte Personalmangel. Das reine Überleben nahm im Augenblick alle Kräfte in Anspruch. Croix hatte sie gebeten, in einem Wartezimmer Platz zu nehmen, doch er hatte ihr verschwiegen, dass sie mehr als zwei Stunden lang keine Menschenseele zu Gesicht bekommen würde, weder Personal noch Inhaftierte noch andere Besucher. Der Glaskasten, in dem früher scheinbar ein Geistlicher gesessen hatte, stand leer. Es war niemand da, den Lea hätte fragen können, wie lange es noch dauern würde, und als sie sich erhob, um sich auf die Suche nach jemandem zu machen, musste sie feststellen, dass sie eingeschlossen worden war. Waren sie hinter ihr her? War sie jetzt auch eine Gefangene?

Lea stand kurz davor, an die Tür zu klopfen und um Hilfe zu rufen, als Croix zurückkam. Ohne sich zu entschuldigen und ihren Blick meidend, sagte er: „Meine Vorgesetzten werden über Ihren Antrag nachdenken und sich morgen mit Ihnen in Verbindung setzen.“

Lea zwang ein Lächeln auf ihr Gesicht. Als ob ich euch sagen würde, in welchem Hotel ich abgestiegen bin.

„Ich kann Sie ja anrufen“, schlug Lea vor.

„Wie Sie wollen“, meinte Croix achselzuckend. „Merci.“ Und dann, als sei ihm bewusst geworden, dass er französisch gesprochen hatte, wiederholte er: „Danke.“

Nachdem Lea das Gefängnis verlassen hatte, atmete sie erleichtert auf. Sie fuhr eine Weile ziellos durch die Gegend, bis sie sicher war, dass sie nicht verfolgt wurde. Da Rayford ihr gesagt hatte, sie solle sich bis Freitag nicht bei ihm melden, rief sie Buck an und brachte ihn auf den neuesten Stand.

„Ich weiß nicht, ob ich abhauen oder die Sache durchziehen soll“, sagte sie.

In dieser Nacht empfand Lea in ihrem Hotelzimmer eine Einsamkeit, die beinahe genauso schlimm war wie die, die sie empfunden hatte, als sie nach der Entrückung zurückgeblieben war. Sie dankte Gott für die Tribulation Force und dass sie dort so freundlich aufgenommen worden war. Von allen, außer von Rayford. Sie wurde einfach nicht schlau aus ihm. Er war ein brillanter Kopf mit eindeutigen Führungsqualitäten, und bis zu dem Tag, an dem sie in das Versteck eingezogen war, hatte sie ihn bewundert. Aber sie kamen einfach nicht miteinander aus und auch alle anderen schienen über sein Verhalten frustriert zu sein.

Am Morgen nahm Lea eine Dusche, zog sich an und frühstückte. Sobald sie die Erlaubnis bekam, wollte sie Hattie besuchen. Eigentlich hatte sie gerade von ihrem abhörsicheren Handy aus im Gefängnis anrufen wollen, doch sie blieb vor dem Fernsehgerät hängen. Dort wurde gerade übertragen, wie Carpathia vor den Augen der Welt Moishe und Eli verhöhnte.

Mit angehaltenem Atem verfolgte sie, wie Carpathia die beiden Zeugen mit Schüssen aus seiner Pistole ermordete. Lea erinnerte sich noch an die Zeit, zu der die Fernsehkameras bei einer solchen Gewalttat schnell zur Seite geschwenkt hätten. Doch das war nun nicht mehr der Fall. Nach der Ermordung folgte das Erdbeben, das ein Zehntel von Jerusalem in Trümmer legte.

Der Fernsehsender der Weltgemeinschaft zeigte Szenen des Erdbebens und schwenkte immer wieder zurück zu den schweigenden Zeugen, die von dem höhnisch grinsenden Carpathia verspottet und schließlich erschossen wurden. Diese Bilder wurden ständig in Zeitlupe wiederholt, und obwohl Lea sich abgestoßen fühlte, konnte sie doch den Blick nicht davon losreißen.

Sie hatte gewusst, dass es so kommen würde; sie alle hatten es gewusst, jeder, der Tsion Ben-Judahs Auslegungen las. Aber zu sehen, wie es geschah, schockierte sie und machte sie gleichzeitig traurig. In Leas Augen schwammen Tränen. Sie kannte auch den Ausgang; die beiden würden auferweckt werden und Carpathia würde seine Strafe bekommen. Lea betete für ihre neuen Freunde, von denen sich einige in Jerusalem aufhielten. Aber sie durfte nicht heulend vor dem Fernsehgerät sitzen bleiben, denn es gab einige Dinge, die erledigt werden mussten. Es würde noch sehr viel schlimmer werden, und Lea wusste, dass sie sich daran gewöhnen musste, auch in Stresssituationen zu funktionieren, um sich darauf vorzubereiten und sich davon zu überzeugen, dass sie dem gewachsen war.

Sie griff zu ihrem Handy und rief das BFFR an. Das Telefon im Hochsicherheitsgefängnis für Frauen klingelte und klingelte, und Lea freute sich, dass die Weltregierung genau wie das Volk unter dem Verlust der Hälfte der Bevölkerung litt. Endlich nahm eine Frau den Hörer ab, doch sie kannte keinen Wärter mit Namen Croix.

„Er ist Franzose“, versuchte Lea zu erklären.

„Ach, ich weiß, wen Sie meinen. Bleiben Sie dran.“

Endlich meldete sich eine Männerstimme. „Wen möchten Sie sprechen?“, fragte er. Man spürte, dass er in Eile war.

„Wärter Croix“, erwiderte sie, „etwa eins neunzig –“

„Croix!“, rief der Mann. „Telefon.“

Aber niemand kam ans Telefon. Entnervt legte Lea schließlich auf und machte sich auf den Weg zum Gefängnis. Ihr Handy ließ sie zur Sicherheit im Wagen.

Croix folgte ihr in ein Wartezimmer, das mit einem großen Spiegel ausgestattet war. Lea hielt es für möglich, dass der Spiegel von der anderen Seite ein Fenster war, durch das sie beobachtet wurde. Erneut befiel sie die Furcht, ihre Deckung könnte aufgeflogen sein.

„Ich dachte, Sie wollten anrufen“, sagte der Wärter. Er deutete mit seinem unvermeidlichen Klemmbrett auf einen Stuhl.

„Ich habe es versucht“, erwiderte sie. „Diese Einrichtung wird schlecht geführt.“

„Wir sind personell unterbesetzt.“

„Können wir jetzt endlich zur Sache kommen?“, fragte Lea. „Ich muss mit meiner Nichte sprechen.“

„Nein.“

„Nein?“

Croix starrte sie an. Offensichtlich war er nicht bereit, das Gesagte zu wiederholen.

„Was ist los?“, fragte sie.

„Ich bin nicht befugt –“

„Kommen Sie mir doch nicht damit“, entgegnete Lea ungeduldig. „Wenn ich sie nicht sehen kann, dann geht es eben nicht, das verstehe ich schon, aber ich habe das Recht zu erfahren, ob sie gesund und am Leben ist.“

„Das ist sie.“

„Und warum kann ich sie dann nicht sehen?“

Croix presste die Lippen zusammen. „Sie wurde verlegt, Madam.“

„Seit gestern?“

„Ich bin nicht befugt –“

„Wie lange ist sie schon fort? Wo ist sie?“

Er schüttelte den Kopf. „Ich sage Ihnen, was mir gesagt wurde. Wenn Sie ihr eine Botschaft zukommen lassen wollen –“

„Ich muss es ihr persönlich sagen. Ich möchte mich davon überzeugen, dass es ihr gut geht.“

„Soweit ich weiß, ist sie –“

„Soweit Sie wissen! Haben Sie auch nur eine Ahnung, wie begrenzt Ihr Wissen ist?“

„Dadurch, dass Sie mich beleidigen, werden Sie –“

„Ich wollte Sie nicht beleidigen! Ich bitte nur um die Erlaubnis, meine Nichte sehen zu dürfen und –“

„Das reicht, Officer Croix“, ertönte die Stimme einer Frau von der anderen Seite des Glases. „Sie können gehen.“

Croix verließ wortlos den Raum, ohne sich auch nur noch einmal umzudrehen. Die Frau hatte mit einem fremden Akzent gesprochen. Lea erhob sich...


Jenkins, Jerry B.
Jerry B. Jenkins hat bereits fast 200 Bücher geschrieben, einschließlich 21 "New York Times"-Bestseller. Mehr als 71 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft. Er ist bekannt für seine Bibel-Romane, seine Endzeit-Romane ("Finale"-Reihe), und viele weitere Genres. Außerdem unterstützte er Billy Graham bei dessen Autobiografie, und hat zahlreiche Sport-Biografien geschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dianna lebt er in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Sie haben drei erwachsene Söhne. Einer von ihnen, Dallas, ist der Erfinder, Co-Autor und Regisseur der TV-Serie "The Chosen".

Jerry B. Jenkins hat bereits fast 200 Bücher geschrieben, einschließlich 21 "New York Times"-Bestseller. Mehr als 71 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft. Er ist bekannt für seine Bibel-Romane, seine Endzeit-Romane ("Finale"-Reihe), und viele weitere Genres. Außerdem unterstützte er Billy Graham bei dessen Autobiografie, und hat zahlreiche Sport-Biografien geschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dianna lebt er in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Sie haben drei erwachsene Söhne. Einer von ihnen, Dallas, ist der Erfinder, Co-Autor und Regisseur der TV-Serie "The Chosen".



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