E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Finale
Jenkins / LaHaye Nicolai
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-96122-108-0
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die letzten Tage der Erde
E-Book, Deutsch, Band 3, 320 Seiten
Reihe: Finale
ISBN: 978-3-96122-108-0
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jerry B. Jenkins hat bereits fast 200 Bücher geschrieben, einschließlich 21 'New York Times'-Bestseller. Mehr als 71 Millionen Exemplare seiner Werke wurden inzwischen weltweit verkauft. Er ist bekannt für seine Bibel-Romane, seine Endzeit-Romane ('Finale'-Reihe), und viele weitere Genres. Außerdem unterstützte er Billy Graham bei dessen Autobiografie, und hat zahlreiche Sport-Biografien geschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dianna lebt er in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Sie haben drei erwachsene Söhne. Einer von ihnen, Dallas, ist der Erfinder, Co-Autor und Regisseur der TV-Serie 'The Chosen'.
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Prolog:
Was bisher geschah …
Seit dem großen Massenverschwinden sind mittlerweile fast zwei Jahre vergangen.
Während der Ereignisse hatte Flugkapitän Rayford Steele seinen Jumbojet mitsamt den dreihundert vollkommen verängstigten Passagieren nach Chicago zurückgeflogen. Beim Start war die Maschine bis auf den letzten Platz besetzt gewesen, doch plötzlich waren mehr als hundert Sitze leer. Nur Kleider, Schmuck, Brillen, Schuhe und Strümpfe waren zurückgeblieben.
Steele selbst hat bei dem Massenverschwinden seine Frau und seinen zwölfjährigen Sohn verloren. Er und seine Tochter Chloe bleiben allein zurück.
Cameron „Buck“ Williams, Journalist einer Wochenzeitung, war ebenfalls unter den Passagieren. Wie der Pilot macht auch er sich auf die verzweifelte Suche nach der Wahrheit.
Rayford, Chloe und Buck finden durch den jungen Pastor Bruce Barnes zum Glauben an Jesus Christus. Sie schließen sich zur Tribulation Force zusammen und sind entschlossen, sich dem neuen Weltführer Nicolai Carpathia zu widersetzen, den sie für den Antichristen halten. Scheinbar über Nacht ist dieser zum Generalsekretär der Vereinten Nationen ernannt worden. Und obwohl er den größten Teil der Weltbevölkerung mit seinem Charme für sich einnimmt, kann er die Mitglieder der Tribulation Force nicht über seine wahre Identität hinwegtäuschen.
Durch eine Verquickung seltsamer Umstände arbeiten sowohl Rayford als auch Buck für Carpathia – Rayford als sein Pilot, Buck als Verleger der Weltzeitung Global Community Weekly. Carpathia weiß, dass Rayford Stelle und seine neue Frau Amanda Christen sind, allerdings ahnt er nichts von Bucks Beziehung zu ihnen oder von Bucks Glauben.
Die Tribulation Force plant ein Treffen in Chicago. Rayford fliegt Nicolai Carpathia von Neu-Babylon, der neuen Welthauptstadt, nach Washington, D. C. Da Carpathia weiß, dass eine Verschwörung gegen ihn im Gange ist, macht er widersprüchliche Angaben über seinen Aufenthaltsort.
Unterdessen haben Rayford, Amanda, Chloe und Buck erfahren, dass Bruce mit einer lebensbedrohlichen Viruserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Auf dem Weg dorthin bricht ein Weltkrieg aus. Unter der Führung des von Carpathia entmachteten amerikanischen Präsidenten hat sich das amerikanische Militär mit Großbritannien und dem ehemals souveränen Staat Ägypten verbündet, der nun zum neu gegründeten Commonwealth des Mittleren Ostens gehört. Die vereinten Streitkräfte der Ostküste haben Washington angegriffen und zerstört.
Carpathia, dessen Hotel dem Erdboden gleichgemacht worden ist, kann sich dank seiner Täuschung in Sicherheit bringen. Seine Streitkräfte schlagen zurück, indem sie eine ehemalige Militärbasis in einem Vorort von Chicago bombardieren, die sich in der Nähe des Krankenhauses befindet, in das Bruce Barnes eingeliefert wurde. Ein Angriff auf Neu-Babylon wird abgewehrt. Auf Grund des geheimen Bündnisses zwischen Großbritannien und dem aufständischen amerikanischen Militär wird im Rahmen eines Vergeltungsschlages auch London von den Truppen der Weltgemeinschaft angegriffen.
Verzweifelt versuchen Rayford, Amanda, Buck und Chloe zum Northwest Community-Krankenhaus in Arlington Heights zu gelangen, in dem Bruce Barnes auf der Intensivstation liegt. Unterwegs hören sie die Live-Übertragung einer Ansprache des Potentaten der Weltgemeinschaft:
„Treue Bürger der Weltgemeinschaft. Mit gebrochenem Herzen trete ich heute vor Sie und kann Ihnen nicht einmal sagen, von wo aus ich spreche. Seit mehr als einem Jahr haben wir zusammengearbeitet, um diese Weltgemeinschaft unter dem Banner von Frieden und Harmonie zusammenzuhalten. Heute sind wir wieder einmal daran erinnert worden, dass es immer noch Menschen unter uns gibt, die uns auseinanderreißen wollen.
Es ist kein Geheimnis, dass ich Pazifist bin, immer war und immer sein werde. Ich glaube nicht an den Krieg. Ich glaube nicht an Waffengewalt. Ich glaube nicht an Blutvergießen. Auf der anderen Seite fühle ich mich verantwortlich für Sie, mein Bruder und meine Schwester in dieser Weltgemeinschaft.
Die Friedenstruppen der Weltgemeinschaft haben den Widerstand bereits niedergeschlagen. Der Tod von unschuldigen Zivilisten lastet schwer auf mir, doch ich bitte Sie, Ihr Urteil über alle Feinde des Friedens zu fällen. Die wunderschöne Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika ist in Schutt und Asche gelegt worden und Sie werden noch mehr Berichte von Zerstörung und Tod hören. Unser Ziel sind nach wie vor der Frieden und der Wiederaufbau. Zu gegebener Zeit werde ich in mein Hauptquartier in Neu-Babylon zurückkehren und häufig mit Ihnen in Verbindung treten.
Haben Sie vor allem keine Angst. Seien Sie versichert, dass wir eine Bedrohung des Weltfriedens nicht zulassen werden und dass kein Feind des Friedens überleben wird.“
Während Rayford versuchte, sich zum Northwest Community-Krankenhaus durchzuschlagen, meldete sich der Reporter des Cable News Network/Global Community Network-Radiosenders: „Die militärischen Kräfte, die sich gegen die Weltgemeinschaft stellen, bedrohen New York City mit Nuklearwaffen. Zivilisten fliehen aus dem Gebiet und verursachen ein Verkehrschaos, wie es die Stadt noch nicht erlebt hat. Die Friedenstruppen versuchen, die Leute zu beruhigen, und erklären, sie hätten Mittel und Möglichkeiten, Raketen abzufangen, seien aber besorgt über den Sachschaden, der in den Außenbezirken entstehen könnte.
Und nun noch eine Nachricht aus London: Eine Einhundert-Megatonnen-Bombe hat den Flughafen Heathrow zerstört und der radioaktive Niederschlag bedroht die Menschen im Umkreis von vielen Kilometern. Offensichtlich wurde die Bombe von den Friedenstruppen abgeworfen, nachdem eine Formation von ägyptischen und britischen Bombern auf einem abgelegenen Militärflughafen in der Nähe von Heathrow gesichtet worden war. Die Kriegsschiffe, die alle aus der Luft zerstört wurden, waren, wie berichtet wird, mit Nuklearwaffen bestückt und auf dem Weg nach Bagdad und Neu-Babylon.“
„Das ist das Ende der Welt“, flüsterte Chloe. „Gott helfe uns.“
Rayford war fest entschlossen herauszufinden, was mit Bruce geschehen war. Eine Fußgängerin erklärte ihm, das Krankenhaus sei „gleich hinter diesem Hügel. Aber ich weiß nicht, wie nahe man Sie heranlassen wird und was noch davon übrig ist.“
„Wurde es getroffen?“
„Ob es getroffen wurde? Mister, es liegt in unmittelbarer Nähe der alten Nike-Basis. Viele sind der Meinung, dass es den ersten Treffer abbekommen hat.“
Rayfords Mut sank, als er den Gipfel des Hügels erreichte und das Krankenhaus vor sich liegen sah. Ein Teil des hohen Gebäudes stand noch, aber der weitaus größte Teil lag in Trümmern.
„Halt!“, rief ein Wachposten. „Dieses Gebiet ist abgesperrt!“
„Ich habe eine Genehmigung!“, erwiderte Rayford und schwenkte seinen Ausweis.
Als der Wachmann zu Rayford kam, nahm er den Ausweis und sah ihn sich sorgfältig an, verglich auch das Foto mit Rayfords Gesicht. „Wow! Zweite Ebene A. Sie arbeiten für Carpathia höchstpersönlich?“
Rayford nickte und ging zum ehemaligen Vordereingang des Gebäudes. Eine Leiche nach der anderen wurde herausgebracht und mit einem Tuch abgedeckt. „Gibt es Überlebende?“, fragte Rayford einen der Männer.
„Wir hören Stimmen“, sagte der Mann. „Aber wir haben noch niemanden befreien können.“
„Helfen Sie oder gehen Sie aus dem Weg“, schimpfte eine Frau, als sie an Rayford vorbeieilte.
„Ich suche nach einem Bruce Barnes“, erklärte Rayford.
Die Frau warf einen Blick auf ihre Liste. „Sehen Sie dort nach“, sagte sie und deutete auf sechs Leichen. „Sind Sie ein Verwandter?“
„Er stand mir näher als ein Bruder.“
„Möchten Sie, dass ich nachsehe?“
Rayfords Gesicht verzerrte sich und er brachte nur mit Mühe einen Satz heraus. „Das wäre sehr nett.“
Sie kniete neben den Leichen, sah nach, während Rayford nur mühsam ein Schluchzen unterdrückte. Bei der vierten Leiche hielt sie inne, überprüfte das Armband und sah Rayford an. Er wusste sofort Bescheid. Die Tränen begannen zu fließen. Langsam zog die Frau das Tuch fort. Da lag Bruce, mit geöffneten Augen, leblos und still. Rayford rang um Fassung. Schwer hob und senkte sich seine Brust. Er streckte die Hand aus, um Bruces Augen zu schließen, doch die Schwester hinderte ihn daran: „Das kann ich nicht zulassen. Ich mache das selbst.“
„Könnten Sie nachsehen, ob noch ein Pulsschlag zu fühlen ist?“, brachte Rayford mühsam hervor.
„Oh, Sir“, antwortete sie mitfühlend. „Sie werden nicht hier herausgebracht, wenn sie nicht auch wirklich tot sind.“
„Bitte“, flüsterte er weinend. „Für mich.“
Und während Rayford im hellen Nachmittagssonnenschein in einem Vorort von Chicago stand und mit den Händen sein Gesicht bedeckte, legte eine Fremde Zeigefinger und Daumen an den Hals des Pastors. Ohne Rayford anzusehen, nahm...




